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  • 23.01.2013           11      Teilen:   |

"Yossi & Jagger"-Sequel

Yossi liebt jetzt für immer

Artikelbild
Neue Liebe am Strand von Eilat: Das müde Bärchen Yossi (Ohad Knoller) trifft den alles andere als braven Soldaten Tom (Oz Zehavi) (Bild: Pro-Fun Media)

Das schwule Liebesdrama "Yossi & Jagger" beim israelischen Militär bewegte vor zehn Jahren unsere Herzen. Eytan Fox gelingt dies in seiner Fortsetzung "Yossi" noch einmal.

Von Christian Scheuß

In der Nacht, in der er sterben wird, beklagt sich Jagger bei seinem Freund Yossi: "Du hast mir niemals gesagt, dass du mich liebst!" Sein heimlicher Geliebter bedauert: "So wie es jetzt ist, so wird es für lange Zeit bleiben müssen." Verpasste Chancen, das ist eines der Hauptmotive im Film "Yossi und Jagger" von Regisseur Eytan Fox. Das bewegende Liebesdrama, das vor nunmehr zehn Jahren in die Kinos kam, findet nun mit "Yossi" seine Fortsetzung. Chancen nutzen, das ist die Botschaft des melancholisch geprägten Sequels.

Irgendwo an der israelisch-libanesischen Grenze hatten sie sich damals kennengelernt. Yossi, der introvertierte Kommandant einer israelischen Militäreinheit, und der extrovertierte Yagger, sein Untergebener. Hätten sie sich irgendwo in Tel Aviv getroffen in friedlicheren Zeiten, sie hätten ein wunderbares Paar abgegeben in einer Beziehung, die durch ihre Gegensätzlichkeit die richtige Würze hat.

Doch im Kriegseinsatz blieb ihnen nicht viel mehr als die Hoffnung auf solche Zeiten. Um beieinander bleiben zu können, waren sie gar gezwungen, ihre Liebe zu verheimlichen. Homosexualität beim israelischen Militär selbst war nicht das Problem. Die seit zwei Jahren laufende Liaison zwischen Befehlshaber und Soldat hätte die Versetzung und Trennung zur Folge gehabt. Am Ende führt Yossi seinen Geliebten unwissentlich in den tödlichen Hinterhalt.

Fortsetzung nach Anzeige


Grausames Date: "Dein Bild ist gut, aber das bist nicht du!"

Yossis erste große Liebe starb vor zehn Jahren, dann stand die Zeit still - Quelle: Pro-Fun Media
Yossis erste große Liebe starb vor zehn Jahren, dann stand die Zeit still (Bild: Pro-Fun Media)

Zehn Jahre später lebt Yossi tatsächlich am Wunschort Tel Aviv. Als angesehener und engagierter Kardiologe ist er beruflich erfolgreich und beliebt. Frauen versuchen sich mit ihm zu verabreden. Doch der 34-Jährige ist vor allem eines: allein und müde. Noch immer lebt er eher versteckt schwul. Noch immer trauert er seiner Liebe hinterher, die durch eine Bombe ums Leben kam. Als zufällig Jaggers Mutter als Patientin zu ihm kommt, werden viele alte Erinnerungen wieder wach. Das moderne hippe Großstadtleben überfordert ihn. Von einem neureichen Schnösel-Typen bekommt er vorgehalten, dass er die brutalen Regeln des Online-Datings missachtet hat. "Du siehst viel älter aus als auf dem Foto, von Sport hältst du wohl nicht viel!? Aber na gut, du kannst mir einen blasen, wenn du willst."

Die Flucht des vom Leben gedemütigten Arztes in mehr und mehr Arbeit lässt ihn Fehler machen, was einen Patienten in Lebensgefahr bringt. Der Chefarzt schickt ihn in den Urlaub: "Du siehst aus wie ein Operationstisch." Und Yossi reist ans Meer nach Eilat. Umgeben von Meer und Sanddünen trifft er eine Gruppe junger israelischer Offiziere. Einer von ihnen ist Tom, ein gutaussehender, selbstsicherer und lebenslustiger Mann, der seine Homosexualität offen lebt. Die Begegnung mit Tom ermöglicht Yossi aus seiner selbstgewählten Isolation auszubrechen und in eine neue Welt einzutauchen. Wird er diesmal seine Chancen nutzen statt sie zu verpassen?

