Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
 
powered by
  • 23.01.2013           8      Teilen:   |

Analverkehr inklusive

So lieben Schwule heute

Artikelbild
So kommen trockene Diagramme doch gleich viel knackiger beim Leser an. Diese Säulen sagen: Analverkehr wird immer beliebter.

Wie oft, von vorn oder hinten, mit wem und wo? Die wichtigsten Fakten zu unserem Sexleben aus der neuen Bochow-Studie.

2010 hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum neunten Mal schwule Männer nach ihrer Lebenssituation befragt (queer.de berichtete). Damit soll der Erfolg der HIV-Prävention überprüft und, falls nötig, gesteigert werden. Seit 25 Jahren haben wir ein recht gutes Bild davon, mit welchem Lustpotential wir ausgestattet sind, mit wem wir zusammenleben und wo es nach wie vor die Last der Diskriminierung oder Stigmatisierung gibt, sei es wegen HIV, sei es wegen Homosexualität. Hier nun die wichtigsten Fakten aus der frisch veröffentlichen Bochow-Studie zu unserem Sexleben.

Wir haben unverändert gern und viel Sex
Und wenn möglich, am liebsten auch nur mit dem einen, dem festen Freund. Etwa ein Viertel der Teilnehmer (23 %) gibt an, lediglich einen Sexpartner in den zwölf Monaten vor der Befragung gehabt zu haben. Bei 80 Prozent der Männer mit einem einzigen Sexpartner ist dies der feste Freund. Drei Viertel (77 %) der Befragten hatten weniger als zehn männliche Sexualpartner gehabt, dieser Wert ist fast identisch mit dem in der Befragung von 2007. Der durchschnittliche Deutsche liegt, je nach Untersuchung, bei etwa zwei Sexpartnern im Jahr.

Fortsetzung nach Anzeige


In der Großstadt gibt es mehr Angebote, das Interet macht die Landflucht aber beinahe überflüssig - Quelle: torbakhopper / flickr / cc by 2.0
In der Großstadt gibt es mehr Angebote, das Interet macht die Landflucht aber beinahe überflüssig (Bild: torbakhopper / flickr / cc by 2.0)

Je oller, je doller
Befragte ab 30 Jahren haben mehr Sexualpartner als Befragte unter 30 Jahren (im Schnitt sechs vs. vier Sexpartner). Männer ohne feste Beziehung und in einer "offenen" Beziehung geben im Durchschnitt fünf Sexpartner im Jahr vor der Befragung an. Der Anteil von Männern, die mit mehr als zehn unterschiedlichen Partnern Sex haben, nimmt ab dem Alter von 30 Jahren deutlich zu.
Bemerkenswert ist, dass Unterschiede zwischen den beiden Altersgruppen der 30- bis 44-Jährigen und der über 44-Jährigen kaum bestehen. Sollte jemand Angst in seinem jungen Herzen tragen, er bekäme keinen mehr ab, wenn er die 30 überschritten hat, den dürften diese Werte beruhigen. Alles wird gut, es wird sogar besser.

Stadt, Land, Internet
Nicht verwunderlich: Gelegenheit macht Liebe. Der Großstädter jagt erfolgreicher, leichter und öfter als die Landschwuppen. Doch nun gibt es ja auch in der Provinz seit langem die Erfindung namens Internet. Und das nivelliert die ungleich verteilten Chancen enorm. Ein hoher Anteil der Befragten haben alle (24 %) oder die meisten (24 %) Sexpartner über Internetportale gewonnen, und dieser Wert ändert sich kaum, wenn man ihn in Verhältnis zur Einwohnerzahl des Wohnortes setzt. Ein Mythos ist auch die Annahme, dass ein hoher Anteil von Sexpartnern, die über das Internet getroffen wurden, gleichbedeutend ist mit einer hohen Anzahl von Sexpartnern.
Die beteiligten Sozialwissenschaftler ziehen aber andere wichtige Schlüsse. In der Studie heißt es: "Das Aufsuchen von Treffpunkten (wie Bars, Clubs, Saunen, Cruising-Orte etc.) hat nach wie vor eine hohe Relevanz, und das Internet als virtuelle Welt hat die Bedeutung dieser Treffpunkte für das Finden von Sexpartnern möglicherweise eingeschränkt, aber keineswegs aufgehoben." Gayromeo ist also dich nicht an allem schuld…

