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Robbie Rogers ist nun ein "freier Mann" (Bild: Wiki Commons / Longbomb / CC-BY-3.0)

Der 25-jährige Amerikaner Robbie Rogers hat sich mit einem Blog-Eintrag als schwul geoutet. Der ehemalige Nationalspieler war zuletzt bei einem Drittligisten in England aktiv.
Erneutes Coming-out im Profisport: In der Nacht zum Freitag hat sich der amerikanische Fußballer Robbie Rogers mit einem Blogeintrag als schwul geoutet. Der 25-Jährige, der 18 Spiele für die US-Nationalmannschaft bestritt, gab mit dem Eintrag unter dem Titel "Das nächste Kapitel" zugleich seine Karriere auf.

"Mein ganzes Leben habe ich mich anders gefühlt, verschieden zu meinen Freunden, unterschiedlich zu meiner Familie", so Rogers. "In den vergangenen 25 Jahren hatte ich Angst: Angst zu zeigen, wer ich wirklich bin." Eine Angst, aufgrund von Ablehnung seine Träume und Ziele nicht verwirklichen zu können: "Träume von der Weltmeisterschaft, Träume von den Olympischen Spielen, Träume, meine Familie stolz zu machen."

Der Schmerz des Geheimnisses


Der Fußballer mit Hund Noodles (Bild: Privat / Twitter)

Aber ein Leben sei nur vollständig, wenn die Leute, die einen lieben, auch kennen, so Rogers weiter. "Das Leben ist einfach, wenn dein Geheimnis keines mehr ist. Weg ist der Schmerz, der bei der Arbeit im Magen lauert, der Schmerz durch das Ausweichen bei Fragen und der Schmerz durch das Verstecken eines so großen Geheimnisses."

Ein Versteckspiel könne viele Leiden verursachen, so Rogers: "Versucht mal, euren Lieben nach 25 Jahren zu erklären, dass ihr schwul seid." Er habe immer gedacht, das Geheimnis für sich behalten zu können: "Fußball war meine Flucht, mein Zweck, meine Identität. Fußball hat mein Geheimnis versteckt, hat mir mehr Freude gebracht, als ich mir das vorstellen konnte. Ich werde immer dankbar sein für meine Karriere." Und er werde nie die wenigen Freunde vergessen, die Bescheid wussten und ihn unterstützten.

Nun sei die Zeit, sich selbst zu entdecken, abseits vom Fußball: "Es ist Ein Uhr morgens in London und während ich das schreibe, könnte ich nicht glücklicher sein mit meiner Entscheidung. (…) Ich habe erkannt, dass ich mein Leben nur genießen kann, wenn ich ehrlich bin. (…) Mein Geheimnis ist keins mehr, ich bin ein freier Mann, ich kann nach vorne schauen und mein Leben leben, wie mein Schöpfer es vorgesehen hat."

Youtube | Eindrücke aus der Karriere von Robbie Rogers

Mitspieler Klinsmanns


Im britischen TV-Sender "Sky Sports News" war das Coming-out am Freitagabend Top-Story.

In dieser Saison hatte der Kalifornier, der Miteigentümer des Modelabels Halsey 44 ist, zuletzt sechs Spiele für den britischen Drittligisten Stevange bestritten, als Leihgabe von Leeds United. Dort war er in der zweiten Liga 2011/2012 nur vier Mal eingesetzt worden. Im Januar war der Vertrag mit Leeds im gegenseitigen Einvernehmen gekündigt worden.

Zuvor war Rogers jahrelang für einen Fußballclub aus Columbus im US-Bundesstaat Ohio aktiv. Als Spielerkollege von Jürgen Klinsmann, der später sein Trainer bei der US-Nationalmannschaft werden sollte.

Das Coming-out wurde erst am Freitagabend bekannt, als Rogers den Blogeintrag in seinen Profilen bei Facebook und Twitter verlinkte. Dort erhielt er überwiegend positive Reaktionen, auch wenn viele das Karriereende bedauerten.

