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  • 18.02.2013           8      Teilen:   |

Karriereende nötig?

Unterstützung und Sorge nach Fußballer-Coming-out

Artikelbild
Robbie Rogers hat mit seinem Coming-out erneut eine Debatte über schwule Profifußballer angestoßen. (Bild: Privat / Facebook)

Robbie Rogers erhält für sein Coming-out positive Reaktionen aus der Fußballwelt. Doch ist sein gleichzeitiger Rückzug ein Alarmsignal?

Das Coming-out des amerikanischen Fußballprofis Robbie Rogers am letzten Freitag hat zu überwiegend positiven wie zahlreichen Reaktionen von anderen Spielern und damit zu einem guten gesellschafts- wie sportpolitischen Signal geführt.

So schrieb der amerikanische Nationalspieler Benny Feilhaber am Wochenende, er sei stolz, Rogers als Freund zu haben. "100 Prozent Liebe und Unterstützung für einen meiner besten Freunde", twitterte der Mittelfeldspieler Sacha Klejstan. "Wir werden Dich auf dem Spielfeld vermissen."

Sebst Fifa-Chef Sep Blatter meldete sich zu Wort: "Das ist 2013. Danke!", schrieb er via Twitter und leitete einen Tweet von Rogers' früherem Teamkollegen Eddie Pope weiter: "Mutige Männer wie Du werden dafür sorgen, dass es eines Tages keinen Grund mehr für solche Erklärungen gibt."

"Wir sind stolz auf Robbie", ließ der amerikanische Fußballverband verlauten, der den Mut des Fußballers lobte, dieses "sehr persönliche Thema anzusprechen." Auch in der Familie von Rogers kam das Coming-out gut an: "Wir freuen uns über das, was Robbie für schwule Sportler getan hat. Homophobie im Sport ist nicht mehr cool!", sagte Timothy Rogers, der Bruder des Fußballers.

Insgesamt äußerten sich viele Fußballer aus den USA und England sowohl wohlwollend als auch bedauernd. Der ehemalige US-Torhüter Kasey Keller schrieb etwa: "Ich hoffe, dass er weiß, dass er nicht zurücktreten muss."

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Coming-out nur mit Karriereende?

David Testo fand seinen Mut erst nach dem Karriereende
David Testo fand seinen Mut erst nach dem Karriereende

Damit war der wunde Punkt der Sache angesprochen: "Tief im Inneren hatte ich gehofft, dass er weitermacht", schrieb der kanadische Fußballer David Testo, der sich 2011 selbst nach seinem Karriereende geoutet hatte.

Der Hamburger schwul-lesbische Sportverein Startschuss SLSV sah in dem Coming-out daher bei allem Lob für Rogers keinen Befreiungsschlag, sondern ein Alarmsignal: Durch den Rückzug vom Fußball sei der Eindruck erweckt worden, dass Homosexualität und Profifußball nicht vereinbar seien.

"Die Verantwortlichen im Sport müssen deutlich machen, dass diese Vereinbarkeit durchaus gegeben ist und dies endlich auch durch Taten untermauern", so Fußball-Abteilungsleiter Carsten Stock. Die Verantwortlichen im Fußball, die ihn jetzt zu seinem Coming-out gratuliert haben, müssten sich im gleichen Atemzug die Frage stellen, weshalb Rogers seine Karriere mit 25 Jahren nicht fortsetzen wolle. "Wieso erzeugt unsere Gesellschaft immer noch einen Druck, der die Betroffenen in Angst vor Verurteilung und Ablehnung leben läßt?"

Auch René Behr, stellvertretender Vorsitzender und Vorstand Diversity des Völklinger Kreise, sieht Rogers' Coming-out nicht durch die Rosa Brille: "Dass er sein Outing mit dem Rückzug aus dem Profifußball verbindet, ist alarmierend: Er sah keine Möglichkeit, als aktiver Profifußballer mit seiner Homosexualität offen umzugehen."

