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"Queer Icons" würdigte der Teddy Award in diesem Jahr (Bild: teddyawatd.tv/ARD/Brigitte Dummer, Montage: queer)

Die 27. Preisverleihung der "Teddy Awards" in Berlin glitzerte am Freitag mit vielen Diven unter den Gästen. Wir stellen die Preisträger 2013 vor.

Rufus Wainwright weiß, wie er uns um den kleinen schwulen Finger wickeln kann. Der talentierte Sänger ist ja nicht nur selbst eine (sympathische) Diva. Er trägt ebenso den tief in den schwulen Genen verankerten Code, der uns dazu bringt, älteren weiblichen Diven im Rampenlicht zu huldigen. Also sang Rufus der Berlinale-Besucher was von Hilde, der West-Berliner Ikone. "Für mich soll's rote Rosen regnen", was sonst.

Das Publikum, das zur 27. Gala der "Teddy Awards" in die ehemalige Fabrik- und jetzige Eventhalle "Station Berlin" geströmt war, hätte alles getan, um Rufus zum Dank den gesungenen Wunsch zu erfüllen. Der Kreis, der sich mit der Vorstellung des diesjährigen Schwerpunkt-Themas "Queer Icons" öffnete, er fand mit der Teddy Award-Gala seinen Abschluss.

Es regnete Teddy-Preise statt Rosen


Berliner Pflasterstein, Teddybär im Ralf König-Design: DerTeddy Award (Bild: ARD/Brigitte Dummer)

Nun gab es weniger Blumen zu verteilen, dafür aber jede Menge Preise an die Filmemacherinnen und -Macher, die mit ihren Beiträgen zur Berlinale die LGBT-Jury ganz besonders überzeugten. Bereits am Tag vor der Gala überraschten die Teddy-Veranstalter mit der Bekanntgabe des "Special Teddy Award". In diesem Jahr ging er an das südafrikanische Projekt "STEPS for the Future".

Die beiden Gründungsmitglieder Elaine Maane und Don Edkins aus Südafrika durften den mit 1.000 Euro dotierten Sonderpreis entgegennehmen, der in Zusammenarbeit mit der Berliner Aids-Hilfe vergeben wird. Es ist ein Filmprojekt von Betroffenen, das sich für die Teilhabe von Menschen mit HIV an der Gesellschaft einsetzt und sich gegen Diskriminierung und Stigmatisierung einsetzt. "STEPS for the Future" sei inspirierend, so heißt es in der Begründung, "weil sie Betroffene kreativ und mit Lebensfreude aus der Isolation zurück in die Gesellschaft bringt und ihnen Mut und Hoffnung auf ein aktives und selbstbestimmtes Leben gibt."

Das "New Queer Cinema" wird erwachsener


Filmtipp für den scheidenden Papst: Preisträger-Spielfilm "In The Name Of" (Bild: berlinale.de)

Unter den vielen guten fiktionalen Werken, die sich dem schwul-lesbischen Wettbewerb auf der 63. Berlinale stellten, gefielen der Teddy-Jury als auch den Zuschauern eines ganz besonders. Malgoska Szumowskas Film "W IMIĘ… (In The Name Of…)" bekam die Preise "Bester Spielfilm" und den ELSE-Leserpreis des Berliner Stadtmagazins "Siegessäule". Der polnische Spielfilm greift ein brandaktuelles Thema auf: Die vermeintliche Unvereinbarkeit von Homosexualität und Religion. Mit beeindruckend starken Bildern und einer zutiefst bewegenden, persönlichen Geschichte eines Priesters im Gewissenskonflikt bezieht er Stellung zu diesem von Kirchenleuten wie Kirchenkritikern getragenen Vorurteils.

Regisseur Sébastien Lifshitz hat sich mit dem Leben des 1935 in einem kleinen algerischen Dorf geborenen Jean-Pierre Pruvot beschäftigt. In den fünfziger Jahren wanderte Jean-Pierre nach Frankreich aus, um in Paris zu "Bambi" zu werden, eine transsexuelle Frau, die zu einer bekannten wie beliebten Sängerin, Autorin und Modeikone wurde. Für diese anrührende Dokumentation gab es den Teddy "Beste Doku". Auch beim Kurzfilm-Preis stand das Thema Trans* im Mittelpunkt. Die schwedische Produktion "Ta Av Mig – Undress Me" zeigt die zufällige Begegnung eines Mannes und einer Frau, die Lust auf Sex miteinander bekommen. Was geschieht in dem Moment, wenn die Frau dem Mann erzählt, dass sie vor drei Jahren selbst noch ein Mann gewesen ist…?

Die Jury durfte sich aus allen Filmen – unabhängig vom Genre – einen eigenen Favoriten herauspicken, und hat sich in diesem Jahr für den US-Spielfilm "Concussion" entschieden. Stacie Passons erzählt in ihrem ersten langen Spielfilm die Geschichte einer lesbischen Frau Anfang 40, die in einem Regenbogen-Familienidyll mit Frau und zwei Kindern lebt. Und dann den Ausbrauch wagt, indem sie beginnt, Sexdienste für Frauen anzubieten.

Das "New Queer Cinema" – selbst schon als Label in die Jahre gekommen – widmet sich hier beispielhaft dem Thema "Ausbruch aus Routinen", dass eine reifer werdende Community in einem sich zunehmend normalisierendem Leben zunehmend beschäftigt. (cs)

Teddy Award 2013 im Fernsehen

ARTE zeigt einen Zusammenschnitt der Gala mit der Preisverleihung am Sa, 16.2. um 24 Uhr. Der RBB wiederholt dann am 17.2. nachts um 01 Uhr
Galerie:
BERLINALE 2013 - Die Filme
46 Bilder


#1 TransafricaAnonym
  • 16.02.2013, 16:48h
  • "Die schwedische Produktion "Ta Av Mig Undress Me" zeigt die zufällige Begegnung eines Mannes und einer Frau, die Lust auf Sex miteinander bekommen. Was geschieht in dem Moment, wenn die Frau dem Mann erzählt, dass sie vor drei Jahren selbst noch ein Mann gewesen ist?"

    Dann ist die sexuelle Beziehung weiterhin eine heterosexuelle.
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#2 LoriotAnonym
  • 16.02.2013, 17:47h
  • Antwort auf #1 von Transafrica

  • Klar. Aber darum geht es nicht.
    Sondern darum wie der Heteromann damit umgeht das sie keine "bio"Frau ist, sondern eine transsexuelle Frau.

    Ein ähnliches Thema nur mit umgesetzten Vorzeichen behandelt der Film Romeos.
    Wie geht ein schwuler Mann damit um das sein neuer Schwarm kein "bio"Mann ist, sondern ein transsexueller Mann.
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#4 luckyAnonym
#6 ****Anonym
#7 CHANGING TIMESAnonym
#8 PonyAnonym
  • 17.02.2013, 13:16h
  • Schade, dass queer.de die wirklich gute Leistung des Moderators Jochen Schropp mit keinem Wort erwähnt. Er führte gutaussehend, unaufgeregt, aber mit Charme durch die Teddy-Awards-Gala.
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#9 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 17.02.2013, 13:51h
  • Dann kommt jede Menge Arbeit auf die Studios zu, welche die Filme deutsch synchronisieren müssen!
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#10 Martin28a