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  • 20.12.2012           17      Teilen:   |

Antrag der Republikaner

US-Parlament will Homo-Diskriminierung im Militär erlauben

Artikelbild
Bei den US-Marineinfanteristen dürfen seit vergangenem Jahr auch Schwule und Lesben mitmachen.
Bild: Sister72 / flickr / cc by 2.0

Das von den Republikanern dominierte US-Repräsentantenhaus will heterosexuellen Soldaten erlauben, Schwule und Lesben zu diskriminieren, sofern sie die Ungleichbehandlung religiös begründen.

Die republikanische Parteiführung will das Militär zwingen, keinen Soldaten zu bestrafen, wenn er negative Aussagen über "einen angemessenen oder unangemessenen Ausdruck menschlicher Sexualität" macht, sofern diese auf "tief sitzende moralische Prinzipien und religiösem Glauben" beruhen. Militärexperten sehen dieses Passus als Freibrief an, sexuelle Minderheiten in den Streitkräften zu diskriminieren. Außerdem soll der Gesetzentwurf Militärpfarrern erlauben, ihre Dienste aufgrund moralischer Gründe zu verweigern. Dieser Passus bezieht sich ebenfalls direkt auf Homosexuelle.

Der Gesetzentwurf ist vom Abgeordneten Todd Akin eingebracht worden. Akin hatte im August weltweit für Schlagzeilen gesorgt, als er in einem Fernsehinterview erklärte, dass Frauen bei einer "legitimen Vergewaltigung" nicht schwanger werden könnten. Das führte zu Empörung in der Öffentlichkeit. Der 65-Jährige verlor daraufhin die Wahl im November und scheidet mit dem Ende der Legislaturperiode Mitte Januar aus dem Parlament aus.

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Republikaner nutzen Verfahrenstrick

Der scheidende Abgeordnete Todd Akin beschäftigt sich insbesondere mit der Einschränkung von Frauen- und Homo-Rechten - Quelle: US Congress
Der scheidende Abgeordnete Todd Akin beschäftigt sich insbesondere mit der Einschränkung von Frauen- und Homo-Rechten (Bild: US Congress)

Die Republikaner wollen den Passus in der "Defense Authorization Bill 2013" einfügen, mit der die milliardenschweren Verteidigungsausgaben gebilligt werden. Das ist eine traditionelle Methode der Opposition, Gesetzentwürfe dem Präsidenten vorzulegen, da der Staatschef sein Veto nicht gegen einzelne Abschnitte eines Gesetzes, sondern nur gegen das gesamte Gesetzespaket einlegen kann. Die Demokraten versuchten so 2009, ein Gesetz gegen Hassdelikte durchzubringen, scheiterten aber an der Veto-Drohung des damaligen Präsidenten George W. Bush (queer.de berichtete).

Der Gesetzentwurf wird vom demokratisch kontrollierten Senat abgelehnt und wird daher im Vermittlungsausschuss behandelt werden. Die beiden republikanischen Parlamentsangehörigen John McCain (Senat) und Howard McKeon (Repräsentantenhaus), die für ihre Partei die Verhandlungen führen, haben aber bereits angekündigt, für den homofeindlichen Paragrafen kämpfen zu wollen. Verteidigungsminister Leon Panetta warnte jedoch bereits davor, dass dieser Entwurf zu "Chaos" im Militär führen könne.

Hintergrund des Parteiengezänks: Die Mehrheit der Republikaner hat die von Präsident Barack Obama 2010 beschlossene Abschaffung von "Don't ask, don't tell"-Regelung im Militär abgelehnt. Sie besagte, dass Homosexuelle nur in den Streitkräften dienen dürfen, wenn sie ihre sexuelle Orientierung vor ihren Kameraden und Vorgesetzten geheim halten. Dadurch wurden zwischen 1994 und 2010 rund 14.000 Schwule und Lesben aus dem Militär entlassen. Republikaner glauben, dass Schwule und Lesben den Zusammenhalt der Streitkräfte schwächen und dadurch eine Gefahr für die Soldaten seien. Eine Studie kam aber im September zu dem Ergebnis, dass Schwule und Lesben die Verteidigungsbereitschaft nicht verschlechtern (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: militär, todd akin
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Reaktionen zu "US-Parlament will Homo-Diskriminierung im Militär erlauben"


 17 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
20.12.2012
13:02:17


(+3, 5 Votes)

Von Fred i BKK


...es ist 19 Uhr in Bangkok, ich habe vor kurzen Abendbrot gehabt......nach dem ich das gelesen habe .....muss ich mich uebergeben....
schade um die sauteuere Salami .....
ich hasse diese Fascho- Militaer Schweine aus tiefster Seele...


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#2
20.12.2012
13:32:21
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Fred i BKK


Ich verstehe deine Reaktion.

Wären wir US-Bürger und diese Scheisse geht durch, würde ich dir vorschlagen, dass wir dann eben auch ne schwul-lesbische Sekte gründen, um abschliessend diese Reps böse und hinterlistig und medienwirksam zu diskriminieren wo es nur geht.

Das begründen wir dann auch mit religiösen Grundsätzen, damit wir ehrenwerte Bürger und straffrei bleiben! Wenn die das so haben wollen, bitte schön!


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#3
20.12.2012
13:32:58


(+3, 3 Votes)

Von Timm Johannes


Also sollte das Gesetz werden, dann geht es "richtig rund im US-amerikanischen Militär", denn jeder homosexuelle Soldat wird sich zu Recht mit entsprechenden Attacken/Beleidigungen zur Gegenwehr setzen, das gibt Chaos im US-Heer.

Wenn ein Gesetz Beleidigungen ermöglicht, dann ist klar, was dabei herauskommen wird.

Im übrigen sollten die US-Amerikaner aus dem Fall von Manning gelernt haben, dass sich homosexuelle Menschen wehren, wenn sie entsprechend diskriminiert werden. Manning hätte wohl kaum die Daten der US-Botschaften an Wiki-Leaks weitergeleitet, wenn er nicht so unsagbar sauer auf "Don't ask, don't tell" gewesen wäre. Wahrhscheinlich hätte er es heute nicht mehr gemacht, weil Obama dieses Gesetz abgeschafft hat,

--> Da bleibt den US-Amerikanern nur zu wünschen, dass der US-Senat dieses neue Gesetzesvorhaben blockiert.


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#4
20.12.2012
13:52:27


(+3, 5 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


???

Diese Leute sind Krank..
Ganz besonders diesen Todd Akin..

Ein Mann der nach einem abgeschlossenem Wirtschatsstudium ein Theologisches Studium anschließt hat seine Berufswahl doch schon verfehlt, und wer sich hinstellt und die Bibel als "Blaupause" für die ganze Geselschaft ansieht, also auch für wirtschaftliche Belange, muss sich nicht wundern wenn er die Stahlfirma seines Urgroßvaters in die Pleite führt..

Wir sind nicht mehr in der Eisenzeit, wie noch zu Jesu Geburt, und die wirtschaftlichen Tipps im Alten Testament gereichen nicht einmal einem Bäuerlichem Tauschhandel zum Erfolg in der Heutigen Zeit..

Was Bitte ist denn eine "legitime Vergewaltigung" ?

Hat dieser Mensch denn gar keinen Anstand ?
Ver---gewalt---igung..
GEWALT sagt doch wohl alles..

Alle diese Menschen in USA und überall auf der Welt, die ihre politische Arbeit auf ihre Spiritualität begründen, oder aus irgendwelchen Bibel´n ihre Lebensweisheiten ziehen, gehören von Gesetzgebenden Verfahren definitiv ausgeschlossen..

Als nächstes fordern die nämlich nach der straffreien Diskriminierung von LGBT´s im Militär, die Straffreiheit für Einbrecher, Vergewaltiger und (Serien-) Mörder, so lange die nur ihre Taten schön hübsch religiös-theologisch begründen..


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#5
20.12.2012
14:27:12


(+2, 4 Votes)
 
#6
20.12.2012
15:45:47


(+2, 8 Votes)

Von David77


Sch... auf diesen verf*%$$§en Patriotismus!
Mit ist sowieso unklar, wieso man überhaupt noch als Kanonfutter für ein Land dienen will, unter dem Vorwand Menschenrechte in einem anderen Land zu "befreien", wenn man im eigenen Land derartig diskriminiert wird!
Religionsfreiheit ist keine Einbahnstrasse - darf ich dann auch solche religiös gesinnte Menschen ungleich behandeln, und dass damit begründen, dass deren Ansichten meine (nicht-)religiöse Weltanschauung beleidigt?!?
Mal sollte diesen (typischer WASP, selber alle Rechte haben, aber diese anderen verwehren) Redneck mal ins Gesicht sagen, dass man sich dann zu schade ist SEIN Leben vor Gefahren zu schützen - wenn er andere so beleidgit, dafür, dass die noch ihre Haut riskieren, dann ist er nicht wert "verteidigt" zu werden.
Gleichen Vorschlag gab es doch schon für Ärzte, diese sollten aus religiösen Gründen eine Behandlung ablehnen dürfen.
Darf man jene, seien sie als Opfer eines Unfalls selber mal in Lebensgefahr, dann auch lebensrettende Maßnahmen unter derselben Begründung verwehren?!?

Amerika - das Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten! Mit Waffen in der Tasche rumlaufen ok, aber als Schüler ein Kondom in der Tasche beihaben - nee, da wird man wie ein Verbrecher behandelt... Die spinnen!


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#7
20.12.2012
15:55:43


(+2, 4 Votes)
 
#8
20.12.2012
16:14:08


(+3, 3 Votes)

Von Felix


Die Republikaner sind echt der Hammer...


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#9
20.12.2012
17:06:08
Via Handy


(0, 6 Votes)

Von frugal


So wenig ich Todd Akin auch in Schutz nehmen möchte - die Behauptung, er habe von "legitimer Vergewaltigung" gesprochen, beruht auf einer Fehlübersetzung. Das englische Wort "legitimate" bedeutet in diesem Falle eher "echt", "nach gesetzlicher Definition" - und nicht etwa "legitim". Mit "Legitimate rape" meint Todd Akin also "die Art von Vergewaltigung, die gegen den Willen der Frau geschieht" - was natürlich impliziert, dass es auch Arten von Vergewaltigung gibt, die nicht gegen den Willen der Frau geschehen, weshalb Akins Kommentar ungeheuerlich bleibt. Direkt als "legitim" hat er bestimmte Formen der Vergewaltigung aber nicht bezeichnet.


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#10
20.12.2012
17:18:49


(0, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness
Antwort zu Kommentar #8 von Felix


Stimmt! Man sollte alle in einen Sack stecken und kräftig draufhauen, denn es erwischt immer den Richtigen! Den Schwachsinn, den die wieder mal verzapfen, darf nicht Gesetz werden!


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