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  • 31.12.2012           45      Teilen:   |

Wowereit vergisst die Homos

Vor einiger Zeit hatten wir an dieser Stelle Angela Merkel kritisiert, die bei einer Rede vor Angehörigen der Opfer der NSU-Mordserie in einer Aufzählung der Verschiedenheit des Landes Homosexuelle nicht berücksichtigte – eine Gruppe, die Opfer von Nazis wie Neonazis wurde.

Leider ist es, anders als in vielen EU-Staaten, in Deutschland generell noch üblich, Schwule, Lesben und Transgender nicht ausdrücklich zu erwähnen, wenn es um Ausgrenzung, um Diskriminierung und Gewalt geht. Das widerspricht der Lebenswirklichkeit und erinnert an das Totschweigen, mit dem man das Thema Homosexualität jahrzentelang angefasst wurde.

Dabei leben Schwule, Lesben und Transgender gerade auch von der Sichtbarkeit, von dem Erwähnt- und Einbezogen werden. Dass Bundeskanzler und Bundespräsidenten Schwule und Lesben in ihren Ansprachen zu Weihnachten und Silvester nicht erwähnen, erst recht nicht wörtlich, ist traurige Realität.

Dass aber selbst ein schwuler Regierungschef damit Probleme hat, eine eigentlich selbstverständliche Auflistung aller Minderheiten hinzubekommen, verstört doch sehr. Womit wir bei Klaus Wowereit wären.

In einem Weihnachtsgruß sagte der Regierende Bürgermeister Berlins, dass die Hauptstadt "eine großartige Tradition im Zusammenführen von Menschen hat, die unterschiedlicher Herkunft, Sprache und Religion sind. Toleranz und Offenheit sind die positiven Elemente unserer Geschichte, die wir auch heute nutzen müssen, um den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft über alle Unterschiedlichkeiten hinweg zu bewahren und zu stärken." Schwule und Lesben? Fehlanzeige.

In seiner Neujahrsansprache sagte Wowereit: "Berlin lebt vom Engagement der Menschen. Gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht durch Mitfühlen und aktives Tun. Dazu gehört auch, nicht wegzuschauen, wenn Menschen wegen ihrer Religion, ihrer Hautfarbe oder Lebensweise beleidigt und angegriffen werden." Schwule und Lesben? Vielleicht unter "Lebensweise" summiert, was nicht der glücklichste Begriff wäre, da man eine Lebensweise ändern kann.

"Weltoffenheit, Vielfalt und Toleranz: Diese Werte verdienen es, aktiv gelebt und verteidigt zu werden", so Wowereit. "Liebe Berlinerinnen und Berliner: Lassen Sie uns gemeinsam alles dafür tun, dass Berlin auch 2013 eine lebenswerte und weltoffene Stadt ist, die Chancen für alle bereithält und vom Gemeinsinn ihrer Bürgerinnen und Bürger lebt."

Die Queer.de-Redaktion hofft für 2013, dass mehr Politiker und Politkerinnen ihre gesellschaftliche Aufgabe wahrnehmen und sich konsequent und umfassend für Schwule und Lesben einsetzen. Eine Erwähnung wäre da schon ein Anfang.

Bild: bbilder / flickr / cc by 2.0

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Tags: klaus wowereit, neujahrsansprache
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Reaktionen zu "Wowereit vergisst die Homos"


 45 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
31.12.2012
14:37:16


(-2, 16 Votes)

Von Gayreporter


Finde ich nicht schlimm, wir wollen normaler Teil dieser Gesellschaft sein, da muss man sowas nicht ständig immer wieder betonen...


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#2
31.12.2012
15:06:49


(-3, 13 Votes)

Von Cersey
Aus Wittlich (Rheinland-Pfalz)
Mitglied seit 30.05.2012


""...um den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft über alle Unterschiedlichkeiten hinweg zu bewahren und zu stärken." Schwule und Lesben? Fehlanzeige."

... Also ich finde, kluge Köpfchen können auch zwischen den Zeilen.

