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Laut den Veranstaltern gingen 150.000 Menschen in Paris für die Gleichstellung auf die Straße

Am Wochenende sind zehntausende Menschen in Paris und anderen französischen Städten auf die Straße gegangen, um für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht zu demonstrieren.

Am Place de la Bastille in Paris haben am Sonntag nach Angaben der Veranstalter 150.000 Menschen für die von den regierenden Sozialisten angestrebte Ehe-Öffnung protestiert. Bei der Demonstration skandierten die Demonstranten "Oui, oui, oui" und hielten Plakate mit Aufschriften wie "Gleiche Rechte sind keine Bedrohung" oder "We are Family" in die Höhe. Die Polizei sprach von 60.000 Teilnehmern.

Am Samstag hatte es bereits Kundgebungen in mehreren Teilen des Landes gegeben, darunter etwa in Marseille, Lyon, Nantes und Montpellier, an denen mehrere tausend Menschen teilgenommen haben. Die Protestaktionen sind eine Reaktion auf die Demonstrationen von Homo-Gegnern in der vergangenen Woche (queer.de berichtete).

Youtube | Eindruck von der Demonstration in Paris

Nationalversammlung entscheidet Ende Januar


In Paris trotzten einige Demonstrantinnen auch den Dezember-Temperaturen

Das französische Parlament soll am 29. Januar über die Gleichstellung im Eherecht entscheiden. Insbesondere die katholische Kirche und die konservative Oppositionspartei UMP haben gegen die Pläne der sozialistischen Regierung protestiert. Sie haben weitere Großdemonstrationen für Januar angekündigt, ebenso wie die Befürworter der Gleichstellung. Im Parlament verfügen die Sozialisten über eine komfortable Mehrheit.

Familienministerin Dominique Bertinotti erklärte am Sonntag, dass mit dem Gesetzentwurf der Regierung nur die gesellschaftliche Entwicklung nachvollzogen werde. Sie begrüßte die Demonstrationen. Die meisten der Homo-Gegner hätten bereits bei anderen Debatten versucht, die Zeit zurückzudrehen. So hätten sie sich in den vergangenen Jahren "für ein Verbot der Scheidung, von Verhütungsmitteln, Abtreibung und eingetragenen Partnerschaften" eingesetzt. "Das sind dieselben Leute, die die Entkriminalisierung von Homosexualität 1981 abgelehnt haben", sagte Bertinotti. In dem Jahr hatte Frankreich das Schutzalter von Homo- und Heterosexuellen an angeglichen.

Laut einer Umfrage der Sonntagszeitung "Journal de Dimanche" befürworten 60 Prozent der Franzosen die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben. Allerdings unterstützten nur 46 Prozent die Gleichbehandlung beim Adoptionsrecht. (dk)



#1 tittenparadeAnonym
  • 17.12.2012, 12:56h
  • "In Paris trotzten einige Demonstrantinnen auch den Dezember-Temperaturen"

    liest sich wie ein schlagzeile der bild.
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#2 Thorsten1Profil
  • 17.12.2012, 13:01hBerlin
  • Die Bilder von solchen "Nonnen" und ebenso Bilder von Männern in Brautkleidern eignen sich sehr dafür, konservative Katholiken, die in Frankreich immerhin die Mehrheit der Bevölkerung ausmachen, von der Notwendigkeit der Homo-Ehe zu überzeugen.
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#3 reiserobbyEhemaliges Profil
#4 goddamn liberalAnonym
  • 17.12.2012, 13:47h
  • Antwort auf #2 von Thorsten1
  • "konservative Katholiken, die in Frankreich immerhin die Mehrheit der Bevölkerung ausmachen"

    Mag sein, dass Frankreich von links bis rechts strukturkonservativ ist, konservative Katholiken sind dort aber selbst auf dem Lande weniger vertreten als bei uns. Da brechen ganze Strukturen weg.

    Zudem gilt: Den klerikal-reaktionären rechten Rand kann man auch nicht gnädig stimmen, indem man sich brav gibt. Der will vernichten und damit Schluß.

