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  • 11.12.2012           14      Teilen:   |

Gleichbehandlung

Britische Konservative bereiten Ehe-Öffnung vor

Premierminister David Cameron hat seine Partei zur Gleichstellung bewegt - Quelle: bisgovuk / flickr / cc by-nd 2.0
Premierminister David Cameron hat seine Partei zur Gleichstellung bewegt (Bild: bisgovuk / flickr / cc by-nd 2.0)

Während CDU/CSU in Deutschland die Gleichbehandlung von Homosexuellen kategorisch ablehnen, kündigen die britischen Konservativen die Öffnung der Ehe für das Jahr 2014 an.

Von Dennis Klein

"Ja, es geht um Gleichberechtigung, aber auch darum, Verantwortung zu übernehmen. Konservative glauben daran, dass unsere Gesellschaft stärker ist, wenn wir einander unterstützen. […] Ich bin nicht für die Ehe-Öffnung, obwohl ich ein Konservativer bin – ich bin dafür, weil ich ein Konservativer bin". So kündigte der britische Premierminister David Cameron beim Tory-Parteitag in Manchester vergangenes Jahr die geplante Gleichstellung an. Obgleich das zu Grummeln in seiner Partei geführt hat, hält er seither Kurs. Damit setzt er sich wohltuend von Konservativen in Deutschland ab, die auf ihrem Parteitag in Hannover vergangene Woche beschlossen haben, dass Homo-Paare weiterhin mehr Steuern zahlen sollen als Heterosexuelle (queer.de berichtete).

Am Dienstag hat Gleichbehandlungsministerin Maria Miller im Unterhaus die Pläne der Regierung vorgestellt. Die Ehe soll demnach ab Anfang 2013 im Parlament beraten werden. Das Gesetz soll dann ein Jahr später in England und Wales in Kraft treten. In Schottland, das weitgehend von London autonom regiert wird, haben bereits alle im Parlament vertretenen Parteien angekündigt, die Ehe öffnen zu wollen (queer.de berichtete).

Miller begründete den Schritt im Unterhaus insbesondere mit dem Antidiskriminierungsgrundsatz: "Die Ehe ist eine der wichtigsten Institutionen, die wir in diesem Land haben", erklärte die Konservative. "Unser Gesetzentwurf wird die Ehe für alle erlauben. Ich glaube, dass der Staat einem Paar nicht im Weg stehen sollte, das sich liebt und Verantwortung übernehmen will".

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Tories vom Saulus zum Paulus gewandelt

Am Dienstag stellte Ministerin Maria Miller die Pläne der Regierung vor
Am Dienstag stellte Ministerin Maria Miller die Pläne der Regierung vor

Noch vor wenigen Jahren wäre ein derartiger Gesetzentwurf von den Konservativen unmöglich gewesen. Die Tories waren eine weit homophobere Partei als die CDU: In den 80er Jahren führten sie Section 28 ein, das Verbot von "Homo-Propaganda" in Schulen, das sich heute Länder wie Russland und die Ukraine zum Vorbild nehmen. Nach mehreren Wahlniederlagen und nachdem die Briten die 2004 eingeführten eingetragenen Partnerschaften völlig akzeptiert hatten, milderten die Partei den Ton aber merklich. Anders als Angela Merkel will David Cameron nicht mehr um diejenigen Konservativen werben, die Homosexuelle nur Hass entgegenbringen.

Dabei gibt es noch viele Tories, auch Abgeordnete, die mit der neuen Offenheit Probleme haben: So haben sich rund 40 Prozent der 303 konservativen Abgeordneten gegen die Gleichbehandlung ausgesprochen. Weil aber auch der liberale Koalitionspartner und die Mehrheit der Labour-Opposition hinter der Ehe-Öffnung stehen, ist ein Sieg der Ehe-Befürworter so gut wie sicher. In den letzten Jahren hat die Regierung den Schritt reiflich vorbereitet: So hat sie öffentlichen Beratungen die Sorgen der Bürger angehört.

