Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?18093

Im Repräsentantenhaus in Montevideo votierten über 90 Prozent der Abgeordneten für die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben

Uruguay will als zweites südamerikanisches Land die Ehe für Schwule und Lesben öffnen: Das Repräsentantenhaus votierte in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch mit 81 zu sechs Stimmen für die Gleichstellung.

Die Abstimmung fand nach einer mehrstündigen Debatte um ein Uhr morgens (Ortszeit) statt. Der Abgeordnete Julio Bango vom regierenden linksgerichteten Parteienbündnis "Frente Amplio" (Breite Front) erklärte, das Gesetz sei der "letzte Schliff" für die Reformen, die die Bürgerrechte im Land stärken sollen. Neben der Ehe-Öffnung schließe das Gesetzesinitiativen zur Liberalisierung von Abtreibung und die Legalisierung von Cannabis ein.

Das Gesetz muss nun nich im Senat beraten werden, in dem auch eine deutliche Mehrheit erwartet wird. Präsident José Mujica hat bereits angekündigt, das Gesetz Anfang nächsten Jahres unterschreiben zu wollen. Nach Argentinien wäre Uruguay der zweite Staat auf dem Teilkontient, der Schwule und Lesben landesweit im Eherecht gleichstellt – weltweit wäre es das zwölfte Land.

Bei der Debatte wurde insbesondere darum gerungen, ob Kinder das Recht haben sollen, zu erfahren, wer ihr biologischer Vater ist. Am Ende einigten sich die Parlamentarier auf einen Kompromiss: Adoptierte Kinder hätten das Recht, über Identität ihrer biologischen Eltern zu aufgeklärt zu werden. Bei künstlicher Befruchtung hätten sie es aber nicht, um die Anonymität der Samenspender zu schützen.

Seit 2007 eingetragene Partnerschaften in Uruguay

Die gesellschaftliche Debatte über die Gleichbehandlung von Homosexuellen ist in Uruguay bereits weit fortgeschritten: 2007 führte die rund 3,5 Millionen Einwohner zählende Republik eingetragene Partnerschaften ein – als erstes Land in Südamerika (queer.de berichtete). Seither hat sich die Debatte um LGBT-Rechte entspannt. Selbst viele konservative Abgeordnete votierten im Repräsentantenhaus für die Ehe-Öffnung.

Bereits jetzt besitzen Homo-Paare in Uruguay praktisch die gleichen Rechte und Pflichten wie Heterosexuelle, einschließlich des Adoptionsrechtes – sie dürfen ihre Beziehung nur nicht als Ehe bezeichnen. Mächtigster Gegner der Gleichstellung ist die katholische Kirche, die aber im säkularen Land nur wenig politischen Einfluss hat. (dk)



Uruguay: Präsident unterschreibt neues Ehe-Gesetz

Der uruguayische José Mujica hat das vergangenen Monat vom Parlament beschlossene Gesetz zur Ehe-Öffnung unterzeichnet. Schwule und Lesben können damit ab dem Mitte August heiraten.
#1 TheDad
  • 12.12.2012, 13:45h
  • 81 zu Sechs Stimmen..

    Hochgerechnet auf die Abgeordnetenzahl im deutschen Bundestag und Bundesrat bezweifle ich ein Zustandekommen eines solchen Abstimmungsergebnisses für die Ehe-Öffnung in der BRD schon jetzt..

    Selbst bei Namentlicher Abstimmung, die es durchzuführen gilt, will Mann die Abgeordneten identifizieren die immer noch dagegen sind, und bei "freigabe" des Fraktioneszwanges wird es ein so hohes Ergebnis nicht geben..

    Da sieht Mann mal wie weit in anderen, zugegebenermassen kleinen Ländern, die Diskussion fortgeschritten sein kann..

    Auch hier hätte es längst dazu kommen müssen..
    Selbst die regierenden konservativen Torries in Großbritanien haben ja die Ehe-Öffnung für (zwar erst im Wahljahr) 2014 angekündigt..

    Aber die Bundes-Merkel und ihr versteinerter Haufen pseudo-konservativer Lemminge sieht ja "momentan keinen Handlungsbedarf für weitere Gleichstellungen" und bricht damit offen den laufenden Koalitionsvertrag mit der FDP und die Verfassung..

    Also werden wir wohl auf die Steinbrück-Truppe und die Urteile der Gerichte warten müssen..

    Für ein demokratisches Land in der Mitte der EU beschämend..
  • Antworten » | Direktlink »
#2 -hw-Anonym
  • 12.12.2012, 13:53h
  • Hach, wie er sich auf twitter freut:

    Julio Bango Alvarez @JulioBangoA

    Qué manera de empezar a festejar los 102 años del Partido Socialista uruguayo: votando matrimonio igualitario!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Coco LorezAnonym
  • 12.12.2012, 13:58h
  • "Präsident José Mujica hat bereits angekündigt, das Gesetz Anfang nächsten Jahres unterschreiben zu wollen."

    Wegen seiner Tätigkeit in der Guerillabewegung kam er ins Gefängnis und verbrachte dort insgesamt 14 Jahre seines Lebens, überwiegend in Einzelhaft. Zweimal konnte er fliehen.

    de.wikipedia.org/wiki/Jos%C3%A9_Mujica
  • Antworten » | Direktlink »
#4 KerouaclyAnonym
  • 12.12.2012, 14:03h
  • Selbst viele Konservative in Uruguay stimmen für die Homo-Ehe, während die FDP in Deutschland immer dagegen stimmt, obwohl sie im Wahlkampf etwas anderes forderte.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Yuuki83Profil
  • 12.12.2012, 14:19hAltdorf
  • 2045: Nachdem Saudi Arabien als vorletztes Land der Welt die Ehe für alle Geschlechterkombinatonen geöffnet hat, beteuerte der/die CDU-Kanzler/in, dass man keinen Handlungsbedarf bezüglich einer Eheöffnung erkennen könne.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 marcogProfil
  • 12.12.2012, 14:32hOffenburg
  • Antwort auf #5 von Yuuki83
  • ...laut Hompage des Bundesverfassungsgerichtes haben nur 2 Prozent aller Verfahren eine Dauer von über 4 Jahren. Das Ehegattensplittingverfahren ist meines Wissens seit 2006 (!!!) anhängig. Inhaltlich gab's doch bestimmt schon schwierigere Fragestellungen... Selbst das verwundert mich...
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Platz zweiAnonym
#8 Timm JohannesAnonym
#9 gatopardo
#10 Timm JohannesAnonym
  • 12.12.2012, 17:17h
  • Platz 1. Niederlande (2001)
    Platz 2. Belgien (2003)
    Platz 3. Spanien (2005)
    Platz 4. Kanada (2005)
    Platz 5. Südafrika (2006)
    Platz 6. Norwegen (2009)
    Platz 7. Schweden (2009)
    Platz 8 Portugal (2010)
    Platz 9 Island (2010)
    Platz 10 Argentinien (2010)
    Platz 11 Dänemark (2012)

    Platz 12 Uruguay (2013)
    ...
    Platz 13 -17: Frankreich, Luxemburg, Neuseeland, Kolumbien und Vereinigtes Königreich

    Ob es Deutschland noch unter die ersten 20 Plätze der Länder mit Eheöffnung schaffen wird, wird mittlerweile "knapp" werden.
  • Antworten » | Direktlink »