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  • 15.01.2013           36      Teilen:   |

Diskriminierungsschutz steht über Religionsfreiheit

Europa-Gericht: Glaube rechtfertigt keine Homo-Diskriminierung

Artikelbild
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hat den Diskriminierungsschutz auf dem Kontinent gestärkt. (Bild: Wiki Commons / CherryX / CC-BY-SA-3.0)

Wegweisende Entscheidung aus Straßburg: Religiöse Menschen dürfen in Europa wegen ihres Glaubens nicht mehr sexuelle Minderheiten diskriminieren.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat am Dienstag entschieden, dass auch gläubige Menschen Schwule und Lesben gleich behandeln müssen, selbst wenn das ihrer Religion widerspricht. Die Richter verkündeten die Urteile nach Klagen von insgesamt vier Christen aus Großbritannien, in zwei der Fälle ging es um Homo-Rechte. Das Straßburger Gericht hat damit das britische Antidiskriminierungsgesetz bestätigt, das auf EU-Vorgaben beruht.

Im ersten Fall ging es um die Londoner Standesbeamtin Lilian Ladele. Sie hatte 2008 vor einem britischen Gericht das Recht erkämpft, gleichgeschlechtliche Paare nicht verpartnern zu müssen (queer.de berichtete). Ladele hatte argumentiert, dass ihre Religionsfreiheit eingeschränkt werden würde, wenn sie Schwule und Lesben gleich behandeln müsse. Diesem Argument folgten die Straßburger Richter nicht. Allerdings stimmten dem Urteil die Richter aus Montenegro und Malta nicht zu und veröffentlichten ein Minderheitenvotum. Sie erklärten, dass die Religionsfreiheit in diesem Fall über dem Minderheitenschutz stehen müsste.

In einem zweiten Fall entschieden die Richter jedoch einstimmig: Hier ging es um den christlichen Partnerschaftsberater Gary McFarlane, der aus religiösen Gründen keine Schwulen und Lesben behandeln wollte. Hier hat das europäische Gericht einstimmig entschieden, dass es zu seinen Pflichten am Arbeitsplatz gehöre, Menschen diskriminierungsfrei zu behandeln.

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Homo-Gruppen sind zufrieden

Die Standesbeamtin Lilian Ladele darf nicht nur Heterosexuelle bedienen
Die Standesbeamtin Lilian Ladele darf nicht nur Heterosexuelle bedienen

Die schwul-lesbische Intergroup im Europaparlament begrüßte die Entscheidung: "Das britische Gesetz schützt Menschen vor Diskriminierung und es gibt keine Ausnahmen für Gläubige", erklärte der britische Europaabgeordnete Michael Cashman, der Co-Präsident der Intergroup. "Religion und Glaube sind private und persönliche Angelegenheiten und sollte nie dazu genutzt werden, um die Rechte von anderen einzuschränken".

Auch britische Homo-Aktivisten loben das Urteil: "Die Entscheidung bestätigt, dass sich im Jahr 2013 Angestellte des öffentlichen Dienstes nicht aussuchen dürfen, ob sie eine Person auf Basis ihrer sexuellen Orientierung bedienen wollen oder nicht", so Ben Summerskill, der Chef der Gruppe Stonewall. Schwule und Lesben würden 50 Milliarden Euro an Steuergeldern für den öffentlichen Dienst ausgeben und verdienten es, gleich behandelt zu werden wie Heterosexuelle.

In zwei weiteren Fällen ging es in Straßburg um das Tragen von Kruzifixen am Arbeitsplatz: Hier gestatteten die Richter einer Angestellten von British Airways, die am Check-in-Schalter arbeitet, öffentlich das religiöse Symbol am Arbeitsplatz zu tragen. Sie untersagten aber einer Krankenschwester die öffentliche Zurschaustellung ihres Kurzifixes, da dies gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften des Hospitals verstoßen würde. Die religiöse Krankenschwester hatte sich geweigert, das Kreuz unter ihrer Uniform zu tragen.

Die Entscheidungen des Menschengerichtshofs sind für die 47 Mitgliedsstaaten des Europarates rechtlich bindend. Ihm gehören alle europäischen Länder außer Weißrussland, Kasachstan und dem Vatikanstaat an. Gegen die Urteile kann noch Berufung eingelegt werden. (dk)

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Tags: diskriminierung, straßburg, europäischer menschenrechtsgerichtshof, großbritannien
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 Kirche und Homosexualität
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Reaktionen zu "Europa-Gericht: Glaube rechtfertigt keine Homo-Diskriminierung"


 36 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
15.01.2013
14:03:04


(+3, 5 Votes)

Von marcog
Aus Offenburg (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 11.10.2012


...offensichtlich gibt es doch höhere Mächte...


