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  • 20.02.2013           4      Teilen:   |

Todesursache Aids?

Das Leben endet immer öfter anders

Artikelbild
Zwei Pappkameraden werben für den HIV-Test vor einer amerikanischen Aids-Beratungseinrichtung (Bild: Quinn Dombrowski / flickr / cc by-sa 2.0)

Immer seltener werden wir in Nachrufen lesen: "Er starb an den Folgen von Aids". Eine neue Auswertung von Langzeitstudien belegt dies mit Zahlen.

Von Christian Scheuß

Es ist noch nicht so lange her, da wurde jeder "Langzeitüberlebende" mit großem Staunen und bei öffentlichen Auftritten gar mit Applaus bedacht. Da steht ein HIV-Positiver, der dem gnadenlos in eine Richtung steuernden Verlauf der Infektion seinen Überlebenswillen entgegen gestellt hat. Unter Einsatz der antiretroviralen Therapie natürlich. Aber die war in ihren ersten Versionen alles andere als gut verträglich. Von den Langzeit-Nebenwirkungen ganz zu schweigen, die sich vor allem in die Gesichter der Langzeit-Positiven gegraben haben.

Heute gehören eigentlich alle HIV-Positiven zu den Langzeitüberlebenden, der Stand der Medizin macht es möglich, wie wir alle wissen. In den Infobroschüren wird von einer "annähernd normalen Lebenserwartung bei guter Lebensqualität" gesprochen. Was das genau in Jahren und Zahlen heißt, dass wurde im Januar in einem Aufsatz des "American Journal of Epidemiology" veröffentlicht. Die Autoren haben sich dazu die umfangreichen Daten mehrerer US-Langzeitstudien von 1984 bis 2008 zur Brust genommen, und sich darin Sterberaten und Todesursachen angesehen.

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Längeres Leben, andere Todesursachen

Und hier die beiden Modelle in voller Länge. - Quelle: Quinn Dombrowski / flickr / cc by-sa 2.0
Und hier die beiden Modelle in voller Länge. (Bild: Quinn Dombrowski / flickr / cc by-sa 2.0)

Die wichtigsten Ergebnisse: Vor Einführung der antiretroviralen Therapie (HAART) – also im Zeitraum von 1984 bis 1995 – waren 53 Prozent der Studien-Teilnehmer gestorben, davon 94 Prozent an Aids. Zwischen 1996 und 2008 waren es dagegen nur noch 21 Prozent, davon 47 Prozent an Aids. Das Durchschnittsalter dieser Personen, deren Todesursache nichts mit Aids zu tun hat, lag zu Beginn bei 49 Jahren, jetzt liegt es bei 66.

Die "Multicenter AIDS Cohort Study" (MACS), die 1984 installiert wurde und bis heute läuft, konzentriert sich auf Männer, die mit Männer Sex haben. Insgesamt haben knapp 7.000 Menschen aus vier US-Staaten daran teilgenommen. Die "Women's Interagency HIV Study" (WIHS) gibt es seit 1994 und hat Daten von rund 3.800 Frauen zusammengetragen. In beiden Fällen sowohl von HIV-negativen wie -positiven Personen.

Doch so schön die erzielten Erfolge durch die Therapiemöglichkeiten auch sind und viele der früheren aidsdefinierten todesbedrohlichen Erkrankungen wie Lungenentzündung und Hauttumor ausgeschaltet werden konnten; Die Zahlen zeigen auch, dass die Lebenserwartung bei HIV-Patienten eben nur "annähernd" hoch ist im Vergleich zu Nichtinfizierten. Der Verlauf anderer sexuell übertragbarer Krankheiten wie Hepatitis oder Syphilis verläuft mitunter schwerer, das angegriffene Immunsystem ist nicht mehr so stark wie zuvor. Depressionen, ausgelöst durch Stigmatisierungen von außen und der psychischen Belastungen durch die chronische Erkrankung kommen häufiger vor.

  Disclaimer
Dieser Artikel wurde inhaltlich frei von einem queer.de-Autoren verfasst. Der Themenkanal "Gesundheit HIV+" wird durch Unterstützung von "GILEAD Sciences GmbH" ermöglicht.
Links zum Thema:
» Link zur Zusammenfassung der Studie (engl.)
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Tags: sterberate, hiv, aids, studie
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Reaktionen zu "Das Leben endet immer öfter anders"


 4 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
20.02.2013
17:32:41


(+1, 1 Vote)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Ich bezweifle, daß die Zahlen stimmen und darum: traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast!


