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Trans*, Xavier, ESC

Topps und Flops 2012: Kultur


Im TV und im Kino ging es schwul-lesbisch zu wie noch nie.

Welcher Star, welches Event und welche Trends haben 2012 für Aufregung und Begeisterung gesorgt? Wir haben die Topps und Flops des Jahres zusammengestellt.

TOPPS DES JAHRES

TV-Trend des Jahres: Die zunehmende Präsenz schwul-lesbischer Charaktere in TV-Serien
"Glee", "True Blood", "Modern Family": Drei von vielen amerikanischen Serien, die derzeit im deutschen TV zu sehen sind oder waren und in denen ganz selbstverständlich schwul-lesbische Charaktere vorkommen. Mit "American Horror Story" steht uns 2013 ein weiteres TV-Highlight mit schwulem Einschlag im Free-TV bevor. Im amerikanischen Fernsehen gibt es mehr schwule, lesbische und bisexuelle Figuren als je zuvor, so war dann auch das Ergebnis einer Untersuchung der Gruppe Gay and Lesbian Alliance Against Defamation (GLAAD). Im jährlichen Bericht "Where Are We on TV" heißt es, dass 4,4 Prozent aller Charaktere in fiktionalen Fernsehserien einer sexuellen Minderheit angehören. Im Jahr zuvor waren es nur 2,9 Prozent, 2007 lag der Anteil bei gerade einmal 1,1 Prozent.


Kinofilm des Jahres: Parada
Dass es in Osteuropa derzeit nicht allzu gut läuft für die homosexuelle Emanzipation, ist bekannt. Ein Beispiel: Belgrad, die Hauptstadt Serbiens. 2010 griffen 6.000 Hooligans eine von 5.000 Polizisten geschützte Gay-Pride-Parade an. 2011 wurde die Parade ganz abgesagt, 2012 fand sie hinter verschlossenen Türen in einem Medienzentrum statt (queer.de berichtete). Regisseur Srdjan Dragojević greift Homophobie und die Vergangenheitsbewältigung mit dem Bürgerkrieg als Themen auf und macht daraus eine Komödie, in der er mit Lust und Liebe jede Menge Vorurteile kurz und klein haut. Die Komödie "Parada" über eine Schwulengruppe, die einen CSD veranstalten will, und einem ehemaligen Soldaten, der die Parade beschützen muss, war in Serbien zum Erstaunen aller ein Publikumshit. Und berührte auch hierzulande die Herzen.

Fernsehproduktion des Jahres: Transpapa
So schön hat schon lange kein Film das Transgender-Thema aufgegriffen. Ein Mann hat eine Geschlechtsanpassung zur Frau hinter sich, nun nimmt er Kontakt zu seiner inzwischen 16-jährigen Tochter auf, die noch mitten in den Pubertätswirren steckt und keine Ahnung hatte, dass sie nun einen Vater hat, der eine Frau ist. Schauspieler Devid Striesow gibt einen "Transpapa", wie man ihn sich nur wünschen kann. Ganz ohne schrille Effekte und sensibel spielt er einen Menschen, der sein Selbstbewusstsein im nun richtigen Geschlecht hart erkämpft hat und dies nun vor der zunächst verständnislosen Tochter verteidigen muss. Mit viel Tiefe, Verständnis und Zwischentönen hat Sarah Judith Mettke ihre Komödie inszeniert.

FLOPS DES JAHRES


Kool Savas und Xavier Naidoo provozierten...

Fiesester Song des Jahres: Der versteckte Titel ohne Namen auf dem gemeinsamen Album von Kool Savas und Xavier Naidoo
Der Rapper Kool Savas und der Soulsänger Xavier Naidoo riefen auf ihrem gemeinsamen Album nach dem Führer, wegen der vielen schwulen Kindermörder. Das schreckliche Machwerk – versteckt als sogenannter "Hidden Track" – auf dem gemeinsamen Album "Gespaltene Persönlichkeit" rührt Verschwörungstheorien und Homophobie zu einem unappetitlichem Song an: "Ich schneid' euch jetzt mal die Arme und die Beine ab, und dann ficke ich euch in den Arsch, so wie ihr es mit den Kleinen macht. Ihr tötet Kinder und Föten. Ihr hab einfach keine Größe und eure kleinen Schwänze nicht im Griff. Warum liebst du keine Möse, weil jeder Mensch doch aus einer ist?" Lautstarke Proteste aus der Community verhallten weitestgehend, den Musikern war der kalkulierte Skandal offensichtlich recht…

