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  • 14.12.2012           99      Teilen:   |
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Im letzten Jahr hat der Papst im Bundestag über das Naturrecht referiert. Seine neue Botschaft belegt, dass es ihm dabei unter anderem um den Kampf gegen die Homo-Ehe ging.

Papst: Homo-Ehe "schwere Verletzung der Gerechtigkeit und des Friedens"

In seiner Botschaft zum "Weltfriedenstag" bezeichnet Benedikt XVI. Abtreibung und die Gleichstellung homosexueller Beziehungen mit der Ehe als Wunden, die den "wahren Frieden" verletzen.

Vorgezogene Neujahrsgrüße vom Papst: In einer bereits am Freitag veröffentlichten Botschaft zum "Weltfriedenstag" am 1. Januar hat sich Papst Benedikt XVI. erneut gegen eine Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren ausgesprochen. Seit einer Friedensbotschaft von Papst Paul VI. im Jahr 1965 nimmt die Kirche den zivilen Neujahrsanfang zum Anlass, um auch religiöse Botschaften zu verbreiten.

Die diesjährige hat es in sich. In unserer Zeit, "die durch die Globalisierung mit ihren positiven wie negativen Aspekten und durch weiter andauernde blutige Konflikte und drohende Kriege gekennzeichnet ist", sei der "erneute und einhellige Einsatz in dem Bemühen um das Gemeinwohl wie um die Entwicklung aller Menschen und des ganzen Menschen" erforderlich, so der Papst. Allerdings geht er auf blutige Konflikte und Möglichkeiten zu ihrer Lösung kaum noch ein.

Der Wunsch nach Frieden entspreche vielmehr "einem grundlegenden moralischen Prinzip". Eine "Voraussetzung für den Frieden" sei "die Entkräftung der Diktatur des Relativismus und der These einer völlig autonomen Moral, welche die Anerkennung eines von Gott in das Gewissen eines jeden Menschen eingeschriebenen, unabdingbaren natürlichen Sittengesetzes verhindert." Frieden sei "der Aufbau des Zusammenlebens unter rationalen und moralischen Gesichtspunkten auf einem Fundament, dessen Maßstab nicht vom Menschen, sondern von Gott geschaffen ist." Damit ist das Fundament gelegt, um vor allem die Moralvorstellungen der Kirche als vermeintlichen Kampf für Frieden zu verbreiten.

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Homo-Ehe beschädigt Ehe und Frieden

"Die Leugnung dessen, was die wahre Natur des Menschen ausmacht – in seinen wesentlichen Dimensionen, in der ihm innewohnenden Fähigkeit, das Wahre und das Gute, letztlich Gott selbst zu erkennen -, gefährdet den Aufbau des Friedens", leitet der Papst eine lange Abhandlung über moralische Fragen ein.

In der geht es unter anderem um die Homo-Ehe: "Auch die natürliche Struktur der Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau muss anerkannt und gefördert werden gegenüber den Versuchen, sie rechtlich gleichzustellen mit radikal anderen Formen der Verbindung, die in Wirklichkeit die Ehe beschädigen und zu ihrer Destabilisierung beitragen, indem sie ihren besonderen Charakter und ihre unersetzliche gesellschaftliche Rolle verdunkeln", so Benedikt XVI.

Diese Grundsätze seien nicht nur "Glaubenswahrheiten" und aus dem Recht auf Religionsfreiheit abzuleiten: "Sie sind in die menschliche Natur selbst eingeschrieben, mit der Vernunft erkennbar und so der gesamten Menschheit gemeinsam." Hier wird noch einmal deutlich, was der Papst in seiner von den meisten Abgeordneten beklatschten Rede vom Naturrecht vor dem Bundestag im letzten Jahr wirklich meinte.

Zum Eintreten gegen die Homo-Ehe sei jeder berufen: "Der Einsatz der Kirche zur (…) Förderung [der Überzeugungen zur Ehe] hat also keinen konfessionellen Charakter, sondern ist an alle Menschen gerichtet, unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit. Solch ein Einsatz ist um so nötiger, je mehr diese Grundsätze geleugnet oder falsch verstanden werden". Denn das stelle eine "Beleidigung der Wahrheit des Menschen dar, eine schwere Verletzung der Gerechtigkeit und des Friedens." Auch diese Worte bezogen sich allein auf die Frage der Struktur der Ehe.

