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Bis zu 400 Jugendliche hatten am Dienstagmorgen an bis zu 170 Brücken Transparente gegen die Gleichstellung angebracht, gab das Protestbündnis bekannt

Gegner der Gleichstellung haben Protestbanner auf den Brücken von Paris angebracht. Ab dem Nachmittag berät das Parlament den Gesetzentwurf der Sozialisten.

Sie wollten wohl das letzte Wort haben: Das Protestbündnis gegen die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben in Frankreich hat in der Nacht an bis zu 170 Brücken in Paris Transparente angebracht.

Die Aufschriften richteten sich dabei nicht nur gegen die Ehe-Öffnung, sondern vor allem gegen das vorgesehene gemeinschaftliche Adoptionsrecht für die gleichgeschlechtlichen Paare. Zu lesen war unter anderem "Alle geboren von einem Mann und einer Frau", "Ein Kind ist kein Recht" oder "Nein zur Befruchtungs-Fiktion".

"Wir sind die Bewegung für Meinungsfreiheit, die Bewegung für Gewissensfreiheit", sagte dazu Bündnissprecherin Frigide Barjot. Sie verlangte eine freie Entscheidung für die Abgeordneten des Parlaments. Neben dem Brückenprotest setzten die Aktivisten auch auf ein mit Parolen zugekleistertes Schiff, um dort unter anderem Journalisten zu empfangen. Die Frage, wer das alles finanziert, wurde offenbar noch nicht gestellt.

Zweiwöchige Beratung


Am Sonntag hatten in Paris Hunderttausende für die Gleichstellung demonstriert (Bild: Olivier Ortelpa / flickr / by 2.0)

Am Dienstag um ca. 16 Uhr beginnt das französische Parlament die Beratung zur Gesetzesvorlage der Sozialisten. Aufgrund von über 5.000 Änderungsanträgen der Opposition wird die Debatte rund zwei Wochen dauern. Die Opposition wird auch ein Referendum zu der Frage fordern.

Premierminister Jean-Marc Ayrault sagte am Montag in Chile, die Bürger könnten sich darauf verlassen, dass das Parlement mit breiter Mehrheit für die Gleichstellung stimme. Auch Präsident François Hollande hatte den Gegnern der Gleichstellung keine Hoffnung gemacht, als er sie am Freitag empfing.

Die geplante Ehe-Öffnung sorgt in Frankreich seit Monaten für einen überraschend heftigen Kulturkampf. Erst am Sonntag hatte Hunderttausende Menschen für die Gleichstellung demonstriert (queer.de berichtete), genau zwei Wochen nach einer Massendemo gegen das Vorhaben (queer.de berichtete).

Das Bündnis gegen die Gleichstellung hat inzwischen zu einer erneuten Großdemonstration am Samstag in Paris aufgerufen. Bis zum 6. Februar will es zudem 500.000 Unterschriften sammeln. Für den Dienstag hat das "Civitas-Institut", eine Gemeinschaft katholischer Laien, zu einem Gebet vor der Nationalversammlung aufgerufen. (nb)



#1 MiroAnonym
  • 29.01.2013, 11:52h
  • Wenn beide Seiten auf der Straße ihre Meinung sagen und friedlich demonstrieren, nennt man das Demokratie.
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#2 stephan
  • 29.01.2013, 11:52h
  • "Wir sind die Bewegung für Meinungsfreiheit, die Bewegung für Gewissensfreiheit"

    Das ist lachhaft! Die Öffnung der Ehe nimmt ihnen weder Meinungs- noch Gewissensfreiheit, aber dieser dreckige Mob will Minderheiten aus Gehässigkeit und religiöser Verblendung weiter unterdrücken. Wenn man mehr mit Argumenten als mit Plakaten stritte, würde das auch sehr deutlich werden. Diese Gruppe ist im Kern dasselbe, wie die ehemaligen Apartheidsbefürworter in Südafrika.
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 29.01.2013, 11:55h
  • "Die Frage, wer das alles finanziert, wurde offenbar noch nicht gestellt."

    Und das ist die zentrale Frage.

    Man muss kein altlinker Verschwörungstheoretiker sein, um dann noch folgende Fragen zu stellen:

    Wer organisiert die Demos?

    Wer gibt den Demonstranten die Anweisung, in Pink statt in Chanelkostümen zu kommen?

    Welche Agentur brütet die Parolen aus?

    Wer entwirft das Design in beuhigenden Pastellfarben?

    Wer hat aus der rechtsklerikalen Party-Madame Merle die pseudo-flippige Kunstfigur Bajot geschafften?

    Wer sind ihre ganz persönlichen Finanziers und Hintermänner?

    Wer hat die Alibi-Schwulen rekrutiert?

    Wer hat die Sprecher der Bewegung rhetorisch geschult?

    Dass die gut organisierten Rechtskatholen in Frankreich auf die Straße gehen würden (wie in Spanien auch), hatte ich erwartet. Dass sie eine so schlaue Performance abziehen, nicht. Und genau diese Maskerade muss von guten Journalisten entlarvt werden.

    Wo sind die Dreyfusards?
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#4 MiroAnonym
  • 29.01.2013, 12:00h
  • Antwort auf #3 von goddamn liberal
  • Aha, du meinst wohl, da steckt eine geheimnisvolle dunkle Macht dahinter, die finanziert und Strippen zieht?

