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Sebastian Rousseau spielt die HIV-positive Drag-Queen Angel. "Rent" ist für ihn ein Musical mit Weihnachtsbotschaft

In Berlin startet zu Weihnachten eine Neuinszenierung des queeren Rockmusicals "Rent". queer.de sprach mit Angel-Darsteller Sebastian Rousseau.

Von Christian Scheuß

Auf der "Rent"-Website habe ich den Hinweis gefunden, dass du in Wirklichkeit eine Prinzessin bist. Muss ich dich mit einem speziellen Titel anreden?

Nee, nicht nötig, ich arbeite ja noch kräftig daran, dass ich als Prinzessin offiziell anerkannt werde, das weiß nämlich bislang kaum einer.

Dran arbeiten? Willst du "Prinzessin" als Künstlernamen eingetragen haben? Oder ist es ein einfach nur der Berufswunsch aus der Kindheit?

Nicht ernsthaft, bei einer anderen Produktion hatte mich mal jemand so genannt, seitdem hängt der Titel an mir. Als Kind wollte ich Zirkusdirektor werden, aber es ist ziemlich schnell ein Musicaldarsteller draus geworden.


Der Cast der Berliner Neu-Inszenierung (Bild: Mark Noormann)

Und was hat es mit deinem Zukunftswunsch auf sich, dass du gerne den Job von Modelcoach Jorge bei "Germany's Next Topmodel" übernehmen möchtest? Wegen der grandiosen Pumps, die Jorge so gern trägt?

Genau! Ich trage ja in "Rent" die meiste Zeit über High Heels. Die sind ganz schön hoch, woran ich mich erst gewöhnen musste. Aber das funktioniert inzwischen erstaunlich gut, es scheint mir – wie Jorge – im Blut zu liegen. Ich hatte zuvor höchtens mal zum CSD High Heels getragen. Aber ob ich damit für eine Weile auf der Straße laufe oder auf der Bühne Dance-Breaks habe und herumspringen muss, das macht einen großen Unterschied. Es sind ganz schöne Moves, die ich zu bewältigen habe. Ich wollte deshalb quasi eins werden mit den Pumps und trage sie ständig während der Proben.

"Rent 2012" klingt so nach einem kompletten Remake des Stücks von 1996, aber im Pressetext heißt es, es sei eine möglichst werkgetreue Inszenierung. Was ist neu, was bleibt?

Einer der wichtigsten Unterschiede ist die räumliche Situation. Das Stummfilmkino, in dem wir auftreten, ist sehr prägnant von seiner Architektur her, wir nutzen den gesamten Raum. Nicht nur die Bühne vorn, sondern auch die Seiten, die Balkone. Es gibt Szenen im Publikum. Der Zuschauer sitzt mitten im Geschehen und identifiziert sich dadurch noch mehr mit der Geschichte, die wir erzählen.

Rent in 3-D sozusagen…

Kann man so sehen. Was aber nicht bedeutet, dass wir auf ein Spektakel der Effekte setzen. Werksgetreu heißt für uns, dass wir Rent nicht verkitschen, sondern es sehr pur, sehr echt spielen. Rent ist meiner Meinung nach kein übliches Mamma-Mia!-Musical, wo alle ständig fröhlich die Arme schwenken. Rent erzählt ja eine krasse Geschichte mit lustigen aber auch traurigen Momenten.


Plakat zum Musical: Premiere ist am 26. Dezember 2012 im Stummfilmkino "Delphi"

In der Tat, in "Rent" treffen wir unter anderem auf eine Drag Queen, ein lesbisches Paar, auf mittellose Suchtkranke und von Aids bedrohte schwule Männer. Wie passt das zusammen mit der Ankündigung der Veranstalter, dies Stück als Musical für die Weihnachtszeit etablieren zu wollen?

Zum einen spielt das Stück ja um Weihnachten herum. Eine Zeit, in der sich Menschen emotional mehr öffnen und damit empfänglicher sind für die Inhalte. Wir erleben ja Figuren, die trotz aller Widrigkeiten eine Stärke entwickeln, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Die ihre Streitigkeiten überwinden um sich mit Liebe zu akzeptieren. Das ist eine Weihnachtsbotschaft.

HIV und Aids sind ja ein wichtiges Thema des Stücks. Nun war im Jahr 1996 ein positives Testergebnis ein mit dem Tode drohender Dämon, der 2012 zu einer behandelbaren chronischen Erkrankung zusammengeschrumpft ist. Wirkt "Rent" dadurch nicht inzwischen etwas angestaubt?

Nein, gar nicht. Meiner Meinung nach geht es in "Rent" nicht so sehr um die Todesbedrohung durch Aids. Ich spiele die Rolle des HIV-positiven Angel aus einer Perspektive, die auch 2012 noch Gültigkeit besitzt. Menschen mit dieser Erkrankung werden deswegen noch immer diskriminiert und ausgestoßen. Als Angel treffe ich ja meinen Freund Collins, der mich so nimmt, wie ich bin. Es stellt sich ja später heraus, dass er ebenfalls HIV-infiziert ist. Aber ihm ist es egal, ob Angel einen Rock oder eine Hose trägt, eine Perücke trägt oder keine, ob ich das Virus in mir trage oder nicht. Das ist auch für mich eine der schönen Momente, wenn wir diese Szene spielen, in der die "Rent"-Clique Angel mit seiner Transsexualität, seiner Krankheit und seiner ganzen Person akzeptiert.

Infos zum Musical

Rent. Spieldaten: 26.12.2012 bis 05.01.2013. Beginn: jeweils 20 Uhr. Ort: ehemaliges Stummfilmkino "Delphi", Gustav-Adolf-Straße 2, Berlin- Weißensee. Tickethotline: (0700) 79 70 59 10 oder (030) 530 278 20.
Galerie:
Rent 2012 - Cast Berlin
11 Bilder


#1 JackAnonym
  • 20.12.2012, 15:00h
  • Wie wäre es mit der Bezeichnung Prinz auf High Heels?

    Ein Mann der einen Mann ( Prinzen) auf High Heels spielt wirkt queerer, als ein Mann der eine Frau ( Prinzessin) auf High Heels spielt...
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 Fred i BKKAnonym
  • 21.12.2012, 10:18h
  • Antwort auf #2 von FoXXXyness
  • ..........lieber Foxxxyness ... wie hast Du das Problem geloest ?? stimmt es, dass Du mit der Hand-Flex die Absaetze entfernt hast bei Deinen
    High Heel , wenn ja was hast Du mit den Schuhspitzen gemacht ,die muessen ja nun zum Himmel zeigen (Schuhspitzenerektion ) ???
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