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  • 11.02.2013           4      Teilen:   |

Neue Kampagne

Mit Schlagkraft gegen K.O.-Tropfen

Artikelbild
Keine Angst: Die streng blickenden Herrendamen sind nicht von der Heilsarmee, sie wollen dich nur vor K.O.-Tropfen-Tätern schützen. (Bild: Maneo)

In Berlin wurde am Freitag mit einem Talk die erste Runde im Kampf gegen Kriminalitätsdelikte eingeläutet, bei denen Schlafdrogen mit im Spiel sind.

Geile Aussichten hatte der 53-jährige Berliner vor sich. Dachte er. Gleich würde ihn ein junger Bursche besuchen, mit dem er sich zuvor per Onlinedating verabredet hatte. Der 22-Jährige war nett und smart, doch er hatte etwas völlig anderes im Sinn als Sex mit meinem Gastgeber. Unbemerkt mischte der Jüngere eine Substanz ins Getränk. Das Opfer, das kurz darauf bewusstlos wurde, erwachte erst in den Mittagsstunden des Folgetages wieder. Aus seiner Wohnung hatte der 22-Jährige Unbekannte Wertgegenstände wie einen Laptop, eine Fotokamera, ein Handy und Bargeld entwendet. Größer nach als der wirtschaftliche Schaden war die Scham des Opfers über seinen vermeintlichen Leichtsinn.

Es ist einer von mehreren Fällen, die das schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo in Berlin in der jüngeren Vergangenheit dokumentieren musste. Im Frühling 2012 hatte außerdem der Tod von drei schwulen Männern in der Hauptstadt für Schlagzeilen gesorgt, die an den Vergiftungen durch K.O.-Tropfen gestorben waren. Dies und eine vermutete hohe Dunkelziffer der Nutzung waren dem Präventionsprojekt den Start einer neuen Aufklärungs- und Vorbeugungskampagne wert. "Augen auf! – K.O.-Tropfen!" will die Sicherheit der schwulen Dater und Clubber erhöhen und Schlimmeres verhüten.

Fortsetzung nach Anzeige


GHB / GBL: Nicht nur beim Sex, auch beim Raub eine "beliebte" Substanz

Ist der junge Mann mit Teppichmuster-Pullover betäubt worden oder einfach nur müde? - Quelle: Maneo
Ist der junge Mann mit Teppichmuster-Pullover betäubt worden oder einfach nur müde? (Bild: Maneo)

Unter der Moderation von taz-Journalist Martin Reichert diskutierten am vergangenen Freitag Michael von Hagen, Oberstaatsanwalt bei der Berliner Staatsanwaltschaft, Dr. Heiko Jessen, der seine Praxis mitten im schwulen Kiez an der Motzstraße betreibt, Harald Kröger, der Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweisen bei der Berliner Polizei, Franziska Krumbiegel vom toxikologischen Institut der Charité, der Psychotherapeut Thomas Marte, sowie Maneo-Projektleiter Bastian Finke über das Phänomen.

Eines, das übrigens zunächst in der heterosexuellen Ausgehszene augenfällig wurde. Überwiegend Frauen sind Opfer von Diebstählen und sexuellen Übergriffen durch Männer, die ihre Opfer mit den einschläfernden Substanzen wehr- und willenlos machen. Als eine Gegenmaßnahme entstand das durch mehrere Berliner Frauenberatungsstellen und Antigewaltprojekte getragene Infoportal www.ko-tropfen-nein-danke.de. Maneo hat nun die schwule Version mit eigener visueller Ansprache nachgeliefert.

Die "Augen Auf"-Stewardessen reichen nur Infos, keine Drinks

Neben Website, Plakaten und Flyern werden auch Vorort-Teams in die Szene gehen und auf Wunsch beraten. Wer sich in die Hände der Herrendamen im Flugbegleiterinnen-Dress begibt, kann anschließend unteranderem einschätzen, wie groß ist die Gefahr ist, die von "K.O.-Tropfen" in den Berliner Szenen ausgeht. Wie man sich und auch andere Szenebesucher schützen kann und wo Betroffene weitere Beratung und Unterstützung finden, darüber klären auch die Webseiten der Projekte auf.

K.O.-Tropfen Attacken sind nicht nur ein Hauptstadt-Phänomen. Gerade zur Karnevalszeit besteht auch in Köln ein größeres Risiko, zum Opfer zu werden. Der Arbeitskreis "KO-Tropfen Köln" hat deshalb 900 Plakate in der Innenstadt mit Adressen zu Beratungsstellen aufgehängt. Die Antigewalt-Projekte "Frauen gegen Gewalt", "Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben, Schwule und Trans*" sowie die Drogenhilfe Köln sind beteiligt. (cs)

Links zum Thema:
» Die Maneo-Seite mit allen Kampagneninfos
» K.O.-Tropfen: Flyer als PDF zum Download
» K.O.-Tropfen: Seite der Berliner Frauenprojekte
» K.O.-Tropfen: Seite der Kölner Projekte
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Tags: maneo, antigewaltprojekt, bastian finke, k.o.-tropfen
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Reaktionen zu "Mit Schlagkraft gegen K.O.-Tropfen"


 4 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
11.02.2013
20:55:03


(+2, 4 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Eine wichtige Kampagne..

BTW..
Was ist eigentlich aus dem "Fall" des Bremer "Politikers" geworden der sich sein "Opfer" mittels Liquid Ectasy gefügig gemacht haben soll ?

Da verläuft die Anschuldigung wohl im Sande, und die dann notwendige Entschuldigung der berichtenden Medien erfolgt unter ferner liefen !?..


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#2
12.02.2013
00:22:51


(+2, 4 Votes)

Von Lokalpresse HB
Antwort zu Kommentar #1 von TheDad


Der Politiker sitzt weiter in U - Haft und gegen Ihn und einen anderen Mann hat die Bremer Staatsanwaltschaft inzwischen Anklage wegen sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person erhoben.

Link zu www.kreiszeitung.de


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#3
12.02.2013
09:17:54


(0, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Kriminelle Energie kennt keine Grenzen!


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#4
28.06.2013
15:11:26


(0, 0 Vote)

Von Achtung


Was in den langen Texten der Initiativen etwas untergeht: Bei Verdacht SOFORT Blut untersuchen lassen, solange das Zeug noch nachweisbar ist.

Ich kenne jemanden, der unter k.o. Tropfen vergewaltigt worden ist, die Täter identifizieren aber nicht nachweisen konnte, dass es nicht einfach nur ein Fall von zuviel Alkohol war. Und auch eine Vergewaltigung an die man sich nicht erinnert kann ziemlich scheisse sein und ne ganze Menge an langwierigen Traumasymptomen auslösen...

Eine Bekannte ist vorletzte Woche unter k.o. Tropfen ausgeraubt worden.


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