    Wie man unter echten Konservativen (auch atheistischen) erfolgreich für Gerechtigkeit wirbt, zeigen mal wieder die Amis:

    www.youtube.com/watch?v=FgDH-kbfv9E

    Für Frankreich kann man dann ja auch einen Spot mit einem alten kommunistischen Resistance-Kämpfer und seiner Frau drehen...
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#5 TheDadProfil
  • 17.12.2012, 14:03hHannover
  • Antwort auf #2 von Thorsten1
  • Eigentlich wollte ich Deinen Kommentar schon negativ werten, wenn ich nicht im letzten Augenblick beim zweitem durchlesen den Funken Ironie entdeckt hätte..

    Natürlich sind Menschen auch und gerade in solcher Kostümierung dazu geeignet die Katholische Mehrheit zu verprellen..

    Wäre denn etwas dadurch gewonnen wenn die männlichen Demonstranten sich einheitlich in Boss-Anzüge, und die weiblichen einheitlich in Brautkleider (natürlich Weisse, denn die Farbe symbolisiert in vielen Kulturen immer noch die sexuelle Unschuld des Mädchens bei der Hochzeit) gezwängt hätten, und wären friedlich im Schweigemarsch mit der auf den Schildern proklamierten "Bitte" durch die Avenue´s spaziert ?

    Nichts wäre gewonnen..
    Die katholische Mehrheit muss wahrnehmen das wir nicht so "einheitlich" sind, wie sie es gerne hätten, das es bunte Menschen gibt, die einen anderen Lebensentwurf leben als es ihnen ihr "Buch der Bücher" vorgaukelt, und das diese Menschen TROTZDEM die gleichen Rechte in dem gleichem Staat für sich beanspruchen, die die katholische Mehrheit für sich reserviert..

    Sie müssen einsehen das sie, die katholische Mehrheit eben nicht die Mehrheit sind, die die Geschicke des Staates einseitig zu ihren Gunsten ausgestalten darf, und das sie eben nicht Kraft Gesetz andere Menschen benachteiligen und diskrimnieren dürfen..

    Ein Staat ist nur so demokratisch wie er mit seinen Minderheiten demokratisch umgeht, und jeder gehört zu der einen oder anderen Minderheit, denn nicht alle Deutschen sind nun mal Blond, oder haben Blaue Augen, oder sind Rechtshändig veranlagt..

    Beachtenswert an der Demonstration ist eher das sich nach den Anti-Homo-Ehe-Veranstaltungen der vergangenen Tage mit mehreren Demonstrationen in mehreren Städten mit jeweils bis zu 10.000 Teilnehmern eine Pro-Homo-Ehe-Demo formiert die mit bis zu 150.000 Teilnehmern die Größe eines weiteren CSD´s in der Französischen Hauptstadt erreicht..

    Problematisch finde ich dagegen eher die Formulierung auf einigen der Transparente, die da lauten "Gleiche Rechte sind keine Bedrohung", und die meiner Meinung nach der "katholischen Mehrheit" unterschwellig suggerieren das sie bei gnädiger Gewährung nichts verlören..

    Gleiche Rechte für alle Menschen in einem Staat sind in nahezu jeder Verfassung eines jeden Staates formuliert, und werden doch in nahezu jedem Staat für bestimmte Gruppen oder Minderheiten beschnitten und verweigert..
    Das ist perverse Realität auch in Europa..

    Sei es das ausländische Mitbürger die in einem Staat leben, arbeiten und Steuern zahlen, nicht wählen dürfen bevor sie einen Deutschtest abgeleistet haben und ihnen das "Prädikat Deutsch" auf den Pass geschrieben wird, oder sei es das LGBT´s nicht heiraten und Kinder erziehen oder adoptieren dürfen..

    Die Gewährung gleicher Menschenrechte für alle Menschen in einem Staat ist auch immer gleichbedeutend mit dem MACHTVERLUST der sogenannten Mehrheiten, ob sie nun tatsächlich eine darstellen, oder sich nur Kraft Gesetz als solche empfinden..

    Sie verlieren die Macht über solche Menschen wie uns, weil sie uns nicht mehr diskriminieren, gängeln, öffentlich vorführen, einsperren, beleidigen oder gar töten können..

    Und dafür lohnt es sich schon einmal als Nonne oder im Fummel auf die Strasse zu gehen und sich den Arsch abzufrieren..
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#6 klaus3Anonym
#7 Aus Bad HomburgAnonym
  • 17.12.2012, 14:32h
  • finde irgendwie schade, dass in diesem sonst guten gesetzesentwurf (mehr geld, alle steuerlichen privilegien, soziale sicherheit) auch die adoption erlaubt ist - das ist wie ein figenblatt, der den sehr laut gewordenen homo-gegnern ihre arbeit sehr leicht macht: die umfragen zeigen, dass sogar mehr als 60% der franzosen die homo-ehe als solche favorisieren, die adoption aber weniger als als 50%, und diese zahl wird kleiner und kleiner mit jeder neuen umfrage (was wird wohl im januar-februar 2013 sein, wenn die entscheidung im parlament gemacht wird? vierzig prozent? dreissig?). die kinder passen ohnehin zu den schwulen paaren im prinzip nicht, das kann ich mir schwierig vorstellen. aber wieviel solche paare gibt es im moment in frankreich? und warum sollten sie die legitimen interessen der ganzen community ins so grosse gefahr stellen? wenn man absolute minderheit in einer absoluten minderheit ist, etwas bescheidenheit oder, zumindest in diesem fall,- gesunder pragmatismus ist schon gefragt. ganz besonders jetzt, angesichts der tag zu tag immer mehr gewaltigen opposition seitens verschiedener schichten der fr. gesellschaft, auf keinem fall nicht nur der kirchlichen-klerikalen kreise, macht hier keinen fehler. die polizei von paris berichtet, dass bei der gestrigen aktion rund 60 000 leute demonstriert haben, und das verkaufen diese noch als 'grossen erfolg'! am 17. november haben sich bei der anti-schwulen demonstration 100 000 menschen beteiligt, und am tage danach, bei der von dem klerikalen 'civitas' organisierten - 30 000. und wieviel menschen werden sich am 13. januar auf 'champes de elysee' an der 'finale der finalen' der veranstaltungen dieser art beteiligen? 300 000? (das ist wohl die geringste prognose) 500 000? eine million? zwei millionen? dann wird 'la vie en rose' mit dem gesetz der homo-ehe in frankreich vorbei sein. schade - intention war gut.
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#8 sanscapote
  • 17.12.2012, 15:10h
  • Mein Mann und ich sowie zahlreiche unserer Freunde waren am 16.12. dabei. Der Zug fand zwischen Bastille und Luxembourg statt.

    Es war eine unuebersehbare Menge jeglicher sexueller Identitaet und Orientierung dabei .

    Unserer Schaetzung nach kommt es eher in Richtung 200.000 als die von der Polizei angegebenen fünfzigtausend. Hinzu kommen viele Teilnehmer, die inToulouse mitmachten. Hier fehlen uns allerdings die genauen Zahlen.

    Bemerkenswert war, dass eltliche Buergermeister aus Frankreich und Belgien sowie politische Vertreter das Wort ergriffen.

    Auch die meisten unserer Freunde - viele aus dem politischen Regierungslager, dem Erziehungswesen, der Mode, der Literatur, der Musik, der Malerei, der Geschaeftswelt - nahmen in Paris und in Toulouse teil.

    Allerdings keine Pfaffen hoechstens incognito.

    Ein vidéo (7 Minuten):
    Link:

    tv.yagg.com/2012/12/16/manif-pour-legalite-a-paris-la-video/
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#9 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 17.12.2012, 15:16h
  • Das wurde auch Zeit, diesem Pöbel, der gegen die Homoehe demonstriert hat, die Stirn zu bieten!
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#10 schönAnonym