Vom Trauerkloß-Entlein zum schwulen Schwan

Erst mit Tom beginnt sich für Yossi die Erde wieder zu drehen
Erst mit Tom beginnt sich für Yossi die Erde wieder zu drehen (Bild: Pro-Fun Media)

Regisseur Eytan Fox packte mit "Yossi & Jagger" ein brennendes wie neues Thema auf. Eine schwule Liebe beim israelischen Militär, das war 2002 noch vermintes Gebiet. Das Liebesdrama, das er mit viel Witz erzählte, war international ein großer Erfolg. Fox war damit auch Motivator für andere Filmemacher, schwule Geschichten aus dem Alltag in einem Land zu erzählen, dass sonst immer nur aus weltpolitischer Sicht betrachtet wird. Fox selbst brachte mit "Walk On Water" (2004) und "The Bubble – Eine Liebe in Tel Aviv" (2006) zwei weitere wunderbare Geschichten in die Kinos.

Der Fortsetzung, in der Yossi-Darsteller Ohad Knoller überzeugend das depressive Bärchen spielt, das man sofort tröstend in den Arm nehmen möchte, fehlt das Überdramatische des Vorgängers. Doch Eytan Fox braucht diesmal keine extreme Kriegssituation, um klarzumachen, dass sich die eigentlichen Dramen immer nur da abspielen, wo einsame Herzen neu entflammen.

Am Ende sitzen Tom und Yossi am Strand. Eigentlich ist es Zeit, zurück nach Hause und zur Arbeit zu fahren. Tom scherzt: "Lass uns hierbleiben." Und Yossi antwortet: "Dann lass uns das machen!" – "Für immer?" – "Für immer!"

Youtube | Der offizielle Trailer
  Infos zum Film
Yossi. Spielfilm, Israel 2012. Regie: Eytan Fox. Darsteller: Oz Zehavi, Ohad Knoller, Orly Silbersatz Banai, Ola Schur Selektar, Lior Ashkenazi. Laufzeit: 85 Minuten. FSK 12. Verleih: Pro-Fun. Offizieller Kinostart ist am 24. Januar 2013. Der Film wird in 24 Städten zu sehen sein.Alle aktuellen Termine gibt es unten über den Link des Verleihs.
Links zum Thema:
» Alle Starttermine und Orte auf der Pro Fun-Website
» Der erste Film "Yossi & Jagger" auf DVD
Galerie
Yossi (Spielfilm, Israel 2012)

10 Bilder
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Tags: eytan fox, yossi & jagger, the bubble
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Reaktionen zu "Yossi liebt jetzt für immer"


 11 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
23.01.2013
12:11:15


(+11, 13 Votes)

Von jewish voice


By Dahlia Scheindlin |Published May 27, 2012

When Yossi and Jagger appeared 10 years ago, I found it both heartrending and groundbreaking. Opening up the still-taboo subject of homosexuality in the army, the film provided a sharp critique of the militarist-machoist complex that reigns over Israeli society in general.
[...]
So it was somewhat disappointing to find that Yossis Story doesnt attempt to break new ground. Instead of shining a spotlight on any other aspect of hushed hypocrisy and repression in society for example, he could have followed some of those vital sub-plots in Yossi and Jagger he returns to the same old theme. But many of those earlier psycho-social barriers for gay people have diminished over the last decade partly with Foxs help and he observes as much in this film. As a result, the theme has lost some of its urgency.There is no minimizing how complex life still is for gay people in Israel (and anywhere). But there myriad of related social ills in Israel that could speak to a wider audience are almost completely absent as if the country could just solve the problems of gay people, and things would basically be fine.[...]

