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Am Montag legt US-Präsident Barack Obama seinen Amtseid für die nächsten vier Jahre ab. TV-Sender übertragen das Spektakel in die ganze Welt, die ARD ist ab 17.15 Uhr zugeschaltet. Zu der Veranstaltung gibt es zahlreiche schwul-lesbische Nebenaspekte:

- Als offiziellen "Inaugurationspoeten", der bei der Zeremonie ein Gedicht vorträgt, hat sich Obama den schwulen Latino Richard Blanco auserkoren. Ist er der "Bannerträger eines 'neuen Amerikas'", wie Spiegel Online in einem Porträt schreibt?

- An der Zeremonie nehmen acht ausgesuchte Bürger als Teil des "Presidential Inaugural Committee" teil, darunter David Hall, der wegen seiner Homosexualität aus der Armee entlassen wurde. Unter den anderen Bürgern: Eine Krebskranke, die von Obamacare profitiert, ein Mitarbeiter von General Motors, der seinen Job behalten konnte, und die Bürgerrechtlerin Ida Edwards.

- Vor vier Jahren nahm erstmals die "Lesbian & Gay Band Association" an einer Amtseinführung eines Präsidenten teil – mit einem besonders verzückten Anführer. Die Truppe marschiert auch dieses Jahr mit.

In der Marschkapelle sind kleinere aus ganz Amerika vertreten: Portrait der Different Drummers aus Washington.

- Bei dem offiziellen Einführungsball im Weißen Haus soll Gerüchten zufolge Lady Gaga auftreten, zuletzt hatte sie dort mit dem Präsidenten über Maßnahmen gegen homophobes Mobbing gesprochen. Bei der Einführung selbst singen unter anderem Kelly Clakson und Beyoncé.

- Der offizielle Segen wird vom episkopalischen Priester Luis León aus Washington gesprochen, er gilt als homofreundlich. Die US-Version der Anglikaner hat offen schwule Priester und kürzlich die Kathedrale der Hauptstadt für gleichgeschlechtliche Trauungen geöffnet. León ist der zweite Kandidat für den Posten: Ursprünglich hatte das (überparteiliche) "Inaugurationskomitee" einen Pastor ausgesucht, von dem später bekannt wurde, dass er sich vor über 20 Jahren für eine Heilung von Homosexuellen ausgesprochen hatte. Nach öffentlicher Kritik zug sich der Pastor zurück, das Komitee versprach, einen Pastor auszusuchen, der "die Sicht der Regierung über Inklusion und Akzeptanz aller Amerikaner" teile. Vor vier Jahren hatte es bereits Kritik gegeben, als der homophobe Hetzer Rick Warren den Segen sprach.

 Update  Über Obamas beeindruckende Rede berichten wir hier.



#1 papayoyoProfil
#2 -hw-Anonym
  • 21.01.2013, 18:13h
  • Antwort auf #1 von papayoyo
  • Ja.
    Und man spricht sich vor den Wahlen laut und deutlich für die Homo-Ehe aus.

    Anteil der weißen Wähler:
    Obama 39%
    Romney 59%

    Protestanten:
    Obama 42%
    Romney 57%

    Katholiken:
    Obama 50%
    Romney 48%

    Jüdische Wähler:
    Obama 65-70%
    Romney 30%

    Muslimische Wähler
    Obama 65-70%
    Romney 7%

    Anteil der Afro-Amerikaner:
    Obama: 93%
    Romney: 6%

    Latinos:
    Obama: 71%
    Romey 27%

    Frauen:
    Obama 55%
    Romney 44%

    "...Vote by Income (Jahreseinkommen)

    bis $50.000:
    Obama: 60%
    Romney: 38%

    $50.000-$100.000:
    Obama: 46%
    Romney: 52%

    über $100.000:
    Obama: 44%
    Romney: 54%..."
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#3 KoppsiProfil
  • 21.01.2013, 18:32h Seligenstadt

  • Und um das Ganze zu toppen wär, demnächst nen schwulen Präsident. ;-)
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#4 finkAnonym
  • 21.01.2013, 18:36h
  • mich nervt die religiöse durchtränkung dieser ganzen heilserwartungsfeier extrem. die kriegen ja alle eine nackenstarre vom stundenlangen zu-boden-gucken bei all dem gebete. mir wäre eine feier mit durchgestreckten rücken und erhobenen köpfen irgendwie weniger unheimlich als dieses kollektive gebuckel vor imaginären mächten.

    ein gutes interview hierzu in der FR:

    "Sind die USA also doch eine Art Gottesstaat?

    Mit dem Begriff wäre ich vorsichtig, aber klar, es gibt eine Vermischung von Religion und Politik, was in der Wissenschaft oft Zivilreligion genannt wird. Sie wird nirgends deutlicher als in der Inaugurationsfeier mit Gebeten zu Beginn und einem Schluss-Segen Ritualen, die nicht zu einer säkularen staatlichen Zeremonie zu passen scheinen. Offiziell wird dann gern gesagt, es werde nicht der Gott einer bestimmten Religion adressiert. Deshalb wurde in den Inaugurationsreden lange Zeit auch nur ganz allgemein von einem allmächtigen Wesen oder jener unendlichen Macht gesprochen.

    Das klingt ja wie in Heinrich Bölls Kurzgeschichte Doktor Murkes gesammeltes Schweigen, wo das Wort Gott in einem Radio-Manuskript durch die Formel jenes höhere Wesen, das wir verehren ersetzt wird.

