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  • 03.01.2013           5      Teilen:   |

Nach dem Coming-out

Peter Illmann: "Limahl war geiler als die Tyler"

Artikelbild
Dieses Gesicht ist mit der erfolgreichen deutschen Musikshow, die vor 30 Jahren startete, fest verbunden. (Bild: Universal / ARD / Montage: queer.de)

Es sollte eigentlich nur eine Promo-Story werden für eine CD die der ehemalige Formel-Eins-Moderator zusammengestellt hatte. Mit den Reportern der "Bild am Sonntag" sprach er deshalb unter anderem über die Bedeutung von Beziehungen. Das Boulevardblatt machte daraus eine Coming-out-Geschichte. Queer.de sprach mit Peter Illmann über die Hintergründe und sein persönliches Coming-out in den Achtzigern.

Von Christian Scheuß

Statt einer CD-Kritik gab es die Schlagzeile, dass du aus Rücksicht auf deinen todkranken Vater nie ein öffentliches Coming-out gehabt hättest. Du warst sauer über diese Story, nicht?

Auf der Kompilation sind viele Liebeslieder, und in dem Zusammenhang hatte ich mich bereit erklärt, auch ein paar persönliche Dinge anzusprechen wie die langjährige Beziehung zu meinem Freund. Beim Gespräch mit der Redaktion ist mir erst bewusst geworden, dass ich eigentlich nie öffentlich etwas dazu gesagt hatte. Ich hatte bis dahin aber auch nichts verheimlicht. Wer mich gefragt hat, dem habe ich bestätigt, dass ich schwul bin. Als großes Thema habe ich es nie empfunden, und deshalb vorher auch betont, dass ich keine Coming-out-Story haben mag. Der Journalist fragte mich zwischendurch, ob denn die Familie Bescheid wüsste. Ich antwortete: Ja, nur mein Vater hat es nie erfahren. Der war schwer krank, und deshalb habe ich es ihm nie gesagt, weil ich glaubte, dass das nicht gut für ihn wäre. Das war der einzige Satz dazu, der dann zur Schlagzeile gemacht worden ist.

Ein paar User hatten bei queer.de munter darüber spekuliert, ob die Rücksichtnahme auf den Vater nur vorgeschoben war, weil du dich nicht getraut hast, rauszukommen….

Als ich mein persönliches Coming-out hatte, waren die Zeiten tatsächlich noch ein bisschen schwieriger. Als mein Vater erkrankte, hatten wir ganz andere Dinge zu besprechen wie zum Beispiel, ob er überlebt und wie er seinen Schlaganfall meistert. Meine persönliche Situation stand da gar nicht im Fokus, es gab andere Prioritäten.

Hast du denn in deinem Elternhaus diesen sehr wichtigen Teil Deines Lebens komplett ausgeblendet?

Nein, habe ich nicht. Mein Vater wusste, dass ich statt mit einer Freundin mit meinem Freund in den Urlaub fahre, er hat sich auch regelmäßig nach ihm erkundigt. Ich denke, er hat sich seinen Teil dazu gedacht, aber er kam halt aus einer anderen Generation und sprach nicht darüber. Hätte ich eine Freundin gehabt, wäre ich aber auch nicht wegen Beziehungsproblemen zu ihm gekommen. Dafür war er nicht der erste Ansprechpartner.

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Der britische Sänger Limahl war häufiger Gast bei "Formel Eins". - Quelle: Marketing Film
Der britische Sänger Limahl war häufiger Gast bei "Formel Eins". (Bild: Marketing Film)

Wann hattest du eigentlich dein Coming-out?

Vergleichsweise spät muss ich gestehen, bin da aber auch sehr naiv gewesen. Andere ahnen ja bereits etwas mit 11, 12 oder 13 etwas, ich hatte Schwulsein in dem Alter überhaupt noch nicht mit mir in Verbindung gebracht. Zunächst gab es eine Freundin, bis ich einen Jungen kennengelernte und merkte, dass da eine körperliche Anziehungskraft besteht. Das war noch in der Zeit in Dortmund, mit dem Zivildienst bin ich dann nach München gekommen.

Wenn heute Ausschnitte aus der Show "Formel Eins" gezeigt werden, kommt immer die Szene mit deinem Moderationsspruch: 'Keiner ist geiler als die Tyler'. Wer von deinen Gästen war denn für dich in Wirklichkeit geiler als Bonnie Tyler?

Ja, es gab geilere. Morten Harket (Frontmann der Band "a-ha") fand ich beispielsweise sehr nett. Oder Limahl. Der kam – völlig abstrus – offiziell immer mit seinem 'Cousin' angereist. War in Wirklichkeit aber sein Freund. Boy George war äußerlich schon fast eine Frau, aber für die "Bravo" galt er nur als androgyn, nicht schwul. Das lief alles noch sehr verklemmt damals.

