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Von Norbert Blech

Die Union hat eine ganz besonders engagierte Christin als Gutachterin für die Ausschussberatungen zur Homo-Ehe berufen. Ausgerechnet Christl R. Vonholdt vom sogenannten "Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft" darf darüber spekulieren, warum die Angleichung der Lebenspartnerschaft an die Ehe ein Problem sein könnte. Das Institut ist das sogenannte "Forschungszentrum" der "Offensive Junger Christen" (OJC).

"Verunsicherung der nächsten Generation"

Dem Magazin "Jesus.de" sagte sie, die Homo-Ehe sei "eine Entwertung der Ehe, dem Leitbild Ehe ist seine Einzigartigkeit genommen. Und das kann nur zu einer zusätzlichen Verwirrung und Verunsicherung in der nächsten Generation führen. Besonders in der Pubertät und im Jugendalter muss von einer hohen Plastizität der sexuellen Orientierung ausgegangen werden." Hier hätten Staat und Kirche eine Bildungsaufgabe, "die sie verfehlt, wenn sie Jugendlichen die Ehe zwischen Mann und Frau und die homosexuelle Partnerschaft als gleichwertige und gleich erstrebenswerte Leitbilder vor Augen stellt."

Ehe und Familie würden "weitere Finanzen zugunsten homosexueller Partnerschaften entzogen" werden, die Homo-Ehe sei eine "völlige De-Konstruktion und Neu-Definition von Familie". Zur Segnung von Homo-Paaren in einigen evangelischen Kirchen sagte sie "Jesus.de": "Nach jüdisch-christlicher Lehre sind Mann und Frau in einmaliger Weise aufeinander verwiesen und bilden erst gemeinsam den ganzen Menschen nach Gottes Ebenbild." Die Segnung homosexueller Partnerschaften verleugne diese Grundkonstante. Sie werde "weiter dafür kämpfen, daß die schlimme Entwertung des jüdisch-christlichen Menschenbildes, die durch die Segnung homosexueller Partnerschaften eingetreten ist, irgendwann wieder aufgehoben wird."

Im "Rheinischen Merkus" sagte Vonholdt in einem Interview, Homosexualität sei nicht angeboren. Sie habe vielmehr "mit frühkindlichen, tiefen emotionalen Verwundungen zu tun, mit chronischen Traumata". Man müsse sich diesen Gefühlen stellen, so könne man "auch den Weg zur Veränderung finden, denn mit Gefühlen und Vorstellungen kann man therapeutisch umgehen." Und Kinder seien bei Homo-Paaren nicht gut aufgehoben, denn es gebe "Hinweise in Studien, dass Kinder, die in homosexuellen Partnerschaften leben, häufiger als andere Kinder in ihrer geschlechtlichen Identität verunsichert sind und häufiger homosexuelle Erfahrungen machen." Studien zur guten Verträglichkeit von Homopaaren und Kindern seien hingegen "methodisch völlig unzureichend".

Homosexualität Zerstörung des eigenen Lebens

Dass Jugendlichen in Schulen "eine neue Landkarte in den Kopf gesetzt" werde, die Homosexualität als gleichberechtigt neben Heterosexualität setze, schaffe eine "tiefe Verunsicherung": "Jugendliche, so ist zu vermuten, werden deshalb experimentieren, um herauszufinden, was sie nun 'eigentlich' sind", so Vonholdt im "Rheinischen Merkur". Das führe zu "Identitätsverwirrung und in vielen Fällen zerstörtes Leben".

Paare in Homo-Ehen suchten "zutiefst eine Stillung emotionaler Bedürfnisse, die in der Kindheit ungestillt blieben. Wenn man es aus tiefenpsychologischer Sicht zusammenfasst, kann man sagen: Es geht um das ungestillte Bedürfnis nach Liebe und Zuwendung durch den gleichgeschlechtlichen Elternteil", so Vonholdt. "Homosexuell empfindende Männer" seien in ihren "frühen männlichen Beziehungen (meist zum Vater) verletzt worden". "Sie tragen dieses tiefe Gefühl in sich, dass da eine Kluft ist zwischen ihnen und dem Vater, dass sie zur Männergemeinschaft nicht dazugehören. Dieses tiefe Verlangen nach Zugehörigkeit, nach emotionaler Verbundenheit mit der Männlichkeit und nach Anschluss wird erotisiert und sexualisiert."

Die "Unreife", der häufige Partnerwechsel sei bei Schwulen "sehr verbreitet". Gleichzeitig wären Homosexuelle vor allem krank: "Eine umfangreiche, repräsentative Studie aus Holland aus dem Jahr 2001 zeigt, dass Personen, die sich homosexuell oder bisexuell verhalten, deutlich häufiger an psychischen Erkrankungen leiden. Bei den Männern sind es vor allem Angststörungen und schwere Depressionen, bei den Frauen vor allem Medikamenten- und Alkoholabhängigkeit", so Vonholdt im Merkur.

