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  • 05.01.2013           204      Teilen:   |

Beschneidung

Bist du cut oder uncut?

Artikelbild
Die Beschneidung von Jesus: Gemälde von Jacob Corneliz Van Oostsanen aus dem Jahr 1517 (Bild: Ed Bierman / flickr / cc by-sa 2.0)

Weder vom Wohlfühlen her noch aus medizinischer Sicht ergibt sich eine klare Positionierung zur Beschneidung. Gegner ignorieren die antisemitischen und antimuslimischen Auswirkungen der Verbotsdebatte.

Von Heinz-Jürgen Voß

"Was magst du lieber: cut oder uncut?" war eine der beliebten Umfragen in schwulen Medien. Dabei ging es um Empfindung, Spaß am Blasen und am Ficken; es ging um Vorlieben. Mit der "Beschneidungsdebatte" der letzten Monate kam auf einmal ein ganz neues Gefühl auf: Statt sich einfach etwa zu schnellem unproblematischen Sex verabreden zu können, musste man sich vorsehen, nicht unversehens in ein psychologisches Gespräch zu geraten, indem das Un/Cut diskutiert oder gar problematisiert wurde. Also: Therapiesitzung oder Therapiegedanken im Hinterkopf, statt des unverfänglichen Sexes.

Immerhin ergab sich auch ein positiver Nebeneffekt: Man konnte aus den Berichten der Weltgesundheitsorganisation lernen, dass man als "aktiver" – induzierender – Part beim ungeschützten Analverkehr ein nur halb so hohes Risiko habe, sich mit HIV zu infizieren, sofern man vorhautbeschnitten ist – im Vergleich zu Männern mit unbeschnittenem Schwanz. Aber die anderen 50 Prozent des Risikos bleiben auch hier und als "passiver" Partner hat man gar nichts von dieser "Risikoreduktion" – will man auf Nummer sicher gehen, kommt man also am Kondom nicht vorbei, egal ob cut oder uncut.

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Woher kommt die Vehemenz der Beschneidungsdebatte?

Ergebnis der queer.de-Umfrage zum Thema Beschneidung von vor einem Jahr. Nach religiösen Motiven hatten wir vorsichtshalber gar nicht erst gefragt...
Ergebnis der queer.de-Umfrage zum Thema Beschneidung von vor einem Jahr. Nach religiösen Motiven hatten wir vorsichtshalber gar nicht erst gefragt...

Interessant ist, so intensiv wie die "Beschneidungsdebatte" in den vergangenen Monaten geführt wurde, dass man zuvor so gar nicht daran gedacht hatte, Un/Cut zu problematisieren. Es gab – sieht man von den auf sexuelle Vorlieben ausgerichteten Clubs auf Datingportalen ab – weder "Betroffenenorganisationen" noch Zeitschriftenbeiträge; bestenfalls konnte man in medizinischen Foren oder der "Bravo" von Jungen lesen, die davon irritiert waren, wenn sie die Vorhaut nicht vollständig hinter die Eichel zurückziehen konnten, sei es auf Grund von Phimose oder wegen wenig Übung.

Vor dem Hintergrund der anfänglichen Stille und dann der Vehemenz der Debatte, stellt sich automatisch die Frage, woher nun diese Vehemenz kam und welche anderen Interessen ihr zu Grunde liegen müssen, als das Wohl der Männer und der Spaß am Sex.

Und bei dieser Suche wird man auch fündig. Denn es vergingen selbst zwischen der Urteilverkündung des Kölner Landgerichts – das häufig für die Debatte verantwortlich gemacht wird – und der aufkommenden Debatte sechs Wochen. Während das Urteil bereits Anfang Mai 2012 verkündet wurde, setzte die Debatte schlagartig am 26. Juni ein. Der "Tagesspiegel" hat die Hintergründe aufgearbeitet, wobei die Sprache immer wieder auf einen Strafrechtler kommt, auf Holm Putzke. Er habe intensiv damit zu tun, dass letztlich die Debatte in Gang kam. Und er hatte dabei auch im Blick, dass insbesondere Juden und Muslime von der Diskussion betroffen wären und sie für ihre Religionen wichtige Riten verzichten müssten.

