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  • 07.02.2013           9      Teilen:   |

Diskriminierung

US-Pfadfinder halten vorerst an Homo-Verbot fest

Artikelbild
Zu 100 Prozent heterosexuelle(?) Pfadfinder bei einer Parade im kalifornischen Pasadena. (Bild: prayitno / flickr / cc by 2.0)

Die "Boy Scouts of America" haben eine Abstimmung über die Aufhebung des Verbotes schwuler Pfadfinder oder Ausbilder auf Mai vertagt.

Bei einem Vorstandstreffen des US-Pfadfinderverbandes in Texas konnten sich die Teilnehmer am Mittwoch nicht auf eine Aufhebung des generellen Ausschlusses von Homosexuellen einigen. In einer Pressemitteilung erklärte die Organisation: "Nach sorgfältiger Überlegung und intensiven Gesprächen innerhalb und außerhalb der Pfadfinderfamilie sind wir zu dem Urteil gekommen, dass die Organisation mehr Zeit für eine Entscheidung braucht, weil das Thema so komplex ist."

Bereits im Vorfeld des Treffens haben sich Konservative und Liberale über eine Aufhebung des Hetero-Zwangs gestritten. So unterstützte etwa Präsident Barack Obama die Gleichbehandlung von Homosexuellen bei den Boy Scouts (queer.de berichtete). Insbesondere evangelikale Prediger und Politiker haben aber davor gewarnt, dass die religiösen Wurzeln der Pfadfinder aufgeweicht werden würden, wenn Homosexuelle zugelassen werden. So erklärte der frühere republikanische Präsidentschaftskandidat Alan Keyes, dass die Boy Scouts ihr "Enagagement für wahre christliche Moral" aufgeben würde, wenn sie Homosexuelle gleich behandeln.

Youtube | Bericht bei Al-Jazeera English
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Starprediger setzt Schwule mit Kinderschändern gleich

Pat Robertson ist der Chef des Christian Broadcasting Network und Kanzler der evangelikalen Regent-Universität
Pat Robertson ist der Chef des Christian Broadcasting Network und Kanzler der evangelikalen Regent-Universität

Pat Robertson, der erfolgreichste Fernsehprediger der USA, setzte sogar Schwule mit Kinderschändern gleich. In seiner Sendung "700 Club", die auch in einer deutschen Fassung im Hamburger Fernsehsender Bibel-TV zu sehen ist, sagte der 82-Jährige: "Die Frage ist doch: Gibt es Raubtiere als Pfadfinder, Pädophile, die Pfadfinderführer werden wollen? […] Wir beten dafür, dass die Pfadfinder das Richtige tun und nicht, was die politisch korrekte Masse denkt."

Einer neuen Umfrage der Quinnipiac-Universität zufolge spricht sich eine deutliche Mehrheit der Amerikaner für das Ende des Homo-Verbots bei den Pfadfindern aus: 55 Prozent wollen demnach Homosexuelle gleich behandeln, 33 Prozent lehnen das ab.

Die homofeindliche Politik der Pfadfinder wurde 2000 vom Supreme Court für verfassungsgemäß erklärt. Die Richter argumentierten mit fünf gegen vier Stimmen, dass die Pfadfinder als eingetragener Verein ihre Mitglieder eigenständig aussuchen und auch Minderheiten diskriminieren dürften. Die US-Pfadfinderinnen, die "Girl Scouts of the USA", schließen dagegen sexuelle Minderheiten nicht aus. (dk)

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Tags: boy scouts, pfadfinder, usa, alan keyes, pat robertson
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Reaktionen zu "US-Pfadfinder halten vorerst an Homo-Verbot fest"


 9 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
07.02.2013
14:21:34


(+6, 8 Votes)

Von Stretchingmaster
Aus Essen / Holsterhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.01.2012


Der letzte Satz von diesem Herrn Robertson sagt doch schon alles:
"Wir beten dafür, dass die Pfadfinder das Richtige tun und nicht, was die politisch korrekte Masse denkt."

