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  • 07.01.2013           14      Teilen:   |

Anglikanische Staatskirche

England: Streit um Keuschheitsgebot für schwule Bischöfe

Artikelbild
Schwule dürfen bald Bischöfe werden, wenn sie auf Sex verzichten - für heterosexuelle Männer gilt diese Einschränkung nicht (Bild aus der Comedyserie "The Vicar of Dibley"; Frauen bleiben vom Bischofsamt ausgeschlossen) (Bild: BBC)

Schwule mit einem Lebenspartner dürfen in der anglikanischen Kirche in England fortan Bischof werden – allerdings nur, wenn sie ihr Sex-Leben einstellen.

Die "Church of England" hat am Freitag bekannt gegeben, dass offen schwul lebende Männer Führungspositionen in der Kirche übernehmen dürfen, auch wenn sie mit ihrem Partner zusammenleben: "Wir haben beschlossen, dass auch Geistliche in eingetragenen Lebenspartnerschaften, die in Übereinstimmung mit den Lehren der Kirche zu menschlicher Sexualität leben, als Kandidaten für Bischofsämter in Frage kommen", erklärte Bischof Graham James in einer offiziellen Mitteilung. Diese Entscheidung betrifft nicht lesbische Theologinnen, da sie weiterhin vom Bischofsamt ausgeschlossen sein werden.

Kirchensprecher Arun Arora erklärte, dass die Staatskirche Homosexualität nicht als Sünde ansehe, allerdings das Ausleben dieser sexuellen Orientierung weiterhin ein Problem sei: "Die Kirche macht einen großen Unterschied zwischen sexueller Orientierung und Ausübung der Sexualität", sagte Aurora. Gott liebe Hetero- als auch Homosexuelle, daher könnten beide der Kirche dienen. "Aber Sex sollte nur innerhalb der Ehe praktiziert werden – egal, ob man heterosexuell oder schwul ist." Allerdings hat sich die Kirche auch ausdrücklich gegen die von der Regierung geplante Öffnung der Ehe ausgesprochen (queer.de berichtete).

Noch 2010 hatte die Church of England den verpartnerten (und keuschen) Dekan Jeffrey John für einen Bischofsposten abgelehnt (queer.de berichtete).

Die weltweit 80 Millionen Mitglieder zählende anglikanische Gemeinschaft ist in der Frage der Homosexualität (und von Frauen-Rechten) tief gespalten. Besonders liberal sind die US-Anglikaner, die keine Probleme mit Frauen und (sexuell aktiven) Homosexuellen im Bischofsamt haben. Auf der anderen Seite stehen insbesondere afrikanische Anglikaner, die Homosexualität als Sünde und als Straftat betrachten.

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"Weltliche Sorge des Westens"

Konservative Anglikaner haben bereits heftig gegen die Entscheidung der Church of England protestiert. So erklärte der Chef der einflussreichen Lobbygruppe "Fellowship of Confessing Anglicans", der kenianische Erzbischof Eliud Wabukala, dass die englische Kirche die Glaubensbekenntnisse "mit weltlichen Sorgen des Westens" verwässere.

Homo-Aktivisten begrüßten den Schritt vorsichtig, erklärten aber auch, dass sich die Kirche mit ihrer Konzentration auf schwulen Sex lächerlich mache: "Ich bin sicher, dass zölibatär lebende schwule Männer ganz aufgeregt die neue Berufsmöglichkeit begrüßen werden, aber sie werden sich wohl fragen, wie die Kirche das kontrollieren will", sagte Ruth Hunt, Sprecherin der schwul-lesbische Gruppe Stonewall.

Die anglikanische Kirche stand bereits 2003 vor einer Zerreißprobe, als die US-Kirche den schwulen Theologen Gene Robinson zum Bischof wählte. Robinson ist erst am Samstag in den Ruhestand gegangen (queer.de berichtete). Die Wahl wurde von der "Church of England" verurteilt. Die nigerianischen Anglikaner bezeichneten die US-Kirche daraufhin als "Krebsgeschwür", mehrere Kirchengemeinden erklärten ihren Austritt. Allerdings ist die angedrohte Kirchenspaltung bislang ausgeblieben. (dk)

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Tags: anglikanische kirche, großbritannien
Schwerpunkte:
 Anglikaner streiten über Homosexualität
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Reaktionen zu "England: Streit um Keuschheitsgebot für schwule Bischöfe"


 14 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
07.01.2013
12:46:16


(+7, 9 Votes)

Von benedikt


alles sehr katholisch. ( "Aber Sex sollte es nur innerhalb der Ehe praktiziert werden egal, ob man heterosexuell oder schwul ist." )

ein schmankerl für homophile asexuelle:

für schwule kirchenoffiziere wird don't ask, don't tell abgeschaft, wenn sie sexuell enthaltsam sind.

gibt es ein onanieverbot?


