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  • 26.01.2013           3      Teilen:   |

Gay-Fantasy-Roman "Die Insel der Gladiatoren"

Feuchte Jungenträume von heißen Kämpfern

Artikelbild
Zusätzlicher Leseanreiz von queer.de: Auch wir haben einen stattlichen Gladiatoren im Flickr-Archiv gefunden... (Bild: istolethetv / flickr / cc by 2.0)

Sophie R. Nikolays Roman "Die Insel der Gladiatoren" bietet Männer, Muskeln, Schweiß und Schwerterklang.

Von Frank Hebenstreit

Soll ich? Soll ich nicht? Soll ich? Soll ich nicht? Diese Entscheidung muss man treffen, wenn man vor dem Buch "Die Insel der Gladiatoren" von Sophie R. Nikolay steht, sitzt oder liegt. Die Umschlaggestaltung ist dabei der ausschlaggebende Punkt. Während sich der Klappentext noch recht griffig liest und eigentlich eine eher im Römerzeitalter stattfindende Liebesgeschichte vermuten lässt, suggeriert der Umschlag eigentlich eher… ja was eigentlich? Porno wohl kaum, dazu ist das Bild zu züchtig. Heldenroman? Dazu ist das Bild wieder zu realistisch. Und eine schwule Barbara Cartland wird man wohl auch nicht erwarten dürfen.

In der Hand hält man einen glänzenden Pappdeckel mit einem echten Kerl auf dem Foto, dem man mit übelsten PC-Mitteln den Verlagsnamen über dem Oberarm-Tattoo eingestanzt hat. Dazu noch in zwei unterschiedlichen Schriftarten der Buchtitel auf Arm und Schild. Dass das Model nichts mit dem eigentlichen Inhalt zu tun hat, springt einem schon aus der Entfernung mitten ins Gesicht. Also, was erwartet man?

Weniger als man tatsächlich bekommt, das sei vorweg genommen. Von einem Überraschungserfolg sicherlich ebenso weit entfernt wie vom Pulitzerpreis, schreibt Frau Nikolay hier eine Geschichte, die den Leser in ihrer Einfachheit ganz easy vom Alltag wegbringen kann. Dafür wurde sie sicherlich geschrieben und diesen Job erfüllt sie auch.

Fortsetzung nach Anzeige


Elias bewirbt sich als Kämpfer auf der Insel der Gladiatoren

Autorin Sophie R. Nikolay: Die Ehefrau und Mutter von drei Kindern begann im Jahr 2010 mit dem Schreiben - Quelle: Dead Soft Verlag
Autorin Sophie R. Nikolay: Die Ehefrau und Mutter von drei Kindern begann im Jahr 2010 mit dem Schreiben (Bild: Dead Soft Verlag)

Elias, ein junger Mann, der seinen Platz in der Gesellschaft aufgrund einer bewegten Vergangenheit als Waise immer noch nicht gefunden hat, ist einer der beiden Hauptcharaktere. Mitten in seinem trostlosen Leben zwischen Schlachthof und Mietbarracke begegnet er Sascha, dem strahlenden, muskulösen Traummann. Auf einem Plakat macht dieser Werbung für die Insel der Gladiatoren, die mitten im Meer vor der Küste Ägyptens liegt.

Elias möchte sich dort als Kämpfer bewerben, muss aber erst mal seinen inneren Schweinehund überwinden, um überhaupt angenommen zu werden. Als er es schafft und auf die Insel reist, muss er sich den Weg zum Kämpfer in der Arena erstreiten. Und dort dann überleben. Als er auch diese Hürde meistert, offenbaren sich ihm gleich mehrere andere Umstände, die ähnlich sagenhaft sind wie der oben zitierte Schweinehund.

