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  • 15.02.2013           66      Teilen:   |

Opfer seit der Tat schwerbehindert

Mildes Urteil für Attacke auf Schwulen

Artikelbild
Dennis Reske (r.) ist nach dem Angriff zu 70 Prozent schwerbehindert. Sein Lebenspartner Sven kümmert sich um ihn, wie hier nach der Verkündung des Urteils am Donnerstag. (Bild: Screenshot WDR)

In Gelsenkirchen erhält ein 16-Jähriger eine Woche Haft und Sozialstunden für einen Überfall, der einen jungen Mann schwerbehindert machte.

Er muss auch einen zweiseitigen handgeschriebenen Aufsatz zum Thema "Schwulenfeindlichkeit" schreiben: Das Amtsgericht Gelsenkirchen hat am Donnerstag einen 16-Jährigen für einen Angriff auf einen jungen Schwulen zu einer Woche Dauerarrest und Sozialstunden verurteilt.

Der damals 15-Jährige hatte dem damals 22-jährigen Dennis Reske am 10. Februar 2012 in Gelsenkirchen-Horst von hinten einen Faustschlag gegen den Kopf gegeben. Zuvor hatte er mit einem weiteren Jugendlichen versucht, ihm ein Bein zu stellen. Der Angeklagte hatte in den Wochen vor dem Vorfall das Opfer und seinen 33-jährigen Lebenspartner auf offener Straße mehrfach mit Wörtern wie "Schwuchtel" und "Schwule Sau" beleidigt.

Reske erlitt eine Platzwunde am Kopf und blaue Flecken, vor allem aber ein Psychotrauma: Seit dem Überfall kann er sich nur noch mit einem Rollator bewegen, hat Schmerzen an vielen Stellen des Körpers und ist zu 70 Prozent schwerbehindert. Das Gehen fällt ihm sichtlich schwer.

Fortsetzung nach Anzeige


Keine Entschuldigung

Der Täter ist vorbestraft; dem Prozess, zu dem er bei einem früheren Termin nicht erschienen war, wurde ein weiteres Verfahren gegen den Angeklagten am Wuppertaler Amtsgericht angehängt. Laut einem Bericht von "Der Westen" habe der Jugendliche die Tat gegenüber seinem Verteidiger bereut.

Er hat es jedoch abgelehnt, sich beim Opfer zu entschuldigen, berichtet Reske. Der schwulenfeindliche Hintergrund der Tat ging in das Urteil nicht strafverschärfend ein. "Das ist ein angemessenes Urteil, wenn auch eines im milden Bereich", erklärte Opfer-Anwalt Matthias Heinichen. Man müsse den Erziehungsgedanken des Jugendstrafrechts berücksichtigen.

"Das Urteil ist ausgesprochen milde ausgefallen, die ausbleibende Entschuldigung beim schwerverletzten Opfer zeigt keine Reue beim Täter", findet der grüne Landtagsabgeordnete Arndt Klocke. "Anti-schwule Gewalt ist kein Einzelfall, sondern Realität in NRW. Wir müssen insbesondere die schwul-lesbische Schulaufklärung von Schlau NRW flächendeckend ausbauen und unterstützen." (nb)

Links zum Thema:
» Kurzer Videobericht der Aktuellen Stunde (WDR) vom Donnerstag
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Tags: gelsenkirchen, nrw, homophobe gewalt, urteil, jugendstrafrecht
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Reaktionen zu "Mildes Urteil für Attacke auf Schwulen"


 66 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
15.02.2013
17:16:12


(+1, 13 Votes)

Von seb1983
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Leider nur ein weiterer Fall alltäglicher Gewalt unter Jugendlichen gegen vermeintlich Schwächere, sei es weil sie zu klein, dick, unsportlich, schwul, ausländisch sind oder weil den Tätern einfach langweilig ist, die Gründe sind vielfältig.

Wichtig ist die enorm angestiegene Alltagsgewalt grade in den Schulen zu senken. Projekte speziell für Schwule mögen da ein Baustein sein, doch das löst das Problem nicht.


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#2
15.02.2013
17:18:14


(+14, 14 Votes)

Von Deniz
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Tja das hat bestimmt eine wahnsinnig abschreckende Wirkung. -.- Eine Woche Haft und Sozialstunden und dann noch dieser lächerliche Aufsatz. Hallo?! Das Opfer wird sein Leben lang am Rollator gehen und mit den Schmerzen leben müssen!
Aber da sieht man ja...man kann ruhig auf die Homos drauf kloppen. Passiert nix. Ich wurde vor ein paar Wochen auch attackiert. Natürlich nicht mit annähernd so schlimmen Auswirkungen aber ich wurde mehrfach heftigst ins Gesicht geschlagen, wir wurden bespuckt und beschimpft. Rauskommen wird dabei aber nichts, denn wir haben die angezeigt und die uns. Dass ich an dem Abend und nach dem WE noch im Krankenhaus war wird da auch nichts dran ändern.

