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  • 12.01.2013           5      Teilen:   |

Roman "People Always Leave"

Schwule Abenteuer in der Psychiatrie

Artikelbild
Kaufanreiz: Der junge Mann auf dem Cover hat mit der Geschichte nichts zu tun

Ein junger Arzt mit schönen Augen und viele weitere Klischees: Alec Cedric Xanders Roman "People Always Leave"

Von Frank Hebenstreit

Kann ein Herzneurotiker sympathisch sein? Die Antwort ist ein entschiedenes Vielleicht!

Abgesehen davon, dass Kevin-Durchschnitt-Schwuppe die Legaldefiniton von Herzneurotiker sicherlich nicht auswendig daher beten kann, ist es noch nicht einmal sicher, ob Nathan, der Protagonist des Buches "People Always Leave" von Alec Cedric Xander, einer ist oder nicht. Konsumenten von Arztserien, Vorabendsoaps, Dokusoaps, Herz-Schmerz-Inszenierungen, Melodramen und Castingshows werden dieses Buch aus dem Homo Littera Verlag lieben.

Wobei Xander seinen Nathan auf keinen einfachen Weg schickt. Das macht er dem potentiellen Leser ja bereits mit seinem Titel klar. "People Always Leave" hat einen auch von hinten ganz ansehnlichen jungen Mann auf dem Titel. Der versteckt seine Ansehnlichkeit erholsamerweise zwar unter einer Menge Stoff, hat aber – wie man im Klappentext zügig erfährt – nichts mit der Geschichte zu tun. Schade an sich, aber ist ja häufig so. Nicht überraschend also, dass die drei großen Anfangsbuchstaben des Titels dann auch noch das Wort PAL bilden. Diese Abkürzung steht einerseits für das in Europa hauptsächlich verwendete Fernsehsendeformat PAL (Phase Alternation Line), was aber sicherlich überhaupt nicht gemeint ist. Daneben kennt das Englische dieses Wort als Synonym für Freund/Kumpel (männlich). Für die letzte Variante spare ich mir die Übersetzung: Personal Arse Licker. Noch Fragen?

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Vorhersehbar, unübersehbar vorhersehbar

Der junge Autor, Jahrgang 1985, zeigt sich gern mit freiem Oberkörper - Quelle: privat
Der junge Autor, Jahrgang 1985, zeigt sich gern mit freiem Oberkörper (Bild: privat)

Kaum hat man das Buch aufgeschlagen, nimmt die Handlung sofort ihren Lauf. Den Weg von Nathan aus der Firma in sein tristes Zuhause über die Überdosis Tabletten, das Aufgefundenwerden und das Erwachen in der Anstalt, alles das rasselt als kurze Vorgeschichte in einem extra so betitelten Interlude runter.

Schade, dass die Zielgruppe jetzt sicherlich diese Bezeichnung über die bekannten Suchmaschinen jagen muss, um dann an Erklärungen wie Zwischenspiel oder das deutlich internationalere Intermezzo zu kommen. Die Position dieses Zwischenspiels am Anfang des Buches hat sicherlich ebenso wenig eine Bedeutung wie die Außengestaltung. Wahrscheinlich war das einfach schick, es mal nicht als Prolog, Prelude oder was auch immer zu bezeichnen.

Nathan wird dann also in einer psychiatrischen Klinik wach. Neben einer kurz danach auftauchenden, durchaus spleenigen Zimmergenossin beginnt der Autor eigentlich direkt bei Nathans erstem Augenaufschlagen, einen bunten Strauß an Klischees abzuarbeiten. Da sind plötzlich zwei Ärzte, ein älterer und ein jüngerer. Der Jüngere hat, wie sollte es anders sein, ein markantes Gesicht und schöne Augen. Mit dem autistisch anmutenden Alexander kommt kurze Zeit später ein dritter Mann ins Spiel. Er ist Nathans verstorbenem Freund David, der bei einem brutalen, schwulenfeindlichen Überfall sein Leben verlor, wie aus dem Gesicht geschnitten.

Xander weiß offensichtlich, was seine Klientel von ihm erwartet, und ist auch bereit, es ihr zu geben. Natürlich entwickelt sich was zwischen Nathan und Dean. Natürlich treffen sie sich heimlich. Natürlich – oder für einige auch gottseidank – steigen Sie miteinander in die Kiste. Natürlich reden sie danach, davor und dabei über Nathans Problemstellung. Und schlussendlich natürlich wird dieses junge Glück von dem älteren Arzt torpediert. Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder Arzt seine Patienten… Ach lassen wir das.