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#2
07.01.2013
12:49:56


(+7, 9 Votes)

Von sanscapote
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poisson d'avril???=Aprilscherz???


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#3
07.01.2013
13:22:31


(+2, 4 Votes)

Von TheDad
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Und ?

Was ist dieser "Beschluß" in einer weiterhin rassistischen Sekte nun Wert ?

Gar nichts..

Es werden weiterhin schwulenfeindliche Statements "andersdenkender" Kirchenoberer mehr oder weniger unkommentiert lanciert und geduldet..

Durch den "Beschluß" ändert sich nicht etwa die zu Markte getragene diskriminierende Politik der Splitter-Sekte, sie wird nur sowohl nach innen als auch nach außen hin VERFEINERT..

Weiterhin werden Frauen und damit auch ganz nebenbei lesbische Frauen und Beziehungen, für ein führendes Bischofsamt kategorisch abgelehnt..

Schwule können zwar jetzt generell führende Positionen erreichen, leben sie aber in einer "eingetragenen Partnerschaft" dürfen sie durch das zwangsweise auferlegte Zölibat ihre "Ehe" nicht ausleben..

Eine sexuell nicht vollzogene Ehe ist selbst bei den Katholiken ein anerkannter Scheidungsgrund..

Zusätzlich zum nun ordinierten Bischof diskriminiert die Sekte jetzt auch noch den jeweiligen Partner, der ja offenbar die Verbindung einmal eingegangen ist weil er den Partner liebt und mit ihm eine monogame Beziehung inclusive eines Sexuallebens führen wollte und will..

Über die in diesen Partnerschaften mögliche Adoption von eigenen (Stiefkind-Adoption) oder gar fremden Kindern sagt der "Beschluß" wahrscheinlich zunächst explizit nichts, ich bin aber sicher das diese Sekte sich damit noch befassen wird, und ein ähnlich diskriminierendes Konstrukt zustande bringen wird, um diesen Kindern dann das Leben so schwer wie nur irgend Möglich zu machen..

Und was bringt der "Beschluß" den Gläubigen Anhängern dieser Sekte ?

So ganz nebenbei verkündet die "Church of England" in ihrem "Beschluß" ihre "Auffassung" von Sexaulmoral, und biedert sich damit unverhohlen an die RKK in Rom an :

""die in Übereinstimmung mit den Lehren der Kirche zu menschlicher Sexualität leben,""
heißt es dort, und weiter :
""Sex sollte nur innerhalb der Ehe praktiziert werden egal, ob man heterosexuell oder schwul ist""

Aha..
Gegen die schwule Ehe hat die Sekte sich ausdrücklich ausgesprochen, also kommt diese Aussage ausschließlich den Heten zu Gute..

Damit gilt das nun auferlegte Zwangszölibat nicht nur wie zunächst vermutet werden konnte, für die Theologen die eine führende Rolle in der Sekte übernehmen wollen, nein, sie gilt mit dieser Formulierung automatisch für alle Mitglieder der Sekte, egal ob einfache Gläubige oder die Priesterschaft..

Ein fein ziselierter, semantisch eloquent formulierter "Rundumschlag" gegen alle LGBT´s UND alle Heten zugleich..
Das schafft sonst nur die menschenfeindliche Rhetorik aus dem Vatikan..

Es liest sich wie das verklausulierte kleingedruckte in einer Sterbeversicherung das die Auszahlung der Summe im Todesfall ausschließt..

Aber :
""Homo-Aktivisten begrüßten den Schritt vorsichtig, erklärten aber auch, dass sich die Kirche mit ihrer Konzentration auf schwulen Sex lächerlich mache: "Ich bin sicher, dass zölibatär lebende schwule Männer ganz aufgeregt die neue Berufsmöglichkeit begrüßen werden, aber sie werden sich wohl fragen, wie die Kirche das kontrollieren will", sagte Ruth Hunt, Sprecherin der schwul-lesbische Gruppe Stonewall.""

Wie Bitte ???

Zölibat als KARRIERE-Motor ???

Das Statement von Mrs.Hunt mutet an wie die Beschreibung eines Kindes das Hände klatschend vor der Zuckerbäckerei auf dem Rummel auf- und ab hüpft und freudig auf die sich bildende Zuckerwatte starrt..

Denn durch die impliziert vorgetragene Sexualmoral der "Church of England" in diesem "Beschluß" konzentriert sie sich nicht nur auf Homosexualität, sie weist zugleich darauf hin wie "verwerflich" sie jede Form der Sexualität betrachtet die nicht reproduktiv in einer Ehe stattfindet, und diskriminiert damit weiterhin alle Menschen die keine Kinder haben (möchten), oder (dazu) nicht extra heiraten wollen..