Das ist doch für jeden ein Signal: Ich darf auf die Homos drauf kloppen!

Unmöglich!


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#3
15.02.2013
17:19:03
Via Handy


(+12, 14 Votes)

Von Martin28a
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Das Urteil ist ein Skandal


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#4
15.02.2013
17:31:28


(+14, 14 Votes)

Von FOX-News


Das Leben des jungen Mannes ist komplett verändert, er ist für sein gesamtes Leben gezeichnet und der Straftäter bekommt Sozialstunden und 1 Woche Haft? Geht's noch? Damit wird dem Täter doch nur signalisiert, dass seine Tat weniger schlimm war, vergleichbar mit Diebstahl einer Flasche Vodka an der Tankstelle. Einen Erziehungsgedanken kann ich bei dem lächerlichen Urteil absolut nicht nachvollziehen.

Hoffentlich legt die Staatsanwaltschaft Rechtsmittel ein.


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#5
15.02.2013
17:34:50


(+11, 13 Votes)

Von Deniz
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Ich möchte ja hier nicht drauf rumreiten. Aber die Gewalt herrscht nicht nur den Schwulen gegenüber. Lesben sind genauso Opfer. Aber davon ab...so Projekte an Schulen sind ja schön und gut. Aber letztendlich bringen sie nur das mit in die Schule was sie zu hause vorgelebt bekommen. Außerdem müssten die Lehrer viel öfter eingreifen, wenn homophobe Aussagen getätigt oder Schüler gemobbt werden. Stattdessen stehen die Lehrer den Schülern in Sachen Homophobie in nichts nach. Nicht nur in NRW. Meine Freundin (aus Rheinland-Pfalz) erzählt da Dinge, die die Lehrer vom Stapel lassen...Hammer! Wir wären pervers und krank und pädophil und was weiß ich. Letztendlich wäre es aber verdammt noch mal wichtig, dass die Justiz zeigt, dass man mit sowas nicht durchkommt!


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#6
15.02.2013
17:35:17


(+3, 9 Votes)

Von Martin28a
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Antwort zu Kommentar #4 von FOX-News


Seh ich auch so


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#7
15.02.2013
17:40:33


(0, 10 Votes)

Von seb1983
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Antwort zu Kommentar #2 von Deniz


Ein Bekannter wurde vor einigen Monaten im Fitnesstudio angemacht weil er ein Gerät zu lang blockieren würde.
Beim Verlassen des Studios abends hat derjenige ihm aufgelauert, ihn geschlagen und gewürgt, erst nach Hilferufen abgelassen.
Danach sind beide zur Polizei, gegenseitige Anzeigen, keine Zeugen, ok, kleine Verletzungen aber nicht nachweißbar, also ergebnislos verlaufen.
Erst nach heftigem Protest von 2 Dutzend Mitgliedern wurde derjenige immerhin aus dem Studio gekündigt.

Es ist ein Irrglauben dass beim gestiegenen Gewaltlevel der Überwachungsstaat Schutz bieten könnte.

Zudem ist der Täter 16, in den USA kommt sowas auf den elektrischen Stuhl ja, hier gibt es zumindest noch den Gedanken der Resozialisierung, wobei dieser Jugendliche wohl noch nie sozialisiert war...


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#8
15.02.2013
17:52:07


(+1, 13 Votes)

Von Julek89
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Wäre es mein Sohn dem das passiert wäre, würde ich das so nicht stehen lassen. Auch wenn ich dafür hier keine Zustimmung bekommen sollte, ich würde 10.000 zusammenkratzen und die an wen geben, der dann ein weiteres Urteul vollstreckt! ...


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#9
15.02.2013
17:54:45
Via Handy


(+7, 11 Votes)

Von torby


Das Rechtssystem ist eine Schande für die gesammte Bundestepublik Deutschland.


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#10
15.02.2013
17:57:07


(+6, 8 Votes)

Von gozilla
Antwort zu Kommentar #8 von Julek89


Und ich würde die 10.000 EUR zusammenkratzen - und sie dem Opfer spenden.

Als zumindest kleine Entschädigung für das erlittene Unrecht. Als praktische Lebenshilfe, denn allzu viel wird das Opfer mit seiner Behinderung im Leben nicht mehr verdienen können.

Und beim Täter ist sowieso nichts zu holen.


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