Un hier die erwähnten Zahlen zum Analverkehr nochmal mit Details
Un hier die erwähnten Zahlen zum Analverkehr nochmal mit Details (Bild: Mitya Kuznetsov / flickr / cc by 2.0, Montage: queer)

Passiver Analverkehr: Auf Dauer langweilig
Beliebteste Frage im Internet: Worauf stehst du. Auch in der Studie wurde sie gestellt. Unverändert auf Platz 1 der Beliebtheitsskala sexueller Praktiken: Wichsen (im Studienjargon "mutuelle Masturbation") und Blasen, aktiv/passiv ("insertiver und rezeptiver Oralverkehr"). 90 Prozent gaben an, dass dies die beliebtesten Betätigungen bei Dates mit Männern sind, die nicht Partner sind. Insertiver oder rezeptiver Analverkehr wird von zwei Drittel mit anderen Partnern im Jahr vor der Befragung praktiziert. Ob A-Typ oder P-Typ, es ist auch eine Frage des Alters: Zwei Drittel der unter 20-Jährigen ließen sich ficken, drei Viertel der 20- bis 59-Jährigen und 55 % der über 59-Jährigen. Aktiv gefickt wird von drei Vierteln der unter 20-Jährigen und der 20- bis 29-Jährigen praktiziert, von zwei Drittel der 30- bis 59-Jährigen und von 59 % der über 59-Jährigen. Über die Jahre betrachtet nimmt die Lust zu, den Fick – in wechselnden Rollen – überhaupt zu praktizieren. Nur noch 13 Prozent verzichteten ganz darauf (2007 waren es noch 23 Prozent, die gekniffen haben.)

Sich schützen, dabei bleibt es
Auch wenn viele, vor allem Jüngere angaben, dass sie sich in ihrer Lust durch das Kondom beeinträchtigt und gestört fühlen, und die Autoren daraus die Empfehlung ableiten, sich neue Gedanken über Präventionsbotschaften jenseits des Kondoms zu machen, gehört der regelmäßige Gebrauch des Gummis nach wie vor für die große Mehrheit dazu, vor allem außerhalb fester Partnerschaften. Die Hälfte der Männer (53 %), die analgenitale Kontakte mit Partnern außerhalb fester Partnerschaften hatten, geben an, dabei immer Kondome benutzt zu haben. Weitere 23 % geben an, dies "meistens" getan zu haben. Ein Viertel (24 %) der Befragten in festen Partnerschaften benutzten "immer" ein Kondom, 9 % "meistens". (cs)

Links zum Thema:
» Die komplette Studie als PDF zum Download
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 8 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 133             8     
Service: | pdf | mailen
Tags: schwuler sex, michael bochow, hiv, aids
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

Reaktionen zu "So lieben Schwule heute"


 8 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
23.01.2013
14:21:42


(+12, 14 Votes)

Von Auslöschung


"2010 hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung"

2010 hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung "Jugendsexualität" endgültig wieder zu 100% mit Heterosexualität gleichgesetzt und jede Homosexualität von Jugendlichen gezielt aus dem Fragenkatalog, der sich an Tausende Jugendliche richtet, verbannt.

Zugleich eine beispiellose Medienkampagne in Gang gesetzt und ihre Propaganda zu den sexuell so brav bürgerlich normierten Jugendlichen über alle massenmedialen Kanäle gejagt, in deren Rahmen Homosexualität logischerweise ebenso gezielt als nicht existent behandelt wurde.

All dies in Zeiten, in denen auch hierzulande regelmäßig junge Menschen in direkter Folge der gesellschaftlich gemachten Hetero-Norm in den Suizid getrieben werden. (Worüber BzgA und ihre medialen Partner, bestimmt aus Gründen der Pietät, ebenfalls kein Wort verlieren.)

Dass ein solcher Apparat des Heterosexismus und der sexuellen Unterdrückung, der Schwule weiterhin ins Ghetto der "sexuellen Krankheiten" verweist, hier weiterhin ganz selbstverständlich als vermeintlich seriöse forschende Referenz zitiert wird, ist ebenso unfassbar wie bezeichnend für den Zustand der schwul-lesbischen Nichtbewegung.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
23.01.2013
17:09:02


(-1, 5 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Ein ganz schöner Wälzer, diesse Studie!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
23.01.2013
21:36:56


(-1, 5 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Auslöschung


Das Verschweigen (oder wenigstens die wenigen Berichte) zur Suizidrate von LGBT-Jugendlichen nennt sich WERTHER-EFFEKT..

