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  • 14.01.2013           8      Teilen:   |

Selbstversuch mit Publikum

Gregor Schmidinger: In 120 Tagen zum Sexgott

Artikelbild
Das ist Gregor von unten betrachtet. Seine vermeintliche Problemzone. Doch wie der Sex beginnen auch die Erektionsprobleme meist woanders... (Bild: sexgodproject)

In der Dschungelcamp-Show "Ich bin ein Star…" berichtete gerade der Sänger Patrick Nuo über seine jahrelange Sucht nach Pornographie, die von ihm Besitz ergriffen hatte.Auch den 27-jährigen Gregor Schmidinger, Filmemacher aus Wien, treibt die Sorge, dass er den Kontakt zum Kern seiner Sexualität verloren hat. Der tägliche Pornobilderstrom, mit dem er seinen Rechner und sein Hirn flutet, seit er zwölf ist, sei die Ursache für seine Erektionsstörungen. Nun hat er eine Art "Sexdiät" begonnen, die er in einem Blog öffentlich macht. Sein erklärtes Ziel: In 120 Tagen zum Sexgott werden. Oder sich zumindest so zu fühlen. Christian Scheuß hat nachgefühlt…

Gregor, ein Mittzwanziger gesteht freimütig ein, an Erektionsstörungen zu leiden. Was brachte dich dazu, dieses Tabu zu knacken?

Ich habe halt irgendwann gemerkt, dass es nicht mehr so läuft, wie es sollte. Körperliche Beschwerden konnte ich ausschließen, denn die Erektion zu bekommen, war nicht das Problem, sie zu halten allerdings. Ich habe mich im Internet auf die Suche nach möglichen Ursachen gemacht, bin zunächst über erstaunlich viele christliche Seiten gestolpert, bis ich auf die Site yourbrainonporn.com stieß, die eine kleine Offenbarung für mich war. Denn dort berichteten andere von denselben Symptomen. Zum Jahresende war ich auf der Suche nach einem guten Vorsatz für 2013 und habe beschlossen, mich diesem Thema anzunehmen.

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Im Kopf liegt die Bloackade. Für Gregor heißt es nun: Kuscheln ok, Koitus Nee - Quelle: sexgodproject
Im Kopf liegt die Bloackade. Für Gregor heißt es nun: Kuscheln ok, Koitus Nee (Bild: sexgodproject)

Dieses Thema bedeutet: Du siehst speziell in deinem Internet-Pornokonsum die Ursache für die Erektionsprobleme. Wieso?

Es ist die Mechanik des Internets, die meiner Meinung nach inzwischen eine stille Epidemie ausgelöst hat. Es ist so einfach wie noch nie, sich mit sexuellen Reizen zu versorgen. Sex beginnt im Kopf, und den konditioniert man durch die immer neuen, nie endenden Quellen darauf, nur noch auf starke Reize zu reagieren, bevor das Dopamin, das Glücks-Hormon ausgeschüttet wird. Es findet eine Desensibilisierung statt.

Andere an deiner Stelle würden jetzt für strikte Pornokontrollen im Web eintreten, um zu vermeiden, dass bereits 18-Jährige an erektilen Dysfunktionen leiden, wie du es in deinem Blog schilderst. Warum forderst du das nicht oder und versuchst stattdessen, dieses Problem individuell anzugehen, ohne dabei auf Viagra zurückzugreifen?

Natürlich tue ich das für mich, die Aufmerksamkeit von außen sorgt bei mir für den nötigen Druck. Ich kann nicht mehr kneifen. Aber es geht darüber hinaus, das Thema an sich liegt in der Luft. Ich verknüpfe hier ein sehr persönliches Anliegen mit einer öffentlichen Darstellungsform. Ich mag das, so habe ich es bereits bei meinen zwei Kurzfilmen getan. Und anders als irgendein Verbot ermöglicht dieser Weg anderen, sich ebenfalls damit auseinanderzusetzen.

