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Die Geburtsabteilung einer staatlichen Klinik in Padua will auch Kinder aus Regenbogenfamilien fair behandeln (Bild: storyvillegirl / flickr / by-sa 2.0)

Ein Krankenhaus im norditalienischen Padua gibt Eltern von Neugeborenen künftig Armbänder mit der Aufschrift "Partner" statt wie bislang "Vater" und "Mutter".

Wie die Tageszeitung "Corriere del Veneto" meldet, ist die Leitung des Hospitals damit dem Wunsch eines lesbischen Paares nachgekommen. Am Silvestertag brachte eine der Frauen ein Kind zur Welt. Die Partnerin weigerte sich jedoch, ein Armband mit der Aufschrift "Vater" zu tragen. Daraufhin gab die Klinik bekannt, dass fortan nur noch "Partner" auf den Bändern der Eltern stehen sollte, um derartige Probleme in Zukunft zu verhindern. Die Armbänder sind in italienischen Geburtsabteilungen üblich und werden von den Eltern und dem Baby getragen.

Krankenhauschef Giovanni Battista Nardelli begründete den Schritt mit der sich verändernden Gesellschaft: "Wir können nicht länger nur traditionell denken", sagte Nardelli. "Wir haben uns entschieden, die Wünsche der beiden Mütter zu respektieren. Wir tun unser Bestes."

Die beiden Frauen haben im Ausland eine künstliche Befruchtung durchführen lassen, da diese in Italien – wie auch in Deutschland – für Lesben verboten ist.

Katholiken beklagen "homosexual correctness"

Die Entscheidung des Krankenhauses wurde von Homo-Gruppen als kleiner Schritt gegen die Diskriminierung begrüßt. Katholische Aktivisten beklagen jedoch, dass nun Heterosexuelle diskriminiert werden würden. So schreibt die deutschsprachige Seite katholisches.info, dass für eine Lesbe mehr als 3.000 Väter "abgeschafft" werden würden, deren Kinder jedes Jahr in der Geburtsklinik geboren werden. Die christlichen Autoren erklären weiter, dass "eine homosexuelle Beziehung die Zeugung eines Kindes ausschließt und daher per se kinder- und familienfeindlich ist". Die Seite bezeichnet den Vorgang auf Englisch als "homosexual correctness".

Italien ist im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern bei Rechten für Schwule und Lesben rückständig: So erkennt das 60 Millionen Einwohner zählende Land keine Homo-Partnerschaften an und hat nur einen begrenzten Diskriminierungsschutz für Schwule und Lesben – Homosexuelle dürfen etwa anders als in Deutschland beim Zugang zu Dienstleistungen wegen ihrer Sexualität benachteiligt werden. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 03.01.2013, 19:07h
  • Das Krankenhaus hat richtig gehandelt und damit gezeigt, daß man auch in einem homophoben und erzkatholischen Staat fortschrittlich sein kann! Ja und an die Katholischen Aktivisten habe ich noch ein Wort übrig: ZITTI!
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#2 KathiGr
  • 03.01.2013, 20:36h
  • Na ja, die Aufschrift "Partner" als Ersatz für "Vater" ist aber nicht unbedingt passend. Schließlich ist die lesbische Dame ja nicht der Partner des Kindes, sondern der andere Elternteil des Kindes.
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#3 LucaAnonym
  • 04.01.2013, 09:53h
  • Und die Katholiken müssen schon wieder sticheln...

    Die können echt mal nie einfach etwas akzeptieren. Die bekämpfen nur deshalb demokratische Prozesse, weil sie eine Kirchendiktatur wie im Mittelalter wollen.
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#4 MeineFresseAnonym
  • 04.01.2013, 10:49h
  • "Ursprünglich gab es nur Erkennungsarmbänder für Mutter und Kind. Aus Sicherheitsgründen wurde vor Jahren auch für die Väter ein Erkennungsband eingeführt. Auf dem Band war zunächst nur eine Nummer verzeichnet, die dann der Kenntlichkeit wegen mit der Bezeichnung Vater ergänzt wurde."

    Das heisst, ursprünglich wurde die Existenz eines Vaters sogar komplett negiert, er exitsierte höchstens als anonyme Nummer auf einem Armband und vorher überhaupt nciht *schnief*

    Gab es da eigentlich auch so eine große Aufregung wie jetzt?
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#5 FelixAnonym
  • 04.01.2013, 16:21h
  • Sehr fortschrittlich...

    Ich hoffe, dass die dabei bleiben und sich nicht vom katholischen Mob unter Druck setzen lassen. Und hoffentlich folgen ihnen noch viele andere...
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