    Na das sagen die anderen auch über die Homo-Seite und ihre Aktionen und Kampagnen. Also muss man da die gleichen Fragen stellen.
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#5 David77Anonym
  • 29.01.2013, 12:04h
  • Antwort auf #1 von Miro
  • Klar, aber bloss das die eine Seite nicht sieht, dass die andere denen nichts wegnehmen will, es geht auch nicht um ein "entweder-oder".

    "pour la marriage civil homme-femme" - solche Heuchler! Die dürfen doch weiterhin so "homme-femme" in zivil heiraten wie sie wollen! Was ändert sich denn? Wo werden sie denn dran gehindert?
    Wo widersprechen die Ehebefürworter dem denn, sodass die Gegenseite nicht weiterhin der "marriage civil homme-femme" nachgehen darf?
    Jeder wie er will.
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#6 David77Anonym
  • 29.01.2013, 12:11h
  • Antwort auf #4 von Miro
  • "Also muss man da die gleichen Fragen stellen."

    Dann stellen wir doch mal die Frage wie es die Gegenseite den jeweils andere ihr Recht auf Ehe zugesteht.

    Schwule und Lesben haben NICHTS dagegen dass andere es NICHT sind, und nichts dagegen dass diese heiraten. Sie wollen die anderen auch NICHT zwingen eine gleichgeschlechtliche Ehe einzugehen. Sie läßt den anderen die freie Wahl.
    Wie steht es denn mit der Gegenseite?

    Und wenn es um das hochgehaltene Kindeswohl geht:
    WO bleiben dieselben Protestierenden, wenn Kinder daheim erschlagen werden? Wenn sie in Armut leben?
    Komisch, da gibt es keine Proteste wie "kein Recht auf Kinder".
    Aber damit kann man ja auch Abtreibungen befürworten, dass müsste dann ja auch im Sinne der Protestierenden sein.
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#7 Timm JohannesAnonym
  • 29.01.2013, 12:13h
  • " Die Öffnung der Ehe nimmt ihnen weder Meinungs- noch Gewissensfreiheit, aber dieser dreckige Mob will Minderheiten aus Gehässigkeit und religiöser Verblendung weiter unterdrücke."

    --> Genauso ist es. Vor allem Gehässigkeit und Missgunst beherrscht diese Menschen, die einfach anderen Menschen Ihr Lebensglück verweigern wollen.

    Gut ist aber, dass die Eheöffnung sicherlich kommen wird. Die parlamentarischen Mehrheiten der Sozialisten in Frankreich sind da gottseidank sehr komfortabel.
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#8 Gleiche RechteAnonym
  • 29.01.2013, 12:18h
  • Auch wenn Katholiban, übrige Religioten, Rechtsextreme und andere "Eliten" geifern:

    Es gibt kaum etwas stärkeres, als eine Idee deren Zeit gekommen ist.

    Das wissen auch die nachstehend aufgeführten wichtigen Männer und deshalb nehmen sie in ihren Reden klar Stellung und Position FÜR Schwule und Lesben:

    François Hollande, sozialistischer Staatspräsident Frankreichs

    David Cameron, konservativer Premierminister Großbritanniens

    Barack Obama, demokratischer Präsident der Vereinigten Staaten

    Ban ki-moon, amtierender Generalsekretär der Vereinten Nationen

    äußern sich über und zu homosexuellen Menschen in aller Welt (sehr schönes Video, übrigens):

    www.dailymotion.com/video/xx109o_teaser-mariage-pour-tous_ne
    ws#.UQWigGcffMp
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#9 Sascha12Anonym
  • 29.01.2013, 12:19h
  • Antwort auf #4 von Miro
  • Ich denke nicht das er an eine "geheimnisvolle dunkle Macht" denkt. Wahrscheinlich ist's die katholische Kirche und die verrückt-religiösen Amerikaner, die das finanzieren. NOM Präsident Brian Brown war die ganze Zeit in Frankreich "um zu beobachten" (wers glaubt).

    Das erinnert an Scott Lively, der auch nur "zur Beobachtung" in Uganda war.

    Ich weiss nicht ob du's bemerkt hast, aber unsere Bewegung versucht nicht panisch ihre Geldgeber zu verstecken...
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#10 godddamn liberalAnonym
  • 29.01.2013, 12:29h
  • Antwort auf #4 von Miro
  • "Also muss man da die gleichen Fragen stellen."

    Man muss keine Fragen stellen, wo die Antworten offensichtlich sind. Da genügt ein Blick ins Grundgesetz und die in Programme der Parteien.

    In Frankreich setzen die Befürworter der Gleichheit ihr Wahlprogramm um, das jeder lesen konnte.

    Sie sind ansonsten viel schlechter organisiert als die homophobe Ungleichheitsfraktion.

    Welche Presseazren und Kirchenfürsten die wiederum unterstützen, ist auch kein großes Geheimnis:

    de.wikipedia.org/wiki/Serge_Dassault

    de.wikipedia.org/wiki/Philippe_Barbarin

    Die Frage ist nur, wie die Finanzkanäle und Organisationsstrukturen genau funktionieren...
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