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Das Buch zur Ausstellung

Nackte Männer von 1800 bis heute


Der Katalog ist mit zwei verschiedenen Covern erhältlich: zum einen mit einem erotischen Männerpaar von Andy Warhol, ...

Der Katalog zur aktuellen Ausstellung im Wiener Leopold Museum ist auch mit schwulem Cover erhältlich.

Nackte Männer spielten bereits in der Kunst der Antike eine wichtige Rolle. Wie die Nacktheit der Frau beschäftigte das Thema die Künstler über Jahrtausende. Doch kaum eine Ausstellung widmete sich der Vielfalt und Breite des Themas "Nackte Männer" in einer so umfassenden Schau, wie sie das Wiener Leopoldmuseum noch bis zum 4. März 2013 zeigt: Sie spannt einen beachtlichen Bogen von der Aufklärung bis zur Kunst der Moderne. Der Hirmer Verlag hat den Katalog zur Ausstellung veröffentlicht.

Nackte Männer können verstören – das zeigt das Beispiel von Queen Victoria. Als die englische Königin im 19. Jahrhundert zum ersten Mal eine Kopie der Davidstatue des Michelangelo in einem Londoner Museum erblickte, war sie bestürzt über den Anblick des nackten Königs. Sie gab umgehend ein Feigenblatt aus Gips in Auftrag, das bei Bedarf mit zwei Haken die Blöße der Statue bedecken sollte. Das Feigenblatt soll bis 1953 zum Einsatz gekommen sein, sobald königlicher Besuch das Londoner Museum besichtigte.

Die Schamhaftigkeit des 19. Jahrhunderts ist heute scheinbar überwunden. Nackte Männer sind in den Medien und der Kunst allgegenwärtig. Wie sich der Umgang mit dem Thema "Nackte Männer" in der Kunst im Laufe der Epochen verändert hat, ist ein Aspekt der Ausstellung in Wien. Drei Schwerpunkte stehen dabei im Mittelpunkt: der Klassizismus um 1800, die Klassische Moderne am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert und die Entwicklungen nach 1945.

Nackte Männer in der Kunst – von der Antike bis heute


... zum anderen mit einem Akt von Egon Schiele

Die altägyptische Statue des Hofbeamten Snofrunefer gehört zu den ältesten Darstellungen nackter Männer. Die sehr gut erhaltene Standfigur stammt aus der Zeit um 2400 v.Chr. und ist in der Ausstellung zu sehen. Sie wurde 1913 bei Ausgrabungen in der Nähe der Cheops-Pyramide von Gize gefunden. Über einen Zeitraum von mehr als vier Jahrtausenden und über mehrere Kunstepochen hinweg war der nackte Männerkörper ein klassisches und viel verwendetes Motiv der Kunst: sei es in Form von Statuen oder Abgüssen, auf Gemälden oder Zeichnungen.

Die Werke Egon Schieles und Richard Gerstls stehen im Zentrum, wenn es um die Akt-Kunst des 20. Jahrhunderts geht. Ihre Selbstbetrachtungen gelten als richtungsweisend in der Kunst der Moderne. Künstler wie Edvard Munch, Auguste Rodin, David Hockney und Andy Warhol setzten vor allem auf Ausdrucksfähigkeit in ihren Werken. Sie alle zeigen "die Unterschiedlichkeit der künstlerischen Zugänge, konkurrierende Männlichkeitsmodelle, den Wandel von Körper-, Schönheits- und Wertvorstellungen, die politische Dimension des Körpers, den Bruch von Konventionen", heißt es dazu im Katalog zur Ausstellung.

Der Katalog "Nackte Männer" widmet sich dem Thema männlicher Akt auf knapp 350 Seiten. Essays namhafter Autoren befassen sich mit Themen wie Männlichkeit, Konstruktion von Identität, dem männlichen Begehren und dem nackten Mann als Motiv der Werbung. Fast 200 großformatige Bilder und mehr als 100 Abbildungen geben Einblick in die Kunst des Akts. Dazu gehören der Blick in den Akt-Saal europäischer Kunstakademien, die Abbildung antiker Vorbilder um 1800 und Männerdarstellungen in der französischen Revolution. Kurze Biografien der Künstler schließen den Katalog ab.

Infos zum Buch

Tobias G. Natter und Elisabeth Leopold (Hrsg.): Nackte Männer von 1800 bis heute. Katalogbuch zur Ausstellung im Leopold Museum in Wien. Gebunden, Format: 25,5 x 29,5 cm. Mit zahlreichen Abbildungen in Farbe und s/w. 348 Seiten. Hirmer Verlag. München 2012. 39,90 €. ISBN: 978-3-7774-5721-5


#1 Planet EarthAnonym
  • 13.01.2013, 13:02h
  • "Die Schamhaftigkeit des 19. Jahrhunderts ist heute scheinbar überwunden. Nackte Männer sind in den Medien und der Kunst allgegenwärtig."

    Genau. Man kann sich der Bilderflut von nackten Männern, in immer noch engeren Höschen und Slips, auf allen Kanälen und an allen Orten gar nicht mehr erwehren. Immer und überall werden Männer als Sexobjekte dargestellt, ja sogar die Pornoindustrie kann ihre Profitraten nur mit einer immer aggressiveren Objektifizierung von Männern (je jünger, desto besser) halbwegs stabil halten. Da schlecken sich die objektifizierten und natürlich nicht ausgebeuteten, sondern sich aus purer Lust inszenierenden Jungs und Männer - wie auch sonst im Alltag - immer ganz selbstverständlich gegenseitig ab und gehen auch sonst spontan miteinander kuschelnd durchs Leben.
    All das ist auch völlig logisch, denn nur so lässt sich das bürgerliche Herrschaftskonstrukt der zweigeschlechtlichen Ordnung und der Hetero-Normativität schon den Köpfern von Kindern immer fröhlicher einprügeln. Auch die ständige Fremd- und Selbstkontrolle bei Facebook und Co., schon im Kinderzimmer, zeigt ja, dass männliche Nacktheit überall den Ton angibt.
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#2 frageAnonym
  • 13.01.2013, 13:27h
  • hat irgend jemand hier schon mal zwei jungs im öffentlichen oder medialen raum in so geiler pose gesehen wie oben auf dem cover (andy warhol)?
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#3 -hw-Anonym
#6 alexander