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  • 31.12.2012           5      Teilen:   |

"Sündhafte Begierde der Verdammnis"

Schwuler Vampir verführt blutjungen Priester

Artikelbild
An Vampir-Literatur mangelt es bekanntlich nicht. Yara Nacht hat jedoch etwas anders gemacht
Foto: virginsuicide photography / flickr / cc by-sa 2.0

Yara Nachts Roman "Sündhafte Begierde der Verdammnis" ist der gelungene Auftakt einer homoerotischen Vampirserie.

Von Frank Hebenstreit

"Sündhafte Begierde der Verdammnis". Wer jetzt automatisch an dunkle Mächte, schwarze Magie, Leidenschaft und eine Portion Sex denkt, liegt nicht wirklich falsch.

Im Homo Littera Verlag erschienen, ist das von Yara Nacht ersonnene Buch ein Beginn in mehrfacher Hinsicht. Wer sich bei den Unmengen von guter bis schlechter Vampirliteratur, bei dem Riesenbogen von Bram Stokers "Dracula" bis zu den neuzeitlichen "Vampire Diaries", immer schon mal dachte, man müsste doch mal was anders machen, kann bei diesem Roman beruhigt sein: Yara Nacht hat etwas anders gemacht. Nicht nur etwas, sondern einiges.

Sie hat eine Vampirserie ersonnen, und sie hat sich einen Genreverlag ausgesucht. Aus gutem Grund, denn die Vampirserie hat von ihr noch ein Adjektiv mit auf den Weg bekommen. Der genaue Titel lautet "Eine homoerotische Vampirserie Teil 1". Wer aber jetzt sofort verurteilen möchte und nur kopulierende Männer vor einem schlecht auf Stoff aufgemalten Schloss sieht, der wird schnell eines Besseren belehrt. Yara Nacht lässt ihren Charakteren Raum. Sie gibt dem Leser Zeit, sie kennen zu lernen, und nimmt ihn mit auf die Reise.

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Der kurze Touch von Untergrundlektüre

Das Cover senkt die Erwartungshaltung, um so mehr ist der Leser vom Inhalt überrascht
Das Cover senkt die Erwartungshaltung, um so mehr ist der Leser vom Inhalt überrascht

Das in Hochglanz gebundene und taschenbuchartig gestaltete Buch outet sich nicht auf den ersten Blick. Dass der fotografierte Jüngling und der steinerne Torbogen erst durch ein Computerprogramm zu einander gefunden und sich auch dort erst mit den Pflanzen und Dornen vereinigt haben, das sticht dem multimedial verwöhnten Leser sofort ins Auge. Das ist aber auch gut so, denn das lenkt das Interesse mehr auf das Buch hin als weg. Es vermittelt einen kurzen Touch von Untergrundlektüre. Damit senkt es zwar die Erwartungshaltung, was den Inhalt angeht, kann aber auch als Schachzug eines Marketingteams angewandt worden sein. Es steht zwar homoerotisch drauf, aber auf den ersten Blick wird auch die Distanzierung von all den schwülstigen Massenprodukten deutlich. "Lüsterner Held rettet junge, unerfahrene, verarmte Adlige und auf dem Weg, ihr den Titel und Familienvermögen zurück zu beschaffen, vö… er sie zum Himmel der Genüsse und durch 23 andere Betten" ist hier definitiv nicht zu erwarten…

Was aber nicht heißt, dass Frau Nacht das Spiel mit den Klischees nicht beherrscht. Natürlich muss Valentin als blutjunger Priester in ein "Hintertupfingen" und dort, den Umständen geschuldet, allein seinen seelsorgerischen Dienst tun. Natürlich sieht er sich als geradeaus denkender Mensch in dieser in der Gegenwart angesiedelten Handlung mit Menschen konfrontiert, die sobald es dunkel wird, das Haus nicht mehr verlassen und vor dem "Bösen" warnen. Alles soweit bekannt und erwartet. Vorhersehbar? Nein!

Das Böse ist auch hier schön, gutaussehend und verführerisch. Eine Besonderheit dieses Buches ist es nun, dass der Böse – Bastian – höchst selbstverständlich einen anderen Mann umgarnt, ihn zu verführen versucht. Das Ganze geschieht mit der angenehmen und ungezwungenen Selbstverständlichkeit, mit der üblicherweise in der restlichen Literatur die typische Mann-trifft-Frau-Geschichte ihren Lauf nimmt.