Die politischen Gegner befinden sich in der Defensive: Sie warnten bislang als Konsequenz der Ehe-Öffnung davor, dass als nächster Schritt Polygamie anerkannt werden würde und dass die Kirchen gezwungen werden könnten, Homo-Ehen zu schließen. Die meisten Briten nehmen diese Manöver allerdings nicht ernst. Diese Abgeordneten werden vielmehr als Relikt der 50er Jahre angesehen. Das führt zu einer teilweise sehr seltsamen Verteidigungsstrategie: So wollte etwa der Tory-Parlamentarier David Davis auf Twitter beweisen, dass er kein Schwulenhasser ist. Er schrieb: "Ich habe einmal gegen einen schwulen Boxer gekämpft. Ich habe danach mit ihm trainiert, bin also kein bigotter Mensch".

Anglikanische und katholische Kirche gegen Gleichbehandlung

Größte Gegner der Ehe-Öffnung auf der Insel sind die christlichen Kirchen. Anders als in Deutschland wird eine kirchliche Hochzeit auch vom Staat anerkannt, daher wird dieses Thema heißer diskutiert. Premierminister Cameron sagte erst vergangene Woche, dass er auch Homo-Paaren das Recht auf ein Ja-Wort vor dem Pfarrer gönnen will: "Ich möchte nicht, dass Schwule und Lesben von dieser großen Institution ausgeschlossen werden".

Die anglikanische Staatskirche hat jedoch in einer Pressemitteilung ihre Ablehnung zementiert: "Wir glauben, dass eine Neudefinition zur Verwässerung der Ehe führt". Mann und Frau ergänzten sich, gleichgeschlechtliche Paare jedoch nicht, so die Church of England. Geradezu schrill und albern sind die Aussagen der katholischen Kirche: So hat Bischof Joseph Devine den Premierminister am Montag mit dem römischen Kaiser Nero verglichen, der Christen verfolgen, foltern und töten ließ.

Um die Kirchen nicht vor den Kopf zu treten, hat die Regierung erklärt, dass keine religiösen Vereinigung gezwungen werden, gleichgeschlechtliche Paare zu trauen. Homofreundliche Religionen – wie die Unitarier oder die liberalen Juden – dürften aber Zeremonien abhalten. Damit, so sagte die Gleichbehandlungsministerin, sei die Religionsfreiheit gesichert. Standesbeamte sollen dagegen kein Recht haben, Homo-Paare aus religiösen Gründen abzulehnen.

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Tags: homo-ehe, großbritannien, david cameron, maria miller
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Reaktionen zu "Britische Konservative bereiten Ehe-Öffnung vor"


 14 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
11.12.2012
15:25:01


(0, 10 Votes)

Von Germany


Wer versteht noch Merkel? Sie soll weg. Verachtungsvolle Kanzlerin mit Steinbach, Reiche und anderen Agressiven der Regierung. In der BRD zählt für diese Idioten nur Geld für Eliten. Behandlung der Menschen wie Gegenstände noch mit Rassenhass etwa Stoiber.
Wählen bitte SPD. Sonst neben Franzosen und Briten mit den Rechten haben deutsche Schwule wieder nix näxte 4 Johr. Wer an Merkel für Homorechte glaubt, ist mehr als naiv.


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#2
11.12.2012
15:30:10


(0, 12 Votes)

Von Timm Johannes


Sehr sehr gut.

Frankreich und Luxemburg öffnen also im kommenden Jahr 2013 die Ehe.

Und 2014 folgt dann das Vereinigte Königreich.

Tja Frau Merkel, da können Sie echt noch einiges lernen von Ihren Amtskollegen in London und in Paris.


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#3
11.12.2012
15:58:49


(+9, 9 Votes)

Von Robin Hood


"Ja, es geht um Gleichberechtigung, aber auch darum, Verantwortung zu übernehmen. Konservative glauben daran, dass unsere Gesellschaft stärker ist, wenn wir einander unterstützen. []"

Das nehme ich seiner Gesellschaft und ihm sofort ab.

