Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?18380

Protest gegen "Propaganda"-Gesetz

Russland: Nationalisten schlagen auf Homo-Demo ein


Die schwul-lesbischen Aktivisten waren wie die wenigen Polizisten den Angriffen der Nationalisten schutzlos ausgeliefert, bis Verstärkung eintraf

In Woronesch trafen rund zehn Homo-Aktivisten auf 500 gewaltbereite Gegendemonstranten. Drei Teilnehmer wurden verletzt. Derweil wurde das Gesetz gegen "Homo-Propaganda", gegen das demonstriert wurde, erneut verschoben.

In der russischen Provinzhauptstadt Woronesch ist es am Sonntag zu Ausschreitungen zwischen einer kleinen Zahl von Homo-Aktivisten und über 500 Gegendemonstranten gekommen, bei denen mehrere Teilnehmer verletzt wurden.

Die LGBT-Aktivisten wollten gegen Homophobie und das geplante Gesetz zum "Verbot der Propaganda von Homosexualität" demonstrieren. Die Verwaltung hatte den Protest am Nikitin-Denkmal im Vorfeld genehmigt, allerdings zunächst nur zehn Polizisten zum Schutz der Teilnehmer abgestellt.

Dabei hatten die Aktivisten bereits im Vorfeld Drohungen erhalten. Zum angekündigten Zeitpunkt erschienen bis zu 500 Nationalisten mit Hitler-Gruß und Hass-Parolen, deren Gegenprotest nicht angemeldet war. Die überforderten Polizisten ließen das gewähren und waren gegen beginnende Gewalttätigkeiten nicht gerüstet. Auf die LGBT-Aktivisten flogen zunächst Schneebälle, dann wurden einige angegriffen. Drei von ihnen erlitten schwerere Verletzungen, ein Teilnehmer verlor nach einem Schlag das Bewusstsein.

Schaufensterpuppen mit Hitlergruß


In Berlin gab es am Sonntag ein Kiss-In vor der russischen Botschaft (Bild: Quarteera / mehr Bilder)

Im Nachhinein erklärte ein Sprecher des Innenministeriums, dass es weder administrative Unregelmäßigkeiten in Bezug auf die Anmeldung des Nationalisten-Aufmarsches noch öffentliche Auseinandersetzungen gegeben habe. Das russische Fernsehen berichtete über den Vorfall nicht.

Trotz der Gewalt sprachen mehrere russische LGBT-Aktivisten am Sonntag von einem Sieg: Nun stehe auch die Provinz auf für ihre Rechte. Zugleich bleibt die Sorge: "Der Vorfall und insbesondere die Untätigkeit von Polizei und der städtischen Verwaltung zeigen, dass ein landesweites homophobes Gesetz in erster Linie Gewalt legitimiert und LGBT nahezu schutzlos der enthemmten Aggression ausliefert", kommentierte der deutsch-russische Verein Quarteera.

Zusammen mit dem Verein iDecembrists wurde auch ein Schreiben an den russischen Vorstand von Adidas geschickt. Mitarbeiter des Sportgeschäfts hatten sich mit dem nationalistischen Gegenprotest in Woronesch vor der Haustür solidarisch gezeigt, indem sie den Schaufensterpuppen einen Hitlergruß angelegt hatten.

Landesweites Gesetz gegen "Homo-Propaganda" verzögert sich


Auch in Russland wird gleichgeschlechtlich geküsst (Bild: loveislegal.ru)

Mitglieder von Quarteera hatten am Sonntag auch ein Flashmob-Kiss-In vor der russischen Botschaft in Berlin veranstaltet. Rund 20 Schwule und Lesben zeigten so ihre Solidarität mit ihren Schwestern und Brüdern, die am Dienstag vor der russischen Staatsduma in Moskau ebenfalls ein Kiss-in veranstalten wollen.

Am Dienstag sollte das Parlament in erster Lesung ein landesweites Gesetz gegen "Homo-Propaganda" beraten, wie es in mehreren Regionen bereits in Kraft getreten ist. Am Montag wurde allerdings bekannt, dass die Lesung zunächst verschoben wird – am Donnerstag soll ein neuer Termin bekannt gegeben werden.