Vonholdt ist auch Herausgerin der Web-Seite "Bündnis für Familie" und hat einen Beitrag für das Buch "Homo-Ehe : Nein zum Ja-Wort aus christlicher Sicht" verfasst, in dem auch der unverbesserliche CSU-Rechtsaussen Norbert Geis zu Wort kommt. Vonholdts Institut bietet laut der "Plattform Christ und Homosexualität" auch "Seelsorgedienste zur Unterstützung von Menschen, die Heilung im Bereich ihrer Sexualität und Identität suchen", sie arbeitet auch mit dem angeblichen Homoheil-Verein Wüstenstrom zusammen. Ihr Institut stellt angebliche Forschung gegen Homosexualität zusammen und vertreibt auch Broschüren zur Homo-"Heilung".

Manfred Bruns hält dagegen

Der federführende Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages befasst sich am Montag um 17.30 Uhr in einer öffentlichen Anhörung im Paul-Löbe-Haus mit den vorliegenden Gesetzentwürfen der Regierungskoalition und der FDP zu einer Ergänzung des Lebenspartnerschaftsgesetzes. Als Sachverständige kommt neben einigen echten Wissenschaftlern auch Manfred Bruns vom Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) zu Wort.

Das Zurückziehen der Union auf religiöse und soziale Argumente ist wohl auch eine indirekte Folge des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zur Homo-Ehe. Die Richter hatten damals geurteilt, dass der Gesetzgeber ohne Konflikt mit der Verfassung Lebenspartnerschaften und Ehen gleichstellen kann. Danach wird kein Rechtsexperte mehr das Gegenteil behaupten.

Zum Weiterärgern:
Bulletins des OJC zur Sexualität, unter anderem mit Vonholdt-Beitrag zum Adoptionsrecht
OJC-Themenschwerpunkt Homosexualität
Vonholdt-Interview im Rheinischen Merkur
Vonholdt-Interview bei "jesus.de"

18. Oktober 2004, 15 Uhr



29 Kommentare

#1 mezzoAnonym
  • 18.10.2004, 15:44h
  • Da bin ich ja mal wieder gespannt, wie die LSU diese Dame wieder schön redet. Ich frag mich wirklich, ob die Mitglieder der CDU an Amerikanischen Biblebelt Fudamentalisten interessiert sind.
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#2 wolfAnonym
  • 18.10.2004, 16:11h
  • genau die gleiche kirche hätte diese dame verbrannt. damals wars !
    was die gute alles weiss, sie hat ein unglaubliches einfühlungsvermögen, speziell was die psyche schwuler männer angeht, lebt sie vielleicht im falschen körper?
    ihre krankheitstheorie ist klasse, könnte ja auch daran liegen, dass wir uns unser leben lang gegen genau diese vorurteile wehren müssen.
    unglaublich aber ist, dass jede hergelaufene trutschen in diesem staat ihren senf zu dingen abgeben darf, von denen sie, schon auf grund ihrer ach so christlichen erziehung, keine ahnung haben darf !
    aber durch die schwule partnerschaft wird der ehe und familie finanzielle kraft entzogen, das ist ja wohl des pudels kern.

    liebe leute schafft diese mistparteien ab, die haben sich wirklich überlebt, damit solche mutationen keine funktion mehr
    bekommen.
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#3 SvenAnonym
  • 18.10.2004, 16:34h
  • Es wundert mich nicht wirklich, da die CDU ein erklärter Feind der Homosexualität ist. Und genauso sollte man auch die Aussagen dieser "Christin" werten.

    Dass wieder einmal die Begriffe Ehe und Familie in einen Topf geworfen werden, ist symptomatisch, denn nur so kann man die Wertigkeit der Ehe begründen.
    Warum definiert man eigentlich nicht die Ehe als Lebenspartnerschaft?
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#4 mezzoAnonym
  • 18.10.2004, 16:59h
  • Jeder dieser Berufenen spricht immer von der Abwertung der Ehe. Kann mir jemand mal bitte schlüssig erklären, wieso es durch die Lebenspartnerschaft eigentlich zu einer Abwertung der Ehe kommt? Worin liegt denn nun eigentlich die Abwertung?
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#5 gerdAnonym
  • 18.10.2004, 19:21h
  • Ich kann in keinster Weise nachvollziehen, dass die CDU im Ausschuss eine solche unseriöse Person als Gutachterin geladen hat.

    Das passt in keinster Weise zu dem Vorstoss der CDU im Bundesrat durch die hamburgische CDU-Landesregierung.

    Da frage ich mich ernsthaft, wer ist für die Bennennung dieser Gutachterin im Bundestag zuständig gewesen; das würde ich gerne erfahren, denn dann wäre klar, wer dort im Bundestag so vehement hinter den Kulissen dagegen hält; das ist bestimmt nicht im Interesse vieler CDU-Bundestagsabgeordnete.

