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Erzbischof Vincenzo Paglia ist seit gut einem halben Jahr Chef des päpstlichen Familienrates.

Die katholische Kirche fährt ihre homofeindliche Rhetorik ein wenig zurück: Der vatikanische "Familienminister" erklärte, er setze sich dafür ein, dass auch Homo-Paare Rechte habe sollten – aber nicht zu viele.

Erzbischof Vincenzo Paglia, der Chef des päpstlichen Familienrates, sagte am Montag in seiner ersten Pressekonferenz seit seiner Amtsübernahme im Juni 2012, dass die Kirche mehr gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben tun solle. Wie die Nachrichtenagentur AGI berichtet, antwortete er auf eine entsprechende Frage von Journalisten mit den Worten: "In der Welt gibt es 20 oder 25 Länder, in denen Homosexualität eine Straftat ist. Ich würde hoffen, dass die Kirche dagegen kämpft." In Wahrheit ist gleichgeschlechtliche Liebe in rund 80 Ländern verboten, in sieben Staaten droht sogar die Todesstrafe.

Paglia sagte auch, dass die Länder "Möglichkeiten des Zivilrechts" nutzen sollten, um unverheiratete Heterosexuelle oder Homo-Paare besser zu schützen und "Ungerechtigkeiten zu vermeiden". Er forderte die italienischen Abgeordneten auf, "sich damit zu beschäftigen".

Paglia: Schwule und Lesben sind niemals Familie

Allerdings stellte Paglia klar, dass er eingetragene Partnerschaften und die Ehe-Öffnung strikt ablehne: "Die Kirche muss die Wahrheit verteidigen. Und die Wahrheit ist, dass es die Ehe nur als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau gibt". Gleichgeschlechtliche Paare könnten keine Familie gründen, so Paglia weiter. Wenn alle Beziehungen rechtlich gleichgesetzt werden würden, führe das zu einem "neuen Babylon". Die mächtige Stadt des Altertums war laut Bibel eine gottesfeindliche Macht und ein Hort von Sünde und Dekadenz.

Homo-Aktivisten reagierten überrascht auf die Aussagen Paglias. Franco Grillini, ein früherer sozialistischer Abgeordneter und Mitbegründer der Gruppe Arcigay, erklärte: "Erstmals hat ein hochrangiger Kirchenvertreter anerkannt, dass gleichgeschlechtliche Paare Rechte haben sollten und dass es viele Länder gibt, in denen Homosexualität eine Straftat ist". Aurelio Mancuso von "Equality Italia" kritisierte jedoch, dass die Kirche weiter für ein Zweiklassensystem eintrete.

Paglia hat sich bislang nicht als Kirchenreformer hervorgetan, wenn es um Homo-Rechte geht. Erst vergangenen Monat kritisierte er ein italienisches Gerichtsurteil, in dem entschieden wurde, dass Kinder in Regenbogenfamilien nicht benachteiligt seien. Als Reaktion warf Paglia Homosexuellen Kinderhandel vor: "Kinder sind keine Ware. Sie müssen mit einem Vater und einer Mutter aufwachsen" (queer.de berichtete). Zudem lobte Paglia am Freitag Proteste gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht wie etwa in Frankreich. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 AGENDA 2010Anonym
#2 reiserobbyEhemaliges Profil
#3 demo fü ralleAnonym
#4 goddamn liberalAnonym
  • 05.02.2013, 14:31h
  • Hätte ich erst in 30 Jahren erwartet. Mal schaun.

    Zu Ratzingers Jugendzeit nannte man das Frontbegradigung.

    Wird gemacht, wenn der Druck der zivilisierten Welt unerträglich wird.

    Hat der Vatikan bei der Akzeptanz der bürgerlichen Demokratie, die er bis in die 50er bekämpfte, schon vorgemacht. In Chile ging der Kampf noch länger. Doch: Die Pfründe gehen letztlich vor.

    Ein großes Danke an Obama, an Hollande, an Taubira, an Zapatero und alle anderen, die Rom in diese recht verzweifelte Lage gebracht haben. Nicht an Merkel.
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#5 Leo GAnonym
#6 Thorsten1Profil
  • 05.02.2013, 14:54hBerlin
  • In den Augen des Vatikans war Homosexualität bzw Sexualität überhaupt nie eine Straftat, die der Staat zu ahnden hat. So ist das offizielle Schutzalter bei der Verführung von Minderjährigen im Vatikanstaat 12 Jahre.
    Die jetzigen Aussagen des Erzbischofs kommen einer kleinen Revolution gleich, wenn er das italienische Parlament dazu aufruft, sich mit Ungerechtigkeiten bei homosexuellen Paaren zu beschäftigen. Wenn so etwas in der Führungsebene einer Weltorganisation von 1,3 Milliarden Menschen gesagt wird, so hat das positive Auswirkungen in vielen Bereichen und in vielen Ländern weltweit.
    Hoffentlich kommt nicht in den nächsten Tagen eine "Richtigstellung", denn es ist zu erwarten, dass es zur Zeit hinter den Kulissen knallt.
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#7 KorrekthorAnonym
#8 splattergayAnonym
  • 05.02.2013, 15:07h
  • Die Päpstin will kurz vor ihrem ableben noch ihren Sekretär ehelichen, deshalb kommt jetzt die Zivilehe auch im Vatikan.
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#9 MicualeAnonym
#10 carolo
  • 05.02.2013, 16:56h
  • Und das drei Tage nach dem "Pille-Danach-Wunder" von Köln....

    Der Teufel soll angeblich gestern bei Amazon einen größeren Posten Schlittschuhe bestellt haben.
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