Der Urplan der christlichen Familie

Der Papst als Friedenskämpfer? So sieht ihn Madame Tussauds in Wien.
Der Papst als Friedenskämpfer? So sieht ihn Madame Tussauds in Wien. (Bild: korom / flickr / cc by-sa 2.0)

Direkt daran anknüpfend bezeichnet es der Papst als "wichtigen Beitrag zum Frieden, wenn die Rechtsordnungen und die Rechtsprechung die Möglichkeit anerkennen, vom Recht auf Einwand aus Gewissensgründen gegenüber Gesetzen und Regierungsmaßnahmen Gebrauch zu machen, die – wie Abtreibung und Euthanasie – die Menschenwürde gefährden." Zu diesen Menschenrechten gehöre das Recht auf Religionsfreiheit. Dazu zählt der Papst "Aktivitäten auf dem Gebiet der Erziehung, der Wohltätigkeit und der Betreuung (…), die es erlauben, die religiösen Vorschriften anzuwenden".

Ansonsten sind "Friedensstifter" aufgerufen, "sich mit ganzer Hingabe für das allgemeine Wohl der Familie" einzusetzen. Sie sei "unter demographischem, ethischem, pädagogischem, wirtschaftlichem und politischem Gesichtspunkt die Grundzelle der Gesellschaft" und habe die "natürliche Berufung, das Leben zu fördern". "Insbesondere die christliche Familie trägt in sich den Urplan der Erziehung der Menschen nach dem Maß der göttlichen Liebe."

Ansonsten kritisiert der Papst noch Abtreibung, die er in der Botschaft immer wieder mit Euthanise gleichgesetzt. Sie verursache "unweigerlich irreparable Schäden für die Entwicklung, den Frieden und die Umwelt". Es sei "nicht recht, auf raffinierte Weise Scheinrechte oder willkürliche Freiheiten zu kodifizieren", die letztlich zur "Verfolgung eines illusorischen Friedens" führten.

"Der Friede ist kein Traum, keine Utopie: Er ist möglich", schreibt der Papst. Man müsse "die Menschen lehren, einander zu lieben und zum Frieden zu erziehen sowie über bloße Toleranz hinaus einander mit Wohlwollen zu begegnen." (nb)

 Update  18.25h: Reaktionen
Der LSVD hat die neue Papst-Botschaft scharf kritisert. "Ausgerechnet den katholischen Weltfriedenstag missbraucht Papst Benedikt XVI. zu erneuten menschenverachtenden Ausfällen gegen Lesben und Schwule", sagte LSVD-Sprecher Manfred Bruns. "Er diffamiert die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare als 'eine schwere Verletzung der Gerechtigkeit und des Friedens'. Der Papst ist offenbar endgültig von allen guten Geistern verlassen." Dazu passe auch die Segnung der ugandischen Parlamentspräsidentin. "Der Papst zeigt durch Wort und Tat ganz unverhohlen, wes Geistes Kind er ist."

Auch der Grünenpolitiker Volker Beck kritisierte den Papst, der "wieder mal Unfrieden" säe. "Mit seiner Aussage, die Gleichberechtigung homosexueller Paare stelle eine 'Beleidigung der Wahrheit des Menschen' dar, verlässt er die Grundlage der Menschenrechte und des demokratischen Diskurses", so Beck. "Mit dem Anspruch, nicht nur religiöse Wahrheiten zu verkünden, beansprucht er seine Sicht (…) zur Grundlage der allgemeinen Gesetzgebung zu machen. Dies ist eine ungeheuerliche Anmaßung und er verläßt damit die Grundlage der Menschenrechte und stellt sich damit auch gegen die grundgesetzliche Ordnung unseres Staates."

Links zum Thema:
» Der Volltext der "Friedensbotschaft"
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Tags: papst, vatikan, homo-ehe, naturrecht
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Reaktionen zu "Papst: Homo-Ehe "schwere Verletzung der Gerechtigkeit und des Friedens""


 99 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
14.12.2012
16:44:06


(+3, 5 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Päpstin Benedicta sülzt wieder rum und verbreitet seine ketzerischen Ansichten zur Homoehe! Man möchte sich nur noch übergeben!