    Denn wenn diese Frau von der "Heilbarkeit" der Homosexualität spricht, dann weiss man doch, dass diese Frau wissenschaftliche Erkenntnisse über Bord schmeisst und nicht als ernstzunehmende Gutachterin in Zusammenhag mit Homosexualität in Betracht kommt. Das ist das Allerletzte!!!!
    ---

    Übrigens kurz angemerkt die EKD wendet sich nicht gegen den jetzigen Gesetzesentwurf, der eine Stiefkindadoption lediglich beinhaltet, wie ich bei epd lesen durfte. Die EKD wäre erst dann nicht einverstanden, wenn im Gesetzentwurf eine generelle Adoptionsmöglichkeit vorgesehen wäre.
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#6 StefanAnonym
  • 18.10.2004, 19:29h
  • Was diese Person so von sich gibt, ist nicht nur dumm und sachlich falsch, sondern zeugt noch dazu von einem zutiefst menschenverachtenden Menschneitsbild, das mit Christentum rein gar nichts zu tun hat.

    Diese Person maßt sich tatsächlich an, Gottes Schöpfung wozu auch Schwule und Lesben zählen, zu kritisieren.

    Wer Aussagen wie "Homosexuelle vor allem krank:" trifft, zeigt, welche Gesinnung da herrscht: alles, was nicht den eigenen Lebensstil kopiert ist krank und pervers.

    Oder: "Dass Jugendlichen in Schulen "eine neue Landkarte in den Kopf gesetzt" werde, die Homosexualität als gleichberechtigt neben Heterosexualität setze, schaffe eine "tiefe Verunsicherung": "Jugendliche, so ist zu vermuten, werden deshalb experimentieren, um herauszufinden, was sie nun 'eigentlich' sind", so Vonholdt im "Rheinischen Merkur". Das führe zu "Identitätsverwirrung und in vielen Fällen zerstörtes Leben"." (Ende Zitat)

    Hat sie schon mal daran gedacht, wie es für schwule, lesbische, bisexuelle und transsexuelle Jugendliche ist, wenn diese Dinge tabuisiert werden. Im Mittelalter hat man versucht Dinge durch Verschweigen ungeschehen zu machen. Und da gehört diese Person mit ihren Hasstiraden wohl auch hin.

    Und was ist mit AIDS-Aufklärung? Aber man ja fast glauben, dass bei ihrem Weltbild dieses eh die gerechte Strafe für Perversion ist.

    Man könnte noch so viel schreiben, aber diese Person zeigt schon selbst genug welch Geistes Kind sie ist.

    Die CDU/CSU tendiert so plump zu rechtem Populismus, dass sie nur die schlechtesten Wahlergenisse verdient haben. Wer Menschen so hasst, darf keine politische Verantwortung tragen.
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#7 gaymadeAnonym
  • 18.10.2004, 20:16h
  • es ist schon erschreckent im was für einer zeit man(n) lebt....
    alles kranke ...jaja....es ist die gesellschaft welche viele schwule in die depression bringt weil dank solcher parteien,die vorurteile immer wieder aufgepuscht werden....ich weis was ich zu wählen habe....es gibt noch viel zu tun......wehrt euch....
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#8 HermannAnonym
  • 18.10.2004, 20:34h
  • Ich für meine Person lehne die Homoehe ab. Ich würde auch nicht kirchlich heiraten. Jeder, der den kirchlichen Segen braucht, sollte aber auch die Möglichkeit haben ihn zu bekommen - und alle die ihre Partnerschaft eintragen lassen wollen, sollte das Recht auch haben!
    ABER! ... diesen geistigen Müll, den diese Dame verbreiteit ist für mich unerträglich!! So geistig eingeschränkt kann doch keine(r) sein, oder? Langsam frag ich mich: " Muss man mit einer bsonderen Portion an Dummheit und Ignoranz in die Politik gehn oder sich in den Dunstkreis solcher Politiker auf halten?"
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#9 NormanAnonym
#10 GoateeAnonym
  • 18.10.2004, 21:40h
  • ...
    mich würde interessieren, was Menschen zu berichten haben, die mit "Wüstenstrom" intensiven Kontakt hatten. Ist das Vorgehen wirklich als "Gehirnwäsche" abzuqualifizieren? SInd alle hinterher total unglücklich?

    Vielleicht gibt es auch nicht "den" Schwulen. Die bei Wüstenstrom geschilderten Aktionen, sprechen mich zumindest an (jaja, jetzt bin krank, gell?).

    Ich habe Eure Links angeklickt und fand mich nämlich in manchem, was da von Männern berichtet wird, durchaus "ertappt", mit 35 und nach über 10 Jahren in der schwulen Szene.

    Jetzt muss ich wohl mit vielen kritischen Reaktionen rechnen, das ist mir klar...

    Anderseits bin ich nach wie vor der Meinung, dass jedem freigestellt sein muss, wie er leben will. Dem politischen Aktivismus der Gruppe stehe ich sehr reserviert gegenüber!!

    Gefasst auf das Pech, das sich jetzt wahrscheinlich über mich ergießen wird, allen Lesern einen lieben Gruß!

    G.
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