Die Politisch korrekte Masse denkt aber genau das richtige. Nämlich das die Schwulen uns Lesben nicht diskriminiert werden sollten.
Aber die Kirche lässt ja keine andere Meinung zu. Nur ihre ist die richtige, und die muss jedem Aufgezwungen werden.

Selbst wenn die ganze Welt sich einig sein sollte, dann hat eben die ganze Welt unrecht, nur die Kirche hat recht.
So ist es richtig, genauso baut man einen Gottesstaat auf. Es dauert nicht mehr lange und die katholische Kirche ruft den "heiligen Krieg" aus.

Mit der Zeit stellt sich eben raus das alle Religionen (außer dem Buddhismus, aber das ist ja keine Religion sondern eine Lebenseinstellung) radikal sind und lieber dem Wohl des Menschen schaden als auch nur einmal von ihren Meinungen abzuweichen.

Das war schon mit der Hexenverfolgung so, mit der Astronomie (Sonne dreht sich um die Erde...), Geologie (Erde ist eine Scheibe...), heute noch die Darwin'sche Leere und noch viele viele andere Sachen wo sich die Kirche ne Meinung bildet und die dann ohne Rücksicht auf Verluste durchsetzt. Und sei es durch Mord und Totschlag oder sogar durch Krieg.

Gegen den Glauben habe ich nichts. Ich bewundere sogar die Menschen die an fiktive Gestalten, wie Gott, glauben können und sogar daraus Kraft schöpfen können. Aber das kann man auch von zu Hause aus tun. Dazu muss man nicht zu einer Kirche dazugehören die einen nur ausblutet und ihre Ideologien aufzwingt.

Ich bin nie in der Kirche gewesen. Bin nicht getauft oder konfirmiert. Bin also wirklich ein geborener und dazu auch noch schwuler Heide. Und ich fühle mich gut dabei. Und wenn ich mal sterben sollte dann werde ich trotzdem irgendwo verbrannt und/oder vergraben. Da brauche ich mir also keine Sorgen machen.

Schönen Tag noch


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#2
07.02.2013
14:38:54
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von alend


was dieser mann da redet ist unglaublich dummes gefasel...
es stimmt zwar das pfadfindertum ursprünglich, neben anderen, eine religiöse wurzel hat, diese impliziert aber keine diskriminierung!
denn genau um die akzeptanz gegenüber anderen menschen, das zusammenhalten, und niemanden auszugrenzen, sowie die jungen leute mit einem kritischen blick aufs leben vorzubereiten, genau das ist doch das ziel der pfadfinder, und nicht hampelmänner für rückständige religiöse fuzis spielen... vor allem da es in europa ja wohl zahlreiche nicht religiöse pfadfinderorganisationen gibt...
aber ich habe leider schon oft bedauert wie militarisiert und indoktriniert viele amerikanische pfadfindergruppen im vergleich zu europäischen (in meinem fall luxemburgischen) pfadfindergruppen sind, da kommt man sich vor wie aus zwei verschiedenen institutionen..
es ist schade wie man eine grundsätzliche tolle und wichtige idee verschandeln kann....


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#3
07.02.2013
14:52:16


(+6, 8 Votes)

Von more is more


Das erste experimentelle Pfadfinderlager wurde 1907 von Robert Baden-Powell, einem britischen General, auf der englischen Insel Brownsea Island durchgeführt. Baden-Powell entwickelte aus den Erfahrungen dieses Lagers die Prinzipien der Pfadfinderbewegung in seinem 1908 erschienenen Buch Scouting for Boys, das bis heute ein wichtiges Grundlagenwerk für die Pfadfinderarbeit ist.

Youtube-Video:


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#4
07.02.2013
15:10:45


(+5, 5 Votes)

Von Leo G


Pfadfindertum wurde doch quasi dafür erfunden, dass die Boys sich in sicherer Entfernung von den Eltern gegenseitig an den Sack packen können.