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#2
14.12.2012
16:48:17


(+7, 7 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Ich finde, wir sollten ihm beim nächsten Mal nicht noch einmal wählen...


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#3
14.12.2012
16:52:39


(+4, 6 Votes)

Von alte Putte


Meine Güte, lasst den kleinen alten Herrn der Schwafelei halt seine vergeistigten Texte durch die Welt verschicken, das Zeug liest inzwischen sowieso keiner mehr freiwillig, wenn er noch alle Nadeln an der Tanne hat. Mittlerweile muss Pontifex Minimus sogar liegengebliebenes Phrasendresch vertwittern, damit sich überhaupt noch irgendwer unter 30 Jahren für seinen eingetragenen Kostümverein interessiert.


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#4
14.12.2012
17:02:55


(+16, 16 Votes)

Von fink


wie kommt es eigentlich, dass dieser mann die grundlagen unserer demokratie als "diktatur des relativismus" offen denunzieren und die einführung eines theokratischen rechtssystems ("anerkennung eines von gott in das gewissen eines jeden menschen eingeschriebenen, unabdingbaren natürlichen sittengesetzes") fordern kann, ohne dass das mal in klartext übersetzt und entsprechend skandalisiert wird?

da regt man sich zu recht über besorgniserregende antidemokratische bestrebungen in der islamistenszene auf, und sowas jagen unsere "öffentlich-rechtlichen" völlig unkritisch über den äther? immer und immer wieder?


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#5
14.12.2012
17:03:47


(+11, 11 Votes)

Von sanscapote
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Saemtliche charakterlich festen Schwulen und Lesben kuendigt den Kirchen eure Mitarbeit.

Saemtliche charakterlich festen Schwulen und Lesben kehren den Kirchen den Ruecken und beenden ihre Mitgliedschaft.

Das staendige Gesuelze der Toifelsbraten, die sich Botschafter Gottes nennen kotzt mich an.

Da einige Regierungen dem Popen in Rom und seinen Vasallen in anderen Konfessionen keinen Einhalt gebieten bzw. huldigen, ist nur ein Aushungern der kirchlichen Dienste, der Entzug von Geld (=Macht), die Entscheidung in solche Laender nicht zu reisen - stattdessn homofreundliche Laender zu unterstuetzen und zu bereisen hilfreich.


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#6
14.12.2012
17:16:03


(+4, 8 Votes)

Von Dieter Eisele


Oh mein Gott! Müsst ihr jeden Pups dieses alten Narren kommentieren? Er wird mal als der Papst in die Geschichte eingehen, der den Karren endgültig vor die Wand gefahren hat. Amsonsten hat die Kirche kaum noch Einfluß auf die Moral, gottlob! Und bei allem Respekt für die Schwulen und Lesben, die in dieser Kirche was ändern wollen: Das ist soviel Erfolg zu erwarten wie für eine Schwarzen, der Chef des Klu Klax Klan werden will!


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#7
14.12.2012
17:18:29
Via Handy


(+7, 9 Votes)

Von Meon


Der letzte Satz ist der Witz schlechthin. Predigt Frieden und Toleranz wärend er offen und stolz den Hass schürt... jajaja der Ratzi.


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#8
14.12.2012
17:23:19


(-8, 12 Votes)

Von star
Antwort zu Kommentar #4 von fink


dafür wird an anderen stellen die zunehmende gewaltbereitschaft der islamistenszene abgewiegelt und unkritisch hingenommen, u.a. auch in den öffentlich- rechtlichen.
beides nicht gut.


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#9
14.12.2012
17:34:45


(-8, 16 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Und da glaubt tatsächlich noch einer dass irgendwelche Dumpfbacken das als Grund für Diskriminierung nehmen...
Ich musste die Passagen mehrmals lesen um halbwegs den angedeuteten Sinn zu verstehen.
Dagegen ist Juristensprache offen und ehrlich.

Glücklicherweise interessiert es ohnehin keinen.
Dass im Bundestag letztes Jahr höflich geklatscht wurde, geschenkt. Auch bei italienischen bunga bunga Staatsmännern hat man ja versucht respektvoll zu agieren...


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#10
14.12.2012
17:36:31


(+1, 3 Votes)

Von jungwolf


Wow, noch vor kath.net berichtet ihr darüber. Habt ihr einen Maulwurf im Vatikan??


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