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  • 22.01.2013           11      Teilen:   |

Aktionen in mehreren Städten

Russland: Erneut Gewalt bei Homo-Protest

Artikelbild
In Moskau küssten sich Schwule und Lesben vor der Staatsduma, bevor die Gegenprotestler kamen

In mehreren Städten Russlands haben am Dienstag schwule, lesbische und Transgender-Aktivisten gegen Gesetze gegen "Homo-Propaganda" protestiert. In Moskau kam es dabei zu Gewalttätigkeiten durch Gegendemonstranten, mehrere Aktivisten wurden verletzt.

LGBT-Proteste gab es in Moskau, St. Petersburg, Samara, Archangelsk und Tomsk. Während in einigen dieser Städte bereits Gesetze gegen "Homo-Propaganda" bestehen, wurde in Moskau gegen eine geplante Regelung demonstriert, die bundesweit gelten soll. Sie hätte am Dienstag in erster Lesung in der Staatsduma beraten werden sollen, die Debatte war jedoch zuvor auf einen unbestimmten Termin verschoben worden.

In Moskau wurden die Aktivisten des "Tages der Küsse" vor der Duma trotz Anwesenheit der Polizei von orthodoxen und nationalistischen Gegendemonstranten mit Eiern und Ketchup beworfen, einige LGBT-Aktivisten wurden verprügelt. Zwei der Angreifer wurden von der Polizei festgenommen, die Aktivisten haben Anzeige erstattet.

Youtube | Der Bericht von Euronews zeigt, wie auf die LGBT-Aktivisten eingeschlagen wird
Fortsetzung nach Anzeige


Proteste und Gegner an allen Ecken

In St. Petersburg demonstrierten Schwule und Lesben in traditioneller Kleidung - Quelle: Coming Out St. Petersburg
In St. Petersburg demonstrierten Schwule und Lesben in traditioneller Kleidung (Bild: Coming Out St. Petersburg)

In St. Petersburg lief der Protest friedlich ab. Drei vermutlich rechtsradikale junge Männer hatten zuvor versucht, vor dem Büro der Petersburger LGBT-Organisationen Aktivisten abzufangen und in das Büro einzudringen. Sie wurden jedoch durch das Wachpersonal des Hauses abgewiesen. Bei der Rückkehr der Aktivisten gab es einen Zusammenstoß mit den Rechtsradikalen, was jedoch folgenlos blieb.

In Samara nahmen neun Aktivisten an einem Protest teil. Die Polizei konnte einige Provokateure abweisen und begleitete die Teilnehmer nach der Aktion. Dennoch kam es zu einem Angriff auf einige Aktivisten, als diese bereits auf dem Heimweg waren. Dabei wurde einer von ihnen verletzt.

In Tomsk wurden die Aktivisten von der Polizei befragt und mussten auf der Polizeiwache eine schriftliche Erklärung abgeben, nach Aussage der Aktivisten waren die Polizisten jedoch freundlich. In Archangelsk kam es zu keinen Übergriffen.

Demo in Brüssel

Der britische Europaabgeordnete Michael Cashman am Dienstag vor der russischen Botschaft in Brüssel
Der britische Europaabgeordnete Michael Cashman am Dienstag vor der russischen Botschaft in Brüssel (Bild: LGBT Intergroup)

Am Dienstag haben zugleich mehrere Abgeordnete des Europaparlaments vor der russischen Botschaft in Brüssel protestiert. Dem Aufruf der LGBT Intergroup waren auch Gruppen wie Amnesty International und Outrage! gefolgt. Der offen schwule britische Labour-Abgeordnete Michael Cashman sagte, er sei stolz über die Demonstration: "Sie ist eine Erinnerung, dass der Kampf für die Menschenrechte anderer unser eigener Kampf ist."

Bereits in den letzten Tagen hatte es in einigen Städten Russlands Demonstrationen gegen Gesetze gegen "Homo-Propaganda" gegeben. In der Provinzhauptstadt Woronesch kam es dabei am Sonntag zu Ausschreitungen mit nationalistischen Gegenprotestlern, bei denen mehrere Aktivisten verletzt wurden (queer.de berichtete). Der Adidas-Konzern hat sich inzwischen dafür entschuldigt, dass Mitarbeiter eines Ladens aus Solidarität zu den homophoben Gegenprotestlern Schaufensterpuppen einen Hitlergruß verpasst hatten. (nb/re)

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Tags: russland, homo-propaganda, moskau, woronesch, st. petersburg
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Reaktionen zu "Russland: Erneut Gewalt bei Homo-Protest"


 11 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
22.01.2013
21:32:38


(+7, 7 Votes)

Von Puck


Oje wenn man das auf Video sieht, wird einem der blinde Hass der Gegendemonstranten richtig bewusst...und das wegen nichts und wieder nichts.

Ich schäme mich manchmal, der Gattung Mensch anzugehören.


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#2
23.01.2013
01:20:50


(+2, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Solche Aktionen bestätigen leider immer wieder, daß Rußland gar nichts im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen zu suchen hat!


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#3
23.01.2013
09:47:27


(+5, 5 Votes)

Von sanscapote
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Hut ab fuer die russischen Aktivisten!

Hut ab fuer die manifestants am Sonntag in Paris!

CHAPEAU!!!


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#4
23.01.2013
14:11:06


(-4, 8 Votes)

Von Lich King


Mittlerweile auch in London: Muslim Miliz macht Jagd auf Schwule.

