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Die Heilsarmee kurz nach der Bekanntgabe ihres Sieges

Die Kritik von Schwulen- und Lesbenorganisationen hat nicht geholfen: Am Samstag konnte die Heilsarmee den Schweizer Vorentscheid für den Eurovision Song Contest für sich gewinnen.

Eine für den Contest zusammengestellte Band aus sechs Heilsarmeemitgliedern im Alter zwischen 20 und 94 Jahren kam auf 37,5 Prozent der Zuschauerstimmen, die zweitplatzierte Band Carrousel erhielt nur 17,3 Prozent.

Im Vorfeld hatten sich einige Homo-Organisationen kritisch über die Teilnahme der christlich-protestantischen Freikirche geäußert (queer.de berichtete). "Solange sich die Vereinigung nicht klar von homophobem Gedankengut distanziert, ist die Teilnahme am ESC nicht zu unterstützen", sagte etwa Beat Stephan, Chefredakteur des Schwulenmagazins "Display".

Direktlink | Der gesamte Vorentscheid, die Heilsarmee gibt es ab ca. 49:30 (der Song bei Youtube)

Kritik von Hella von Sinnen


Wie modern ist die Heilsarmee? Emil Ramsauer, Spötter nennen ihn auch Professor Farnsworth, übertrumpft mit seinen 94 Jahren jedenfalls die russischen Omis aus Baku und wird der älteste ESC-Teilnehmer aller Zeiten werden.

Die Heilsarmee hatte erst im Mai für Schlagzeilen gesorgt, als die Leiterin einer Zürcher Behinderteneinrichtung entlassen wurde, weil ihre Homosexualität bekannt wurde. Heilsarmee-Sprecher Martin Künzi hatte damals die Entlassung mit "biblischen Grundsätzen" verteidigt, die Führungskräfte mittragen müssten. Zugleich betonte er: "Wir wollen (…) die Schweiz vertreten, wie sie ist – und dazu gehören auch die Homosexuellen."

Nach der Sendung kritisierte auch die deutsche Entertainerin Hella von Sinnen die Homophobie der Heilsarmee: Schwule und Lesben seien die wahren und eingefleischten Fans des Eurovision Song Contests und würden kaum für die Heilsarmee voten, da deren Ansichten zur Homosexualität sie vor den Kopf stoßen würden. Von Sinnen war Teil der internationalen Jury, sagte während der Show zu dem Lied aber nur, das sei "das beste, was ich je von der Heilsarmee gehört habe". Der ESC könne Länder und Generationen verbinden.

Direktlink | Hella von Sinnen über die Schweizer ESC-Chancen

Teilnehmer von 18 bis 94 Jahren

Mit der Heilsarmee sind bislang vier Teilnehmer des ESC in Malmö im nächsten Mai bekannt. Am Sonntag wählte Belgien in einer Radiosshow aus, mit welchem Song der italienischstämmige Roberto Bellarosa in Malmö antreten wird. Der 18-Jährige hatte zuvor die belgische Version von "The Voice" gewonnen. Für die Niederlande tritt die Sängerin Anouk an, ihr Song ist noch unbekannt.

Vor rund einer Woche hatte bereits Weißrussland die Wahl und sich für die Sängerin Alyona Lanskaya mit "Rhythm of love" entschieden. Ihre Teilnahme ist ohne Gewähr: Lanskaya hatte bereits letztes Jahr den Vorentscheid gewonnen, wurde damals aber von Weißrusslands Diktator Alexander Lukaschenko nachträglich wegen einer angeblichen Fälschung des Televotings disqualifiziert.

In den nächsten Monaten entscheiden noch die übrigen Länder, wen sie nach Malmö senden – Deutschland in einer einzigen Show im Februar (queer.de berichtete). Ansonsten machte der Grand Prix in den letzten Tagen vor allem durch einen neuen Vorspann und sehr vielen Absagen von sich reden: Die Türkei, Portugal, Bosnien-Herzegowina und die Slowakei setzen nach Baku aus, Polen tritt zum zweiten Mal in Folge nicht an. Nach derzeitigem Stand sind 38 in Schweden dabei. (nb)

Youtube | Der Beitrag Belgiens


#1 MinkAnonym
#2 -hw-Anonym
#3 Thorsten1Profil
  • 16.12.2012, 16:45hBerlin
  • Die Heilsarmee ist zwar homophob, das hindert ihre Soldaten aber nicht daran, in deutschen und Schweizer Großstädten Geld auch in den Schwulenlokalen zu sammeln. Und die allermeisten Schwulen wissen nicht, dass diese Organsation mit diesem Geld u.a. auch kräftig Lobbyarbeit gegen die Emanzipation von Schwulen und Lesben macht. Der Höhepunkt dieser Lobbyarbeit war im Jahre 1986, als die Armee wie besessen gegen die Schwulen in Neuseeland kämpfte:

    www.gayexpress.co.nz/2012/05/salvation-army-apologises-for-1
    986-anti-reform-campaign/


