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  • 09.01.2013           19      Teilen:   |

Neuseeland

Homo-Werbung mit Papst: Beschwerde abgewiesen

Artikelbild
Mit diesem Bild wirbt der Stromanbieter Powershop um Kunden

Ein neuseeländischer Stromanbieter zeigt auf seiner Plakatwerbung, wie der Papst ein schwules Paar traut – Beschwerden von erzürnten Katholiken gegen die Reklame wurden am Mittwoch zurückgewiesen.

Die Selbstkontrolle der Werbeindustrie, die Advertising Standards Authority (ASA), teilte mit, dass die Werbung nicht beleidigend sei, berichtete der "New Zealand Herald". Damit darf sie weiter öffentlich gezeigt werden. Die Plakate wurden vor wenigen Wochen in den Städten Auckland und Wellington aufgehängt und werben für die Firma Powershop. Über dem Bild prangt die Aufschrift: "Die gleiche Power – eine bessere Einstellung". Darunter wirbt das Unternehmen mit den Worten: "Der bessere Stromanbieter".

Vier Personen hatten sich bei der ASA beschwert, dass sich die Werbung über Christen lustig mache. Einer der Beschwerdeführer bemängelte etwa, dass das Bild die Position der Kirche verfälsche: "Hier wird versucht zu zeigen, dass die katholische Kirche und der Vatikan die gleichgeschlechtliche Ehe gut heißt", sagte er.

Fortsetzung nach Anzeige


Die ASA erklärte jedoch, dass sich die Werbung satirisch mit einem Gesetzentwurf zur Öffnung der Ehe auseinandersetze, der derzeit im neuseeländischen Parlament beraten wird. Vor wenigen Monaten hatte es in der Kammer eine deutliche Mehrheit für die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht gegeben, allerdings sind noch weitere Abstimmungen nötig (queer.de berichtete).

Zwar könne das Bild nach Ansicht der ASA vereinzelt gläubige Menschen irritieren. Es sei aber humoristisch und ironisch angelegt und verstoße nicht gegen die Bestimmungen der Werbeindustrie.

Powershop macht sich in seiner Werbung immer wieder über öffentliche Persönlichkeiten lustig, darunter in der Vergangenheit Margaret Thatcher, Rupert Murdoch oder Saddam Hussein. Auf einem Plakat verkauft der frühere nordkoreanische Diktator Kim Jong-il selling Hotdogs für eine Wohltätigkeitsorganisation.

Werbeplakate, in denen die katholische Kirche und Homosexualität thematisiert werden, sind immer wieder umstritten. So gab es vor zwei Jahren Beschwerden gegen einen Eiscreme-Produzenten in England, der seine Produkte von schwulen katholischen Pfarrern anpreisen lässt. Die Anzeige wurde von der katholischen Kirche als "Gefahr für unsere Kultur" bezeichnet (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: katholische kirche, papst, neuseeland, werbung
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Reaktionen zu "Homo-Werbung mit Papst: Beschwerde abgewiesen"


 19 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
09.01.2013
16:49:46


(+1, 7 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Die Plakatwerbung ist gut gemacht, allerdings wird es ein Traum bleiben, daß ein schwules oder auch ein lesbisches Ehepaar Benedictas Segen erhalten wird! Das Beste an der ganzen Sache ist aber, daß sich die ASA nicht vom katholischen Mob auf der Nase herumtanzen läßt und die Werbung erlaubte!


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#2
09.01.2013
17:44:18
Via Handy


(+9, 9 Votes)

Von David Z


Bravo! Die fundamentalistischen Fanatiker wollen immer wieder demokratische Grundrechte wie Redefreiheit oder Freiheit der Kunst unterbinden um ihre menschenverachtende Ideologie des Hasses und der Unterdrückung durchzusetzen.

Umso wichtiger sich denen immer wieder in den Weg zu stellen um Demokratie und Menschenrechte gegen deren religiösen Wahn und fanatischen Fundamentalismus zu verteidigen.


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#3
09.01.2013
17:54:36


(+6, 6 Votes)

Von stephan
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"Die Anzeige wurde von der katholischen Kirche als "Gefahr für unsere Kultur" bezeichnet."

Wenn man das Recht zum Diskriminieren von Minderheiten als essentiellen Bestandteil unserer Kultur ansähe, dann und nur dann hätte die katholische Kirche recht! - Sich über diese Einstellung lustig zu machen, ist aber wohl die adäquateste Form des Umgangs mit den unsäglichen Auffassungen der RKK!


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#4
09.01.2013
18:16:14
Via Handy


(+7, 7 Votes)

Von Foxie


Super Werbung! Mit ihrem Gezeter dagegen zeigen die Katholen wieder mal, wie rückständig und verbohrt sie sind.


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#5
09.01.2013
19:01:30


(+6, 6 Votes)

Von kuesschen11
Aus Darmstadt (Hessen)
Mitglied seit 26.08.2012


Die künstlerische Freiheit/Meinungsfreiheit ist schon lange in der Werbung gegenwärtig.

Manchmal muss eben mit Ironie die katholische Kirche auf die Defizite ihrer Nächstenliebe hingewiesen werden.