Dabei kann der Rückzug von Rogers mehrere Gründe haben. Und mit dem Schweden Anton Hysén, der sich 2011 als schwul outete, gibt es auch den Beweis, dass eine Karriere weiterhin möglich ist: Er kickt noch immer für den Drittligisten Utsiktens BK.

Ohne Rücksprache weiterverkauft

Der Schwede Anton Hysén zeigt, wie es geht
Der Schwede Anton Hysén zeigt, wie es geht

Rogers hatte sich am Freitag mit einem Blogeintrag unter der Überschrift "Das nächste Kapitel" als schwul geoutet. Im Januar war sein Vertrag mit dem britischen Zweitligisten Leeds United ausgelaufen, der ihn an den Drittligisten Stevange ausgeliehen hatte.

Damit wäre Rogers zurück in die US-Bundesliga Major League Soccer gekehrt. Doch Anfang Februar hatte ihn sein früherer Club, Columbus Crew aus Ohio, offenbar ohne Rücksprache an Chicago Fire weiterverkauft.

Auch das mag in den Rückzug hineingespielt haben. Der 25-jährige hatte in England zudem immer wieder Pech mit Verletzungen. Dabei ist noch unklar, ob der Rückzug endgültig sein muss. Rogers stand für Interviews nicht zur Verfügung. Per Twitter hatte er sich aber am Samstag für "all die Unterstützung und Liebe" bedankt, mit der er nicht gerechnet habe. (nb)

Links zum Thema:
» Video: Mitglieder des schwulen Sportclubs Stonewall FC aus London diskutieren das Coming-out
Mehr zum Thema:
» Profi-Fußballer outet sich, beendet Karriere (15.02.2013)
» Standpunkt: Schwule Fußballer - Die Mutlosen (24.09.2012)
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Tags: fußball, robbie rogers, coming-out, carsten stock
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 Fußball
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Reaktionen zu "Unterstützung und Sorge nach Fußballer-Coming-out"


 8 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
18.02.2013
22:06:24


(+2, 4 Votes)

Von alexander
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wenn man diese beiträge der freunde liest, kommt man zwangsläufig ins grübeln ?
ist natürlich klasse, dass er so viel beistand findet, aber es verwundert doch sehr ???
ich wünsche ihm auf jeden fall, nur das beste.
nun wäre zu erwarten, dass noch ein ein paar "beherzte" aus dem schrank kommen würden !
I'm proud to be gay !!!!


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#2
18.02.2013
22:45:16


(+3, 5 Votes)

Von m123


Ich kann einem schwulen Fußballbundesligaprofi, der das hier liest, nur empfehlen sich bei einem Coming Out mit anderen schwulen Fußballbundesligaprofis zusammenzuschließen und gemeinsam zu outen. Zusammen ist man immer stärker.

Der DFB hat schon soviel Unterstützung signalisiert, und wenn sich alle schwulen Fußballbundesligaprofis, die überlegen sich zu outen, damit sie endlich sie selbst sein können, bei dem entsprechenden Ansprechpartner melden und dort sagen, dass sie wünschen sich mit anderen gemeinsam zu outen, dann wird das schon zentral koordiniert werden. Ihr könnt ja darum bitten euch mit anderen schwulen Bundesligaprofis austauschen zu wollen und euch dann gemeinsam überlegen ob ihr euch gemeinsam dann outen wollt, und falls ja, wie.

Ich denke es würde dann ein Damm brechen und mittelfristig wird es zu deutlich mehr Akzeptanz führen. Denkt nur an die vielen schwulen Jugendlichen, die in der Schule gemobbt werden wegen ihrem Schwulsein, und wenn ihr dagegen was tun könnt, indem ihr zeigt dass Schwule genausogute Fußballer sind, das würde den Mobbern gehörig Wind aus den Segeln nehmen und vielleicht sogar das ein oder andere Leben eines schwulen Jugendlichen indirekt retten. Denkt auch nur mit wieviel mehr Selbstbewusstsein dann schwule Jugendliche zu sich selbst stehen können.

