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  • 11.12.2012           14      Teilen:   |

Asyl verweigert

Deutschland will Lesbe nach Uganda abschieben

In ugandischen Medien wird unverblümt gegen Schwule und Lesben gehetzt: In dieser Zeitung werden Homosexuelle geoutet, darunter steht die Aufforderung: "Hängt sie"
In ugandischen Medien wird unverblümt gegen Schwule und Lesben gehetzt: In dieser Zeitung werden Homosexuelle geoutet, darunter steht die Aufforderung: "Hängt sie"

Ein Gericht in Augsburg hat die Homosexualität einer Uganderin nicht anerkannt und will die Frau deshalb in ihr Heimatland abschieben. Die Lesbenberatungsstelle nennt den Vorfall "absurd und menschenverachtend".

Weder das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge noch das Augsburger Verwaltungsgericht hat der 21-jährigen Fara (Name geändert) geglaubt, dass sie als Lesbe in Uganda verfolgt wird. Ihr Antrag auf Asyl wurde daher abgelehnt. Die Behörde und der Richter glauben, dass Fara nur ihre Homosexualität vortäusche, um in Deutschland bleiben zu dürfen. Wegen eines Fehlers in der Urteilsbegründung will die Rechtsanwältin der Uganderin gegen das Urteil vorgehen.

Fara ist vor gut einem Jahr von Uganda nach Deutschland geflohen. Im Gespräch mit queer.de zeigte sie sich am Dienstag eingeschüchtert: Mit leiser Stimme berichtete sie von Überfällen und Einschüchterungen in ihrem Heimatland. Sie gab an, dass sie Angst habe, dass bei ihrer Rückkehr Gefängnis oder Schlimmeres auf sie warte. Außerdem würde sie ihre große Liebe verlieren: Sie habe sich in einer Gemeinschaftsunterkunft in der Nähe von Augsburg in ihre 38-jährige Landsfrau Hamida verliebt, die noch auf einen Gerichtstermin zur Anerkennung ihres Asylantrags wartet. "Ich liebe sie, sie ist wirklich wundervoll", so Hamida. Ihrer Aussage glaubte das Verwaltungsgericht allerdings nicht.

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Lesbenberatungsstelle: Kein Zweifel an lesbischer Identität

"Es ist absurd und menschenverachtend, dass den beiden Frauen nicht geglaubt wird", erklärte Rita Braaz von der Münchener Lesbenberatungsstelle LeTRa. "Wir betreuen und unterstützen beide Lesben seit Monaten psychosozial und haben keinerlei Zweifel an der lesbischen Identität unserer Klientinnen geschweige denn an ihrer Liebesgeschichte".

Auch der bayerische Flüchtlingsrat setzt sich für die beiden Frauen ein: "Es ist absolut zynisch, wenn die Bundesrepublik einerseits die Einführung des Anti-Homosexuellen-Gesetzes verurteilt und andererseits den beiden betroffenen Frauen nicht geglaubt wird und sie durch die Abschiebung der Gefahr weiterer Verfolgung und sogar Inhaftierung ausgesetzt werden", erklärte Flüchtlingsrats-Sprecherin Agnes Andrae. "Die beiden Frauen müssen in Deutschland, wo sie gefahrlos lesbisch sein und ihre Liebe leben dürfen, als Flüchtlinge anerkannt werden".

In Uganda drohen Lesben sieben Jahre Haft, Schwule können sogar zu lebenslänglicher Haftstrafe verurteilt werden. Dennoch beschäftigt sich das Parlament derzeit damit, die Gesetze noch zu verschärfen: Parlamentspräsidentin Rebecca Kadaga kündigte an, als "Weihnachtsgeschenk" für Christen ein härteres Gesetz zu beschließen. So soll etwa auch "Werbung" für Homosexualität mit langjährigen Haftstrafen geahndet werden (queer.de berichtete). Wegen der homofeindlichen Bestrebungen hat Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) Budgethilfen für Uganda ausgesetzt (queer.de berichtete). (dk)

Links zum Thema:
» Lesbenberatungsstelle LeTRa
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Tags: uganda, asyl, augsburg
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Reaktionen zu "Deutschland will Lesbe nach Uganda abschieben"


 14 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
11.12.2012
18:32:30


(+4, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Das Urteil des Augsburger Gerichtes ist eine Farce! Gut, daß die Frau in Berufung geht und ich drücke ihr die Daumen, daß sie bei uns Asyl bekommt und nicht in ihr homophobes Heimatland abgeschoben wird!


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#2
11.12.2012
18:39:06


(+5, 7 Votes)

Von 2010 in Deutschl


Am Widerstand eines Piloten ist die Abschiebung einer 24 Jahre alten Iranerin am Frankfurter Flughafen gescheitert. Wie das Bundesgrenzschutzamt Frankfurt mitteilte, weigerte sich der Pilot am Donnerstagabend, Zahra K. auszufliegen.