Die russischen Aktivisten wollen trotzdem den Flashmob am Dienstag abhalten. Bereits am 19. Dezember, als das Gesetz schon einmal beraten werden sollte, hatten einige von ihnen vor dem Parlament ein Kiss-In veranstaltet. Orthodoxe und nationalistische Randalierer hatten die Aktivisten daraufhin angegriffen und mit faulen Eiern beworfen. Mehrere Aktivisten und Randalierer wurden verhaftet und 30 Stunden in Polizeigewahrsam festgehalten. Eine Anklage wurde nicht erlassen. (nb/re)



#1 Gegen rechtsAnonym
  • 21.01.2013, 17:38h
  • Polizisten schützen die Faschisten.
    Die russischen Medien verschweigen die gewalttätigen Angriffe von Nazis gegen LGBT-Demonstranten.
    Die Polizei behauptet "es habe keine Auseinandersetzungen gegeben".

    Das ist Faschismus, Herr Putin-Freund Gerhard Schröder (SPD) !!!

    Aber das hier setzt dem Ganzen doch wohl die Krone auf:

    "... Adidas (...) Mitarbeiter des Sportgeschäfts hatten sich mit der nationalistischen Gegenprotest in Woronesch vor der Haustür solidarisch gezeigt, in dem sie den Schaufensterpuppen einen Hitlergruß angelegt hatten ..."

    Das wird - auch in Deutschland - ein Nachspiel haben:

    "Deutscher Sportartikel-Hersteller Adidas outet sich als als Nazi-Sympathisant"
  • Antworten » | Direktlink »
#2 papayoyoProfil
  • 21.01.2013, 17:46htrier
  • 10 Leutchen demonstrieren gegen ein Gesetz,wo waren dann die anderen.Ich ziehe meinen Hut vor diesen 10 Menschen die trotz wissender Angst auf die Strasse gingen um zu für ihr Recht zu kämpfen!
    Einige meiner Freund und ich haben beschlossen dieses Jahr Menschen in Russland zu unterstützen bei ihren Demos,öffentlich angekündigt,so dass die Russen ihren CSD mal ohne Gewalt feiern Können.Und je mehr Europäer sich dazu entschliessen,so kann die Russische Regierung nicht wie bekannt alles unter den Teppich kehren.Sicher fahre auch ich dann mit einem unguten Gefühl dort hin,aber selbst hier Deutschland kann ich heute noch wegen meiner offen lebenden Homosexualität getreten werden.
    Und um Rechte friedlich zu kämpfen kenne ich mich aus,denn 1980 als mich öffentlich zu meiner Homosexualität bekannte war der Kampf auch nicht leichter.
    Warum soll man sich dann anderen nicht anschliessen damit Sie friedlich und offen leben können
  • Antworten » | Direktlink »
#3 EL ES VAU DEAnonym
  • 21.01.2013, 17:51h
  • Antwort auf #1 von Gegen rechts
  • Weiterhin übernehmen wir gesellschaftliche Verantwortung durch unsere zahlreichen Aktivitäten und langjährigen Partnerschaften in den Bereichen Kunst und Kultur, Gesundheit und Soziales, Jugend und Bildung sowie Sport, denn es ist uns sehr wichtig den gesellschaftlichen und interkulturellen Dialog aktiv zu unterstützen.

    www.gazprom-germania.de/unternehmen/unternehmensphilosophie.
    html


    Wir freuen uns über Ihr Interesse an unserem Unternehmen. Gerne beantworten wir Ihre Fragen. Bitte nutzen Sie dazu unser Kontaktformular.

    GAZPROM Germania GmbH
    Markgrafenstraße 23
    D-10117 Berlin
    Telefon +49 (0)30 20195-0
    Telefax +49 (0)30 20195-313

    "In den letzten zehn Jahren hat sich Gazprom vom Goldesel des Staates zum Goldesel der Auftragsnehmer und Mittelsleute gewandelt", erklärte Mikhail Korchemkin, Leiter von East European Gas Analysis in Malvern, Pennsylvania, in einer E-Mail. "Die Hauptsteuerlast liegt auf den Ölkonzernen. Mit anderen Worten: Putin braucht Gazprom, um seine Freunde zu füttern, und Rosneft, um den Staatshaushalt zu füttern."
  • Antworten » | Direktlink »
#4 erererEhemaliges Profil
  • 21.01.2013, 18:18h
  • Alle Nachrichten-Agenturen berichten heute, dass das Gesetz mit grosser Wahrscheinlichkeit angenommen wird. Habe mir eigentlich nichts anderes und gedacht, trotzdem irgendwie sehr traurig. Andererseits: auch hier, in Litauen, haben wir schon seit 2009/10 ein Gesetz ueber 'Schutz der Minderjaehrigen gegen schaedlichen Einfluss in den Medien und im oeffentlichen Raum', das auch den Passus 'Verbot der positiven Darstellung von homosexuellen Beziehungen' behielt. Nur nach heftigen Protesten aus Bruessel wurde das Wort 'homosexuell' gestrichen und durch den Begriff 'Pflicht der Medien ausschliesslich verfassungsgemaesse Definition der Ehe darzustellen' (sprich: Hetero-Ehe, in der lit. Verfassung schon seit 1992) ersetzt. Zwar ist Baltic Pride 2010 trotzdem stattgefunden, die Gay-Websites in den Schulen, oeffentlichen Bibliotheken etc. werden aber tatsaechtlich streng blockiert. Mein Fazit: wenn schon so was in einem EU-Land geht, das fuer die zweite Haelfte dieses Jahres den Vorsitz im Rat der Europaeischen Union uebernimmt und sich mehr oder weniger erfolgreich als ein 'demokratischer Staat' inszeniert, dann warum nicht in Russland, der Ukraine, Moldova?.. Ich weiss, das ist nicht lustig, aber schon irgendwie logisch.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 der ZierdeAnonym
  • 21.01.2013, 19:35h
  • Antwort auf #3 von EL ES VAU DE
  • "Zusammen mit dem Verein iDecembrists wurde auch ein Schreiben an den russischen Vorstand von Adidas geschickt." Gut, sehr gut.