Beginn seines Pornokonsums: mit 12. Reizüberflutung mit Folgen: mit 27
Beginn seines Pornokonsums: mit 12. Reizüberflutung mit Folgen: mit 27 (Bild: privat)

Du bist nun auf der Suche nach dem Weg zum Sex-Olymp. Wieso eigentlich 120 Tage? Und wie wird man Sexgott?

Es hat nichts mit Sodom und Gomorrha zu tun, die 120 Tage sind einfach Erfahrungswerte anderer Menschen von dieser Website, die sich mit ihrer Porno-Sucht auseinandergesetzt haben. Diese Zeit benötige ich, um über die verschiedenen Dimensionen von Sexualität zu reflektieren. Ich will offenlegen, was die wichtigsten Aspekte für guten Sex und die Nutzung der sexuellen Energie sind. Und ich will für mich die dazu notwendigen physischen, emotionalen und geistigen Grundlagen aufbauen. Ernährung und Sport werden eine Rolle spielen, auch die Gestaltung des Tagesablaufs…

Ich vermute, du bist Single? Sonst könnte es von dort eventuell Widerstände geben…

Ja, bin ich. Aber es geht nicht um den völligen Verzicht von Sexualität. Das Ziel ist, wegzukommen von den Pornographie-Konsumformen. Menschlichen Kontakt, Berührungen und Erotik, das wird es geben und es wird mir in dieser Zeit sicher sehr helfen, aber es soll nicht mehr zwangsläufig in einem Orgasmus enden. Wer von mir in den kommenden Wochen zum Kaffee eingeladen wird, der kann sicher sein: Es gibt Kaffee…

  Gregor Schmidinger
27, Österreicher, Geschichtenerzähler. Mit seinem ersten Kurzfilm "The Boy Next Door", der 2009 auf Festivals Premiere hatte, überraschte er die Zuschauer mit einer ungewöhnlichen wie rührenden Geschichte über einen Callboy mit Angststörungen, der in einem Hotelzimmer zufällig auf den kleinen Sohn eines Freiers trifft. "Homophobia", sein zweiter Kurzfilm, thematisiert Schwulenfeindlichkeit und Männerbilder beim Militär.
Links zum Thema:
» Website Sexgodproject
» Gregor Schmidingers Videos bei Vimeo
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Tags: gregor schmidinger, erektionsstörung, online-sucht, sexgod, the boy next door, homophobia
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Reaktionen zu "Gregor Schmidinger: In 120 Tagen zum Sexgott"


 8 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
14.01.2013
18:55:37


(+2, 4 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


OH..mein Thema..

Wie unsinnig sich den Lüsten enthalten zu wollen um eine Sucht zu bekämpfen die es nicht gibt..

Sollte es sie dennoch geben, bekenne ich hiermit freimütig seit Jahrzehnten Koffeinabhängig und Nikotinophil zu sein, auch bin ich dem Betrachten hübscher Knabenärsche und Haarloser Burschen in keiner Weise abgeneigt..

Wer sich allerdings glaubt der Beschäftigung mit sich selbst und der damit verbundenen Selbstbefriedigung für 4 Monate enthalten zu müssen nur um die Bilder aus den Pornofilmen aus dem Kopf zu kriegen die vermeintlich Besitz über die Person ergriffen haben, geht vollständig fehl..

In meinem Kopf befinden sich Erinnerungen an Erlebnisse die vor Jahrzehnten stattfanden, und die die Phantasie bis Heute anregen..

Der "Beikonsum" erotischer Bilder und Filme unterstützt den Akt der Phantasie und Selbstbefriedigung, ohne ihn zu dominieren, denn darauf kommt es dabei meiner Meinung nach an, sich nicht auf die stimulierende Wirkung massenwirksamer Produktionen zu verlassen, sondern die eigene Phantasie zu bemühen..