Der Begriff geht auf die Tatsache zurück das nach der Veröffentlichung des Romanes "Die Leiden des jungen Werther" von Goethe eine Art Suizid-Welle auftrat..
Siehe dazu :

Link zu www.google.de

Ungeachtet dessen kann Mann die Zahlen jugendlicher Suizide im Netz recherchieren, wobei die Angaben sich auf alle Jugendlichen insgesamt beziehen, und nur angegeben ist das die Suizidrate bei LGBT-Jugendlichen 3 - 5 mal höher liegt, so das Mann selbst nachrechnen muß..

Während in der BRD insgesamt 9616 Suizide in 2009 begangen wurden, davon allein in Bayern 1749 Menschen..

Die Rate Jugendlicher ist dabei nach offitiellen Angaben eher gering..
Während sich 1999 286 Jugendliche ab 15 töteten, waren es 2007 "nur" 196, zusätzlich 24 Jugendliche unter 15..

Offenbar sind selbst diese Zahlen aber noch "geschönt"..
Auf offiziellen Seiten von Angehörigen und Präventiv arbeitenden Vereinen und Selbsthilfegruppen spricht Mann von 2 Jugendlichen Suiziden pro Tag, was damit etwa 730 Suizide pro Jahr bedeutet..
Bei einer Rate von 3 - 5 mal so hoch für LGBT-Jugendliche muß Mann also davon ausgehen das wenigstens 547 Suizide von diesen Jugendlichen verübt wurden..


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
23.01.2013
21:53:26


(+2, 4 Votes)

Von -hw-
Antwort zu Kommentar #3 von TheDad


Hier kann man sich dem Suizid-Anteil von LGBT-Jugendlichen übrigens auch nur statistisch nähern.

Deutscher Bundestag 17. Wahlperiode 217. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 17. Januar 2013, Protokoll, .pdf-Datei, Randziffer 26762 (B) und (C)

Link:
dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17217.pdf


Die Reaktion ist sahnig. Werthers Echte


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
24.01.2013
06:17:48


(+2, 6 Votes)

Von ehemaligem User Hannibal


Ich finde quantitative Studien total langweilig und steril. Qualitative Studien sind zwar weniger repräsentativ, letztendlich aber aussagekräftiger.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
24.01.2013
13:14:58


(+2, 2 Votes)

Von CarstenFfm
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ach ja ich erinner mich da damals über Gayromeo auch so einen Fragebogen ausgefüllt zu haben.

Dan mal sehen wo in der dicken Studie erstmal die interessanten Stellen sind.

Danke erstmal für die kurze Zusammenfassung.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
25.01.2013
15:03:53


(+2, 2 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Auslöschung


Was nun die Streichung der ohnehin einzigen Frage bezüglich Schwuler (falls man sowas dann als "gezielt verbannen" bezeichnen kann) in der Studie zur Jugendsexualität mit dieser groß angelegten Studie bezüglich Schwuler zu tun hat erschließt sich mir nicht wirklich. Das ist ne andere Baustelle.

Äpfel und Birnen...

Es sind über 40.000 Datensätze zusammengekommen, und grundsätzlich gab es da nichts zu meckern.
Auch die Ergebnisse liegen im glaubhaften Bereich.

Statt konstruktiver Mitarbeit wieder sinnlose Empörung und Rundumschläge.

BzgA pfui
schul lesbische "Nichtbewegung" pfui
queer.de pfui
alles dooooooof

Und mal wieder stehst jemand unfassbar und bezeichnend vor dem Leben...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
09.05.2016
14:46:58
Via Handy


(0, 0 Vote)

Von corsagenmann


Das Blasen eines Schwanzes,lasse ich mir von so einer Studie nicht kaqutt reden.Es ist jedem selbst überlassen,und auch die Gefahren,muß jeder selbst verantworten.Ich schlucke gern,und viel.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 


 LIEBE - SEXTRENDS

Top-Links (Werbung)

 LIEBE



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Niederlande: Kommission empfiehlt bis zu vier Eltern pro Kind Israel: Gleichstellung ausländischer Homo-Partner geplant Tag der Menschenrechte: EKD wirbt für LGBTI-Gleichbehandlung Die Poesie der ersten schwulen Liebe
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt