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  • 20.12.2012           21      Teilen:   |

Fast-Entschuldigung des CSU-Politikers

Beckstein hat die Homos lieb

Artikelbild
Entschuldigt sich indirekt für seine Verfassungsklagen gegen die Homo-Ehe: Günther Beckstein
Bild: Wiki Commons / Christian 'VisualBeo' Horvat / CC-BY-SA-3.0

Im "Süddeutsche Zeitung Magazin" nennt der frühere bayerische Ministerpräsident die Diskriminierung von Schwulen und Lesben eine "schlimme Verirrung".

Es war keine klare Antwort, aber doch eine große Überraschung, wie Günther Beckstein auf die Frage des "Süddeutsche Zeitung Magazins" reagierte. "Sind Sie für die Homoehe, Herr Beckstein?", fragte das Blatt den CSU-Politiker und ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten in einem Doppelinterview mit der Grünen-Chefin Claudia Roth. Die Antwort des 69-Jährigen: "Ich war einer derjenigen, die nach Karlsruhe gegangen sind. Heute weiß ich: Die systematische Diskriminierung der Homosexuellen war eine schlimme Verirrung."

Als bayerischer Innenminister hatte Beckstein gleich dreimal vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die von Rot-Grün eingeführten Eingetragenen Lebenspartnerschaften geklagt – die Staatsregierung sah den Schutz des Grundgesetzes für Ehe und Familie in Gefahr. Eine erste Verfassungsbeschwerde, die sich gegen das Gesetz insgesamt richtete, scheiterte 2002 in Karlsruhe wie ein Jahr zuvor bereits der Versuch, das Gesetz vorläufig zu stoppen. Eine 2005 eingereichte Klage gegen die später eingeführte Stiefkindadoption für homosexuelle Paare zog die Landesregierung vier Jahre später zurück. In dem Normenkontrollantrag hatte Bayern u.a. argumentiert, dass dies der "Natürlichkeit" widerspreche.

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Noch 2011 war Beckstein gegen homosexuelle Pfarrer

Ein LGBT-Aktivist wurde Beckstein mit dem Rückzug der ohnehin aussichtslosen Klage jedoch noch lange nicht: Noch im Januar 2011 hatte er sich als Mitglied des Präsidiums der Evangelischen Kirche in Deutschland gegen offen schwule und lesbische Pfarrer ausgesprochen (queer.de berichtete). "Die Bibel verurteilt praktizierte Homosexualität ohne Ausnahme", erklärte der 67-jährige damals in der "Zeit"-Beilage "Christ & Welt". Daher sei es für ihn "schwierig, dass in evangelischen Pfarrhäusern homosexuelle Partnerschaften gelebt werden."

Woher kommt nun der Meinungswandel und die indirekte Entschuldigung des ehemaligen Ministerpräsidenten? Anlass des Doppel-Interviews im "Süddeutsche Zeitung Magazins" war die enge Freundschaft zwischen Beckstein und der Grünen-Chefin Claudia Roth – bereits seit 2005 sind die beiden Politiker per du. Die Frage, ob die grüne Schwulenmutti dem Günther ins Gewissen geredet hat, hat das Magazin leider nicht gestellt.

Günther Beckstein war von 1993 bis 2007 bayerischer Innenminister und danach ein Jahr lang Ministerpräsident des Freistaates. Seit 1996 ist er berufenes Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche in Bayern. 2009 kandidierte er für das Amt des Präses der EKD-Synode, unterlag jedoch gegen die heutige Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt. Er wurde daraufhin zum Vizepräses gewählt. Außerdem ist er Kuratoriumsmitglied bei der evangelischen Organisation ProChrist, die in regelmäßigen Abständen Werbeveranstaltungen für das Christentum organisiert. Die Gruppe stand in der Vergangenheit in der Kritik, weil sie homofeindliche Positionen vertritt (queer.de berichtete). (cw)

Links zum Thema:
» Das Doppel-Interview im SZ-Magazin
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Tags: günther beckstein, claudia roth, csu
Schwerpunkte:
 Homo-Ehe in Deutschland
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Reaktionen zu "Beckstein hat die Homos lieb"


 21 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
20.12.2012
08:41:17


(+7, 9 Votes)

Von Felix


Jeder sollte die Chance bekommen, schlauer zu werden und sich zu ändern.

Aber das macht natürlich nicht ungeschehen, was er Jahrzehnte lang in dieser Frage angerichtet hat.

Wenn er es wirklich ernst meint, sollte er jetzt offen die VOLLE Gleichstellung (inkl. Art. 3 GG, Eheöffnung und Adoptionsrecht) fordern und nicht nur die Ablehnung der eingetragenen Partnerschaft als Fehler bezeichnen.


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#2
20.12.2012
08:55:54


(+4, 6 Votes)

Von smooth_yeah
Aus Nürnberg (Bayern)
Mitglied seit 19.03.2012


Vor etwa 4 Jahren hatte ich bei einer Veranstaltung, auf der ich als Travestiekünstler auf der Bühne stand, ein kurzes persönliches Gespräch mit Herrn Beckstein.

Ich denke er hat seine Ablehnung ansich Grundlegend geändert wenn auch noch mit kleinen Macken.

Wichtiger jedoch finde ich, brachte er mir Lob, Anerkennung und vollsten Respekt entgegen.


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#3
20.12.2012
09:10:21


(0, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Günther Beckstein - der erste CSUler mit Wandel vom Homophoben zum Homophilen. Leider steht er in seiner Partei damit alleine da, denn Seehofer und Konsorten reiten weiter auf der Bashingwelle, mit der die LGBT-Community "verteufelt" wird!


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#4
20.12.2012
09:13:02


(+3, 9 Votes)

Von chilland


Wundert mich nicht. Wer weiß, was in dem noch so alles schlummert.

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#5
20.12.2012
09:22:53


(+3, 5 Votes)

Von marcog
Aus Offenburg (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 11.10.2012


...die SYSTEMATISCHE Diskriminierung!!!


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#6
20.12.2012
09:52:05


(+5, 9 Votes)

Von würstel
Antwort zu Kommentar #4 von chilland


Soweit ich mich erinnere, hat er sich aber nur einmal als Claudia Roth verkleidet.


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#7
20.12.2012
11:19:40


(+5, 7 Votes)

Von goddamn liberal


Gleichgeschlechtliche Paare im Pfarrhaus?

"Beckstein erklärte, er habe dem Gesetz trotz eigener Bedenken zugestimmt."

Beckstein ist mehr Schlitzohr als man so denkt. M. E. dient sein Getöse eher dazu, die Evangelikalen bei der Stange zu halten. Sicherung der rechten Flanke, genauso wie Göring-Eckardt die 'linke' bedient.

Aber gerade das ist das Problem. In einer demokratischen Gesellschaft darf Menschenfeindlichkeit keine Nische haben. In einer Kirche, die Teil dieser Demokratie sein will (und vom demokratischen Staat ausgehalten wird), auch nicht.


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#8
20.12.2012
11:44:44


(+4, 6 Votes)

Von CarstenFfm
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Hoppala
so ein Statement von jemandem, dem man das nu wirklich nicht zugetraut hätte.
Respekt, Herr Beckstein!

Die konservative Anti Homo-Front bröckelt jetzt aber gewaltig.


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#9
20.12.2012
12:12:54


(+3, 3 Votes)

Von chilland
Antwort zu Kommentar #8 von CarstenFfm


Der hat ja auch nichts mehr zu sagen und somit nichts mehr zu verlieren. Auf der anderen Seite der Karriere-Leiter, hätte der solche Äußerungen niemals gemacht. Aber das Phänomen gibts oft, bei Politikern, Künstlern und Sportlern. Nach dem Zenit, sprich nach dem großen Geld, oder der Karriere, ist öfter mal jemand schwul oder lesbisch, oder wie Beckstein, plötzlich Schwulenfreund.


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#10
20.12.2012
12:54:33


(+3, 5 Votes)

Von stephan
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"Heute weiß ich: Die systematische Diskriminierung der Homosexuellen war eine schlimme Verirrung."

Sofort frage ich mich natürlich, was diese Aussage für die Debatte um die Gleichstellung bedeutet. Hat er Beckstein nun so viel begriffen, dass er in seiner Partei seine Stimme erhebt. Als Geläuterter sollte er seinen Parteikollegen doch besonders gut verdeutlichen können, wo sie noch immer den Denkfehler machen.

Oder - und das ist wohl wahrscheinlicher - läuft er der Zeit einfach hinterher unter dem Motto "Damals war die Diskriminierung eine schlimme Verirrung, aber der Abstand zur Ehe muss auch heute gewahrt bleiben!" - Das wäre natürlich ein Armutszeugnis für jemand, der sich vielleicht endlich auf den Weg der Einsicht gemacht hat!


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