    Also: NIEMALS der Heilsarmee Geld spenden!
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#4 Thorsten1Profil
  • 16.12.2012, 17:04hBerlin
  • Wenn die Heilsarmee etwas gut kann, dann sich nach außen hin menschenfreundlich darstellen. Auch bei dieser Aktion wurde nichts dem Zufall überlassen: Sympathische Menschen, gutaussehend und fröhlich lachend. Es wird signalisiert: Sehr her, wie weltoffen und modern die Heilsarmee doch ist!
    Die Zuschauer der Eurovision werden mittelfristig Hundertausende von Euros auf die Spendenkonten dieser -vermeintlich so menschenfreundlichen- evangelikalen Organisation überweisen. Hoffentlich werden wenigsten die Schwulen und Lesben nicht so dumm sein, um auf diese Tricks herein zu fallen.
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#5 William BoothAnonym
#6 alexander
#7 TheDadProfil
  • 16.12.2012, 17:49hHannover
  • Es wird offenbar Zeit das sich die Organisatoren des ESC eine "Leitlinie" geben wonach Komponisten, Texter und Interpreten denen eine Nähe zu MENSCHENVERACHTENDEN, weil homphoben oder rassistischen Organisationen, und Staaten die die Menschenrechtscharta der UNO mit Füssen treten von der Teilnahme am ESC ausschließt..

    Diese Show ist inzwischen eine Multimillionen- (wenn nicht gar Milliarden) -Werbeplattform für die teilnehmenden Länder, und es kann nicht sein das Diktatoren wie Lukaschenko oder Putin über die Teilnahme von Interpreten entscheiden, ebenso wenig wie die Teilnahme von Sekten, die rasisschtisch sind, toleriert werden kann..
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#8 FoxieAnonym
  • 16.12.2012, 20:04h
  • Auch das noch!

    eilmeldung+++vatikanstaat erstmalig beim esc+++

    ...und zum folgenden ESC schickt Benedikt XVI
    das Musikkorps der Schweizergarde!

    Wird uns hoffentlich erspart bleiben, dass obige Meldung wahr wird.

    Zero Points!
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#9 FelixAnonym
  • 16.12.2012, 20:57h
  • Ah,Leute, muss man dann ALLES (und ich sage dass als Homosexueller) nur darauf reduzieren welche Position eine Organisation im Bezug auf Homosexualität vertritt? Ich denke, die Heilsarmee leistet hervorragende,unentgeldliche Arbeit (und das Lied ist echt der Hammer, nach dem Mist in den letzten Jahren,schade nur, dass sie nicht auf Schwytzerdütsch singen :-( ). Ich war selber auf mehreren Gottesdiensten von denen und wenn man sich einmal so privat unterhält merkt man, dass die Suppe noch lange nicht so heiss gegessen wird wie man sie kocht- viele Heilssoldaten/innen haben durchaus Verständnis dafür, dass es anscheinend tatsächlich Menschen gibt, die homosexuell lieben. Ich habe sogar welche getroffen, die nichts dagegen hätten die Sache zu überdenken und die Position zu ändern.ABER das würde nur funktionieren wenn es einen respektvollen Dialog geben würde. Mir hat demletzt ein Heilsoffizier ein paar Briefe gezeigt, welche sie so bekommen haben- und wirklich, so was ist derart unter der Gürtellinie (beleidiungstechnisch) dass ichs nicht wiederholen möchte. Statt die Heilsarmee derart an den Pranger zustellen, sie als "homophob" zu bezeichnen, oder gar als "Hasser"- wie wäre es konstruktive Kritik zu üben? Auf Dialogebene,respektvoll, statt von oben herab? Ich denke, damit würde man bedeutend mehr erreichen---
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#10 Thorsten1Profil
  • 16.12.2012, 21:19hBerlin
  • Antwort auf #9 von Felix
  • "muss man dann ALLES (und ich sage dass als Homosexueller) nur darauf reduzieren welche Position eine Organisation im Bezug auf Homosexualität vertritt?"

    Es geht darum, dass zwei schwule Männer, die verpartnert sind und füreinander einstehen, auch gemeinsam(!) den Gottesdienst der Heilsarmee besuchen können. Erfahrungsgemäß werden die spätestens beim dritten Besuch heraus geekelt.
    Völlig undenkbar ist es, dass ein -offen- schwules Paar Mitglied der Heilsarmee ist und beide Uniform tragen.
    Solange sich dies nicht ändert, muss dieser Mißstand deutlich beim Namen genannt werden!
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