Die Reihenfolge der Klischees – bis zum Knall

Alec Cedric Xanders zweiter Roman ist im Homo Littera Verlag erschienen
Alec Cedric Xanders zweiter Roman ist im Homo Littera Verlag erschienen

Einerseits könnte die ganze Geschichte recht schnell erzählt sein, andererseits hat Xander vieles, was passiert, dann wieder nicht ausführlich beschrieben, sondern bei beidem irgendwo auf der Hälfte Halt gemacht. So ist der Weg bis zum großen Knall denn auch leider mehr als vorhersehbar. Das führt dazu, dass der Nathan, mit dem man in dem kurzen Interlude vielleicht noch mitgelitten hat und für den man beim dritten Arzt dann auch noch gehofft hat, sich in einen Nathan wandelt, der einem eigentlich auf die Nerven geht. Dem möchte man eigentlich nur sagen: "Jetzt reiß Dich mal zusammen und lebe dein Leben endlich mal halbwegs bewusst und fang – verflucht noch mal! – an, es zu genießen. Das hätte David auch so gewollt!" Welch hübsches Klischee. Bis zum Knall.

Was auch immer Xander dann geritten hat, er geht ab da unerwartete Wege. Leider noch kürzere als vorher. Plötzlich wenden sich die Schemata von Gut und Böse, und wieder einmal steht Nathan als von so vielem verlassen im Zentrum und fängt gar wohltuend an, Entscheidungen zu treffen.

Wie selbst- oder fremdbestimmt diese dann waren, was der ältere Arzt oder David oder Alexander oder Dean damit zu tun haben und wer mit wem und warum, das ist dann plötzlich doch nicht wirklich vorhersehbar.

Eine Geschichte, die trotz allem zu Herzen gehen kann

Bleibt festzustellen, dass "People Always Leave" von Alec Cedric Xander sicherlich die Herzen seiner Klientel im Sturm erobern wird, wie an vielen positiven Stimmen in Netz und Medien abzusehen ist. Man merkt dem Roman und dem Schreibstil jedoch an, dass hier ein junger Mensch am Anfang steht. Und man wird den Verdacht nicht los, dass Xander die Grundthematik seines ersten Romans "Secret Love" lediglich variiert hat. Für 13,90 Euro bekommt man hier eine Geschichte, die, wenn man sich drauf einlassen möchte, zu Herzen gehen kann. Ob sie den Preis wert ist, möge jeder selbst entscheiden.

In Xanders Schreibe steckt jedoch mehr als nur ein Funke Talent. Er schafft es, dass man bereits ab dem Interlude seinen Protagonisten begleiten möchte, obwohl man diesen schon da nicht wirklich als sympathisch empfunden hat. Vielleicht ist auch das allein schon ein Grund, das Buch zu lesen.

Bleibt zu wünschen, dass der Autor den Entwicklungsmöglichkeiten folgt und sein Leben nicht als Klientelschreiber fristen will/muss.

  Infos zum Buch
Alec Cedric Xander: People Always Leave. Drama. 196 Seiten. Homo Littera Verlag. Gratkorn/Österreich 2012. 13,90 €. ISBN 978-3-902885-13-5
Links zum Thema:
» Mehr Infos zum Buch und Bestellmöglichkeit bei Amazon
» Homepage von Alex Cedric Xander
Mehr zum Thema:
» Rezension seines ersten Romans "Secret Love": Schwule Liebe in der zehnten Klasse (21.06.2012)
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Tags: alec cedric xander
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Reaktionen zu "Schwule Abenteuer in der Psychiatrie"


 5 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
13.01.2013
11:03:43


(-2, 4 Votes)

Von carolo


Sind bei diesem Thema die Kommentare gesperrt, oder wo bleibt der übliche Shitstorm der Xander-Fans...? ;-)


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#2
13.01.2013
21:29:57


(+2, 2 Votes)

Von Turk18
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Antwort zu Kommentar #1 von carolo


Shitstorm ist doch das, was du hier versuchst zu starten. Der Artikel liest sich wie eine Verarschung und das sage ich als Nicht-Alec-Kenner, wobei er schon knuffig ausschaut . Neid ist laut Aussage meiner ehemaligen Lehrerin die größte Form der Anerkennung. Man seid ihr neidisch


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#3
13.01.2013
23:52:36


(0, 2 Votes)

Von alexander
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Antwort zu Kommentar #2 von Turk18


DU SCHEINST WIRKLICH EIN SÜSSER FRATZ ZU SEIN, DER AUCH NOCH WAS IN DER BIRNE HAT!


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#4
14.01.2013
00:51:28


(+1, 1 Vote)

Von Turk18
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Antwort zu Kommentar #3 von alexander


Ich versuche so süß zu sein wie ich sein kann Wenigstens gehe ich nicht auf andere los, nur weil ich neidisch bin. Bin auch auf vieles neidisch, aber deswegen vergönne ich es dem Mann oder der Frau doch nicht. Hätte gerne das Bankkonto von Obama ... hasse ich ihn deswegen, nein!


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#5
14.01.2013
22:35:54


(-1, 1 Vote)

Von Sveni-Mausi
Antwort zu Kommentar #4 von Turk18


Bankkonto von Obama???
Ist wohl für die meisten ein finanzieller Abstieg ;-)
Sein Konkurrent hat viel mehr Geld.


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