Und so lange ich noch nicht so weit bin in Erotik-Shops einzudringen um DVD´s zu klauen, oder gar den morgendlichen Arbeitsbeginn zu verpassen weil mich eine Erektion daran hindert runter vom Sofa und rein in die Hose zu kommen, weigere ich mich diese Handlungen als potentiell suchtgefährdendes Verhalten anzuerkennen..

Wer sich selbst nicht gern hat und sich daher gar weigert sich mit sich selbst zu beschäftigen, wer sich nicht liebt und sich damit den Sex mit einem Menschen der dich liebt enthält, kann auch andere Menschen nicht lieben und befriedigen..


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#2
14.01.2013
23:44:51


(+1, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Oh, ein Leidengenosse von Patrick Nuo! Ich denke, es gibt bestimmt noch mehr Pornosüchtige auf der Welt als nur die beiden!


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#3
15.01.2013
01:06:36


(+1, 3 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #2 von FoXXXyness


Du hast nicht richtig gelesen, mein Lieber..
Ich bezweifle das es diese Sucht gibt, und als "Leidensgenosse" eines Patrick Nuo, der als einziges mit mir genein hat in seiner Pubertät und Jugend nie eine Freundin gehabt zu haben, wahrscheinlich aus anderen Gründen als ich, würde ich mich trotzdem dann immer noch nicht sehen, wenn es diese Sucht gäbe..

Immerhin hat er zu Beginn seiner Sangeskarriere seine Sammlung an den Bruder "vererbt" der diese wohl dann weidlich genutzt hat nüch..
Aber vielleicht erleben wir ob dieser Geschichte am Rande am Ende noch ein Couming Out des in meinen Augen ziemlich verklemmt wirkenden, ansonsten sympathischen Schwiezers, der frauenlos seine jugendlichen Hände schwielig rieb..

Der Bursche oben im Bild ist jünger als mein Konsumenten-Dasein, und hat meiner Meinung nach nicht die geringste Ahnung von dem was er sich und seinem bestem Stück durch den gelobten Verzicht antun wird..
Schmerzende, angschwollene Eier durch die plötzlich zurückgefahrene Abforderung bereits produzierter, nun nicht mehr gewollter Samenzellen die die Speicherkapazität der Nebenhoden binnen Stunden überschreiten, und pochende Krämpfe einer zu Tatenlosigkeit verdammten Prostata, die als Muskel und Drüse täglich beübt werden will um ihre Funktion bis in´s hohe Alter zu gewährleisten, werden die geringsten Übel sein..

Glaubt Mann Statistiken z.B. von Kinsey denkt der gemeine Homo-Sapiens-Sapiens-Mann von Heute etwa alle 10 Sekunden an Sex..
Das wird sich bei ihm durch den körperlichen Verzicht sicher noch verdichten..

Und wer da noch an Sucht glaubt die es zu bekämpfen gilt (wozu eigentlich ?), läuft meiner Meinung nach nicht ganz rund..


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#4
15.01.2013
10:14:08


(-1, 3 Votes)

Von Tino
Antwort zu Kommentar #3 von TheDad


Ah, so ein Sexsuchtleugner. Euch hab ich ja gefressen...


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#5
15.01.2013
13:00:20


(+1, 3 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #4 von Tino


Entspann Dich Liebelein..
Oder hat Dir dein Ex das Hirn raus.....

Mann kann auch alles übertreiben, selbst so etwas, aber dann gleich eine Sucht zu erfinden die den landauf, landab verzweifelt auf Patientensuche befindlichen Psychologen und Psychotherapeuten, die zumeist keine Krankenkassenzulassung haben, und deshalb nicht "automatisch" mit zuhauf in die Praxen strömenden Menschenmassen zu kämpfen haben, halte ich für so was von übertrieben..