Youtube | Kurzes Porträt über den Moderator

Musik beschäftigt dich nach wie vor, die berüchtigte Kompilation, die nun zum öffentlichen Coming-out verhalf, ist eine Facette. Aber es ist nicht dein einziger beruflicher Fokus…

Von außen betrachtet werde ich nach wie vor mit der Musik und der Sendung in Verbindung gebracht. Das ist auch in Ordnung, schließlich war es eine sehr schöne Zeit, die ich nicht missen möchte. 2013 wird daran nochmal besonders intensiv erinnert, dann ist es bereits 30 Jahre her, dass "Formel Eins" startete. Aber natürlich gibt es bei mir inzwischen vieles andere. Ich bin zum Beispiel bei "Hörbuch FM" zu hören. Das ist ein Internetsender, der sich mit Büchern und Hörbüchern beschäftigt. Ich beschäftige mich dort unter dem Label "Formel Mord" mit dem beliebtesten Segment der Unterhaltungsliteratur, dem Krimi. Da spreche ich beispielsweise mit echten Ermittlern über den letzten Tatort und frage sie, wie realistisch der gewesen ist. Das wird euch sicherlich auch interessieren: Ich schreibe gerade gemeinsam mit Marco Kreuzpainter (Regisseur des Coming-out Dramas "Sommersturm") an einem Drehbuch.

Verrätst du schon, worum es in der Filmstory gehen wird?

Es soll eine Geistergeschichte werden, was Übersinnliches…

Marco ist ja auch mit Roland Emmerich befreundet. Wenn ihr ein paar böse Aliens und mindestens eine Katastrophe einbaut, könnt ihr ihm das Drehbuch anbieten.

Stimmt, Roland, der Übervater. Na mal sehen, wir stecken ganz in den Anfängen mit ersten Ideen und Entwürfen. Da kann sich noch alles ändern.

Links zum Thema:
» BamS: "Mein Vater erfuhr nie, dass ich schwul bin"
» Website von Peter Illmann
» "Formel Mord" bei Hörbuch-FM
» Peter Illmann-Private Collection, CD bei Amazon
» Formel Eins - Der Film, DVD bei Amazon
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Tags: formel eins, ard, peter illmann, coming-out, marco kreuzpainter
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Reaktionen zu "Peter Illmann: "Limahl war geiler als die Tyler""


 5 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
03.01.2013
13:01:18


(+3, 5 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Na bitte..
Geht doch -grinsegrins- mit dem "Exklusiv-Interview"

Auf den Film darf Mann dann ja mal gespannt sein..


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#2
03.01.2013
14:21:00


(-3, 5 Votes)

Von Timm Johannes


Das Queer-Interview ist interessant und gut; gleichwohl hätte Herr Illmann seine Beziehung ruhig schon vor 10 oder 15 Jahren medial einmal erwähnen können.

Insgesamt aber geht Herr Illmann sehr viel souveräner mit diesem Thema um, als unser gegenwärtiger Umweltminister Altmaier, der dermassen bei diesem Thema "herumeiert".

UND eines sollte doch auch längst JEDEM homosexuellen Prominenten vollkommen klar sein: wer ein Interview dem Springer-Verlag zu seinem Privatleben gibt, dem/der muss klar, dass die BILD-Journalisten darauf warten, dass eine verkorkste Coming-Out-Story gedruckt werden kann; denn darauf wartet doch zumindest ein Teil der BILD-Leser (frei nach dem jahrzehntelangen Motto der BILD:"noch so ein schwuler Mann, der nicht klar kommt"): das war jahrzehntelange Methode der BILD ("Lesben gab es dort in den Artikeln nicht und Schwule wurden durch den Kakao gezogen") und ist es selbst heute noch in Teilen ihrer Berichterstattung, wenn auch ein wenig subtiler und versteckter heute.

Zudem ist es für homosexuelle Prominente nach meiner Meinung immer besser, wenn das mediale Coming-Out durch Interwievs bei den linken, liberalen, grünen und sozialdemokratischen Zeitungen/Magazinen durch Interview erfolgt: Zeit, taz, Spiegel, Stern, WAZ, Hamburger Morgenpost, usw. Dort wird nicht darauf gelauert, die Homosexualität zu skandalisieren oder das Coming-Out mit negativem Beigeschmack zu zerreden.

BILD, Welt und Rheinische Post würde ich daher nicht für das erste Interview zum Privatleben verwenden, so wie es Herr Illmann nun umgesetzt hat.

--> Aber insgesamt ist dieses mediale Outing von Herrn Illmann immer noch tausendmal besser, als dieses Herumgeier von unserem Umweltminister Altmaier.

Und dann wäre da auch noch das Thema Bildungsministerin Schavan, das bis heute nicht medial geklärt ist...jedenfalls für mich nicht.


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#3
03.01.2013
16:12:47


(+2, 6 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Kompliment an Christian Scheuß für das Interview mit Peter Illmann! Ich drücke Peter und Marco die Daumen, daß sie mit ihrer Story erfolgreich sind und sie auch verfilmt wird!


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#4
05.01.2013
00:05:22


(-1, 5 Votes)

Von Hugo
Antwort zu Kommentar #2 von Timm Johannes


Die Bild Zeitung ist ein Hetzblatt und nichs anderes.
Bild gib ich auch eine Mittschuld das früher die RAF entstanden ist. Damals wahren die Studenten, heute sind es die Homosexuellen über die man herziehen kann
Wenn es nach mir gehn würde, würde dieses Hetztblatt lieber heute als morgen verbieten.


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#5
08.01.2013
10:14:35
Via Handy


(+1, 3 Votes)

Von Foxie


Super Artikel! Limahl ist immer noch geiler als die Tyler!


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