    Seit Ronald Reagan beenden die Präsidenten ihre Reden mit der Formel Gott segne Sie oder Gott segne die Vereinigten Staaten. Ein Schritt darüber hinaus war das Vaterunser bei Obamas erster Vereidigung, eigentlich ein No Go, da hier klar Bezug auf eine bestimmte Religion genommen wird. Das ist auch sehr kontrovers diskutiert worden, ebenso wie die Aufforderung eines methodistischen Pfarrers bei George W. Bushs erster Inauguration 2001, das Amen sollten bitte nur diejenigen Zuhörer sprechen, die an Jesus glaubten. Damit waren Juden, Buddhisten, Muslime, aber auch Nichtgläubige ausgeschlossen"

    das ganze unter

    www.fr-online.de/kultur/vereidigung-barack-obama-ohne-bibel-
    geht-es-nicht,1472786,21469668.html
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#5 am randeAnonym
  • 21.01.2013, 18:47h
  • Antwort auf #4 von fink
  • Und weiter in der FR:

    "Sie drückt das Selbstverständnis der US-Amerikaner als Gottes auserwähltes Volk aus. Auch das ist puritanisches Erbe und Teil der Zivilreligion. Europäern ist dieser Erwählungsgedanke oft fremd. Für US-Amerikaner hingegen verbindet sich damit die Selbstverpflichtung, sich der göttlichen Erwählung und des Erbes der Vorväter würdig zu erweisen. Jede Generation von Amerikanern wird daraufhin neu geprüft. Dieses Motiv durchzieht praktisch alle Inaugurationsreden."

    __________________________

    Die USA, obwohl säkular konstituiert, verstehen sich als »christliche Nation«. Losurdo verweist umgekehrt auf die im Wilden Westen erfolgte Säkularisierung der Religion, indem er den Amerikanismus eine Art »Nationalreligion« nennt.

    Deren ambivalente Haltung zum Judentum [lange auch zum Katholizismus] wird von ihm wie folgt beschreiben: »Als das Judentum auf die Oktoberrevolution und auf Sowjetrußland zu orientieren schien, trat in den Vereinigten Staaten ein recht intensiver Antisemitismus auf, der sich erst dann gelegt hat, als diese Verbindung sich aufgelöst hatte.«

    Um als »amerikanisch« anerkannt zu werden, »mußte das Judentum den Akzent vom Prophetentum, das die Hoffnung der unterdrückten Völker auf Befreiung nährte, auf das Thema des auserwählten Volkes verschieben: dieses wurde so neuinterpretiert, daß es nicht nur das eigentliche Israel, sondern auch das von der nordamerikanischen Republik repräsentierte neue Israel einschloß.«
  • Antworten » | Direktlink »
#6 am abgrundAnonym
  • 21.01.2013, 18:59h
  • Antwort auf #5 von am rande
  • " [lange auch zum Katholizismus] " Bis etwa zu diesem Zeitpunkt:

    Im Jahre 1905 erklärte Erzbischof John Ireland:

    "Wir können nicht umhin, zu glauben, dass Amerika eine besondere Mission zuerteilt worden ist (...) die Mission, eine neue soziale und politische Ordnung herzustellen (...); mit dem Triumph der Kirche in Amerika wird
    die katholische Wahrheit unter dem Schutz des amerikanischen Einflusses stehen und das Universum umfassen."

    Manhattan et orbi

    www.economist.com/node/21560536
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#7 mueller00Anonym
  • 21.01.2013, 19:09h
  • Entscheidend ist was Obama tut und tun kann, also das, was das Leben der Menschen zum Positiven ändert. Insbesondere die Sicht der Regierung über Inklusion und Akzeptanz aller gefällt mir sehr. Schade, dass solche solche Sichtweisen der Regierung in einem schwarz-gelb regierten Deutschland möglich ist. Da haben wir die eiskalte Machtkanzlerin Merkel. Hoffentlich war das ihre letzte Amtszeit...
  • Antworten » | Direktlink »
#8 gavros
  • 21.01.2013, 19:20h
  • Antwort auf #7 von mueller00
  • "Der latente Analphabetismus in religiösen Fragen nimmt, auch bei den Gliedern unserer Kirche, erst recht aber im säkularen Raum, weiter zu.

    Ihn zu überwinden, ist nicht nur eine Aufgabe des Religionsunterrichts. Dieser Bildungsauftrag gilt ebenso für Kirchengemeinden und letztlich für jeden einzelnen Christen, jede einzelne Christin. Da ist es wichtig, selbst auskunftsfähig über den Glauben zu sein.

    Religiöse Bildung gehört elementar zum Glauben dazu, sie ist Auftrag und Herausforderung
    für uns alle.

    Katrin Göring-Eckardt
    Präses der Synode der
    Evangelischen Kirche in Deutschland
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#9 HanskiAnonym
  • 21.01.2013, 21:06h
  • Queer.de schreibt:
    Am Montag legt US-Präsident Barack Obama seinen Amtseid für die nächsten vier Jahre ab.

    Nicht ganz richtig. Obama hat also gestern am Sonntag seinen offiziellen Amtseid vor dem Richter im Weissen Haus abgelegt und seine zweite Amtszeit angetreten. Nach der US-Verfassung beginnt die Amtszeit des Präsidenten am 20. Januar um 12:00 Uhr und endet nach vier Jahren wieder um dieselbe Zeit.
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#10 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 22.01.2013, 00:42h
  • Leider wird die Amtseinführung von Barack Obama durch eine schlechte Nachricht getrübt: lediglich 51 Prozent sind mit der Arbeit des US-Präsidenten zufrieden! Auf Obama kommt eine gehörige Menge Arbeit zu, um diesen Wert zu verbessern!
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