Die Beschäftigung mit sich Selbst mittels Betrachten erotischem und pornographischem Bildmaterials als "Sucht" zu diffamieren ist ungefähr so sinnvoll wie die Onanie bei kleinen Jungs per Beschneidung vermeiden zu wollen..

Einerseits funktioniert das nicht, weil es genug Substanzen gibt die als Gleitmittel herhalten können, andererseits ist doch wohl seit langem klar das Selbstbefriedigung keinesfalls in irgend einer Weise schädlich ist..

Ich kenne Jungs die es sich wenigstens 5 mal am Tag besorgen, und die haben nicht einmal stimulierendes Bildmaterial zur Verfügung..

Andererseits ist bislang noch in KEINEM noch so seriösem oder unseriösem Artikel oder Buch davon berichtet worden welche Rolle in dieser angeblichen Sucht pornographische Literatur spielt..

Die kommt schlichtweg einfach nicht vor, und dies ist ein ziemllich guter Indikator für die nicht beweisbare Behauptung der "Pornosucht"..

Meine Meinung ist und bleibt dazu das es Menschen gibt die eine unverkrampfte Einstellung zur Nutzung für sich entwickelt haben, und alle "Gegner" sollten mehr an sich arbeiten..


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#6
17.01.2013
17:18:06


(+2, 2 Votes)

Von haulchen
Aus Marburg (Hessen)
Mitglied seit 27.07.2011
Antwort zu Kommentar #5 von TheDad


Ja... du kommst auch tatsächlich vollkommen unverkrampft rüber :-D. Was genau stört es dich, wenn irgendein von Hannover ziemlich weit entfernter 27-jähriger sich entscheidet, einfach mal auszuprobieren, was passiert, wenn er drei Monate Pornos und Masturbation auskommen will? Dich und dein Sexleben wird das schließlich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kaum direkt betreffen. Was genau ist also an einem solchen Experiment deiner Meinung nach so problematisch? Es ist ja nicht so, dass Gregor Schmidinger grundsätzlich sexualitätsfeindlich (oder auch nur porno- oder masturbationsfeindlich) wäre - es geht ihm eben einfach nur drum, (schöne) Gewohnheiten nicht zu (stumpfen) Automatismen werden zu lassen. Und das ist in jedem Fall sinnvoll, finde ich, egal, worum es geht. Bei Zigaretten und Alkohol genauso wie bei Schokobananen und Sex. Also, vielleicht einfach mal von schwarz-weiß auf Farbe umstellen?


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#7
17.01.2013
19:10:54


(-1, 1 Vote)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von haulchen


Nichts..überhaupt nichts stört mich daran..

Außer der Tatsache das mit diesem "Versuch" die Möglichkeit besteht daraus eine Therapie für eine Sucht, die es nicht gibt, zu entwicklen, die dann allenthalben angeboten wird wie Sauer Bier..
Es wird mit Sicherheit genug selbsternannte "Heiler" geben die sich mit Wonne auf die Ergebnisse dieses "Selbstversuches" stürzen werden, und da kann Mann sich insbesondere schon auf die "erweiterte Aversionstherapie" freuen..

Und hier sehe ich dann besonders eine "Zielgruppe" in´s Auge gefasst :

Leicht beeinflußbare Jugendliche, denen bis vor gar nicht langer Zeit in offiziellen Aufklärungs-Broschüren weiß gemacht wurde, Onanie verursache Demenz, Verblödung, Rückenmarkschwund, krumme Finger und allerlei ähnliche unangenehme Folgen..

Wer von sich behauptet an "Erektionsstörungen" zu "leiden", weil die in der 4. oder 5. Tages-Variante nicht mehr allzu "stabil" daherkommt, hat meiner Meinung nach nicht mehr alle Latten am Zaun..


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#8
22.01.2013
10:47:22


(+1, 1 Vote)

Von Andreas
Antwort zu Kommentar #7 von TheDad


Passt ganz gut zum Thema:
Link zu www.shame-derfilm.de


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