Die Frage ist nur, welche staatl. Leistungen den Menschen abgenommen werden, da jetzt ja der/die
andere "Verantwortung" übernimmt.


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#4
11.12.2012
16:08:53


(+4, 8 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


An den Tories sollte sich die Union mal ein Beispiel nehmen! Das gilt auch Bundesmutti!


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#5
11.12.2012
16:16:49


(+6, 6 Votes)

Von iouztre


Oha, haben die 2014 wahlen in UK?


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#6
11.12.2012
16:43:41


(+5, 7 Votes)

Von ehemaligem User ererer


Waehrend dessen berichtet eine 'Quelle' in der Labor-Partei, dass die Laboristen den Koalitionszwang beim Abstimmen ueber Homo-Ehe doch aufheben werden, weil wahrscheinlich der Druck der katholischen Mitglieder bzw. Parlamentarier zu hoch war. Das wird im Unterhaus keine grossen Probleme bereiten (die Mehrheit der Tories stimmt dafuer, die Mehrheit der Labor-Partei dafuer und die Liberaldemokraten - unter dem Koalitionzwang - auch dafuer). Aber im traditionell viel mehr konservativen (im Sinne von 'establishment') Oberhaus, 'House of Lords', wird jede einzelne Stimme zaehlen, die moegliche Mehrheit hauchduenn sein und das Ergebnis steht alles andere als klar. Und auch in Frankreich wuenschen einige Sozialisten 'freies Abstimmen' ueber similares Gesetz - das Beispiel aus Westminster wird ihnen ganz bestimmt helfen. Der Unterschied zwischen London und Paris ist im Moment nur, dass es in der 'Asemblee Nationale' keinen so homofreundlichen Politiker wie David Cameron in der fr. Konservativen-Partei gibt (und eigentlich in der Sozialisten-Partei auch) - nur Jean Francois Cope, der schon jetzt versprochen hat, die Opposition gegen die Homo-Ehe nicht aufzugeben, weder jetzt noch in fuenf Jahren...


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#7
11.12.2012
17:48:32


(+7, 9 Votes)

Von leander
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Germany


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#8
11.12.2012
19:44:52


(+4, 8 Votes)

Von Felix


Das zeigt, dass unsere schwarz-gelbe Gurkentruppe nicht konservativ ist, sondern faschistisch.

Großbritannien zeigt, dass das Wahren von Werten urkonservativ ist. Und nicht das schwarz-gelbe Verbreiten von Hass um vom eigenen Versagen abzulenken und seine Wähler auf unsere Kosten auf Linie zu bringen.


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#9
11.12.2012
22:44:23


(+3, 5 Votes)

Von TheDad
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Was gibt es da eigentlich mehr als ein Jahr
"vorzubereiten" ?

Alle diskriminierenden Vorschriften und Gesezte die geändert werden müssen zu suchen, kann doch nicht wirklich so lange dauern, oder ?

Ach so..

2014 ist ja Wahl und die machen jetzt schon mal Wahlkampf..

Der Plan ist gut..aber die Umsetzung wie immer grottenschlecht..


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#10
12.12.2012
04:25:44


(+8, 12 Votes)

Von Ynamreg
Antwort zu Kommentar #1 von Germany


Du meinst also die SPD sei besser? Träum weiter....

Wer hat dennn die ganze scheisse Fabriziert?

Öffnung der Zeitarbeit, "Minijobs", Öffnung der Finanzmärkte, HARTZ-Terror, "Riester"-Versicherungssponsoring, Rentenkürzung, Verarmung der Bevölkerung im großen Stil, Hungerlöhne, Armutsrenten....

Das ist alles der SPD zu verdanken!

Und glaub mal ja nicht das die nicht mit der CDU koalieren werden...


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