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#5
07.02.2013
15:39:05


(0, 4 Votes)

Von Thorsten1
Aus Berlin
Mitglied seit 15.05.2012


Warum denke ich bei dem Stichwort "Pfadfinder" sofort an einen 50jährigen Mann mit kurzen Hosen und Taschenmesser?


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#6
07.02.2013
16:02:32


(+2, 2 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


""Wir beten dafür, dass die Pfadfinder das Richtige tun und nicht, was die politisch korrekte Masse denkt.""..

Wer sich so äußert ist gegen die Verfassung..


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#7
07.02.2013
16:23:15


(+3, 3 Votes)

Von Felix


War absehbar!

Auch die Jüngsten sollen schon zu Hass und Intoleranz erzogen werden...

Wo käme man da hin, wenn die Liebe, Toleranz und Weltoffenheit als positiv erfahren würden...


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#8
07.02.2013
18:29:50


(+1, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Das war klar, daß beim Treffen in Texas in Sachen Homoverbotbeseitigung gar keinen Blumentopf zu gewinnen war!


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#9
08.02.2013
21:08:32


(0, 2 Votes)

Von saltgay
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Die Pfadfinder sind nicht mehr als der Spiegel der Gesellschaft. So hat jedes Land seine eigenen Traditionen in der Pfadfindergeschichte. In Deutschland ist das Pfadfinderwesen sehr stark durch die bündische Jugend geprägt worden. Die Homosexualität in der Pfadfinderbewegung war auch in Deutschland noch ein umstrittenes Thema bis in die 80er Jahre. Das war aber nicht zu vergleichen mit den "Boy Scouts of America". In Deutschland wirkte noch lange der Einfluss solcher merkwürdigen Gestalten aus dem Wandervogel und den Jungenschaften nach, von denen Hans Blüher der prominenteste Vogel war. Das lag daran, dass der Wandervogel ein Gegenentwurf bürgerlicher Jugendlicher gegen ihre eigene Gesellschaftsschicht - also das konservavtive kaisertreue Bürgertum, darstellte. In dieser "geschlossenen meist männlichen Gesellschaft" fanden Homosexuelle eher Akzeptanz und einen kleinen freie Lebensraum. Das führte bis zur religiösen Verklärung des "reinen Jungentums". Nach dem Krieg vermied man es sich in irgendeiner Weise angreifbar zu machen. Darum wurde auch das Thema Homosexualität nur sehr intern diskutiert. Heute ist es bei den international anerkannten deutschen Pfadfinderverbänden eben üblich, dass jeder dort unbeschadet seiner sexuellen Orientierung mitarbeiten kann. Wenn größere Lager stattfinden, gibt es stets einen Raum, wo sich schwul-lesbische Pfadis begegnen können, wo Arbeitsgruppen tätig sind und Kontakte geknüpft werden können.

Aber Vorsicht: der Begriff "Pfadfinder" ist nicht geschützt. Darum können sich auch z.B. Jugendgruppen der Pfingstkirchen "Pfadfinder" nennen, obwohl sie keineswegs vom Weltbund anerkannt sind. Es gibt auch katholische Pfadfinder, die sich eher in den Dunstkreis von "kreuz.net" einordnen lassen, jedoch nicht vom Weltbund anerkannt sind. Das ist stets sehr ärgerlich, wenn richtige Pfadfinder mit solchen abstrusen Gruppen in einen Topf geworfen werden.

Darum sollte man bei Urteilen genau differenzieren, was für Außenstehende manchmal sehr schwierig ist. Die "Boy Scouts of America" gehören allerdings zum Weltbund und es ist wirklich dringend zu hoffen, dass sich dort nicht die sektierische, reaktionäre Richtung durchsetzt.

Der 50jährige Pfadi mit Lederhose, Fahrtenmesser und der Zitronenpresse (Pfadfinderhut) auf dem Kopf gehört glücklicherweise ins Museum neben Nierentisch und Tütenlampe. Immerhin war ein wichtiges Ziel von Baden-Powell die Führung von Jugendlichen durch Jugendliche und nicht durch "Allesbesserwisser" vom Schlage Anno Dunnemals.


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