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#4
07.01.2013
13:25:51


(+7, 9 Votes)

Von fiddlerontheroof
Antwort zu Kommentar #1 von benedikt


"Not just Catholics an old friend, now dead, told me that on the first interview about being confirmed into the Anglican communion with the school chaplain, the chaplains first question was, Do you fiddle, boy?"

Link:
whyevolutionistrue.wordpress.com/2011/04/16/forgiv
e-me-father-for-i-have-touched-myself/


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#5
07.01.2013
14:20:33


(+7, 9 Votes)

Von fink
Antwort zu Kommentar #3 von TheDad


brechen wir auch diese geschichte auf den kern herab: da ist eine religiöse gruppe, die ein völlig irrationales regelsystem für konstitutiv erklärt. problematisch ist das ja eigentlich "nur" für die kinder, die ohne ihr einverständnis lernen müssen, dass man regeln nicht verstehen, sondern nur befolgen müsse und problematisch ist es dann, wenn diese gruppe ihre irrationalen wahnideen für universell erklärt und der ganzen gesellschaft überstülpen will.

was schwule amtsträger angeht, kann man eigentlich sagen: selber schuld. wer unbedingt eine ideologie aktiv fördern will, die gruppenbezogene menschenfeindlichkeiten zu ihrem kernprogramm erklärt, der soll nicht jammern, wenn dies auch ihn selber betrifft. mein mitleid hält sich also in grenzen. schlimm ist es aber wegen des signals, das da wieder einmal in die gesellschaft und somit auch zu schwulen und lesbischen jugendlichen und ihren angehörigen gesendet wird: man darf schwul nur sein, wenn man nicht schwul lebt.

und schlimm ist es, wenn nicht einmal schwule merken, dass das kein "fortschritt" ist, sondern ein attentat auf die würde jedes schwulen. das kann nur bejubeln, wer aufrechten gang niemals gelernt hat.


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#6
07.01.2013
14:37:07


(+5, 9 Votes)

Von Eva Brunne
Antwort zu Kommentar #2 von sanscapote


Er hat jetzt einen sublimierten Orgasmus:
"Eine sehr schöne Nachricht, die uns da aus England erreicht..."


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#7
07.01.2013
15:20:56


(+2, 4 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #5 von fink


Einige User bekommen von mir schon "Grün" noch bevor ich deren Kommentar gelesen habe..

Du kannst dat noch viel hübscher verklausulieren als ich -lol-

Schaff Dir´n sichbares Profil hier, oder schreib mich bei Romeo an, damit wir zusammen mit daVinci, Stromboli und anderen aufrechten Atheisten den Kampf gegen die Claquere solcher Meldungen besser koordinieren können -lmw-

Diese Monster muß Mann doch irgendwie wieder unter´s Bett oder in den Schrank kriegen..

Dat mit den "aufrechtem Gang" ist bei fehlendem Rückgrat allerdings ein fleischliches Problem..


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#8
07.01.2013
18:01:46


(+5, 5 Votes)

Von Nico


Da bei gesunden Erwachsenen Sex ebenso ein Grundbedürfnis ist wie Essen, Trinken und Schlafen, ist diese Forderung entweder illusorisch oder sie zieht nur Gestörte an oder sie macht aus vormals Gesunden Gestörte.


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#9
07.01.2013
18:35:10


(-1, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Die von der "Church of England" haben wohl eine Meise unterm Pony! Entweder Sex für ALLE oder KEINEN!


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#10
07.01.2013
19:22:28


(+3, 5 Votes)

Von Katrin
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Die Church of England wird ausschliesslich von ihren Mitgliedern und Leistungen finanziert, anders als die RKK und die Evangelische Kirche in Deutschland, die sich vom Steuersäckel einen ordentlichen Teil abbeissen. Damit muss man der Church of England auch Autonomie im Umgang mit ihren Schäfchen und Mitarbeitern zugestehen. Seit mehreren Jahrzehnten hat diese Kirche ihre ultrakonservative Position aufgegeben und mehrere Zerreissproben durchgestanden. Man darf nicht vergessen, dass diese Kirch schwules Zusammenleben zulässt, dass in einigen afrikanischen Ländern lebenslangen Knast bedeutet. Auch wenn ich nicht verstehen kann, wie Menschen an einen oder mehrere Götter glauben können muss ich sagen, dass sich diese Kirche sehr gut mit dem gesellschaftlichen Wandel arrangiert. Wenn wir so eine Alternative in Deutschland hätten, wäre der Einfluss der RKK weit geringer. Aber so werden wir wohl hinter Polen das letzte Land werden, dass sich von den Dogmen der RKK erst per Richterspruch befreien darf. Und wer es bis hierher noch nicht geraffert hat: Diese Kirche wird bald einen verpartnerten Bischof haben. Das steht für die RKK erst in 500 Jahren an. Und auch Deutschland muss noch lange warten. Schliesslich haben wir erst das Stadium einer zölibitären Kanzlerin erreicht, so etwas wie Elisabeth I.


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