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An der Demo nahmen auch die regierenden Sozialisten teil.

In Paris haben am Sonntag mehrere Hundertausend Menschen für eine Gleichstellung von schwulen und lesbischen Paaren im Ehe-Recht demonstriert.

Mindestens 125.000 Menschen sind am Sonntag in Frankreich auf die Straße gegangen, um eine Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben zu fordern. Sie setzen damit vor allem ein Zeichen gegen eine erstarkte Bewegung gegen die Ehe-Öffnung, die vor zwei Wochen ebenfalls Hunderttausende Menschen auf die Straße brachte (queer.de berichtete).

Nach Schätzungen der Organisatoren nahmen in Paris bis zu 400.000 Menschen an dem neuerlichen Protest teil, einige Medien sprechen von 250.000. Die Zahl von 125.000 Teilnehmern stammt von der Polizei, die der Demonstration gegen die Homo-Ehe vor zwei Wochen noch 340.000 Teilnehmer bescheinigte. In anderen Städten Frankreichs, etwa in Lyon und Montpellier, hatte es bereits am Samstag Solidaritätskundgebungen mit Schwulen und Lesben gegeben.

"Es gibt einen großen Unterschied zwischen der heutigen Demo und der von vor zwei Wochen", sagte der offen schwule Bürgermeister von Paris, Bertrand Delanoe, am Abend einem Fernsehsender. "Diese Demonstration ist eine für Brüderlichkeit, nicht für Hass."

Direktlink | Bericht von France 24 über die Demo

Parlamentsdebatte steht bevor


Am Rande der Demo küssten sich Yann Galut und Nicolas Bays, zwei Abgeordnete der Sozialisten. (Bild: SouidSihem)

Ab Dienstag wird die Nationalversammlung erstmals über einen Gesetzentwurf der regierenden Sozialisten beraten, der zu der Ehe auch ein gemeinschaftliches Adoptionsrecht vorsieht, allerdings kein Recht auf künstliche Befruchtung. Bis Mitte des Jahres soll das Gesetz in Kraft treten.

Aufgrund von über 5.000 Änderungsanträgen der Opposition wird sich die Debatte hinziehen. Nach einer Umfrage vom Samstag stehen 63 Prozent der Bevölkerung hinter dem Plan, drei Prozent mehr als noch Anfang Januar.

Am Freitag hatte der französische Präsident François Hollande noch Vertreter der Gegenbewegung gegen die Ehe-Öffnung im Élysée-Palast getroffen (queer.de berichtete), ihnen aber keine Zugeständnisse gemacht. Auch ein gefordertes Referendum zu der Frage lehnte er ab. (nb)

Youtube | Die gesamte Demo im Zeitraffer. Zählt jemand die Teilnehmer?


#1 FelixAnonym
  • 27.01.2013, 22:25h
  • Nachdem kürzlich fundamentalistische Fanatiker für Hass demonstriert haben, waren diese Demos für die Liebe ein eindrucksvolles Zeichen für Liebe, Toleranz und menschliches Miteinander.
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#2 panzernashorn
#3 SebiAnonym
  • 27.01.2013, 22:34h
  • Ich finde es schon bezeichnend, dass die Polizei bei klerikal-faschistischen Homohassern die Zahlen immer nach oben schraubt, während sie bei Demos pro Menschenrechte immer kleingeredet wird.

    Wer da wohl seine schmutzigen Finger im Spiel hat...
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#4 goddamn liberalAnonym
#5 RundfunkbeitragAnonym
  • 27.01.2013, 23:01h
  • In ARD und ZDF wurde nicht darüber berichtet...