Doch die Kirchenführung spielt gleich wieder die Beleidigte, denn sie will die Macht der Unterdrückung mit allen Mitteln aufrechterhalten.

Die ASA hat gut reagiert und lässt sich die Plakatwerbung nicht verbieten.
Mal angenommen, dieses Plakat würde in Deutschland gezeigt, dann wäre es interessant zu wissen, ob der Deutsche Werberat es genauso sieht wie die ASA?


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#6
09.01.2013
19:31:31


(+5, 7 Votes)

Von Felix


Der soll lieber froh sein, dass er so positiv dargestellt wird.

Wäre die Kirche so positiv und fröhlich wie auf dem Plakat dargestellt, ginge es ihr weitaus besser.

Stattdessen verbreiten sie lieber Angst, um die Menschen einzuschüchtern und auf Linie zu halten.


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#7
09.01.2013
21:53:37


(+4, 6 Votes)

Von Franz


Der links soll Moslem sein, glaub ich.


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#8
09.01.2013
22:37:42


(+5, 7 Votes)

Von Gut lachen


hat Ratzinger doch hinter verschlossenen Türen, wenn er sieht, wie sehr Schwule und Lesben der bürgerlichen Ideologie in all ihren Erscheinungsformen hinterherrennen. Braut- Bräutigam-Ehebett-"Keimzelle" forever!


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#9
09.01.2013
23:31:17


(+3, 5 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012


Es ist in der Tat so, dass die Radikalitaet in der RKK immer heftiger wird. Gerade die Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualitaet nimmt teilweise groteske, ja manische Zuege an. Das deutet klar darauf hin, dass die RKK aufs heftigste im Kampf mit dem eigenen - krankhaften - Umgang mit Sexualitaet liegt, von ihrer unnatuerlichen, ja perversen Einstellung ablenken will. Kreuz.net war nach meiner Meinung einer der Kanaele, ueber die Mitglieder dieser Kirche die Folgen ihrer Sexualfeindlichkeit abbauen, sich im Detail ueber ihre geheimen Wuensche auslassen und ihre psychischen Stoerungen verbalisieren konnten.
Zufaellg bin ich auf eine Rede von Stephen Fry gestossen, die dieser schon 2009 zum Thema RKK gehalten hat und die ich fuer einen der bemerkenswertesten Beitrag zu diesem Thema halte, den ich ich je gehoert habe. Diese 18 Minuten muss man sich einfach goennen.

Link zu www.dailymotion.com


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#10
10.01.2013
00:06:13


(+2, 4 Votes)

Von axels
Aus - (Schweiz)
Mitglied seit 13.04.2011


"Same Power - different attitude", so im Original. Da soll also aus einer Firma, die den gleichen Strom verkauft - allein wegen einer anderen Haltung - die bessere Stromfirma werden, "A better power company", wie es in der Anzeige heisst.

Ist diese Anzeige Grund zur Freude? Ich denke nein. Aus zumindest drei Gründen nicht.

Erstens kommt der Papst zu gut weg: denn in echt schaut er angesichts eines schwulen Paares nicht lächelnd drein, sondern spricht von der Gefährdung des Weltfriedens. Das Motiv suggeriert aber auf seiner bildlichen Ebene die Vereinbarkeit von römisch-katholischer Doktrin mit Schwulenrechten. Hierzu braucht es freilich die Fähigkeit zur Doppelmoral, die zur Entfremdung von sich selbst beiträgt.

Zweitens, das schwule Paar: so sind "wir" der Gesellschaft recht: in vollkommener Bürgerlichkeit angekommen, in trauter Zweisamkeit, naiv, blöd, verträumt und dumm genug, sich sogar vom Papst trauen zu lassen (und ich möchte gar nicht wissen, wieviele schwule Paare sich heute vom Papst trauen lassen würden, so sie denn könnten). In oberflächlichem pink-lila Pomp verfangen...

Und drittens - und dies ist wesentlich - kommt die Stromfirma zu gut weg. Denn darum geht es ja. Warum um alles in der Welt soll ein schlechtes Produkt (der selbe Strom) durch eine andere Haltung besser werden? Ein schlechtes Produkt wird besser, weil es verbessert wird, nicht, weil es besser vermarktet wird. Doch das ist des Pudels (ergo Teufels) wahrer Kern: ein schlechtes Produkt in ein gutes Licht zu rücken. Und da wird Powershop in die Nähe von vermeintlicher Aufklärung und Emanzipation gerückt, als hätte beides miteinander zu tun!

Die Werbung ist damit nichts anderes, als Pinkwashing. Klar, das so aufgeklärte Paar wird im LOHAS-Sinne (Lifestyle of Health and Sustainability) dann auch ein wenig mehr für den grünen Alibi-Strom im Portfolio von Powershop bezahlen... (und wieder einmal wird sich niemand daran stossen, dass unverantwortlicher Strom billiger ist...).

((Nachsatz: Sollten Schwule für Kapitalinteressen (d.h. Werbezwecke) missbraucht werden, dann sollte zumindest was rausspringen, z.B. eine deutliche Delegitimierung des Papstes. Mit einer "anderen Haltung" würden die zwei in lila vielleicht dem Papst die Mitra vom Kopf schlagen oder...
Bild-Link:
EvilGrin.gif))


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