Erotische Details, ohne ins Pornografische abzudriften

Unter dem Pseudonym Yara Nacht schreibt die österreichische Autorin homoerotische sowie romantisch-schwule Romane diverser Genres
Unter dem Pseudonym Yara Nacht schreibt die österreichische Autorin homoerotische sowie romantisch-schwule Romane diverser Genres

Als weitere wohltuende Besonderheit blendet die Erzählung nicht auf einen durch das Zimmer wehenden Lufthauch und verlässt die nun zur Sache kommenden Liebenden hinter einem undurchsichtigen Vorhang. Klar und ansehnlich nimmt die Autorin den Leser mit zwischen die recht unruhigen Laken. Sie versteckt sich nicht hinter Verklausulierungen, ohne ins Pornografische abzudriften. In einem kurzweiligen und spannenden Handlungsbogen geleitet Yara Nacht ihren Leser bis zu einem unausweichlichen Höhepunkt.

Als schlussendlich der Protagonist Valentin an einem verbotenen Ort ankommt, tut sie das, was das alte Sprichwort schon immer fordert: Sie hört auf, wenn's am schönsten ist. Sie lässt den Leser an dieser Stelle mit einer dunklen Ahnung zurück, die eigentlich nur eine einzige Reaktion erlaubt: den Griff zum nächsten Band.

Da sind wir dann auch bei der nächsten Besonderheit, was Frau Nacht anders gemacht hat. Es handelt sich beim Homo Littera Verlag nicht um einen der großen Mainstream-Verlage. In Österreich beheimatet, hat sich der kleine Sparten-Verlag die Nische auf die Fahnen geschrieben (queer.de berichtete). Jede unter diesem Namen veröffentlichte Geschichte, Erzählung oder Buch hat den Anspruch, dass der oder die Protagonist/in einen LGBT-Hintergrund hat. Dieses "Queer" um jeden Preis kann durchaus schief gehen, wie so manches fragwürdige Buchexemplar auf dem weltweiten Markt bezeugen kann. Homo Littera formuliert mit dieser ersten Papierveröffentlichung einen klaren Anspruch an sich selbst und wird ihm voll gerecht.

Es bleibt zu wünschen, dass auch die nächsten Veröffentlichungen auf diesem Niveau ihren Weg vor die Augen geneigter Leser finden. Ich für meinen Teil freue mich schon jetzt darauf, die Geschichte von Valentin und Bastian zu verfolgen. Und das hoffentlich bald.

  Infos zum Buch
Yara Nacht: Sündhafte Begierde der Verdammnis. Eine homoerotische Vampirserie, Teil 1. Taschenbuch, 156 Seiten. Homo Littera Verlag. Wien 2012. 11,90 €. ISBN 978-390288-500-5
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Tags: vampirroman, yana nacht, homo littera
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Reaktionen zu "Schwuler Vampir verführt blutjungen Priester"


 5 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
31.12.2012
11:23:35


(+1, 3 Votes)

Von Edward


"Sündhafte Begierde der Verdammnis": großartig beknackter Titel.
Aber warum nicht "Begierde der verdammten Sünde"?
Oder "Sündhafte Verdammnis der Begierde?"
Oder "Begierliche Sünde der Verdammung?"

Oder ganz einfach " Rosamunde Pilcher + Twilight + schwul"?


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#2
31.12.2012
11:35:50


(0, 2 Votes)

Von Lutheraner
Antwort zu Kommentar #1 von Edward


Verdammte Begierde der Sündhaften!


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#3
31.12.2012
18:36:57


(-1, 1 Vote)

Von SchwTA


Na, hoffentlich ist das nicht so ein Blödsinn wie die "Bis zum Erbrechen"-Serie von Filmen und Büchern, die bei Tausenden von echten und gefühlten Frauen zum Pflaumenturz geführt hat. Allerdings, schwule Vampire sind nichts Neues. Nur die Satyrn sind neben den Vampiren so pan-erotisch ausgelegte Fabelwesen. Na ja, wat soll's, wenn man selbst Nosferatus geil findet...*lach*.


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#4
31.12.2012
19:52:35
Via Handy


(+1, 3 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von SchwTA


Schon wieder Vampire? Diesmal auf schwul?

Warum sollten schwule Vampire wie ihre Hetero-Kollegen Blut trinken? Langweilig!

Dabei trinken, und dass weiß ich ganz genau, trinken schwule Vampire Sperma. Deshalb nennt man sie auch Cumpire.

Die sind viel netter und keiner hat was dagegen wenn so einer nach Mitternacht ins Schlafzimmer flattert.

Link zu www.menonthenet.com


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#5
02.01.2013
08:36:40


(-1, 1 Vote)

Von userer
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GÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄHN.


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