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#2
15.01.2013
14:12:46


(+8, 8 Votes)

Von Joel


.... und was sagt jetzt Benedettchen dazu? Sein Glaube rechtfertigt, seiner Meinung nach, da er unfehlbar ist, doch alles! Sein Glaube rechtfertigt Intoleranz, Homophobie, Frauenfeindlichkeit, Diskriminierung und vorallem Dummheit. Schön, daß der Glaube auch mal nicht an erster Stelle zitiert werden darf, und zur Unterstreichung von idiotischen Begründungen herangezogen werden kann. Sehr gut!


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#3
15.01.2013
14:47:40


(+4, 4 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Na endlich..

Jetz wird es eng für die Katholiban und ihre von ihr abgespaltenen Sekten..

Das Recht auf Religionsfreiheit steht SELBSTVERSTÄNDLICH NICHT an erster Stelle in den Verfassungen der Länder, dort stehen Sätze die die Grundpfeiler der Menschenrechte bilden, und denen haben sich alle anderen Rechte unter zu ordnen..

Benedetta wird zwar nervös ob dieser Entscheidung des EUGH auf ihren Hämorrhoiden herumrutschen, und letztlich ist das Urteil für den Vatikan (noch) nicht bindend, außerdem kann zwar eine Berufung stattfinden, die sich aber wahrscheinlich eher mit den arbeitsrechlichem Aspekt des Kruzifix beschäftigen wird..

Letztlich wird sich aber für uns etwas entscheidendes ändern :
Die deutsche Gegner-Front der Gleichstellung wird sich ihre Worte und Argumente völlig neu entwickeln müßen..

Mal sehen welcher von denen Heute noch den Anfang wagt..


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#4
15.01.2013
14:57:08


(+5, 7 Votes)

Von Joel
Antwort zu Kommentar #3 von TheDad


Erika Steinbach?
Norbert Geis?
Katherina Reiche?
Wird sich schon ein Verbohrter finden? Seehofer, der Erfinder der intakten Idealfamilie vielleicht!


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#5
15.01.2013
15:05:12


(+8, 8 Votes)

Von ehemaligem User ererer


Ein guter und symbolischer Anfang des 'annus horibilis' der katholischen Kirche, was die Homo-Rechte angeht.


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#6
15.01.2013
15:09:33


(+7, 9 Votes)

Von mueller66


Dass all diese Fälle aufgetreten sind, bei denen Christen geklagt hatten, dass ihre Religionsfreiheit dadurch eingeschränkt sei andere gleich behandeln zu müssen bzw. dass ihre Intoleranz gegenüber anderen Menschen nach Meinung der christlichen Kläger toleriert werden soll, zeigt doch die Arroganz von Kirche und einem beachtlichen Teil der gläubigen Menschen gegenüber weltlichen Rechten und Gesetzen.

Die Gefahr, die von Religion ausgeht, ist, dass Menschen, die daran glauben, Gefahr laufen das als die "Wahrheit" bzw. als "wahr" anzunehmen. Und diese Menschen werten dann alle anderen Menschen ab, die nicht dasselbe glauben bzw. nicht im Sinne ihres Glaubens leben. Und es bleibt nicht nur dabei, sondern es geht in einigen Ländern der Welt bis hin zum Massenmord an bestimmten Bevölkerungsgruppen und bis hin zu Krieg zwischen Nationen und Menschen in dieser Welt. Und deswegen ist Religion so gefährlich. Nicht umsonst haben, das wurde mal wissenschaftlich untersucht, religiöse Menschen im Durchschnitt eine geringere Intelligenz als nichtreligiöse Menschen.

Irgendwann wird man nochmal die Kirche für ihre Menschenrechtsverletzungen verurteilen, denn wer besipielsweise mehr als eine Millarde Menschen dazu aufruft eine Minderheit schlechter zu behandeln, der begeht die Straftat der Volksverhetzung und wer mehr als eine Milliarde Menschen im vom HI-Virus besonders betroffenen Afrika dazu aufruft auf Kondome zu verzichten und damit zur massiven Ausbreitung des HI-Virus beiträgt (man muss sich die Dimension dieses Aufrufs und der Folgen mal auf der Zunge zergehen lassen), der handelt mindest zutiefst unmoralisch und ist in meiner persönlichen Meinung nach ein Verbrecher, der hinter Gittern gehört.