Trennung des Jahres: Das Ende von Rosenstolz
Als Peter Plate und Anna R. das Ende des Popduos bekannt gaben, war eine Mischung aus Bedauern und Erleichterung zu spüren. Mag das im September 2011 erschienene Album "Wir sind am Leben" – nach der Zwangspause durch Peters Burn-out – auch kommerziell erfolgreich gewesen sein, eine musikalische Weiterentwicklung war es nicht. Im Gegenteil, die übliche Rosenstolz-typische Rezept-Backmischung wurde noch einmal aufgetischt. Hoffen wir also, dass Anna R. uns demnächst auf Solopfaden mit neuem Image und neuen Sounds überraschen wird. Dennoch ist es sehr schade, dass die beiden Herzensschönen nun nicht mehr gemeinsam zu sehen und zu hören sind.

Event-Blamage des Jahres: Der Eurovision Song Contest in Baku
Musikalisch gab es wenig zu meckern, und auch Schwedens Ausdruckstänzerin Looren hat sich mit ihrem "Euphoria" fest ins Ohrwurm-Gedächtnis gebrannt. Doch das politische Drumherum war beschämend bis ärgerlich. Die EBU ließ sich vor den Propagandakarren der Aserbaidschanischen Regierung spannen statt unmissverständlich Stellung zur schlechten Menschenrechtssituation im Gastgeberland zu beziehen. Es kann in Schweden nur besser werden… (cs)



#1 BBPZAnonym
  • 27.12.2012, 19:00h
  • Der Song von Xavas war nicht homophob. Ich bin selbst schwul, aber ich verstehe nicht, warum Schwule und Lesben immer so megaempfindlich in solchen Dingen sein müssen. Ein Song ist nun mal Kunst und Kunst enthält viel Symbolik. Zwei Künstler, die sich ausdrücklich von Schwulenfeindlichkeit distanziert haben, hier jetzt nochmal an den Pranger zu stellen, finde ich traurig.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 27.12.2012, 19:08h
  • Es fehlen noch zwei Flops des Jahres: der eine ist der Lifeball in Wien und der zweite ist Pink Lake am Wörthersee. Beide haben viel versprochen und nichts gehalten!
  • Antworten » | Direktlink »
  • Anm. d. Red.: Ach, warst Du da?
#3 alexander
#4 chillandAnonym
#5 BBPZAnonym
  • 27.12.2012, 21:28h
  • Antwort auf #3 von alexander
  • Schön und was willst du mit deinem Kommentar jetzt ausdrücken? Dass du auch zu diesen überempfindlichen Schwulen gehörst, die jeden an den Pranger stellen, der einmal das Wort"schwul" in seinem Song verwendet?
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#6 lentilAnonym
  • 27.12.2012, 23:04h
  • Antwort auf #1 von BBPZ
  • Da bin ich aber anderer Meinung, nicht jede Äußerung egal ob in Musik oder Filmen ist gleich Kunst.

    Ich könnte jetzt aus langeweile ein Lied über Mineralwasser schreiben das ist dann auch Kunst oder was ?

    Manche sagen auch das der Song "Mann Gegen Mann" von Rammstein schwulenfeindlich ist,
    Das finde ich aber nicht so, nur bei dem Song von Xavas kann ich nur eindeutige schwulenfeindlichkeit feststellen.
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#7 FelixAnonym
  • 28.12.2012, 12:09h
  • Xavier Naidoo & Kool Savas:

    Diese Hass-Sänger waren sich des Textes vollkommen bewusst, sonst wäre der Titel nicht versteckt gewesen.

    Da sieht man wieder, dass Xavier Naidoos Gelaber von Frieden, Liebe und Gewaltlosigkeit nur Marketing ist. In Wirklichkeit ist Xavier Naidoo ein lupenreiner Hass-Sänger, der gegen Minderheiten hetzt.

    ESC Baku:

    Das war für mich das Ende des ESC, dass die Menschenrechtsverletzungen in dieser Diktatur nicht nur ignoriert wurden, sondern sogar relativiert wurden.

    Bei allem Verständnis für Show und Glamour, aber so darf man solche Zustände nicht ausblenden.

    Da braucht man gar nichts mehr über China & Co zu sagen. Hier in Europa ist es auch nicht anders. Da wird auch ignoriert, was die Glitzerfassade gefährdet.
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#8 kulturhinweisAnonym
#9 RobinAnonym
#10 alsoAnonym