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#2
21.02.2013
01:10:26


(+2, 2 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013


Zumindest im Jahr 2000 war der Satz: "Er starb an den Folgen von Aids" vermutlich noch recht selten, denn damals musste ich einen Nachruf für meinen Freund Herwart verfassen und die Zeitung verlangte ein Schriftstück, daß ich für eventuelle Folgen einer solchen Äusserung geradestehe.
Das war natürlich bitter und im Grunde stimmte der Satz auch nicht hundertprozentig, denn Herwart starb eigentlich an den Nebenwirkungen der vielen verschiedenen Therapien, denen er sich von Anfang an ausgesetzt hatte.

Von "guter Lebensqualität" keine Spur, denn eine Schädigung der Nerven bereitete ihm oft starke Schmerzen in den Füßen, was dann mit einer umfassenden Schmerztherapie beantwortet wurde. So konnte er sich aussuchen, ob er Schmerzen ertragen oder den ganzen Tag dösig von Schmerzmitteln sein wollte. Überdies wurde er immer tüddeliger und schwächer, bis ihn der Lebensmut verließ.

Deshalb kann ich diese ständige Phrase von der ach so guten Lebensqualität nicht mehr hören, die den Menschen vorgaukelt, daß alles halb so schlimm sei. Sein restliches Leben mit heftigen Medikamenten zu verbringen, die täglich geschluckt werden müssen und ungewisse Nebenwirkungen bergen können, steht als erste Ausicht auf der Tagesordnung, bevor man von guter Lebensqualität faseln kann.

Gute Lebensqualität bedeutet, ohne diese ganzen Medikamente auszukommen und eine Ansteckung mit HIV zu vermeiden. Das sollte man immer betonen, bevor man die nächste Generation der antiretroviralen Therapie bejubelt.


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#3
21.02.2013
12:30:22


(+2, 2 Votes)

Von Matui
Antwort zu Kommentar #2 von Harry1972


Meine persönliche Erfahrung des letzten Jahres widerspricht dieser Statistik. Es sterben ganz offensichtlich immer noch viele mit HIV infizierte Menschen. Die Ursachen mögen nicht das reine AIDS (d.h. diese Ansammlung von Symptomen und Krankheitsbildern die angeblich AIDS sind) sein, aber besonders die Menschen, die sich schon vor langer Zeit mit HIV infiziert haben sterben meiner Erfahrung nach nach wie vor. Es mag an den schädigenden Nebenwirkungen der frühen (damals noch unausgereiften) Medikation oder teilweise auch am etwas sorglosen Lebenswandel (Sexsucht/Promiskuität) und der daraus resultierenden höheren Ansteckungsgefahr mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten liegen. Ich kann da nur spekulieren. Jedenfalls sind mehrere meiner engsten Freunde im letzten Jahr gestorben und das stimmt mich traurig und nachdenklich.


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#4
21.02.2013
13:19:19


(-1, 1 Vote)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von Matui


Die öffentliche Wahrnehmung von Todesursachen war und ist schon immer "fremdbestimmt"..

Bis weit in die Neuziger Jahre hinein hatte kein einziges Bundesland ein Krebsregister kommuniziert, auch wenn entsprechende Statistiken in den Bundesländern Bremen, Hamburg, NRW und im alten West-Berlin geführt wurden..

Nach offiziellen Statistiken starben die Menschen an Herz-Kreislauf-Versagen, weil dies in Totenschein immer an letzter Stelle steht, als Folge ursächlicher Grunderkrankungen selbst von Magenkrebs oder Lungenkrebs, letztlich eben auch von AIDS genannt wurde..

Letztlich wurde dadurch für alle Menschen die ein bestimmtes Alter überschritten hatten, behauptet, sie wären an "Altersschwäche" gestorben, weil die normale Bevölkerung eben genau dies unter dem Begriff Herz-Kreislauf-Versagen verstand..

Das aber die Ursache für ein solches Versagen bei einer Frau über 80 auch ein Lungen- oder Brustkrebs sein kann, ein Hautkrebs oder Gebärmutterhalskrebs, wurde dadurch nicht offenbar..

Ähnlich verhält es sich auch mit AIDS..
Eigentlich stirbt Mann auch nicht an AIDS, sondern an einer, oder mehreren Koplimentär-Erkrankungen, die durch ihr gehäuftes oder gemeinsames Auftreten zur Diagnose AIDS führen..

Und so stirbt Mann eben üblicherweise an einer Lungenentzündung, an multiplen inneren und äußeren Kaposie-Sarkomen, oder anderen lebensbedrohlichen Krankheiten, die das HI-Virus erst ermöglichen..

Ich fände es besser, und vor allem auch ehrlicher wenn viel öfter zu lesen wäre, das jemand an den Folgen von AIDS verstarb, oder an den Folgen von Lungenkrebs, oder an anderen Folgen anderer Krankheiten, und wenn diese "schwammige" Formulierung Herz-Kreislauf-Versagen aus den Anzeigen und den Köpfen der Leute verschwände..


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