Nach Angaben der zuständigen Ausländerbehörde hatte sich die junge Frau heftig gegen ihre Abschiebung gewehrt. Menschenrechtlern zufolge droht ihr in ihrem Heimatland die Steinigung wegen Ehebruchs und ihres Übertritts zum christlichen Glauben.

Link zu www.sueddeutsche.de


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#3
11.12.2012
19:36:46


(+4, 6 Votes)

Von Felix


Komisch, wenn es darum geht, nur zu labern ist das FDP-geführte Außenministerium immer ganz schnell dabei.

Aber in der Realität haben sie dann plötzlich kein Problem mehr, eine Lesbe in ein homophobes Land zurückzuschicken.

Bigottes Pack!

Wie immer bei der FDP:
Reden und Handeln sind zwei völlig verschiedene Dinge. Labern kann die FDP gut, damit noch ein paar Leute darauf reinfallen. Aber in der Realität macht die FDP dann das genaue Gegenteil!


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#4
11.12.2012
20:21:19


(+4, 4 Votes)

Von alexander
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von 2010 in Deutschl


es ist derartig menschenverachtend, wie in diesem land mit MENSCHEN UMGEGANGEN WIRD,
es fehlen einem die worte !
allein dem piloten, (der sich verweigerte!) sollte man das bundesverdienstkreuz verleihen !
allein die tatsache einen menschen abzuschieben, der bereits 10 jahre und länger in unserem land lebt und offenbar nicht gerade "bequem, teilweise in der illegalität", ist die reine schikane.


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#5
12.12.2012
00:23:10


(+6, 6 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012


Das ist nur eines von vielen Beispielen, wie in Deutschland mit Fluechtlingen umgegangen wird. Nur die Spitze eines Eisberges. Und da ist Eis tatsaechlich das passende Wort. Deutsche Beamte, deutsche Gerichte behandeln Menschen in Not mit einer derartigen Kaelte und einem Zynismus, das ist schockierend, wenn man sich damit mal naeher befasst. Ich habe da selbst viele traurige Erfahrungen gemacht. Man muss sich auch nur mal mit den Menschen unterhalten, die aktuell Fluechtlinge betreuen. Oder man befasse sich mal mit dem Thema Sinti und Roma. Das ist zum Teil kaum zu ertragen.
Es ist allerdings auch die Politik, die wirklich "hart" daran arbeitet, das Thema Fluechtlinge in den Griff zu bekommen. Nicht von ungefaehr erscheinen in den Zeitungen Schlagzeilen von einer "neuen Fluechtlingswelle" und der Ueberforderung. Das wird von der Politik gezielt gestreut, um sich spaeter dann mit "Gegenmassnamen" zu befassen, die angeblich von der Bevoelkerung gefordert werden. Vielleicht ja auch nicht angeblich, weil diese Bevoelkerung laengst wieder in die Falle gelockt worden und reingetappt ist.
Manchmal weiss man gar nicht mehr wohin mit seinem Zorn und seiner Trauer ueber "dieses unser Vaterland" und seine "mutterlose" Kaelte.


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#6
12.12.2012
10:21:23


(+4, 6 Votes)

Von berlinboy84


Was ist eigentlich mit "unschuldig bis die Schuld bewiesen ist". Solange es keine wirkliche Beweise gibt das sie hetero ist, ist ihrer Aussage glauben zu schenken. In was für einer Bananenrepublik leben wir denn, wo Gerichturteile nicht auf geltendem Recht, sondern auf der subjektiven Einschätzung von Bürokraten und Rechtsverdrehern basieren.

Es zeigt sich immer wieder das diese Regierung und das erzkonservative Beamtentum dieses Land zurück entwickeln.


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#7
12.12.2012
10:55:13


(+2, 4 Votes)

Von PRO ASYL
Antwort zu Kommentar #3 von Felix


Günter Burkhardt:

Asylpolitik der rot-grünen Koalition

Link zu www.proasyl.de

Wie das Zuwanderungsgesetz zu einem Abschiebungsgesetz wurde

Link zu www.wsws.org


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#8
12.12.2012
10:56:05


(+2, 4 Votes)

Von Clemens


Wie verlogen und scheinheilig die FDP ist:
vor Kameras kritisieren sie solche Staaten und wollen sich profilieren, indem sie den Opfern vollste Unterstützung zusichern.

Aber wenn es dann drauf ankommt, schickt das FDP-geführte Außenministerium diese Leute dann zurück in solche Barbarenstaaten, wo ihnen der Tod droht.

Ich verstehe nicht, dass immer noch Leute auf die FDP reinfallen...


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#9
12.12.2012
19:21:46


(-1, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness
Antwort zu Kommentar #8 von Clemens


Wo steht in diesem Artikel etwas über die FDP? Es ist ein Urteil eines Augsburger Gerichtes sowie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, von der FDP ist hier KEINE REDE! Thema verfehlt!


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#10
12.12.2012
21:52:06


(+1, 3 Votes)

Von DOROTHY
Antwort zu Kommentar #9 von FoXXXyness


halt die klappe rose !


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