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Die TV-Serie 'He's a Lady' fällt bei US-Sittenwächtern durch. Der Hauptsponsor ist deshalb schon abgesprungen.

Von Dennis Klein

Auch das US-Fernsehen ist ein Schlachtfeld konservativer Kulturkämpfer. Die Reality-Serie "He's a Lady" ist das aktuelle Beispiel, obwohl die Sendung verglichen mit den Gewalt-Exzessen im amerikanischen Nachmittagsprogramm eher harmlos ist: Bei der am vergangenen Dienstag bei TBS angelaufenen Show kämpfen Männer mit Lippenstift und Stöckelschuhen darum, wer am weiblichsten ist - der Gewinner erhält 250.000 Dollar. Da die Jungs eigentlich für eine Actionshow gecastet wurden, sind allesamt wahre Machos.

Diese Relativierung der Männlichkeit war der "Koalition der traditionellen Werte" zu viel. Auf ihrer Webseite bezeichnet die Koalition die Sendung als "neue homosexuell inspirierte Show." Die christliche Gruppe hatte ihren ersten Erfolg: Die Ausstrahlung konnte sie zwar nicht verhindern, dafür hat nach einem Protest der Hauptsponsor S.C. Johnson seine Unterstützung zurückgezogen. S.C. Johnson produziert vor allem Reinigungsprodukte, in Deutschland sind beispielsweise "Abflussfrei", "Null-Null" oder "Kalk-Fix" erhältlich.

"Wir haben die Sendung analysiert und entschieden, dass wir sie nicht sponsern werden", erklärt S.C.-Johnson-Sprecherin Margie Mandli gegenüber der Zeitung "Milwaukee Journal Sentinel". Zu Details über die Entscheidung gab sie jedoch keinen Kommentar. Eine Sprecherin für den Fernsehsender TBS hält sich ebenfalls bedeckt: "Wir können die Entscheidung von S.C. Johnson nicht kommentieren", verteidigte aber sogleich die Sendung: "Wir glauben, dass 'He's a Lady' ganz im Stile des Films 'Tootsie' ist. Die Sendung soll einfach lustig sein, indem sie zeigt, wie Geschlechtsrollen in unserer Gesellschaft den Alltag bestimmen."

Die Kritik an "He's a Lady" ist kein Einzelfall: Konservative Christen versuchen in den USA vermehrt, "Keuschheit in die Fernsehlandschaft zurückzubringen", wie es die Gruppe "Elternfernsehrat" ("Parents Television Council") umschreibt. Die Organisation wirbt unter Anderem für eine "Stunde der Familie" im TV: Zwischen 20 und 21 Uhr soll jegliches "obszönes Material" verboten sein - darunter fällt auch die bloße Andeutung, dass jemand schwul sein könnte. Eines der Lieblingsfeinde der Moralisten vom Elternfernsehrat ist daher auch die erfolgreiche NBC-Serie "Will und Grace", der immer wieder deren Preis für die "schlechteste Fernsehsendung der Woche" verliehen wird - zuletzt Anfang Oktober: "Will und Grace hat alle Maßstäbe für Schicklichkeit und Selbst-Kontrolle schon lange zunichte gemacht", so die Begründung. "Hoffentlich wurden junge Kinder dem nicht ausgesetzt." Die meiste Zeit verbringen die TV-Kontrolleure damit, im Programm nach "obszönen Inhalten" zu fahnden, um diese zur Anzeige zu bringen. Letzte Aktion: Nach einem Autorennen ist einem Fahrer beim Interview das im Free-TV verbotene Wort "shit" herausgerutscht. Die Strafe für das böse Vergehen: 27.500 Dollar.

21. Oktober 2004, 15:16 Uhr



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