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In Schulen von Tennessee soll das Wort "gay" bald tabu sein. (Bild: John Steven Fernandez / flickr / by 2.0)

Tennessee wandelt auf den Spuren von Russland: Der US-Bundesstaat will Lehrern verbieten, mit Schülern über "jegliche Sexualität außer Heterosexualität" zu sprechen. Lehrer müssten einem Gesetzentwurf zufolge zudem lesbische oder schwule Schüler outen.

Der "Classroom Protection Act" (Klassenzimmer-Schutzgesetz) wurde diese Woche vom republikanischen Senator Stacey Campfield ins Parlament von Nashville eingebracht. Es soll Diskussionen über Sexualität in Grund- und Mittelschulen verbieten – einzige Ausnahme ist Heterosexualität. Der Gesetzentwurf besagt, dass "Informationen verboten sind, die der natürlichen menschlichen Reproduktion" widersprächen. Das Wort "gay" soll ebenfalls an Schulen tabu sein. Zudem müssten Lehrer sowie Schulärzte und andere Angestellte des Schulbezirkes die Eltern von Schülern informieren, sofern sie die Jugendlichen der Homosexualität verdächtigen. Im Gesetzentwurf heißt es: "Eltern oder Erziehungsberechtigte dieser Schüler müssen so schnell wie möglich über Umstände unterrichtet werden, die einen Eingriff nötig machen."

Bereits 2011 brachte Campfield ein derartiges Gesetz ins Parlament von Tennessee ein. Mehrere Republikaner haben den unverheirateten 44-jährigen Senator und sein "Don't say gay"-Gesetz unterstützt, im Parlamentsausschuss hatte es vergangenes Jahr bereits eine Mehrheit gefunden, wurde aber am Ende nicht verabschiedet. Campfield beschuldigte damals Lehrer, "Werbung" für Homosexualität zu machen (queer.de berichtete).

Campfield: Schwule haben "Affen gevögelt"


Senator Stacey Campfield sieht in Homosexuellen die größte Gefahr für sein Land

Campfield machte auch mit anderen homofeindlichen Thesen von sich reden: So beschuldigte er Schwule, Aids über die Menschheit gebracht zu haben, "weil ein Typ einen Affen gevögelt hat". Außerdem erklärte er, dass Heterosexuelle sich praktisch nicht mit dem HI-Virus infizieren könnten. Die Wahrscheinlichkeit liege bei Heterosex eins zu fünf Millionen, so Campfield. Auch diese Äußerung führt bei Wissenschaftlern zu Kopfschütteln.

Republikaner hatten vergangenes Jahr auch in Missouri einen Anlauf gemacht, Diskussionen über Homosexualität an Schulen zu verbieten. Sie zogen den Antrag jedoch nach öffentlichen Protesten zurück. In Missouri war Homosexualität bis 2003 verboten, als der oberste Gerichtshof der USA sogenannte "Sodomy Laws" für verfassungswidrig erklärte.

Homo-Aktivisten haben kritisiert, dass das Maulkorbgesetz homosexuelle Schüler noch weiter stigmatisiere und damit in den Selbstmord treibe. Laut einer Studie der Universität von San Francisco haben LGBT-Jugendliche ein acht Mal höheres Risiko, einen Selbstmordversuch zu verüben als heterosexuelle Jugendliche.

Tennessee gehört zu den homophobsten Bundesstaaten der USA. So hat der Südstaat 2011 Antidiskriminierungsrichtlinien in Bezug auf sexuelle Orientierung verboten (queer.de berichtete). Im vergangenen Jahr brachten Republikaner einen Gesetzentwurf ins Parlament ein, der es religiösen Menschen erlauben sollte, Homosexuelle an Schulen und Universitäten zu mobben (queer.de berichtete). Im vergangenen Jahr wurde auch der Fall einer Rektorin an einer Highschool bekannt, die erklärte, dass auf homosexuelle Schüler die Hölle warte (queer.de berichtete). (dk)



#1 sowas auchAnonym
#2 LorenProfil
  • 01.02.2013, 14:50hGreifswald
  • So beschuldigte er Schwule, Aids über die Menschheit gebracht zu haben, 'weil ein Typ einen Affen gevögelt hat'."

