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  • 08.02.2013           42      Teilen:   |

Selbstfindung unter Mobbing

England: Junger Vater nimmt sich das Leben

Artikelbild
Mutter Denise (l.), Anthonys Freundin Charlotte und Tochter Lily auf einer Pressekonferenz im Dezember. Bereits damals wurde die LGBT-Community bei der Suche nach dem Jungen einbezogen. (Bild: BBC)

Der 16-Jährige soll jahrelang als schwul gemobbt worden sein, berichten jetzt britische Medien.

Wieder scheint homophobes Mobbing Leben zerstört haben: Wie britische Medien berichten, könnte sich in England ein 16-Jähriger das Leben genommen haben, weil er aufgrund seiner vermuteten Bisexualität gehänselt wurde und zugleich zu wenig emotionale Unterstützung und Begleitung fand. Besonders tragisch: Der Junge hinterlässt nicht nur seine Eltern und zwei Geschwister, sondern auch eine Tochter.

Anthony Stubbs aus Leyland in Lancashire war im November letzten Jahres auf dem Weg zum Haus seiner Freundin verschwunden. Erst am 14. Januar wurde seine Leiche von der Polizei in einem Waldstück gefunden. Wie seine Mutter nun britischen Medien erzählte, erhielt sein Abschiedsbrief keinen deutlichen Bezug auf das Mobbing, das sie für den Selbstmord verantwortlich macht. Aber den Hinweis, sein vierjähriger Bruder solle mit einer starken Persönlichkeit aufwachsen.

Als Anthony sich das Leben nahm, war er zwei Jahre lang mit der 18-jährigen Charlotte M. zusammen, Tochter Lily wurde im Sommer 2012 geboren. "Das Paar hatte es schwer", berichtet Anthonys 34-jährige Mutter Denise. "Charlotte wurde selbst gehänselt, Leute verhöhnten sie: 'Du gehst mit einer Schwuchtel aus.'"

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Jahrelange Schikane

Anthony mit Tochter Lily - Quelle: privat
Anthony mit Tochter Lily (Bild: privat)

Vor allem ihr Sohn habe unter dem Mobbing gelitten, so die Mutter: "Anthony wurde durch Mädchen zwei Jahre lang schikaniert. Er wurde als 'gay boy' angeschrien, ins Gesicht geschlagen. Er kam mit einem zerissenen Pulli nach Hause und selbst sein Handy wurde ihm gestohlen."

Anthony habe noch nach seiner sexuellen Identität gesucht, berichtet die Mutter, die die drei Kinder, darunter eine 15-jährige Tochter, alleine aufzog, nachdem sich der Vater früh von der Familie entfernt hatte. "Aus meiner Sicht hatte er immer leicht campe Verhaltensweisen und ich hatte immer den Verdacht, er könnte schwul sein." Als sie ihn darauf ansprach, habe er gesagt, dass er Charlotte liebe, aber bisexuell sein könnte.

Seine Gefühle für das Mädchen schienen echt zu sein, berichtet die Mutter. Aber als er verschwunden war, fand sie eine Dating-SMS von einem Mann auf seinem Handy. "Ich glaube, Andy war sehr gut darin, zu verstecken, wie er sich wirklich fühlte, und glaubhaft zu machen, ihm ginge es gut."

Er musste wohl noch seinen Platz in der Welt finden, inklusive seiner sexuellen Orientierung, meint die Mutter: "Ich glaube, seine Gefühle für das gleiche Geschlecht ließen ihn kämpfen, wie der damit umgehen soll. Ich denke, es wurde ihm zu viel – all diese Gefühle, das Vater-Sein und die Liebe zu Charlotte."

In der Schule sollte es mehr Unterstützung geben, sagt die Mutter. "Niemand war da für Anthony. Ich fühle mich einfach schlecht, ich fühle mich, als hätte ich ihn im Stich gelassen."

Für Jugendliche, die in Deutschland Unterstützung beim Umgang mit ihrer sexuellen Orientierung oder einfach Freunde suchen, gibt es zahlreiche LGBT-Jugendgruppen und -zentren (eine nicht mehr ganz aktuelle Liste gibt es hier). Auch mehrere Webseiten, etwa dbna (Du bist nicht allein) oder die des bundesweiten Jugendnetzwerks Lambda, richten sich gezielt an junge Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender. Aufklärungsprojekte wie SchLAU gehen gezielt in Schulen und suchen immer wieder Mitstreiter. (nb)

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Tags: selbstmord, england, bisexualität
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Reaktionen zu "England: Junger Vater nimmt sich das Leben"


 42 User-Kommentare
« zurück  12345  vor »

Die ersten:   
#1
08.02.2013
15:38:10


(+13, 13 Votes)

Von Claas


Schlimm, dass wieder mal ein Leben mit diesem lächerlichen Homohass zerstört wurde. Und einem Baby wurde der Vater genommen...

Dieser Abschaum, der andere mobbt, will damit nur davon ablenken, dass sie selbst der wirkliche Abschaum sind.


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#2
08.02.2013
15:41:41
Via Handy


(+13, 13 Votes)

Von ehemaligem User DavidJacob


Bei solchen Meldungen schießen mir die Tränen in die Augen und gleichzeitig baut sich Hass und Wut auf gegenüber solchen Arschlöchern die anderen das Leben zur Hölle machen.


