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Ehemaliger "Formel Eins"-Moderator

Peter Illmann: Coming-out nach Tod des Vaters


So haben wir ihn in Erinnerung: In den Achtzigern moderierte Peter Illmann u.a. die ZDF-Sendung "P. I. T. – Peter-Illmann-Treff"

In der "Bild am Sonntag" spricht der Musikmoderator der Achtziger erstmals über sein Schwulsein.

Der Radio- und Fernsehmoderator Peter Illmann hat sich in der "Bild am Sonntag" als schwul geoutet. Als Moderator der ARD-Musiksendung "Formel Eins" wurde der heute 53-Jährige in den achtziger Jahren bundesweit bekannt. Mit seiner blondierten Dauerwelle erhielt er waschkorbweise Fanbriefe junger Mädchen.

Als wichtigsten Grund, warum er seine Homosexualität so lange verheimlichte, nannte Illmann gegenüber dem Boulevardblatt Rücksicht auf seinen Vater, der im vergangenen Jahr starb. "Ich nehme natürlich an, dass er es trotzdem irgendwie geahnt hat", meinte der Moderator. Der Vater habe seinen Freund Christian, mit dem er seit über 25 Jahren zusammen ist, auch kennengelernt und geschätzt, doch als Lebenspartner habe er ihn nie vorgestellt. Alle anderen in der Familie hätten jedoch Bescheid gewusst, schreibt die "Bild am Sonntag".

Illmanns Beziehungstipp: Lügen sind schlimmer als ein Seitensprung


Und so sieht Peter Illmann heute aus. Er ist Mitinhaber einer Firma, die Fernsehkonzepte erstellt

Seinen Freund sehe er nur selten, verriet Illmann dem Blatt. Während der Moderator in München lebt, arbeitet Christian für ein Bankhaus in Südamerika. Die Fernbeziehung sei trotz aller Nachteile "wie ein Heimathafen": "Einen Menschen zu haben, dem ich vertrauen kann und der bedingungslos immer für mich da ist, bedeutet mir mehr als alles andere", meinte Illmann.

Dies sei ihm sogar viel wichtiger als körperliche Treue: "Ich glaube nicht, dass der Mensch geboren wurde, um monogam zu leben", meinte der gebürtige Dortmunder. "Ich glaube sogar, dass einige Beziehungen am Zwang zur Monogamie kaputt gehen." Wichtig seien jedoch Ehrlichkeit, so Illmann: "Viel schlimmer als einen Seitensprung finde ich Lügen. Alles andere kann ich entschuldigen."

Nach seiner Zeit bei "Formel Eins" moderierte Peter Illmann von 1985 bis 1990 die ZDF-Sendung "P. I. T. – Peter-Illmann-Treff" sowie die Musiksendung "Peter's Pop-Show". Ab 2004 war er Mit-Moderator von "Best of Formel Eins – Die Show" auf kabel eins. Heute ist er nur noch auf einem Nischenradio zu hören: Auf hörbuchFM moderiert Illmann die Sendung "Formel Mord". Darüber hinaus ist er als Schauspieler in diversen Fernseh- und Kinoproduktionen als Gast zu sehen und moderiert Galas, Veranstaltungen und Messen. Der 53-Jährige ist zudem Mitinhaber einer Firma, die Fernsehkonzepte erstellt.

Im Juli 2012 überreichte Peter Illmann den Felix-Rexhausen-Preis des Bundes Lesbischer und Schwuler JournalistInnen (BLSJ) an den Filmautor Jobst Knigge auf der Hauptbühne des Münchner CSD-Straßenfestes auf dem Marienplatz (queer.de berichtete). (cw)

Youtube | Peter Illmann - Deutschlands erster Musikmoderator


#1 TheDad
  • 16.12.2012, 18:07h
  • "Der Vater habe seinen Freund Christian, mit dem er seit über 25 Jahren zusammen ist, auch kennengelernt und geschätzt, doch als Lebenspartner habe er ihn nie vorgestellt"..

    Comming Out mit 53..
    Beser spät als nie !?

    Diese Sprachlosigkeit zwischen Söhnen und ihren Vätern endet wohl nie, oder ?

    Was macht es eigentlich so "wichtig" den eigenen Vater vor der "Schande" zu "schützen" ???

    Nichts..

    Es gibt da nichts zu schützen, und die Väter wären inzwischen auch schon ein Stückchen weiter wenn sie nicht wie der von Peter Illmann geschützt würden, sondern wie der von Anton Hysen (dem schwulem Profifußballer aus Schweden) die Chance bekämen sich hinter ihre Sprößlinge zu stellen..
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#2 Coming OutAnonym
  • 16.12.2012, 19:32h
  • Antwort auf #1 von TheDad
  • Zunächst wollte ich zum Thema Illmann und dessen lächerlich spätem Coming-Out nichts schreiben, weil ich mich über solche Leute maßlos ärgern kann.

    Wie viele schwule Jugendliche mögen sich wohl in dem Zeitraum - in dem Peter Illmann den ZuschauerInnen seiner Pop-Shows den Hetero vorspielte - umgebracht haben, weil sie niemanden als schwule Identifikationsfigur vorfanden?

    Und dann diese "selbstlose Rücksichtname" auf seinen Vater - ich könnte kotzen!

