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  • 25.12.2012           6      Teilen:   |

queer.de-Jahresrückblick

Topps und Flops 2012: Internationale Politik

So hat der erzkonservative Fox News Channel Barack Obamas Schwenk bei der Ehe-Öffnung dargestellt: "Wendehals Obama erklärt der Ehe den Krieg"
So hat der erzkonservative Fox News Channel Barack Obamas Schwenk bei der Ehe-Öffnung dargestellt: "Wendehals Obama erklärt der Ehe den Krieg"

Was hat 2012 international für Aufregung in der Community gesorgt? Wir haben die Topps und Flops des Jahres zusammengestellt.

Von Dennis Klein

TOPPS DES JAHRES:

Person des Jahres: Barack Obama
Ja, das "Time"-Magazin hat Herrn Obama bereits vor wenigen Tagen zur Person des Jahres gewählt. Bei queer.de haben wir auch niemanden gefunden, der besser geeignet ist: Obama hat als erster amtierender US-Präsident die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht unterstützt. Er hat das mächtigste Land der Welt damit klar auf Gleichstellungskurs geführt: In drei Bundesstaaten wurde bei Volksentscheiden die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet – bislang waren alle derartigen Abstimmungen verloren gegangen. Im nächsten Jahr könnte der Oberste Gerichtshof dann gleichgeschlechtliche Ehepaare weiter aufwerten. Und da man in Deutschland ja meist alles nachmacht, was aus Amerika kommt, ist das auch für uns eine gute Nachricht.

Homo-Aktivist des Jahres: Michael Sinan
Der Mr. Gay Denmark 2012 zeigt, dass Religion einen Menschen nicht automatisch zum Homohasser macht. Der muslimische Konvertit bringt Glaube und das Leben im 21. Jahrhundert unter einen Hut: "Ich möchte den Menschen zeigen, dass ich ein moderner, kontaktfreudiger, muslimischer Mann bin und auch alles auf einmal sein kann." Wenn mehr religiöse Menschen seinem Beispiel folgen würden, wäre der Kampf für gleiche Rechte schon gewonnen.

Land des Jahres: Dänemark
2012 wurde nur in einem Land der Welt die Ehe geöffnet: im Staate Dänemark. Damit haben inzwischen elf Länder Schwule und Lesben im Eherecht gleichgestellt. In Kürze können weitere hinzukommen: So bereiten Frankreich und Großbritannien in Europa die Ehe-Öffnung vor. Außerdem gibt es in südamerikanischen Provinzen oder Bundesstaaten immer mehr lokale Initiativen zur Gleichstellung, ebenso wie in den USA. Es geht voran, nur die deutsche Bundesregierung verschläft den Trend, den Dänemark einst im Jahr 1989 begonnen hatte: Die Skandinavier haben damals als erstes Land der Welt eingetragene Partnerschaften eingeführt.

Erkenntnis des Jahres: Homophobie ist Selbstverachtung
Was wir lange vermutet haben, ist also wahr: Wer am lautesten in der Debatte um Homo-Rechte schreit, hat etwas zu verbergen. Das hat eine wissenschaftliche Befragung von Studenten aus den USA und Deutschland ergeben. In den USA gab es dafür in den letzten Jahren viele Beispiele aus der Politik, allen voran der Skandal um Larry Craig im Jahr 2007. Bleibt die Frage, warum n CDU und CSU so viele so ausufernd gegen Homo-Rechte polemisieren?

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Papst Benedikt XVI. ist der wohl einflussreichste Homogegner der Welt - Quelle: Wiki Commons / Dongio / CC-BY-3.0GFDL
Papst Benedikt XVI. ist der wohl einflussreichste Homogegner der Welt (Bild: Wiki Commons / Dongio / CC-BY-3.0GFDL)

FLOPS DES JAHRES:

Homohasser des Jahres: Katholische Kirche
Bereits beim Jahresrückblick 2011 schaffte es die katholische Kirche in die Liste der Tiefpunkte. Dieses Jahr legte die 1,2 Milliarden Mitglieder zählende Organisation aber noch einen Zahn zu: Weltweit engagiert sich die Kirche gegen alle Gesetze, die Homosexuellen Rechte einräumen wollen. In Frankreich und den USA kämpft die Kirchenleitung wie eine politische Partei gegen die Ehe-Öffnung – glücklicherweise meist ohne Erfolg. Dabei gab es dieses Jahr mehr Tiefschläge als 2011: So setzte ein amerikanischer Erzbischof die Homo-Ehe sogar mit Mord gleich, die Kirche finanzierte außerdem zu einem großen Teil den US-Wahlkampf gegen Homo-Rechte. Auch in Deutschland versucht die Kirche so gut es geht, Homosexuelle aus dem gesellschaftlichen Leben fernzuhalten: So feuert die Kirche regelmäßig Mitarbeiter in gemeinnützigen Einrichtungen, wenn sie von ihrer Homosexualität erfährt. Und der deutsche Staat unterstützt diese Politik, indem er den Kirchen weiterhin allgemeine soziale Dienste überträgt und ohne Forderungen finanziert.