Vorhautbeschneidung als Schutz vor Harnweginfektionen

Protest gegen Beschneidungen beim San Francisco Pride 2009
Protest gegen Beschneidungen beim San Francisco Pride 2009 (Bild: Franco Folini / flickr / cc by-sa 2.0)

Von dem einfachen schwulen "Magst du lieber Cut oder Uncut?" kommen wir so zu Politik, mit antisemitischen und antimuslimischen Auswirkungen und ggf. auch Interessen. Dass wird noch deutlicher, weil sich weder vom Wohlfühlen her noch aus medizinischer Sicht eine klare Positionierung zu Un/Cut ergibt. Wie etwa bei Impfungen ergeben sich mit der Vorhautbeschneidung positive Wirkungen und können aber selten auch Komplikationen auftreten. So ist die Vorhautbeschneidung als weitgehender Schutz vor Harnweginfektionen medizinisch wertvoll: So tritt bei zwei Prozent der unbeschnittenen Jungen bereits im ersten Lebensjahr eine Harnweginfektion ein, hingegen nur bei 0,2 Prozent der beschnittenen.

Da mit Harnweginfektionen Schmerzen und Fieber verbunden sind und, sofern sie nicht früh genug erkannt werden, schwerwiegende Folgen etwa die Nieren betreffend verbunden sein können, spricht dieser Fakt durchaus klar für die Praxis der Vorhautbeschneidung und sie ist deswegen etwa in den USA verbreitet. Bei der Empfindsamkeit der Eichel und der Zufriedenheit mit dem Sex ergeben sich keine klaren Unterschiede zwischen beschnittenen und unbeschnittenen Männern. Ob sich Traumatisierungen mit der Vorhautbeschneidung ergeben, lässt sich nicht sagen. Es gibt hierzu keine Hinweise in Studien. Psychologische Auswirkungen konnten hingegen dafür gezeigt werden, wie im Umfeld und in der Gesellschaft mit der Vorhautbeschneidung und den beschnittenen Jungen umgegangen wird: Beschnittene Teenager in Kalifornien äußerten sich mit ihrer Beschneidung zufrieden – in den USA sind etwa zwei Drittel der Jungen beschnitten. Hingegen klagten in Schweden beschnittene Jungen und Männer über Hänseleien – dort sind nur wenige Jungen und Männer beschnitten.

Das ist ein Hinweis darauf, dass es gerade darauf ankommt, wie Menschen zusammenleben und ob sie sich offen und wertschätzend begegnen. Dass gilt auch bzgl. Religion – auch wenn man sich selbst als agnostisch oder atheistisch verorten sollte. Und auch für Religionskritik muss man im Blick haben, wo die herrschenden Positionen in der Diskussion herkommen, wo man selbst möglicherweise Hass und Menschenverachtung fördert, gerade wenn es um Religionen von Minderheiten geht und nicht der Mehrheit.

  Infos zum Autor
Heinz-Jürgen Voß (Dr. phil., Dipl. Biol.), aus Hannover und Frankfurt (Oder), forscht und lehrt zu biologisch-medizinischen Geschlechtertheorien und biologie- und medizinethischen und -geschichtlichen Themen. Zuletzt veröffentlicht: Geschlecht: Wider die Natürlichkeit (2011, Schmetterling), Intersexualität – Intersex: Eine Intervention (2012, Unrast), Interventionen gegen die deutsche "Beschneidungsdebatte" (2012, Assemblage; gemeinsam mit Salih Alexander Wolter und Zülfukar Çetin).
Links zum Thema:
» Mehr Infos zum Buch "Interventionen gegen die deutsche 'Beschneidungsdebatte'" bei Amazon
» Homepage von Heinz-Jürgen Voß
» Michel Chaouli: Markierte Körper (Die Zeit)
» Jost Müller-Neuhof: Chronik einer beispiellosen Debatte (Tagesspiegel)
Wochen-Umfrage: Was findest du geiler: Cut oder Uncut? (Ergebnis)

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Tags: cut, uncut, beschneidung, circumcision, heinz-jürgen voß
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Reaktionen zu "Bist du cut oder uncut?"