    Wirklich unglaublich, dass ein solch hasserfüllter, demagogischer und ungebildeter Typ es in Tennessee bis zum Senator gebracht hat. Zum Kotzen.
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#3 BoundaryAnonym
  • 01.02.2013, 15:01h
  • Antwort auf #1 von sowas auch
  • @sowas auch:
    Der Aufschrei war übertrieben und ist schon lange abgeflaut. Weil er schlichtweg ungerechtfertigt war.
    Mehr als ein Eid wurde nicht eingeführt. Und diese können seit langem in den USA an solchen Stellen wie konfessionellen Bekenntnissen abgewandelt oder der entsprechende Part schlichtweg ausgelassen werden.
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#4 finkAnonym
  • 01.02.2013, 15:03h
  • wie widerlich.

    es besteht ja berechtigte hoffung, dass das gesetz auch diesmal nicht angenommen werden wird. aber dass jemand, der so etwas vorschlägt, nicht hochkant aus der partei fliegt, sondern auch noch unterstützung erfährt, das ist erschütternd genug.

    meine hoffnung, dass es global zumindest langsam voran gehen werde mit der aufklärung, bröckelt immer mehr. inzwischen fürchte ich, dass so etwas wie margaret atwoods dystopie "der report der magd"* alles andere als ausgeschlossen ist. wenn man die christlichen politiker_innen in den usa mal so richtig von der leine ließe, dann hätten da wir in anderthalb generationen einen christlichen iran.

    --
    *
    de.wikipedia.org/wiki/Der_Report_der_Magd
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#5 focus depthAnonym
#6 finkAnonym
  • 01.02.2013, 15:24h
  • Antwort auf #2 von Loren
  • sehenswert: die wunderbar gehässige reportage "religiolous".

    "see, this is my problem... it worries me that people are running my country who believe in a talking snake."
    "you don't have to pass an IQ test to be a senator."

    das gesicht des senators, der diesen satz selber sagt und dann hinterher (sehr langsam!) bemerkt, WAS er da gerade gesagt hat, ist einer der großen erhellenden momente dieses films. (ab minute 38.00)

    www.youtube.com/watch?v=bMDF3bGyFmo
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#7 NickAnonym
  • 01.02.2013, 15:27h

  • Leider sind die Bundesstaaten sehr autark, so das Gesetzesvorhaben selber entschieden werden können.
    Das macht es auch so schwierig gegen das strenge Law and Order System in Texas und anderen Staaten vorzugehen, während es auf der anderen Seite Staaten in den Usa gibt die schon sehr Fortschrittlich sind.

    Jetzt ratet mal wo die Kriminalität am höchsten ist?
    In den Bundesstaaten die eine besonders strenge Gesetzgebung haben, inklusive der Todesstrafe.
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#8 panzernashorn
  • 01.02.2013, 15:46h
  • Der Typ ist doch wieder das Paradebeispiel der total verklemmten, realitätsverdrängenden Schrankschwester. die sich ihrer verbrecherischen, menschenverachtenden Äußerungen nicht einmal ansatzweise bewusst sein will................

    Könnte ja fast ein Sohn (oder eine Tochter?) oder die Zwillingsschwester von der Ratzingerin sein.

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#9 bullet inAnonym
#10 Martin28a
  • 01.02.2013, 16:16h
  • Dummheit kennt eben keine Grenzen, es ist zum einen gegen das Gesetz, private sexuelle Orientierungen gegen den Willen des Betroffenen den Eltern mitzuteilen und zum anderen macht es keinen Sinn, Aufklärung zu verbieten, denn nur so werden Krankheiten unterbunden.

    Es sollte vielmehr Gesetze geben, die jedliche Diskriminierung verbieten, es muss also ganz im Gegenteil sogar eine Bevorzugung von Homosexuellen geben, weil die Selbstordrate viel höher ist

    Allerdings hat der Staat, der ja eigentlich seine Menschen schützen soll, nur Verachtung für Homosexuelle übrig, dass ist total kontraproduktiv
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