    Nachdem ich mich (in konservativem Elternhaus, in einer bigotten und spießigen Kleinstadt) mit 16 Jahren! gegenüber Eltern, Verwandten, Freunden und Mitschülern geoutet hatte (mein Vater: "Ich will keinen schwulen Sohn"), habe ich anschließend, wenn ich andere Schwule kennenlernte immer gefragt: "Wissen das deine Eltern?"

    Die dämlichen Antworten, der Weicheier reichten von: "Das würde meine Mutter nicht überleben" bis zu "dann würde ich zu Hause rausfliegen" - mit solchen Idioten habe ich immer sehr schnell den Kontakt abgebrochen.

    Was für eine verlogene Scheiße!
    Eltern sterben nicht, wenn ihr Sohn sich outet und wenn man zu Hause rausfliegt, dann hat man die Chance (früh) selbständig zu werden und sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Außerdem hilft es sehr sich von solchen idiotischen Eltern (die ihr eigenes Kind verstoßen) abzunabeln und sie als das zu sehen, was sie sind: Nicht wert meine Eltern zu sein.
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#3 alexander
#4 puckAnonym
  • 16.12.2012, 19:51h
  • Besser spät als nie.
    Aber Applaus darf er nicht erwarten. Mit 53 Jahren ist es ein mehr als überfälliger Schritt, der schon viel eher hätte vollzogen werden sollen.

    Mein Respekt geht an die Jugendlichen, welche sich geoutet in der Schule behaupten müssen.
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#5 FOX-NewsAnonym
  • 16.12.2012, 19:59h
  • Ich finde es nicht schlimm. Wieso soll man sich outen; warum soll man Eltern über die eigene Sexualität aufklären. Finde nichts Schlimmes dabei ... muss jeder für sich selbst entscheiden.
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#6 WadersProfil
  • 16.12.2012, 20:55hWerne/Dortmund
  • Lieber Peter! Was hasste davon zur BILD zu laufen und dich zu Outen? Mit 53 Jahren magst du nicht mehr alle Tassen im Schrank zu haben...oder aber du hast deinen Verstand mittlerweile total versoffen. Bist du denn an so einen Tiefpunkt angekommen? Für wen oder was willst du damit Vorbild sein? Du hat dir damit keinen gefallen getan, und auch niemand anderen, sondern eher das Gegenteil.
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#7 RNL2Anonym
#8 daVinci6667
  • 16.12.2012, 21:59h

  • Die Geschichte ist entsetzlich traurig und ein Beweis wie rückständig weite Teile der Gesellschaft noch sind, gerade in Deutschland.

    Als Kind und Jugendlicher habe ich ihn und seine Sendung gerne gesehen, noch mehr wenn ich gewusst hätte dass er auch schwul ist. Vielleicht hätte ich und viele andere auf unseren Pausenplätzen weniger gelitten wenn er sich damals schon geoutet hätte.

    Ich kann nicht anders als ihn einen Feigling nennen, Triotzdem gut das er sich doch noch outete, aber eine Katastrophe dass er seinem Vater nie die Wahrheit sagte. Das können die beiden gegenseitig nicht mehr gutmachen.

    Besser wäre gewesen es drauf an kommen zu lassen, die meisten Väter akzeptieren nämlich schlussendlich das Schwulsein ihres Sohnes, wenn auch vielleicht erst am Sterbebett. Diese Chance verdient jeder Vater!
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#9 TheDad
  • 16.12.2012, 22:17h
  • Antwort auf #2 von Coming Out
  • Grundsätzlich stimme ich Dir da zu..
    Ich habe auch schon jede Menge ähnlicher Antworten erhalten..

    Ich halte diese Junxx und Mädels allerdings nicht für Weicheier, sondern für Menschen denen dringend dabei geholfen werden muss aus dieser Situation heraus zu kommen..

    Deshalb muss Mann denen den Weg in ein selbstbestimmtes Leben zeigen..

    Und wenn dann dabei heraus kommt das die Eltern so verbohrt sind, und lieber ihre eigenen Kinder verstossen als als das anzunehmen was sie sind, liebende Menschen, dann muss Mann ihnen helfen ohne ihre Eltern ihren eigenen Weg zu gehen, so schwer das für manche auch sein mag..
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#10 StephenAnonym
  • 16.12.2012, 22:26h
  • Also erstmal kann sich Peter Illmann outen vor wem und vor allem wann ER will!

    Das Outing ist kein militantes Muß. Jeder einzelne hat seine Gründe, die keiner von uns hier kennt und kennen muss, warum er sich vor diesem und jenem nicht "offenbart".

    Sicher ist das furchtbar, das man sich heute noch outen muß, aber ich werde niemanden Richten wenn er es nicht tut. Nicht alle sind als Helden geboren.

    Viele outen sich im Job nicht, ich übrigens eingeschlossen, dort geht mein Privatleben niemanden etwas an. Umgekehrt, wenn jemand denkt dort mir gegenüber mit seinen Weibergeschichten prahlen zu müssen, erntet er von mir einen missbilligenden Blick und ich verlasse den Raum, hat mir bisher auch noch keiner krumgenommen.

    Jeder hat das Recht sein privates preiszugeben wem er wann und wo will. Ob man das nun gut heißt oder nicht ist jedem freigestellt, ich kann es respektieren.

    Einzig das die Bild hier gleich in Kenntnis gesetzt wird hat einen negativen beigeschmack, da ich den Illmann eigentlich schon vergessen hatte.
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