 204 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
05.01.2013
09:03:54


(-10, 22 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Wenn ich mir das Ergebnis der Queer.de-Umfrage ansehe, hätte ich eher damit gerechnet, daß die meisten für Antwort D als für Antwort A gestimmt hatten.

Beschneidungen sind im Islam und Judentum ein Ritual mit sehr langer Tradition und man sollte es den Anhängern beider Religionen auch nicht durch ein Gericht verbieten.

Jedenfalls hat Heinz-Jürgen Voß einen sehr guten Artikel über das Thema Beschneidung verfaßt und deshalb vielen Dank dafür.


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#2
05.01.2013
09:45:21


(+12, 20 Votes)

Von Felix


Nur weil man gegen (medizinisch unbegründete) Verstümmelungen ist, ist man noch lange nicht antisemitisch oder antimuslimisch. Sondern man ist pro körperliche Unversehrtheit!

Wer Beschneidungen bei Jungen befürwortet, ohne dass es dafür medizinischen Anlass gibt, kann auch nichts mehr gegen Klitoris-Beschneidungen bei Frauen sagen. Auch diese sind rein religiös motiviert und dann wären die Gegner von Frauenbeschneidungen ja auch antimuslimisch.

Wenn Erwachsene sich ohne medizinische Indikation beschneiden lassen wollen, ist das deren Ding. Aber Zwangsbeschneidungen bei Kindern sind abzulehnen!! Diese Verstümmelung ist schwere Körperverletzung! Dass das dennoch gestattet wird, zeigt, dass religiöse Fanatiker mehr Einfluss haben als Demokraten mit gesundem Menschenverstand und medizinischer Sachkenntnis...


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#3
05.01.2013
09:56:17


(+10, 18 Votes)

Von Robin


Dass die grundlose Vorhaut-Amputation mindestens 50% der Penis-Nerven entfernt, zeigt auch, warum Religionen so viel Wert darauf legen:

Es ist psychologisches Fakt, dass Sex genauso ein Grundbedürfnis ist wie Essen, Trinken und Schlafen. Und wer ein gutes Sexleben hat, ist glücklich und zufrieden und braucht dann auch keine Heilsprediger, die seelenlose Psychowracks führen wollen.

Deswegen sind so viele Religionen gegen Sex bzw. wollen ihn nur auf das Mindestmaß zur Fortpflanzung beschränken. Und was den Sex weniger befriedigend macht, finden die natürlich auch toll.


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#4
05.01.2013
10:02:14


(+11, 15 Votes)

Von Oili


Sicherlich mag die Beschneidung in einzelnen medizinischen Indikationen vorteilhaft sein, aber da ist der Artikel einfach nur einseitig. Nachteile oder Risiken werden kaum oder gar nicht benannt.
Womit ich aber gar nicht klar komme, ist die unterschwellige Unterstellung in den letzten Zeilen, dass eine Ablehnung der Beschneidung anderer Hass und Menschenverachtung gerade in religiösen Bereichen fördert. Das ist eine Unverschämtheit. Man ist kein Antisemit oder Islamophob und unterrstützt diese auch nicht wenn man sich für die körperliche Unversehrtheit von Kindern einsetzt. Man muss sich den Vorgang mal auf der Zunge zergehen lassen: Wegen der überzeugung eines anderen Menschen, in diesem Fall die Eltern und Verwandten, wird einem unmündigen Kind ein Teil seines Körpers abgeschnitten. Ich rede nicht von medizinisch notwendigen Beschneidungen. Und da ist es vollkommen egal welcher Körperteil es ist. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit wird, auch auf politischer Ebene, mit den Füßen getreten. Ein Unding.