Der Grundgedanke, dass es in der heutigen Zeit tatsächlich irgendwo auf der Welt eine Insel gibt, wo Arenakämpfe bis aufs Blut und in den Tod geführt werden, ist noch ganz faszinierend. Schnell schwindet diese Faszination aber auch wieder dahin. Das scheint aufgrund der realen Erzählweise über Mühen und Schweiß, Kampfesmut und Versagensangst, Todeswunsch und Überlebenswille aber durchaus gewollt. Die Botschaft, dass sich bei entsprechendem Einsatzwillen, Bereitschaft und Disziplin nahezu jedes Lebensziel mit harter Arbeit erreichen lässt, wird hier nicht nur in Stein gemeißelt, sondern trieft aus den Zeilen und dem Buch geradezu auf den heißen Wüstensand.

Fantasische Abenteuer im schwulen Groschenroman

Den Verlagsnamen auf den Oberarm tätowiert: "Die Insel der Gladiatoren" ist im Dead Soft Verlag erschienen
Den Verlagsnamen auf den Oberarm tätowiert: "Die Insel der Gladiatoren" ist im Dead Soft Verlag erschienen

Gewollt wirken auch die Charaktere, die leider trotz oder gerade wegen der einfachen Erzählweise flach und eindimensional bleiben. Als Leser begleitet man zwar die ganze Zeit jedes der ach so fantastischen Abenteuer der Hauptdarsteller, die auf die 215 broschierten Seiten für 12,95 Euro gepasst haben, aber wirklich dabei ist man nicht.

"Insel der Gladiatoren" als reines Spartenwerk zu beschreiben, trifft daher den Nagel auf den Kopf. Hier werden durchaus feuchte Jungen-Träume geschildert, von einem markanten männlichen Typ, von dem man sich mit all seinen Ecken und Kanten im wahrsten Sinne des Wortes magisch angezogen fühlt. Dabei bleibt die Story aber aufgrund der strukturellen Einfachheit und der eher phrasenhaften Erzählweise auf der Ebene eines Groschenromans.

Durch diese klare Positionierung trägt der dead soft Verlag zu einer wesentlichen Bereicherung der schwulen Literatur bei. Schließlich ist es mehr als wünschenswert, wenn man aus ebenso breit gefächerten Qualitätsbereichen wählen kann wie in der Hetenliteratur auch. Wer also ein recht einfaches Buch haben möchte, das einen flugs mal aus dem Alltag holt, einen aber auch ohne großartiges Umschalten sofort wieder in diesen zurück lässt, dem kann man dieses Buch empfehlen. Allen anderen sei hiermit einfach gesagt, dass es da ist.

Youtube | Trailer zum Buch
  Infos zum Buch
Sophie R. Nikolays: Die Insel der Gladiatoren. Roman. 215 Seiten. Dead Soft Verlag. Mettingen 2012. 12,95 €. ISBN 978-3943678451.
Links zum Thema:
» Mehr Infos zum Buch und Bestellmöglichkeit bei Amazon
» Homepage von Sophie R. Nikolay
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Service: | pdf | mailen
Tags: sophie r. nikolay, dead soft verlag, gay fantasy, schwule trivialliteratur, gladiatoren
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Reaktionen zu "Feuchte Jungenträume von heißen Kämpfern"


 3 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
26.01.2013
12:59:55


(+3, 3 Votes)

Von Coco Lorez


Feucht & heiß !

If You Could Refrigerate Homosexuality, It Wouldn't Be A Sin

Link zu www.rightwingwatch.org


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#2
26.01.2013
18:41:19
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Na ja, jedem das seine.

In meinen feuchten Träumen geht's zum Glück nicht so kämpferisch zu.

Bild-Link:
552854833.jpg


Bild-Link:
amour-gay3.jpg


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#3
27.01.2013
09:51:54


(+2, 2 Votes)

Von chilland


Sieht ein bißchen aus, als wenn der Blechhelm, des "Gladiators" auf dem Foto, nicht aufgesetzt wurde, sondern hart aufgeschlagen ist. Eingeschlagen triffts wohl eher.


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