Ein Coming Out von mehreren schwulen Bundesligaprofis wäre mehr als das an sich. Es würde viel mehr Positives bewirken als man sich vorstellen kann. Und ihr habt die Unterstützung der Mehrheit der Bevölkerung und auch der Mehrheit der Fans.

Ich finde es immer schade, wenn gesagt wird, dass schwule Fußballbundesligaprofis sich nicht outen sollten. Weil ich denke, dass es gut machbar ist, vor allem wenn sich mehrere schwule Bundesligaprofis zusammenschließen und das kurzfristig aufkommende Medieninteressen von mehreren Schultern gleichzeitig getragen wird und sich nicht nur auf eine Person konzentriert. Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass es im Jahr 2013 möglich ist zu sich selbst zu stehen, wer man ist. Und das bedeutet dann auch sich nicht mehr verleugnen zu müssen, endlich frei zu sein. Als Fußballbundesligaprofi hat man eh schon bewiesen, dass man supergut Fußball spielen kann. Niemand wird dann mehr behaupten, dass Schwule nicht auf Weltklasseniveau Fußball spielen können. Ihr könnt ja auch mal bei der Frau Dr. Tatjana Eggeling euch (anonym) melden. Die ist n echt netter Mensch und würde euch niemals verraten. Und sie berät schon einige schwule Fußballbundesligaprofis.


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#3
18.02.2013
23:17:48


(+5, 5 Votes)

Von MeineFresse


"Sebst Fifa-Chef Sep Blatter meldete sich zu Wort: "Das ist 2013. Danke!", schrieb er via Twitter und leitete einen Tweet von Rogers' früherem Teamkollegen Eddie Pope weiter: "Mutige Männer wie Du werden dafür sorgen, dass es eines Tages keinen Grund mehr für solche Erklärungen gibt.""

Während mutige Männer wie Blatter dafür sorgen, dass Länder wie Ukraine, Katar (Anwesende Schwule und Lesben sollen in der Zeit eben auf Sex verzichten, so sein Rat) und Russland die Zuschläge für Ländermeisterschaften kriegen.


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#4
18.02.2013
23:26:12


(-1, 5 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Die Zeit ist reif dafür, daß Bundesligaprofis endlich aus ihren Schränken kommen!


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#5
19.02.2013
22:49:48


(+3, 3 Votes)
 
#6
20.02.2013
17:37:38


(+1, 3 Votes)

Von schwarzerkater
Profil nur für angemeldete User sichtbar


1971 gab es einen fulminanten STERN-titel "wir haben abgetrieben" - prominente frauen und andere haben öffentlich gegen den paragraphen 218 demonstriert.

Link zu www.aref.de

nur mit einer ähnlich großen outing-aktion von fußballern wird schwulsein im profisport hierzulande zur normalität.

(was robbie rogers gemacht hat, respekt, aber eben "NUR" ein fall aus der dritten englischen liga. )


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#7
20.02.2013
21:32:04


(0, 4 Votes)

Von MucAdoboutNothin
Antwort zu Kommentar #6 von schwarzerkater


na der war auch nationalspieler in usa. aber in usa gilt fußball eh als mädchensport, deswegen fällt wohl ein outing leichter als beim american football. vor allem, wenn man dann auch abtritt.


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#8
21.02.2013
08:38:11


(+2, 2 Votes)

Von schwarzerkater
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #7 von MucAdoboutNothin


genau das ist was ich meine: wenn sich in den USA mehrere berühmte spieler von basketball, baseball oder football outen würden, dann hätte das eine ähnliche wirkung, wie bei uns profifußballer.
aber so lange sich nicht mal ex-fußballer aus bundesliga und nationalmannschaft trauen, diesen schritt zu gehen, dann darf man das schon gar nicht von den spielern erwarten, die mitten in ihrer sportlichen laufbahn stehen.


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