Viele Grüße
Oil


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#5
05.01.2013
10:08:33


(-6, 16 Votes)

Von verqueert
Aus Hannover (Niedersachsen)
Mitglied seit 05.01.2013
Antwort zu Kommentar #3 von Robin


die Angabe der 50 Prozent ist falsch - es handelt sich übrigens um ein Bild von einer Demonstration. (nur als kleiner Hinweis). Bei der Vorhautbeschneidung wird die Empfindsamkeit nicht beeiflusst - unbeschnittene und beschnittene Schwänze sind gleich empfindsam, wie Studien zeigen - daragelegt übrigens auch in: "Interventionen gegen die Bescheneidungsdebatte"
Link zu www.edition-assemblage.de


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#6
05.01.2013
10:08:42


(+7, 19 Votes)

Von Mediziner


Ich finde es skandalös, dass queer.de hier unreflektiert solche Artikel von einem Dr. phil verbreitet (wieso fragt man da keinen Dr. med ?), wo Gerüchte, längst überholte Vermutungen und Halbwissen sich zu völlig falschen Behauptungen kumulieren?

NEIN, Beschneidungen ohne Vorhautverengung haben keinen medizinischen Nutzen. Beim Schutz vor Harnwegsinfektionen, Entzündungen o.ä. lässt sich bei normaler Hygiene kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen beschnitten und unbeschnitten feststellen.

Die veröffentlichten Prozentzahlen sind völliger Humbug. Man kann deskriptiv so ziemlich jeden Wert feststellen und es gibt auch Studien, die es genau umgekehrt sehen, aber die Frage ist immer, wie das inferenzstatistisch abgesichert wird. Sprich, welche statistische Signifikanz das für den Schluss von der Stichprobe auf die Grundgesamtheit hat. (Für die Statistik-Experten: hier geht es um Alfa- und Beta-Fehler.)

Wer natürlich meint, nur einmal im Monat auch mal unter seiner Vorhaut sauber machen zu müssen, hat noch ganz andere Probleme... Das trifft aber auch Beschnittene. Bei normaler Hygiene gibt es jedoch keinen Unterschied. Die Eltern, deren Kind eine Harnwegsinfektion hat, sollten eher mal nach anderen Gründen forschen. U.a. ob sie den Penis ihres Kindes gründlich genug - auch unter der Vorhaut - reinigen. Und für Erwachsene gilt das natürlich auch.

Der einzige Grund, der für eine Beschneidung spricht, ist eine Vorhautverengung! Und sonst gar nichts!!


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#7
05.01.2013
10:12:45


(+8, 18 Votes)

Von Tobi Cologne
Antwort zu Kommentar #1 von FoXXXyness


"Beschneidungen sind im Islam und Judentum ein Ritual mit sehr langer Tradition und man sollte es den Anhängern beider Religionen auch nicht durch ein Gericht verbieten."

Nur weil etwas eine lange Tradition hat, ist es noch lange nicht richtig!

Die Diskriminierung von Schwulen und Lesben hat auch eine lange Tradition - in fast allen Religionen. Dann wäre das ja auch etwas, was man akzeptieren muss. Und wie schon jemand sagte, haben Frauenbeschneidungen auch eine lange, religiös begründete, Tradition in Afrika. Dann muss man diese Verstümmelungen ja auch hinnehmen.

Nur weil irgendwann mal irgendwer sich was überlegt hat und das sehr lange Zeit nicht kritisch hinterfragt wurde, muss das doch nicht richtig sein. Ansonsten sprichst Du der Menschheit das Recht ab, dazu zu lernen und klüger zu werden.


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#8
05.01.2013
10:22:27


(+10, 16 Votes)

Von Tonito


"Das ist ein Hinweis darauf, dass es gerade darauf ankommt, wie Menschen zusammenleben und ob sie sich offen und wertschätzend begegnen. Dass gilt auch bzgl. Religion auch wenn man sich selbst als agnostisch oder atheistisch verorten sollte. Und auch für Religionskritik muss man im Blick haben, wo die herrschenden Positionen in der Diskussion herkommen, wo man selbst möglicherweise Hass und Menschenverachtung fördert, gerade wenn es um Religionen von Minderheiten geht und nicht der Mehrheit."