Stuart Holden, ein US-Nationalspieler, der beim britischen Erstligisten Bolton Wanderers unter Vertrag steht, schrieb per Twitter: "Viele Liebe und Respekt an meinen Jungen @robbierogers. Bin stolz, dein Freund zu sein, Bruder". Der umstrittene britische Fußballer Joey Barton beglückwünschte Rogers ebenfalls via dem Netzwerk: "Es braucht viel Mut, einen solchen Schritt zu wagen." Im letzten Jahr hatte eine Zeitung den ebenso homofreundlichen wie gewalttätigen Barton aufgefordert, sich zu outen (queer.de berichtete).

Der Vorsitzende des britischen Fußballverbands, Gordon Taylor, sagte Sky Sports News, es sei schade, dass Rogers sein Coming-out nach dem Karriereende habe. "Das ist eine schwierige Zeit und wir bräuchten den ersten Spieler, der sich am besten während seiner Karriere outet." Aber das werde immer schwierig sein. Man könne nur eine sichere Umgebung schaffen.

Trotz andauernder Debatte gab es bislang nur wenige Mutige

Es ist das erste große Coming-out im britischen Fußball seit Justin Fashanu, der sich 1998 das Leben nahm. Schwule Fußballer waren in den letzten Jahren ein großes Medienthema im In- und Ausland, viele Verbände wie auch der DFB bemühten sich zudem um ein toleranteres Klima.

Die Liste offen schwuler Fußballer ist aber nicht sonderlich länger geworden: 2011 hatte sich der Kanadier und frühere Spieler in der ersten US-Liga David Testo geoutet – kurz nach seinem Karriereende (queer.de berichtete). Wenige Monate zuvor war der Schwede Anton Hysén aus dem Schrank gekommen, der noch immer für den Drittligisten Utsiktens BK kickt (queer.de berichtete).

Zuletzt hatte es zum Jahreswechsel Gerüchte über die Homosexualität zweier russischer Spieler gegeben, nach der Veröffentlichung von recht intimen Urlaubsfotos. Erst Wochen später erfolgte ein Dementi. In Deutschland gab es im letzten Jahr Aufregung um ein angebliches Interview mit einem schwulen Bundesligaspieler (queer.de berichtete).

Im Frauenfußball gibt es mehr Spielerinnen, die offen zu ihrer Homosexualität stehen. Anfang des Monats hatte sich auch die ehemalige Nationalspielerin und heutige DFB-Direktorin Steffi Jones als lesbisch geoutet. (nb)

Youtube | Bonusvideo: Auch bei Youtube hat Rogers einen Account


#1 Aus Bad HomburgAnonym
  • 15.02.2013, 20:19h
  • Unglaublich attraktiv ... Vielleicht wird er eine neue Karriere in Hollywood starten? Es gibt garantiert zahlreiche Kerle in der Welt, die auch auf seine Lippen stehen.
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#2 tobiasProfil
  • 15.02.2013, 20:24hbremerhaven
  • tja, leb´ dein leben und deine karriere is vorbei!!!
    .....wie scheisse is das leben in dieser gesellschaft eigentlich????
    ....warum seid ihr alle so homophobil????
    ;(
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#3 alexander
#4 Aus Bad HomburgAnonym
#5 finkAnonym
  • 15.02.2013, 20:44h
  • und die message ist jetzt: als offen schwuler kann man nicht mehr weiterspielen? ich bin etwas verwirrt...
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#6 alexander
#7 smallAnonym
#8 Aus Bad HomburgAnonym
#9 alexander
#10 MeineFresseAnonym
  • 15.02.2013, 22:15h
  • Wäre interessant zu wissen, wieso er aufgehört hat.
    Weil er meint, dass beides zusammen nicht geht oder hatte er andere gründe?

    Auf jeden Fall sehr hübscher Typ und sein Hund auch.
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