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#3
08.02.2013
16:00:18


(-3, 21 Votes)

Von MeineFresse


Egal was er war, es ist erwiesen, dass selbst Heterosexuelle die homophob diskriminiert werden dieselbe erhöhte Selbstmordrate haben.
Das passiert zwar seltener aber wenn ein Hetero als besonders "schwul" angesehen wird, kann es auch ihn treffen.

Das sollte man denjenigen sagen, die behaupten die sexuelle Orientierung an sich sei es, die einen in den Suizid treibt.

Man könnte auch ganz einfach sagen: Mobbing jedweder Art kann dazu führen.


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#4
08.02.2013
16:02:53


(+11, 11 Votes)

Von so wütend


"Er musste wohl noch seinen Platz in der Welt finden, inklusive seiner sexuellen Orientierung, meint die Mutter: "Ich glaube, seine Gefühle für das gleiche Geschlecht ließen ihn kämpfen, wie der damit umgehen soll. Ich denke, es wurde ihm zu viel all diese Gefühle, das Vater-Sein und die Liebe zu Charlotte."

Das traurige ist, das ER als Jugendlicher kämpfen musste um sich einen Platz in der Gesellschaft zu erkämpfen.
Die bisexuellen und schwulen Kinder und Jugendlichen sollen überhaupt nciht kämpden müssen nur um die selben Rechte wie ihre heterosexuellen Mitschüler zu kriegen!

In was für einer Welt leben wir eigentlich das dieses Verbrechen Mobbing keiner stoppt?

Das ist zwar in England aber auch dort hat sich erst jetzt, 2012!, das Parlament bequemt gleiche Rechtw ( Ehe) zuzulassen...
Wenn uns schon unsere Regierungen wie Menschen 2. Klasse behandeln was ist das ein Viorlbild für Jugendliche!

Mir tut die ganze Familie von ihm so Leid!

Nicht schon wieder so eine Nachtricht


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#5
08.02.2013
16:07:24


(+2, 14 Votes)

Von so wütend
Antwort zu Kommentar #3 von MeineFresse


Vermutlich war er bisexuell.

Aber treffen kann homophobes Mobbing auch Heterosexuelle, das stimmt.


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#6
08.02.2013
16:17:39


(+11, 11 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008


bei all dem drängt sich so vieles im kopf zusammen...
warum nur bleibt die familie unter diesen bedingungen am ort?
Warum geht man nicht hin wo man unerkannt das leben kann was man ist?
Meine generation hat dies ebenso getan und überlebt. Man "flüchtete" in die großstadt um unter seinesgleichen leben zu können...

16 jahre... auch für einen bisexuellen ein sehr junges alter um kinder in die welt zu setzen!
Eher ist zu vermuten, dass das kind frucht einer inneren flucht ist; der versuch sich den anschein heteronormativer eigenschaften zu geben. Was die tragödie noch umfassender macht: nun auch noch das mädchen und ein neugeborenes in die unentschlossenheit und lebensangst des jungen mit hineingezogen werden.. " sein vierjähriger Bruder solle mit einer starken Persönlichkeit aufwachsen."
Diese sicht lässt viel vermuten über seine sicht auf sich selbst!

Ach, es macht einem so hoffungslos traurig, was da immer wieder und fortwährend in uns und an uns verbrochen wird.
Solange heteronormität als zustand weiter hingenommen wird , werden andersartige leiden müssen...


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#7
08.02.2013
17:53:41


(+5, 7 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Wieder wurde ein so junges Leben durch Mobbing viel zu früh beendet! Was sind denn das eigentlich für gehirnamputierte Subjekte, die sowas machen? Sie haben einem Kind den Vater genommen und sollten nachts nicht mehr ruhig schlafen können!


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#8
08.02.2013
18:20:55


(+2, 4 Votes)

Von Lich King


Fotos und Addressen der Mobber veröffentlichen und sie öffentlich, als das was sie sind, outen! Nur so lernen die es, besonders jetzt wo sie einem kleinen Kind den Vater geraubt haben! So kann Manns machen:

Link zu www.welt.de


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#9
08.02.2013
18:44:12


(+7, 7 Votes)

Von Hinnerk


Wann hört dieses feige Mobbing endlich auf?

Diese Leute treiben ihre Opfer in den Tod! Das Blut an ihren Händen werden sie nie mehr los werden...


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#10
08.02.2013
19:29:03


(+9, 11 Votes)

Von antos
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von stromboli


"Eher ist zu vermuten, dass das kind frucht einer inneren flucht ist; der versuch sich den anschein heteronormativer eigenschaften zu geben. Was die tragödie noch umfassender macht [...]"

Der Reim Frucht/Flucht ist natürlich bestechend, zumal wenn die Flucht eine 'innere' ist [nimm's mir nicht übel, lieber Stromboli, aber eine 'innere Flucht' ist sprachlicher Unfug], aber eine solche Leibesfrucht entsteht schnell schon mal beim bloßen testweisen Rumstochern.

Meine Meinung: man hätte sie - bei einem 16-jährigen und offensichtlich selbstunsicheren Vater - nicht reifen lassen sollen. Mit Gruß an Herrn Lohmann und andere verwirrte Typen, die glauben möchten, ein winziger Zellhaufen wäre ein Mensch, gar eine 'Person'!


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