Link:
972mag.com/film-on-gays-and-idf-will-reinforce-isr
aeli-militarism/46904/


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#2
23.01.2013
12:34:44


(+6, 12 Votes)
 
#3
23.01.2013
16:59:45


(0, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Es ist schon zehn Jahre her, daß "Yossi & Jagger" in Deutschland in die Kinos kam? Es ist überraschend, daß es jetzt eine Fortsetzung gibt, denn wenn man sich andere Sequels von Filmen anschaut, sind die meistens innerhalb von weniger als zehn Jahren im Kino und dann im Fernsehen zu sehen.


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#4
23.01.2013
17:03:37


(+4, 4 Votes)

Von Feendrache
Aus Leipzig (Sachsen)
Mitglied seit 16.10.2011


Yossi & Jagger der einzige Film (wohl gemerkt der einzige!) bei dem ich Rotz und Wasser geheult habe und das obwohl man mich vorgewarnt hatte.
Freu mich über eine Fortsetzung, aber musste der Spoiler am Ende sein?

LG
Fee


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#5
23.01.2013
17:24:53


(+5, 21 Votes)

Von -hw-
Antwort zu Kommentar #2 von playing field 13


Nitzan Horrowitz ist der quirligste parlamentarische Vertreter der schwulen Emanzipation in der Knesset.

Seine politische Plattform "Meretz" (links-zionistisch) konnte ihre Abgeordnetenzahl verdoppeln, von 3 auf 6. Immerhin.

Link:
en.wikipedia.org/wiki/Nitzan_Horowitz


Zu den Wahlen kann man sagen, es hätte schlimmer kommen können. Es gibt das Lager der Rechten, das Lager der Mitte und linke Organisationen, die versuchen Druck auszuüben.

Vor zwei Jahren wies ich hier auf Yair Lapid hin, mit der Bemerkung: Es könnte sich was tun.
Als Anmerkung zum Netanjahu-Lieberman-Regime und seinem gnadenlosen Rechtskurs.


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#6
23.01.2013
19:37:32


(+3, 3 Votes)

Von Marc
Antwort zu Kommentar #4 von Feendrache


Ich habe zwar auch bei einigen anderen Filmen Rotz und Wasser geheult, aber ich fand auch Yossi & Jagger toll.

Wenn die Fortsetzung genauso gut ist (und davon gehe ich beim Regisseur Eytan Fox aus) dann werde ich auch den wieder toll finden.

Die lange Zeit von 10 Jahren zeigt, dass es nicht um kommerzielles Ausschlachten geht (wie bei so vielen Hollywood-Fortsetzungen), sondern wirklich um das Forterzählen einer Geschichte. Und dann finde ich auch Fortsetzungen gut.


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#7
23.01.2013
20:11:45


(+12, 14 Votes)

Von KathiGr
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von -hw-


This will be the most extreme right-wing government in Israels history, because what passes for the center-left is actually the right. There are two overriding questions in this country, two issues that define left and right: occupation and war. Occupation and war are the status quo, and theres no center about it: Youre either trying to end it, which puts you on the left, or youre not, which puts you on the right. [...]
Meretz supported Israel's 2006 assault on Lebanon and Operation Cast Lead in Gaza in 2008-9.

Link:
mondoweiss.net/2013/01/rightwing-knesset-derfner.h
tml


Lapid said that he does not care what the Arabs want. "What I want is not a new Middle East, but to be rid of them and put a tall fence between us and them." The important thing, he added, is "to maintain a Jewish majority in the Land of Israel." Lapid has said recently that the Left "makes the same mistake again when it negotiates the division of Jerusalem." [...]
Israel "must at last get rid of the Palestinians and put a fence between us," he said, adding that "there will be no 'new Middle East,' but at least there won't be three million Palestinians in Israeli territory." Lapid said that he had decided to present his foreign policy platform to voters at the Ariel University Center, located in the West Bank settlement Ariel, because "there is no map on which Ariel isn't a part of the state of Israel."