Verfolgerstaat des Jahres: Irak
In diesem Jahr gab es aus dem Irak viele beunruhigende Berichte über die Lage von Schwulen und Lesben: Religiöse Milizen sollen Homosexuelle oder Menschen, die sie dafür halten, wie Freiwild verfolgen und töten. Opfer von Todeslisten wurden von Hochhäusern gestürzt oder mit Betonsteinen erschlagen. Die BBC berichtete im September, dass die vom Westen mitgetragene Regierung in die Vorfälle verstrickt sein soll.

Festnahme beim verbotenen CSD in St. Petersburg
Festnahme beim verbotenen CSD in St. Petersburg

Schleichende Gefahr des Jahres: Gesetze gegen Homo-Propaganda
Die Situation für Schwule und Lesben in osteuropäischen Ländern, die nicht Teil der EU sind, verschlechtert sich: In Russland, der Ukraine und Moldawien bestehen solche öffentlichen Diskussionsverbote regional oder sind nationale Verbote geplant. Die Befürworter argumentieren, dass Jugendliche von Homosexualität geschützt werden müssten, als ob es sich dabei um eine ansteckende Krankheit handele. Die früher diktatorisch regierten Länder holen damit eine Debatte nach, die im Westen bereits vor Jahrzehnten stattfand – Section 28 der britischen Thatcher-Regierung ist das Vorbild.

Falscher Fünfziger des Jahres: Ellen Johnson-Sirleaf
Die liberianische Staatschefin Ellen Johnson-Sirleaf engagiert sich seit Jahren für Frauenrechte und hat dafür den Friedensnobelpreis verliehen bekommen. Wenn es um andere Minderheiten geht, ist Johnson-Sirleaf jedoch eine eiskalte Opportunistin: In einem Interview erklärte sie, dass die staatliche Verfolgung von Homosexuellen in ihrem Land "gut" sei, weil dort "traditionelle Werte" existierten. Sie kommentiert nicht, dass in ihrem Land Schwule mit Todeslisten verfolgt werden. Wie kann sich diese Frau eine Bürgerrechtlerin nennen, wenn sie nur eigene Interessen verfolgt und Karriere machen will?

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Reaktionen zu "Topps und Flops 2012: Internationale Politik"


 6 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
25.12.2012
12:08:53


(+7, 7 Votes)

Von Sebi


"Papst Benedikt XVI. ist der wohl einflussreichste Homogegner der Welt"

Der hat wohl in der FLOPS-Kategorie den Life Achievement Award für sein Lebenswerk des lebenslangen Kampfes gegen liebende Menschen und der lebenslangen Hetze verdient...

Und noch den Sonderpreis als "Brandstifter des Jahres". Obwohl - den hat er eigentlich auch jedes Jahr verdient.


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#2
25.12.2012
14:35:13


(-1, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


In der Kategorie "Homohasser des Jahres" fehlt die Republikanische Partei der USA! Durch den großen Einfluß der Tea-Party-Bewegung verdummt nämlich die Partei immer mehr und es ist schade, daß die Wähler bei den Wahlen zum Repräsentantenhaus dem Gesocks keinen Denkzettel verpaßt hat!


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#3
25.12.2012
15:32:09


(+5, 5 Votes)

Von Mattei
Antwort zu Kommentar #2 von FoXXXyness


"Durch den großen Einfluß der Tea-Party-Bewegung verdummt nämlich die Partei immer mehr"

Wieso immer mehr? Die sind doch eh schon unterste Schublade - geistig, moralisch und intellektuell. Okay, die Tea-Party-Bewegung ballert auch noch die letzten 3 Hirnzellen weg, aber wenn das die letzten 3 Hirnzellen waren, macht das auch keinen großen Unterschied mehr.


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#4
25.12.2012
18:46:32


(+4, 4 Votes)

Von ehemaligem User ererer


Meine Korigierung zu 'Land des Jahres': morgen, am 26. Dezember wird der Senat von Uruguay mit grosser Mehrheit die Homo-Ehe befuerworten, wie das schon am 11. Dezember das Unterhaus gemacht hatte (wo nur 6 Abgeordneten mit 'nein' stimmten - in Kopenhager 'Christianborgen' im Juni gab es solche immerhin noch ein Dutzend) . Und zu 'Schleichende Gefahr des Jahres': im litauischen Parlament liegt ein schon einmal bestaetigter Gesetzesentwurf ueber den Verbot der 'Homo-Propaganda' seit zwei Jahren eigentlich auch...


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#5
26.12.2012
13:54:16


(+1, 5 Votes)

Von Popular


Ein Flop zum Ende des Jahres.
Nach sich häufenden heterosexistischen Artikeln, nun ein Artikel in Welt.de- Niveau bei SpOn

Link zu www.spiegel.de

Gewinner in der Kategorie: Wie verharmlost man Gewalt und Mobbing gegen Schwule, Lesben und Migranten...
Man verfasst futuristisch- plakative Artikel, die sich oberflächlich homofreundlich geben, aber den Anschein erwecken sollen dass nicht Homophobe und Rassisten ( verharmlosend Störenfriede genannt), sondern Menschen die sich gegen Homophobie wehren die wahren Nazis seien.


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#6
27.12.2012
19:11:25


(-1, 3 Votes)

Von Timm Johannes


Sehr gute Zusammenfassung des Jahres 2012 auch auf Internationaler Ebene.


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