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  • 24.01.2013           10      Teilen:   |

Menschenrechtsverletzung

Kamerun: Kritik an unfreiwilligen Anal-Untersuchungen

Artikelbild
Der 79-jährige Paul Biya ist seit 1982 Staatschef in Kamerun. Er lässt nicht nur Schwule und Lesben verfolgen, sondern auch politische Gegner und kritische Journalisten.

Amnesty International schlägt Alarm: Schwule und Lesben werden in Kamerun nicht nur Opfer von Lynchmorden, sondern werden systematisch vom Staat verfolgt.

In einem neuen Bericht beklagt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI), dass das Strafrechtssystem Kameruns nicht nur Jagd auf politische Gegner, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten macht, sondern auch als "Waffe gegen Schwule, Lesben und Transgender" genutzt werde. Es gebe einen "auffallenden Anstieg" von Verhaftungen von mutmaßlichen Schwulen und Lesben, die im Gefängnis oft Folter ausgesetzt seien. Dabei dokumentierte AI neben Prügelattacken durch Gefängniswärter auch Anal-Untersuchungen, mit denen die Behörden schwulen Sex nachweisen wollten. Diese Praxis wurde bereits vor Jahrzehnten vom Weltärzteverband als Folter verurteilt.

"Es gibt keinerlei Rechtfertigung für diese illegale, entwürdigende Behandlung. Sie ist unethisch und muss sofort beendet werden", erklärte Godfrey Byaruhanga, der Autor des Berichtes. AI hat mehrere dutzend Fälle dokumentiert, allerdings liege die Dunkelziffer weit höher. Die Menschenrechtsorganisation beschuldigt außerdem Kameruns Präsident Paul Biya, politische Gegner gezielt verfolgen zu lassen.

Außerdem würden viele Morddrohungen gegen Mitglieder sexueller Minderheiten ausgesprochen. Amnesty glaubt, dass Mitarbeiter der Regierung für viele dieser Drohungen verantwortlich sind.

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Fünf Jahre Haft für Homosexualität

In Kamerun steht auf gleichgeschlechtlichen Sex fünf Jahre Haft. Allerdings werden mehrfach Menschen verurteilt, bei denen aktive Homosexualität nur vermutet wird. In den letzten Wochen hat es immer wieder Berichte über Verhaftungen von mutmaßlichen Schwulen in Kamerun gegeben. So wurde vergangenes Jahr ein Mann zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, weil er einem anderen Mann per SMS seine Liebe gestanden hatte (queer.de berichtete). Zwei Männer waren sogar verurteilt worden, weil sie schwul aussahen und in einer Bar ein "schwules Getränk" (Bailey's Cremelikör) bestellt hatten. Ihre Verurteilung wurde zwar Anfang Januar aufgehoben, allerdings hatten sie zu diesem Zeitpunkt bereits ein Jahr im Gefängnis verbracht (queer.de berichtete).

Letztes Jahr hat der Libanon nach internationalen Protesten Anal-Zwangsuntersuchungen von mutmaßlichen Schwulen verboten (queer.de berichtete). (dk)

Links zum Thema:
» AI-Bericht (auf Englisch)
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Tags: kamerun, zwangsuntersuchung
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Reaktionen zu "Kamerun: Kritik an unfreiwilligen Anal-Untersuchungen"


 10 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
24.01.2013
15:48:15


(+8, 8 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Entwicklungshilfe ersatzlos streichen, SOFORT!


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#2
24.01.2013
17:30:52


(+9, 9 Votes)

Von Yannick


Solche menschenverachtenden Faschisten-Regime dürfen nicht auch noch mit unseren Geldern künstlich an der Macht gehalten werden...

Es zeigt sich immer wieder, dass die nur die Sprache des Geldes verstehen und dass nur dann sich wirklich Dinge ändern.

Wenn die Schwule und Lesben so ätzend finden und "westliche Werte" so sehr ablehnen, wollen die sicher auch nicht unser Geld!


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#3
24.01.2013
17:43:09


(-1, 7 Votes)

Von Thorsten1
Aus Berlin
Mitglied seit 15.05.2012


Man muss die progressiven Kräfte im Land stützen:

Link zu www.slateafrique.com

Außerdem hat die Gattin des Präsidenten, Madame Chantal Biya, die "Löwing von Kamerun" eine differenziertere Meinung zum Thema Homosexualität:

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Chantal_Biya


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#4
24.01.2013
17:56:14


(+4, 8 Votes)

Von victorianisch


Sind die nicht im Commonwealth?
Gut, dass es heute amnesty gibt!

Einen jüdischen Kommunisten, der das KZ Buchenwald überlebt hatte, folterten die britischen Geheimdienstler makaberer Weise sogar mit Werkzeug, das sie vorher von der Gestapo beschlagnahmt hatten.

Link zu www.heise.de


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#5
24.01.2013
18:37:33


(+3, 7 Votes)

Von hypathia
Aus Baden (Österreich)
Mitglied seit 18.11.2012


In Kamerun sind rund 66,7 Prozent der Bevölkerung Christen, davon etwa 27,3 Prozent Protestanten und 32,4 Prozent Anhänger der katholischen Kirche Kameruns, ca. 2,5 Prozent der Bevölkerung sind orthodoxe Christen und 4 Prozent Anhänger anderer christlicher Konfessionen. 27,9 Prozent der Einwohner sind Muslime und nur noch 4,6 Prozent sind Anhänger traditioneller west- und zentralafrikanischer Religionen. 2,1 Prozent bezeichnen sich als Anhänger anderer Religionen und 3,2 Prozent als religionsfrei.
Anscheinend gehören solche Verhaltensweisen zu den christlichen Werten.


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#6
24.01.2013
19:13:03


(+5, 5 Votes)

Von Tobi Cologne


Solche Barbaren dürfen nicht mit unseren Steuern gefördert werden.


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#7
24.01.2013
22:09:28


(+2, 2 Votes)

Von Roman Bolliger


Afrika ist mit solchen Staatoberhäuptern à la Idi Amin verloren. Leider haben das viele Afrikaner noch nicht realisiert und stehen weiterhin hinter diesen "Würden"trägern, welche allesamt eine seltsame Mischung aus Brutalität und Lächerlichkeit an den Tag legen.


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#8
29.03.2013
03:05:52


(-1, 1 Vote)

Von Helmut Gaebelein


Was in Kamerun passiert, ist doch schon der reine Irrsinn und vermutlich eine Konsequenz des ebeno fanatischen wie erfolgreichen christlichen Missionseifers. Das Gegenteil ist Tailand. Das aber ist buddhistisch.


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#9
25.07.2013
10:57:36


(0, 0 Vote)

Von Jadughar
Aus Hamburg
Mitglied seit 19.04.2011


Ist der Paul Biya bereits anal untersucht worden.
Ich bin schwul, jedoch würde bei mir eine Analuntersuchung nichts bringen, da schon für mich die Einführung eines Fieberthermometers bereits die reinste Folter ist!


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#10
25.07.2013
11:40:19
Via Handy


(0, 0 Vote)

Von David77
Antwort zu Kommentar #9 von Jadughar


Ist das erst gemeint?! Natürlich ist das folter, genau darum geht es! Die wollen schikanieren und nicht irgendwas beweisen!


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