- Sozialer Zusammenhalt unserer Gemeinschaft über alle Unterschiedlichkeiten hinweg bewahren und stärken. -

Fühlt ihr euch damit nicht auch angesprochen?
Muss man wirklich jede Gruppierung auflisten, die da Probleme haben? Den dummen Leuten, die diese Auflistung nötig hätten, ist doch völlig egal, ob ihr in irgendeiner Rede irgendeines Bürgermeisters erwähnt werdet oder nicht.

Mit diesem einen Satz wurde doch eigentlich alles gesagt!


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#3
31.12.2012
15:09:17


(-6, 8 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Wowereit hat wohl das Korrekturlesen vergessen, denn sonst wäre die LGBT-Community mit großer Sicherheit erwähnt worden!

Mal sehen, wer Wowereit eines Tages mal beerben wird. Ich denke mal, Heinz Buschkowsky wäre der ideale Nachfolger.


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#4
31.12.2012
15:56:51


(-5, 9 Votes)

Von Aus Bad Homburg


Er ignoriert eingetragene Lebenspartnerschaft, kommt zu Partys (oft) mit einer Frau, bleibt in der katholischen kirche und wenn die Wahl zwischen 'Teddy Awards' und der Zeremonie im Vatikan ist, bevorzugt den letzteren. Ich sehne mich schon nach Guti - der war zumindest ehrlicher und mutiger, in allem. Und attraktiver.


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#5
31.12.2012
16:24:50


(+3, 9 Votes)

Von fachärztlich
Antwort zu Kommentar #4 von Aus Bad Homburg


Link zu www.wahlrecht.de

"Das Schwerste kommt erst noch - diese Botschaft gibt Angela Merkel den Deutschen für 2013 mit auf den Weg. "


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#6
31.12.2012
16:38:18


(+1, 5 Votes)

Von Aus Bad Homburg
Antwort zu Kommentar #5 von fachärztlich


Ich bitte Dich - wen interessiert an einem Festtag Dr. Frau Merkel?! Sie passt schlicht nirgendwo, ist absolut undekorativ, da kann schon niemand helfen. Ein attraktiver Mann an der Spitze einer Partei oder auch des Staates ist immer das Beste, so schwul gesehen - dann kann man zumindest mon plaisire in der Phantasie haben, wenn der Inhalt der Reden nicht interessiert oder zu kompliziert ist.


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#7
31.12.2012
16:55:48


(-4, 8 Votes)

Von UweBerlin
Aus Berlin
Mitglied seit 20.06.2010


Wer nimmt Herrn Wowereit, der die vielen Probleme in Berlin (Gewaltserien, Flughafenpleite usw usw) wegkichert, eigentlich noch richtig ernst?
Wer braucht da nach Gauck, Merkel noch mehr von dieser Art Selbstbeweihräucherungsansprachen, die nur noch bedingt etwas mit der Lebenswirklichkeit der Menschen zu tun haben?

Natürlich müssen Schwule und Lesben, Transgender nicht immer extra angesprochen und begrüßt werden, allerdings machen sie einen erheblichen Anteil in dieser Stadt aus (ähnlich auch in Köln) und gerade wenn der Anspruch auf Toleranz und einem friedlichen Miteinander erhoben wird, sollten sie auch vorkommen.
Viele muslimische Migranten und Jugendliche mit Migrationshintergrund haben erhebliche Vorbehalte gegen Schwule, Lesben, Transgender und sogar gegen heterosexuelle Frauen. Es gab eine Gruppenvergewaltigung auf einem Spielplatz in der Hermannstraße. Die Täter kamen mal wieder mit Bewährungsstrafen davon.
Es gab Verstümmelungen in Schöneberg und in Kreuzberg (hier mit Todesfolge) in Anwesenheit der Kinder.
Solche steinzeitlichen Dinge und das die nicht in diese Stadt und auch nicht nach Deutschland gehören, sollten mal klar thematisiert werden.

Mit Jonny K. hatte es einen deutsch-Asiaten getroffen am Alexanderplatz.
Hier nicht mal klipp und klar Stellung in diesen Zusammenhängen zu beziehen halte ich für das was Wowereit ohnehin mal wieder von den falschen Adressaten einfordert, für schlecht.

Wowereit selbst erinnert mich immer mehr an das Märchen "Des Kaisers neue Kleider".

