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Homosexueller Thronfolger

König und König von Großbritannien


Wird das Gesetz verabschiedet, müssen Prince William und Kate nur noch für homosexuellen Nachwuchs sorgen... (Bild: Wiki Commons / Robbie Dale / CC-BY-SA-2.0)

Ein Labour-Abgeordneter will das britische Thronfolgegesetz homokompatibel machen – die Chancen stehen gut.

Bislang wurde das Szenario nur in der Literatur durchgespielt: In dem Debütroman "Plötzlich Royal" des Schweizer Autors Roland Brodbeck wird ein einst verstoßener schwuler Urenkel der Queen überraschend zum König von Großbritannien gekrönt (queer.de rezensierte). Doch nun wappnet man sich auf der Insel auch für den "Ernstfall".

Der Labour-Abgeordnete Paul Flynn sammelt derzeit Unterstützung für einen Gesetzentwurf, der gleichgeschlechtliche Partner von Royals erstmals offiziell anerkennen soll. Dies soll u.a. dadurch geschehen, dass im Gesetz für das Königshaus künftig nur noch geschlechtsneutrale Formulierungen verwendet werden. Setzt sich Flynn durch, könnte es künftig also zwei Könige bzw. zwei Königinnen von Großbritannien gleichzeitig geben. (Sir Philip, der Ehemann der amtierenden Königin Elisabeth II., wird nur deshalb Prinzgemahl genannt, weil der Rang eines König höher ist als der der Königin.)

Thronrecht auch für adoptierte Kinder

Gemeinsame Kinder, auch wenn diese durch künstliche Befruchtung gezeugt oder durch eine Leihmutter ausgetragen werden, sollen nach dem Willen des Oppositionspolitikers künftig in der Thronfolge berücksichtigt werden – zumindest solange die Eltern verpartnert oder verheiratet sind. Bislang haben von der königlichen Familie adoptierte Kinder keine Chance, jemals den Thron zu erklimmen.

Politische Beobachter gehen davon aus, dass Flynns Gesetzentwurf vom LGBT-freundlichen Sprecher des Unterhauses John Bercow zur Debatte gestellt wird und dort – im Zuge der Debatte um die Ehe-Öffnung – auch mit Unterstützung von Abgeordneten der regierenden Liberaldemokraten und Konservativen rechnen kann.

Offen ist allerdings die Haltung der Kirche von England, dessen Oberhaupt die Königin bzw. der König von Großbritannien kraft Amtes ist. Die Staatskirche lehnt die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare strikt ab. Auch für einen schwulen Monarchen oder eine lesbische Monarchin wäre ein Dilemma programmiert: Ein Austritt aus der Kirche ist für ihn bzw. sie nicht möglich. (cw)



#1 TheDad
  • 20.01.2013, 14:12h
  • ""Auch für einen schwulen Monarchen oder eine lesbische Monarchin wäre ein Dilemma programmiert: Ein Austritt aus der Kirche ist für ihn bzw. sie nicht möglich""..

    Wenn wir hier schon spekulieren..

    Das Oberhaupt der Anglikanischen Kirche ist immer der/die jeweils amtierende König/In..

    Der Thronfolger kann sehr wohl aus dieser Kirche austreten, so lange er/sie noch nicht inthronisiert ist..

    Dann, nach dem Tode des Monarchen stünde die Anglikanische Kirche ohne Oberhaupt da, und würde sich wahrschienlich auflösen, oder mit der "Mutterkirche", der RKK vereinigen müssen..

    Bei der Auflösung widerum wäre niemand da der den Thronfolger zum neuen Monarchen krönt, und die britische Monarchie löst sich in ein Wölkchen auf..
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#2 erererEhemaliges Profil
  • 20.01.2013, 14:20h
  • Leider, 700 Jahre zu spaet fuer Edward II, 400 Jahre - fuer James I, und 70 Jahre - fuer Prince George, Duke of Kent (der juengere Bruder von George VI und Onkel von Elisabeth). Aber immerhin, eine von diesen Nachrichten, die persoenlich voellig irrelevant sind, aber trotzdem den ganzen Tag sich irgendwie sehr gut fuehlen laesst. Mein Respekt, Britania!
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#3 hypathiaProfil
  • 20.01.2013, 14:42hBaden
  • Wenn ein schwuler König oder eine lesbische Königin von GB auch Oberhaupt der anglikanischen Kirche ist, sollte er/sie doch auch ohne weiteres dieses Kirchenrecht zu seinen/ihren Gunsten ändern können, oder?
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#4 CalebAnonym
  • 20.01.2013, 15:03h
  • "Bislang haben von der königlichen Familie adoptierte Kinder keine Chance, jemals den Thron zu erklimmen."

    Mist, jetzt wird sich Kübelböck aber ärgern.
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
#6 daVinci6667
  • 20.01.2013, 15:32h

  • Ich habe jetzt hier zwei Seelen in der Brust. Als Schweizer halte ich natürlich überhaupt nichts von repräsentativen Monarchien. Adelstitel gibt's bei uns nicht, Ausländer die sie trotzdem gebrauchen, werden etwa ähnlich ausgelacht, wie eine 70 jährige, die Wert auf die Anrede Fräulein legt...

    Meine Meinung ist also klar, dieses Blaublüter-Gesocks muss weg und verschlingt nur immense Geldsummen, die man anderswo dringend bräuchte.

    ABER aufgrund der immer noch vorhandenen immensen Symbolkraft die ein schwules Königspaar in UK, Skandinavien, Niederlande und Belgien hätte, wäre das aus emanzipatorischer Sicht natürlich unbedingt zu begrüßen.

    Es wäre eine wichtige Versöhnungsgeste uns gegenüber und ein wunderschöner Ausklang und Übergang in die Neuzeit, wenn der letzte König, resp. Königin mit seinem/ihrem Ehemann/Frau das letzte Mal ins königliche Schloss einzöge.
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#7 finkAnonym
  • 20.01.2013, 15:36h
  • absurd. kaum irgendetwas verherrlicht die idee der ungleichheit dermaßen kraftvoll wie die institution der monarchie. in diesem bereich nun "gleichstellung" durchzusetzen ist so ziemlich das albernste, was ich seit langem gehört habe. für mich ist das kein zeichen, welche "fortschritte" wir machen, sondern eher der beweis, dass die homopolitik endgültig auf den hund gekommen ist.
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#8 Na ja SchweizAnonym
#9 Hans Adam IIAnonym
#10 RalfAnonym
  • 21.01.2013, 06:07h
  • Es waren schon ein Ehefrauenmörder (Heinrich VIII.) und ein Nazi-Fan (Eduard VIII.) Oberhäupter der Kirche von England. Da ist auch noch Platz für einen Schwulen. Aber auch gilt, was schon für die berühmten schwulen Fußball-Profis gilt: Das ist eine Gespensterdebatte.
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