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Willam, Vicky Vox und Detox machen sich lustig über Schwule, die nicht passiv sein wollen... (Bild: willam belli)

RuPauls Castingshow "Drag Race" wird zunehmend die Talentschmiede für das neue Musik-Genre, das immer mehr Fans findet. Jüngstes Beispiel: "Boy Is A Bottom".

Von Christian Scheuß

Zwei Millionen Youtube-Klicks innerhalb von nur sechs Tagen? Das kann man als getrost als Durchstarter bezeichnen. Vor allem, wenn man bedenkt: Es handelt sich nicht um ein Katzen- oder Hundevideo, es ist kein Amateurvideo mit einem Kleinkind, dass in absurdem Stunt vom Fahrrad fliegt. Und es ist auch kein neues von einem Starregisseur gedrehtes Video von Lady Gaga oder Britney Spears. Es ist das Musikvideo dreier Drag Queens, die noch vor einem Jahr kaum einer kannte und die gerade auf einer Welle mitreiten, die sich anschickt, ein neues Genre an Land zu spülen: den Drag Queen Pop. Und wer ist "schuld" am Trend? RuPaul mit seiner TV-Show "Drag Race".

"Boy Is A Bottom" – eine schwul-anzügliche Cover-Version des Alica-Key-Hits "Girl On Fire", queer interpretiert von Willam, Detox & Vicky Vox. Willam war Teilnehmerin der vierten Staffel von" RuPaul's Drag Race", Detox versucht sich ebenso wie Vicky Vox in der gerade angelaufenen fünften Staffel gegen ein Dutzend anderer Kandidatinnen zu behaupten, um "America's Next Drag Race Superstar" zu werden. Seit 2009 läuft die Show mit großem Erfolg auf dem schwulen US-Kabelsender "LogoTV". Weltweit verfolgen Fans die Sendung über das Internet. Die Männer, die im Frauenfummel ihren Glamourfaktor und ihre Einzigartigkeit unter Beweis stellen müssen, können sich sicher sein: Wer die Chance hatte, vor RuPauls Jury aufzutreten, dem steht ein ungeheurer Popularitätszuwachs bevor.

Die TV-Show "Drag Race" ist der Kickstarter


Drag Queen Pop geht so: Böse Tunten, nackige Kerle, schlüpftige Lyrics (Bild: willam belli)

Viele der Teilnehmerinnen hatten zuvor schon Bühnenerfahrung bei Auftritten in Clubs und Discotheken sammeln können. Doch damit bringt man es in der Regel nur zum Insider-Tipp. Das mächtige Medium Fernsehen ist in der Regel der Kickstarter für eine Drag-Karriere vor weitaus größerem Publikum. Willam, Sharon Needles und Co. lernten schnell von ihrer Drag-Obermutter was man tun muss, um sich selbst zu vermarkten. Man macht zum Beispiel ein Musikvideo.

Willam Belli hat gründlich abgeschaut und mit "Boy Is A Bottom" bereits Song Nummer acht veröffentlicht, erschienen jeweils bei iTunes, begleitet fast immer per viralem Youtube-Marketing. Ein knackig-witziges Video mit ein paar hübschen halbnackten Tänzern sowie einer gehörigen Portion ungehöriger Gesten sowie schmutziger Lyrics – fertig ist der nächste Drag-Queen-Hit. Die technische Ausstattung zur Produktion eines Clips ist inzwischen mehr als erschwinglich, Videoclip-Künstler, die ihre Kamera und die Adobe-Effektemaschine beherrschen, gibt es zuhauf.

Geiler Tuntenname, geiler Clip, schon startet die iTunes-Karriere


"Ficki, Ficki, Aua, aua" oder "Bukakke". In Deutschland kann nur Nina Queer mit ihren Songs mithalten (Bild: ninaqueer.de)

Dabei entstehen Produktionen, die durchaus mithalten können im großen Einheits-Popbrei und so Manches, was deutlich herausragt, weil es wesentlich frecher ist. Die Musik-Clips von Latrice Royale und Manila Luzon, Sahara Davenport, Erickatoure, Shangela Laquifa, Sharon Needles oder Xelle (alle in der Videogalerie) zeigen, was möglich ist.

Sie alle tragen die typischen Merkmale des Drag Queen Pops: Sie strotzen vor Ironie und Bissigkeiten, machen sich lustig über schwule Stereotypen oder sich selbst. Sie spielen lustvoll mit Klischees, sie parodieren den Glamour der Popindustrie, in dem sie ihn auf die Spitze treiben. Und bedienen sich dabei ganz offen einer Sprache in den Songtexten, mit denen sich keine Plattenfirma auf den Markt trauen würde. Kein Wunder, dass über die Hälfte von Willams Songs bei iTunes den Stempel "explicit" verpasst bekamen. Oder anders gesagt: Ein Wunder, dass der sonst so prüde Apple-Konzern die Titel überhaupt verkauft…

Youtube | Video "Boy Is A Bottom" alles anderen Beispiele in der dazugehörigen Videogalerie
teaserbild
(14 Videos) Ein Musik-Genre, das immer mehr Fans findet



#1 maaartinAnonym
  • 04.02.2013, 18:47h
  • in sachen pop is frollein queer vielleicht die einzige in deutschland. wers gern ein bißchen weniger brav hat, dem sei die weltbeste petra flurr empfohlen. dass das grandiose video auf youtube allerdings "für einige nutzer unangemessen" ist, kann ich mir nicht erklären:

    petra flurr - cumswap

    www.youtube.com/watch?v=S-2DgIVoGUc
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#2 damitAnonym
  • 04.02.2013, 19:02h
  • bleibt auch alles weiterhin beim alten.

    wenn überhaupt mal nackte kerle gezeigt oder sogar angefasst werden, dann ausschließlich von zumindest "weiblich" angemalten und verkleideten figuren.
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#3 Leo GAnonym
#4 UweBerlinProfil
  • 04.02.2013, 20:19hBerlin
  • Antwort auf #3 von Leo G
  • Nein Boy George hat für das Comeback des Drag Pop gesorgt:

    Mit den Fabulous Fabulettes. Auch als Drag Surpremes gefeiert.
    www.examiner.com/article/fabulous-fabulettes-you-ruined-my-christmas-song
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 04.02.2013, 23:05h
  • Eine Dragqueencastingshow wäre doch auch etwas für das deutsche Fernsehen! Und dazu gibt es auch die passende Moderatorin: Olivia Jones!
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#6 albundy61Anonym