    LSVD??? Gazprom????

    "denn es ist uns sehr wichtig den gesellschaftlichen und interkulturellen Dialog aktiv zu unterstützen. Wir freuen uns über Ihr Interesse an unserem Unternehmen"
  • Antworten » | Direktlink »
#6 TimonAnonym
  • 21.01.2013, 23:46h
  • Zehn wahre Helden!

    Die sich auch vom Mob der 500 Proleten nicht einschüchtern lassen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 22.01.2013, 00:35h
  • Immerhin haben die Aktivisten einen Etappensieg erreicht und es wäre super, wenn dieses "Gesetz gegen Homopropaganda" gar nicht erst in Kraft tritt!

    Mit dem, was sich Adidas geleistet hat, werde ich Produkte dieses Herstellers erst einmal gar nicht mehr kaufen!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 sanscapote
  • 22.01.2013, 06:56h
  • Hochachtung fuer die 10 Aktivisten, die mutig waren sich von der 50fachen Menge der Gewaltbereiten nicht einschuechtern zu lassen.

    Wenn 10 Polizisten (immerhin 10!) fuer den Schutz der Aktivisten abgeordnet waren, so haetten sie jeder einen schuetzen und verteidigen koennen.
    Noch nicht einmal deren Anwesenheit hat die Homofeinde abgehalten handgreiflich zu werden, so dass es Verletzte gab.
    Die spaeter angeforderte Verstaerkung kam - wenn auch erst am Ende der Demonstration. Jedoch seien wir gerecht, die Verstaerkung wurde angefordert.

    Nur wenn Menschen gegen Gesetze oeffentlich demonstrieren, wird sich nach und nach etwas aendern. In den Laendern in denen die Meinung ueber die Stimmabgabe bei Wahlen erfolgt, geschieht es auf diesem Wege.
    Ich halte jedoch oeffentliche Demonstrationen fuer DAS Mittel heutzutage auf etwas aufmerksam zu machen, da es bei den Medien auch homofreundliche Redakteure gibt, die jene senden oder darueber schreiben.

    Ich vergleiche die 10 Aktivisten in Woronesch mit unsereinem vor 45 Jahren in der BRD.
    Ich habe diese mutige Tat unseren Freunden mitgeteilt, auch wenn in den franzoesischen schwulen Foren tetu, etc und fb nichts zu lesen war.

    Jedoch nur in den Foren zu diskutieren und den A.... nicht hoch kriegen, auch nicht die homofeindlichen Parteien abwaehlen, ist fuer mich ein Zeichen von Dummheit und Bequemlichkeit.
    Einige Beitraege in diesem Forum sind dreist und unverschaemt und haben mit Meinungsfreiheit nichts zu tun.

    Dieses Forum nennt sich "...fuer Schwule und Lesben..." !!! und nicht Forum fuer Schwulenfeinde und schwulenfeindliche Parteianhaenger!!!
  • Antworten » | Direktlink »
#10 goddamn liberalAnonym
  • 22.01.2013, 10:33h
  • "Mitarbeiter des Sportgeschäfts hatten sich mit dem nationalistischen Gegenprotest in Woronesch vor der Haustür solidarisch gezeigt, indem sie den Schaufensterpuppen einen Hitlergruß angelegt hatten."

    Die Geister ihrer zig-millionenfach in Hitlers Krieg verreckten Landsleute und Familienangehörigen sollen sie auf ewig verfluchen.
  • Antworten » | Direktlink »