Berlin ist nun mal eine der großen Metropolen von Schwulen, Lesben und Transgender genauso wie Köln. Berlin hat momentan einen schwulen Bürgermeister - da läge es ja nun sehr nahe, dass auch entsprechend zu thematisieren. Die Zusammenhänge drängen sich nahezu förmlich auf, aber klar: auch hier nur inszenierte Darstellung statt die Dinge bei den Wurzeln und Ursachen zu benennen.


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#8
31.12.2012
17:02:43


(-1, 7 Votes)

Von UweBerlin
Aus Berlin
Mitglied seit 20.06.2010
Antwort zu Kommentar #3 von FoXXXyness


Heinz Buschkowsky ist LEIDER nicht mehr lange von der Pension entfernt.
Buschkowsky ist ein Mann, der die DInge beim Namen nennt, ist engagiert und mit Herz und Seele dabei.
Sein Buch "Neukölln ist überall" ist kein inszeniertes Betroffenheitsgeschwafelt.
Von mehr solchen Menschen, Politikern und auch diese wie Jugendrichterin Kirstin Heisig (lesenswertes Buch "Das Ende der Geduld") - die sich ja umgebracht haben soll - profitiert eine Stadt wie Berlin jedenfalls erheblich mehr.
Herr Wowereit hat übrigens auch ein Integrationsbuch geschrieben "Mut zur Integration". Darin erklärt er sich selbst zum Migrantenkind, weil die Mutter ursprünglich aus Ostpreußen kam.

"Schwule Sau" ist übrigens Schimpfwort Nr. 1 an Berlins Schulen. Immerhin hat sich Berlin nach vielen Jahren auf dem letzten Platz im Bildungsranking auf den vorletzten vorgearbeitet. Den ersten Platz belegt nun eine andere Spd regierter Stadtstaat im Norden.
Wenn jetzt Weihnachten und Silvester auf einen Tag fielen, könnte man das ja als "Erfolg" bezeichnen.


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#9
31.12.2012
19:09:10


(+2, 6 Votes)

Von UweBerlin
Aus Berlin
Mitglied seit 20.06.2010
Antwort zu Kommentar #1 von Gayreporter


In Berlins Schulen ist "Schwule Sau" immer noch Schimpfwort Nr. 1.


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#10
31.12.2012
19:39:49


(+3, 9 Votes)

Von KathiGr
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"Dabei leben Schwule, Lesben und Transgender gerade auch von der Sichtbarkeit, von dem Erwähnt- und Einbezogen werden."

Das gilt aber genauso für uns Bisexuelle. Und wir wurden nicht nur von Wowi nicht erwähnt, sondern auch nicht vom Autor dieses Artikels.

"Schwule und Lesben? Vielleicht unter 'Lebensweise' summiert, was nicht der glücklichste Begriff wäre, da man eine Lebensweise ändern kann."

Also, ich glaube schon, dass er mit "Lebensweise" u.a. gleichgeschlechtliche Beziehungen meint. Unglücklich ausgedrückt finde ich das aber nicht, sondern bloß sehr allgemein. Lebensweise kann alles Mögliche sein, z.B. Alleinerziehende, zwei Väter mit Kind, eine nicht monogame Beziehung... Und ja, Homosexuelle und Bisexuelle können ihre Lebensweise genauso ändern wie Heterosexuelle. Sie können sich vom Singledasein verabschieden, eine feste Beziehung eingehen, eine Familie gründen. Mit "Lebensweise" ist schließlich nicht die sexuelle Orientierung an sich gemeint, sondern wie man sich entscheidet diese auszuleben.

Ich lege keinen Wert darauf, dass LGBTs von Politikern gesondert erwähnt werden. Der allgemeine Ausdruck "Lebensweise" reicht mir völlig aus. Viel wichtiger ist doch, dass Politker sich tatsächlich für Gleichberechtigung einsetzen. Ich will Taten statt Worte. Und mal ehrlich: Wenn unsere Kanzlerin LGBTs als eine unter Diskriminierung leidende Gruppe erwähnen würde, dann würden wir uns doch alle über sie aufregen und sie eine Heuchlerin nennen. Auf verlogene Worte der Kanzlerin kann ich gern verzichten. Da ist es mir lieber, sie erwähnt uns erst gar nicht.


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