--------------->>

Schon wieder so ein religiös verblendeter Gastkommentator, der aus Angst, Religion zu kritisieren ein völlig falsches Verständnis von Toleranz hat.

Auch Toleranz gegenüber anderen Religionen (oder überhaupt gegen Religionen) bedeutet nicht, dass man alles von denen kritiklos hinnehmen muss.

Sonst müssten Homohass und Frauen-Beschneidungen in Afrika ja auch als Toleranz gegen Religionen akzeptiert werden.

Offen und wertschätzend zu sein heißt nicht, auch Körperverletzung / Verstümmelung in Form von medizinisch unbegründeten Beschneidungen zu akzeptieren.

Nur weil man das kritisiert fördert man doch nicht Hass und Menschenverachtung. Ansonsten dürfte man Religionen ja gar nicht mehr kritisieren, weil das angeblich Hass und Menschenverachtung fördert.

Ich sehe öfter, dass Religionen Hass und Menschenverachtung fördern, als Kritiker, die sich auf wissenschaftliche Fakten stützen!


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#9
05.01.2013
10:29:55


(+10, 16 Votes)

Von Sebi
Antwort zu Kommentar #6 von Mediziner


Volle Zustimmung!

Ein Dr. phil. ist ein "philosophischer" Doktor, also von einer geistes- oder sozialwissenschaftlichen Ausrichtung. Das ist kein Dr. med. und auch kein Dr. rer.nat.

Er vertritt eine einzelne Meinung, die eher von sozialwissenschaftlichen Überlegungen der Toleranz gegenüber Religionen geprägt ist (was er ja auch deutlich sagt, dass es ihm darum geht).

Aber richtige medizinische Studien kommen zum Ergebnis, dass nur Vorhautverengung ein Grund für Beschneidung ist. Zumindest, wenn man sich richtig pflegt. Wer zu faul ist, beim Waschen die Vorhaut zurückzuschieben und sich auch darunter zu reinigen, mag es vielleicht bequem finden, sich beschneiden zu lassen. Aber wer eine normale Hygiene anwendet hat ohne Vorhautverengung keinen Vorteil von einer Beschneidung.

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Herr Voß verwechselt etwas:
niemand will Beschneidungen aus religiösen Gründen verbieten - wenn es Erwachsene machen. Wenn jemand aus religiösem Wahn sich selbst verstümmelt ist das seine Sache.

Wir haben nur was dagegen, dass Kinder zwangsbeschnitten werden, ohne dass sie selbst entscheiden können und ohne dass es einen medizinischen Anlass dafür gibt.
!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


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#10
05.01.2013
10:30:47


(+13, 17 Votes)

Von Andre


" für ihre Religionen wichtige Riten verzichten müssten."
Na und? Was unsere Kultur und Gesetzte angeht sind gewisse Dinge nun mal nicht verhandelbar. Außerdem wird nicht Beschneidung generell verboten sondern nur Beschneidung an Kindern, wenn du dich mit 14 beschneiden lassen willst ist das deine Sache aber nicht schon mit 8 Jahren oder ein paar Wochen.
Religionsfreiheit verlangt das sogar, denn sie setzt eine Entscheidungsfreiheit voraus. Ein 8-jähriger wird kaum nein sagen, selbst wenn er nicht will und ein Säugling kann es garnicht.

Wenn wir die Beschneidung von Jungen grundsätzlich zulassen, weil es wichtig für eine Religion ist, müssen wir auch Beschneidung von Mädchen zulassen, und wenn wir gerade dabei sind, dann müssten wir auch heilige Kriege, Tötungen von Ungläubigen und Homophobie zulassen. Die sind in allen drei abrahamitischen Religionen fest verankert.


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