Link:
mondoweiss.net/2013/01/centrist-netanyahus-electio
n.html


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#8
24.01.2013
07:37:19


(+9, 11 Votes)

Von Noam Sheizaf
Antwort zu Kommentar #7 von KathiGr


In fact, these were the most ethnic elections I remember, and it seems that each ethnic group or sub-group had its own party, with the clearest division being between Arabs and Jews, of course, but also within those groups. With the risk of tremendous generalization, I would say that poor Sephardi Jews voted Shas and those with higher income Likud; Ashkenzi national-religious went with Bennett; Secular Ashkenazi voted for Meretz, Livni and Lapid and so on.
[...]
The effect of ethnicity and its interaction with class, especially among Jews, is the most denied element in Israeli popular discourse, because it runs contrary to the image or myth of the Zionist melting pot, and it certainly contradicts the image of a state which treats all citizens Jews and non-Jews equally, although that was always more of a comfortable self-perception than something you could seriously defend. Again, these issues deserve closer examination, which I will try to get to sometime soon.

Link:
972mag.com/the-ethnic-vote-and-the-white-coalition
-7-takeaways-from-israels-elections/64613/


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#9
24.01.2013
07:46:16


(+8, 10 Votes)

Von cembalist
Antwort zu Kommentar #5 von -hw-


Michael Borgstede (* 27. Dezember 1976 in Thuine) ist ein deutscher Cembalist und Journalist. Er lebt in Tel Aviv. Ein einjähriger Aufenthalt Borgstedes in den USA förderte seine Neigung zum Journalismus. Seit 2003 ist er als Nahostkorrespondent für Israel und die palästinensischen Autonomiegebiete tätig. Seine Interpretationen gelten als aufführungspraktisch fundiert und dennoch unkonventionell.

Link zu www.welt.de

Aus seinem Text:

Wie für die meisten Israelis ist auch für Gila Peri der Friedensprozess kein entscheidendes Kriterium bei der Wahl: "Ich mache mir Sorgen um unsere Demokratie, ich will eine Partei unterstützen, die sich auch für die Rechte der Minderheiten einsetzt. Weißt du, Worte wie 'links' und 'Menschenrechte' sind in Israel heute Schimpfwörter geworden."

Die Vorsitzende der Arbeitspartei, Schelly Jechimowitsch, stellte schon im November klar, die Arbeitspartei sei keine Linkspartei und das auch nie gewesen.

Wer bewegte Schelly Zunge?

Stanley Bernard "Stan" Greenberg (born May 10, 1945) is a leading Democratic pollster and political strategist who has advised the campaigns of Bill Clinton, Al Gore, and John Kerry, as well as hundreds of other candidates and organizations in the United States and around the world, including the former Bundeskanzler (Chancellor of Germany) Gerhard Schröder and the former British Prime Minister Tony Blair, Michael Häupl and the Austrian SPÖ.
Greenberg's current and former corporate clients include British Petroleum, British Airways, Monsanto Company and General Motors

Link:
en.wikipedia.org/wiki/Stan_Greenberg


Lets see:

Stan Greenberg: The polls at certain points had Labor well over 20 seats, yet they ended with a mere 15 seats (99% of the vote counted). A mere two seats more than the all-time low that Ehud Barak was responsible for. It takes American genius to only get two more seats after the social protests that should have boosted Labor sky high, if they had played their cards right.

Arthur Finkelstein: According to reports, Finkelstein (who left the country just days before the election) was the architect of unifying Likud and Yisrael Beiteinu, worth 42 seats back then. Theyve dropped to 33, maybe less (99% of the vote counted).

A word to Stan and Arthur: Go home, and stay home.

A word to Israeli parties: Go local. And grow up. The fetish with everything American is so 80s.

Link:
972mag.com/a-double-whammy-for-american-advisers-t
o-israeli-campaigns/64595/


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#10
24.01.2013
10:36:23


(+3, 7 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #5 von -hw-


Auch sein Vater Josef Lapid wies gern auf zivilisatorische Mindeststandards hin. Kein Teddy Kollek, aber immerhin.

Nebenbei: Den Film fand ich auch ganz gut:

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Walk_on_Water


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