Muslim Patrol: thugs abuse man in second 'vigilante' video

A second inflammatory video featuring Islamic vigilantes emerged today, which appeared to show members of the group hurling homophobic abuse at a man and telling him to leave their "Muslim area".

Link zu www.telegraph.co.uk


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#5
23.01.2013
15:05:09


(+5, 7 Votes)
 
#6
23.01.2013
16:29:50


(+3, 3 Votes)

Von Luca


Dieses Land driftet immer weiter in den Faschismus ab...


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#7
23.01.2013
19:09:21


(+5, 5 Votes)

Von ehemaligem User ererer


In Litauen ist heute ein gleich solcher Gesetzesentwurf (erneut) vorgeschlagen, das Parlament wird darueber schon im Fruehling wohl abstimmen.


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#8
23.01.2013
23:14:26


(+4, 4 Votes)

Von alexander
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #7 von ererer


hallo kornelijus,
ich habe es hier gelesen, habt ihr eine möglichkeit, die EU als litauische bürger "anzurufen" ? ich denke, wenn sich "betroffene", zu wort melden, wird ein protest ernster genommen ! (ich hoffe es zumindest !?)


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#9
24.01.2013
20:08:12


(+1, 3 Votes)

Von ehemaligem User ererer
Antwort zu Kommentar #8 von alexander


Hallo, Alexander! Im Moment ist die Lage (noch) nicht dramatisch, es ist vor allem Initiative einer einzelnen Person, und der hier besprochene Gesetzesentwurf lag irgendwo im Parlament schon seit Herbst 2010 (nach dem ersten 'Baltic Pride' in Vilnius im Mai 2010), nach dem ersten positiven Abstimmen im Parlament (dann wurde alles wegen der heftigen Reaktion aus Bruessel/Strassburg quasi ad acta gelegt - aber leider nicht fuer immer). Jetzt ist also das alles erneut 'wiederaufgetaucht' als hysterische Reaktion auf den geplanten (schon zum zweiten Mal in Vilnius, nach 3 Jahren) 'Baltic Pride 2013' am 27. Juli. Trotzdem ist das gefaehrlich oder kann gefaehrlich werden: die litauische Politik ist wie ein Sumpf, wo nur wenige so was 'feste Ueberzeugungen' haben und nur an Geld interessiert sind. Mit einer Ausnahme - ja, Du hast schon erraten,- Homo-Rechte. Denn in diesem Fall werden fast alle, rechts wie links, ploetzlich sehr um 'Moral und Werte' besorgt, den 'christlichen Wurzeln unserer Gesellschaft' treu und wegen des 'schaedlichen Einflusses auf unsere Kinder' extrem beunruhigt. Dann kann das Geschaeft wieder weiter ruhig gehen. Wusstest Du, dass Litauen wohl das einzigste Land ist, wo Gay-Pride von der katholischen Kirche indirekt unterstuezt war? Denn im Vorabend dessen hat die lit. Bischofskonferenz erklaert, dass die homosexuellen Personen nicht beleidigt werden muessen (nachdem das Klima unertraeglich wurde: sogar auf einer der Bruecken in Vilnius hatte jemand in der Nacht mit grossen Buchstaben geschrieben: 'ihr seid einzelne, wir sind tausende!') - nicht das die Kirche schwulenfreundlich waere, alles andere als das, aber sie war besorgt in diesen Zusammenfang als schuldige am Ende nicht gebracht werden, wenn etwas schlechtes passiert (wie in Belgrad). Das ironische daran: die katholisch gepraegte Homophobie ist bei uns so stark und immer praesent, dass die Kirche selbst im Prinzip nichts mehr gegen Homo-Rechte machen muss und sogar Zeit von Zeit die 'gute' erfolgreich spielen kann! Du solltest von mir aber auch keinen falschen Eindruck bekommen: bin kein Schwulenaktivist, nur einfacher Mensch, der seine Ruhe haben will und keine grossen Illusionen wegen der Homo-Rechte hier hat. Nach den homophoben Gesetzen 2009/2010/2011 haben beide lit. Homo-Verbaende (ja, die Schwulenszene hier ist so was wie ein bisschen gespalten, trotz ihrer 'Groesse') nach Bruessel geklagt. Viviane Reding, Michael Cashman, Ulrike Lunatzek u.a. haben dann interveniert und waren letzendlich erfolgreich, auf dem Papier zumindest: Verbot der 'Homo-Propaganda' wurde, wie schon geschrieben, ins Archiv gelegt, und im Gesetz ueber 'Schutz der Minderjaehrigen' wurde der Begriff 'Verbot der positiven Darstellung von homosexuellen Beziehungen in den Medien und im oeffentlichen Raum' durch 'Pflicht nur verfassungsgemaesse Definition der Ehe darzustellen' (also nur Hetero-Ehe, die schon seit dem Beginn in den Originaltext der lit. Verfassung von 1992 klar eingeschrieben ist). Sieht so ein Erfolg oder Kompromiss aus?


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Anm. d. Red.: Danke für diese Einschätzung. Bitte beachtet auch unseren gestrigen Artikel zum Thema:

Link zu www.queer.de

 
#10
24.01.2013
20:17:45


(+3, 3 Votes)

Von ehemaligem User ererer


Die neuesten Nachrichten aus Russland: auch Kaliningrader Gebiet verbietet 'Homo-Propaganda'. Mein tiefster Beileid fuer das Land von Kant, Kolwitz und Graefin Doehnhoff.


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