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  • 19. Oktober 2004, noch kein Kommentar

Die lesbische Kanadierin veröffentlichte gerade eines der schönsten Alben des Jahres: "Hymns of the 49th Parallel". Bald kommt sie damit auf Tour.

Jan Gebauer

k. d. langs neuestes Album "Hymns of the 49th Parallel" erscheint passend zum Herbst in einem matten Pappschuber, der die kühle Grundstimmung vom Cover (siehe links) untermalt. Die Künstlerin hat sich für ihr aktuelles Werk etwas Besonderes ausgedacht: Eine Art "Canadian Songbook" mit elf Songs von einigen der größten Songwriter Kanadas, inklusive einer Eigenkomposition. Die Schönheit der Lieder spricht für sich, sind sie doch verfasst von Musik-Legenden wie Leonard Cohen, Joni Mitchell oder Neil Young (alle drei sind mit jeweils zwei Kompositionen vertreten). Weitere Titel stammen von Bruce Cockburn, Ron Sexsmith und Jane Sibery. Die wunderschöne kraftvolle Stimme von k. d. lang verleiht allen Songs ihren ganz besonderen Reiz. Man nehme zum Beispiel die angesprochenen Lieder von Joni Mitchell, "A Case of You" und "Jericho". Begnadete Kompositionen, die im Original von Mitchells durchdringenden Sopran getragen werden. k. d. lang macht daraus eher rauchige Kaminfeuer-Oden, deren Zauber auch durch die erstklassigen Streicher-Arrangements von keinem geringeren als Eumir Deodato ("Also Sprach Zarathustra - Theme From 2001: A Space Odyssey") getragen werden.

Dessen Geschick zieht sich wie ein roter Faden durch das Album, ebenso wie das opulente Piano-Spiel von Teddy Borowiecki (vorher tätig für Elton John, Eddie Reader oder The Manhattan Transfer). Allerdings kommen auch Fans von akustischen Gitarren auf ihre Kosten, wie bei Leonard Cohens "Bird on a Wire". Ferner sollte "Helpless" von Neil Young Erwähnung finden, welches sich zu einer mitreißenden, wunderschönen Hymne aufschwingt. Sicher warten einige Fans ungeduldig auf neue Kompositionen von k. d. lang und werden ein Album mit Cover-Versionen argwöhnisch betrachten. Aber wenn Covers so edel und hochklassig präsentiert werden, muss man dieses Album empfehlen. Für die queer.de-Musikredaktion gehört "Hymns of The 49th Parallel" schon jetzt zu den Alben des Jahres.

Im November wird k. d. lang endlich wieder Konzerte in Deutschland geben. Für vier Termine wird die Kanadierin sicher nicht nur ihre unzähligen lesbischen Fans begeistern:

12.11. - Köln, E-Werk
18.11. - Hamburg, CCH 2
19.11. - Berlin, Tempodrom
21.11. - München, Tonhalle

Portrait:

k. d. lang wurde als Kathryn Dawn Lang am 2. November 1961 in Consort, Alberta, Kanada geboren. Die Sängerin, Gitarristin, Pianistin und Songautorin wurde in Amerika zunächst als Country-Sängerin bekannt. Sie wirkte im Musical "Country Chorale" mit und veröffentlichte 1984 ihr erstes Album "A Truly Western Experience" mit eigener Band. Sie tingelte durch unzählige Clubs bis 1987 ihr zweite LP "Angel With A Lariat" mit ihrem unorthodoxen Countrystil für Furore sorgte. Im Jahr darauf hatte sie ihren ersten Hit in den amerikanischen Country-Charts mit "I’m Down To My Last Cigarette". Somit galt sie Ende der 80er Jahre neben Lyle Lovett und Nanci Griffith zu den herausragenden Persönlichkeiten der New-Country-Bewegung, konnte aber kaum Hits in der konservativen Nashville-Radiolandschaft landen. Ihr Duett mit Roy Orbison ("Crying") wurde 1989 mit einem Grammy ausgezeichnet. Mit dem Album "Ingenue" (1992) und dem Pop-Hit "Constant Craving" wandte sie sich dem Singer/Songwriter- und Pop-Metier zu und engagierte sich daneben als Tierschützerin. Ungefähr zur gleichen Zeiten outete sie sich als Lesbe, was als Skandal insbesondere in Country-Kreisen galt. Mit dem Album "Drag" (1997), ein Konzeptwerk über das Rauchen, präsentierte sie erstmals eine Werkschau anderer Songwriter und empfahl sich mit ihren Interpretationen als legitime Nachfolgerin von Chanteusen wie Patsy Cline oder Peggy Lee. 2003 nahm sie das Album "A Wonderful World" mit der Crooner-Legende Tony Bennett auf und erntete dafür hervorragende Kritiken.

19. Oktober 2004