Eigentlich müsste einem doch schon der gute Menschenverstand sagen, dass es nicht in Ordnung ist andere Menschen sachlich grundlos aufgrund von etwas sachlich grundlos schlechter zu behandeln, was sich diese Menschen nicht ausgesucht haben. Sowas sollte man massiv schon in Kindergärten, Grundschulen und staatlichen Schulen vermitteln und nicht diese religiösen Inhalte bestimmter Religionen. Wer sich für Religion interessiert kann das ja in der Freizeit tun. Aber ich finde, dass man an einer staatlichen Bildungseinrichtung für Minderjährige religiöse Inhalte nicht behandeln sollte, sondern wie gesagt stattdessen das oben genannte. Überhaupt müsste es eine sehr viel striktere Trennung von Kirche/Religion und Staat geben. Denn Religion und religiöse Überzeugungen sind etwas individuelles. Ich empfand es schon als tiefe, vor allem ideelle Verletzung meiner Rechte, dass meine Eltern mich in die römisch-katholische Kirche als Baby reingebracht haben und ich da später nur durch Zahlung von 30 EUR Kirchenaustrittsgebühr für ein paar Klicks mit der Maustaste eines Beamten wieder rauskam. Das zeigt, dass Staat und Kirche in Deutschland noch gemeinsame Sache machen und das finde ich schlimm.

Dass religiöse Menschen aufgrund ihres selbst in freier bewusster Entscheidung ausgesuchten Merkmals religiöser Überzeugung andere Menschen aufgrund des nicht selbst ausgesuchten Merkmals sexuelle Identität diskriminieren, das ist pervers.

Ich kann nicht verstehen, warum soviele Menschen das im Jahr 2013 immer noch nicht begriffen haben.


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#7
15.01.2013
15:19:56


(+7, 9 Votes)

Von fachärztlich
Antwort zu Kommentar #6 von mueller66


Solange es zu diesem säkularen Skandal keine nachhaltigen soziale und demokratische Antworten -in Wort und Tat- gibt, werden Religiöse und Nationalreligiöse, korrelierend mit dem Ausmaß von Existenz- und Alltagsängsten, auf die fast älteste Sozialversicherung der Menscheit -noch nicht einmal direkt- verweisen können: die Familie.

Link zu www.dradio.de


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#8
15.01.2013
15:57:40


(+3, 5 Votes)

Von tombln


Ich frage mich, welche Konsequenzen das für kirchliche Arbeitgeber in Deutschland nun hat? Vermutlich wird so ein Urteil ja wieder fleißig ignoriert bis sich jemand durch X Instanzen geklagt hat und ihnen wieder keine andere Wahl gelassen wird...


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#9
15.01.2013
16:19:56
Via Handy


(+10, 10 Votes)

Von Foxie


Das war überfällig! Mal hören, was unsere so europabegeisterten C-Parteien dazu sagen.
Und Ratzi hat sich sicher am Messwein verschluckt, sonst wäre schon eine absurd verdrehte Erklärung gekommen.
Mal nachgefragt: Wieso treibt eigentlich das staatliche Finanzamt die Kirchensteuer ein?
Soweit zur Trennung von Kirche und Staat. Sollen die "Glaubensunternehmen" doch selber bei ihren Anhängern kassieren. Und keine weiteren Steuermittel erhalten.


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#10
15.01.2013
17:07:45


(+8, 10 Votes)

Von den gauweilern
Antwort zu Kommentar #7 von fachärztlich


Kircheneintritt aus Angst vor Arbeitsplatzverlust und HarztIV:

"Kindergärtnerinnen, Altenpfleger, Krankenschwestern - Mitarbeiter kirchlicher Einrichtungen leiden unter einem rabiaten Arbeitsrecht: Nichtgetaufte oder Geschiedene bangen um ihren Job. Der Staat könnte eingreifen, denn für die kirchlichen Einrichtungen blecht vor allem der Steuerzahler."

Link zu www.spiegel.de

____________________

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Gau


Link:
de.wikipedia.org/wiki/Weiler


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