    Naja, Hauptsache wir zahlen alle brav unsere 17,98 EUR pro Monat an ARD und ZDF. Pay-TV hat halt seinen Preis.
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#6 lucdfProfil
  • 27.01.2013, 23:29hköln
  • Bis jetzt ist Hollande bis auf die künstliche Befruchtung, über die separat erst im März debattiert wird, konsequent geblieben! Bei dem Druck der Kirche und der erzkonservativen und homophoben Kreise in Frankreich eine Leistung, die zu würdigen ist.
    Das die künstliche Befruchtung erst 2 Monate später zum Thema wird, ist vielleicht gar nicht so schlecht von der Strategie her. Realpolitik halt!
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#7 letimAnonym
  • 28.01.2013, 00:10h
  • Antwort auf #3 von Sebi
  • @Sebi: dass die polizei die zahl der homogegner nach oben geschraubt hätte, kann man so wohl nicht sagen: die veranstalter selbst hatten behauptet, es wären mehr als doppelt so viel gewesen...

    ob es heute nun 125.000 oder 400.000 waren - für eine demo für die rechte einer minderheit ist das doch ein gutes Zeichen, zumal die umfragewerte gegenüber denen anfang januar ja nochmal gestiegen sind und es zusätzlich zur heutigen demo ja auch in den einzelnen regionen frankreichs, in mehr als 20 städten, gestern bzw. samstag vor einer woche ebenfalls demos für die mariage pour tous gegeben hat.
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#8 Libert EgalitAnonym
#9 lucdfProfil
  • 28.01.2013, 00:53hköln
  • Antwort auf #5 von Rundfunkbeitrag
  • Klar! Das wollen sie in Deutschland nicht zeigen, in Italien, in Polen, in Russland noch weniger! Vor allem könnten die Deutschen auf die Idee kommen, sich für die Eheöffnung zu engagieren. So unterschiedlich sind die gesellschaftlichen Strukturen in Deutschland und Frankreich nicht. Nur hat die CDU/CSU/FDP noch das Sagen. Wie lange noch?

    In Polen und Russland ist die Zeit noch nicht ganz so reif. (leider!)
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#10 sanscapote
  • 28.01.2013, 06:54h
  • Antwort auf #4 von goddamn liberal
  • Im Link - Barbara Vinken: "Mir ist diese Sehnsucht nach der Ehe, der Kampf für das Recht auf Heirat, für die sich im Moment nur noch die Homosexuellen zu interessieren scheinen, unerklärlich. Ich verstehe dieses Begehren nach einer Mimikry an die heile Kleinfamilie, Vater, Mutter, Kind, nicht."

    Dieses Recht auf Ehe ist nicht nur ein Kampf der "nur Homosexuellen". Viele unserer Freunde, die heterosexuelle Franzosen sind, verstehen es. Auch die Regierung. Als Heterosexuelle kann Barbara Vinken nicht nachvollziehen, dass wir in Frankreich die Ehe deshalb wollen, weil wir damit Zeichen setzen, gleichwertig (mit der heterosexuellen Ehe) sein wollen - wie z .B. in den Niederlanden, Belgien, Südafrika, Kanada. Wir wollen nicht mehr "les gays, les homos, les pd" sein! Wir wollen schlicht und einfach unser Leben leben, ohne unsere sexuelle Identitaet in den Medien totgeschwiegen wird. Wir wollen auch nicht mehr, dass in diesem Land noch immer Schwule zusammen geschlagen werden und Hass geschuert wird.

    Frau Vinken: Werden hier in Frankreich Menschen heterosexueller Identitaet wegen ihrer sexuellen Ausrichtung zusammengeschlagen?
    Sie werden diese Frage mit "nein" beantworten muessen. Und sind sie - weil sie heterosexuell sind - angepoebelt worden, z.B. als sie geheiratet haben?

    Als Heterosexuelle koennen sie ihr gegenwaertiges Leben mit dem der Schwulen und Lesben in Frankreich nicht vegleichen, weil sie kein Verstaendnis fuer unsereinen aufbringen und ich bedaure, dass eine Person ihres Bildungsstandes, diese Unterschiede nicht erkennt.

    Was ist unerklaerlich, dass wir - die Franzosen - unsere Verfassung mit Liberté, Égalité, Fraternité ernst meinen und sie durch alle Bevoelkerungsschichten zu gehen hat - gleich welcher sexuellen Identitaet jemand angehoert.

    Die Rechte, die eine Gruppe bekommt, muessen alle Gruppen bekommen!

    Darueber gibt es keine Diskussion!
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