Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?18605

In einer Talkshow plauderte Clive Davis über seine Bisexualität. Sein Buch ist seit Dienstag auf Englisch erhältlich. Darin spricht er auch über sein Verhältnis zu den großen Popstars dieser Zeit

Er hat unter anderem Pink Floyd, Whitney Houston und Bruce Springsteen entdeckt und zu Welt-Karrieren geführt, seine Bisexualität hat der Produzent jedoch bis jetzt geheim gehalten.

Musik-Legende Clive Davis hat in seiner neu erschienenen Autobiografie "The Soundtrack of My Life" erklärt, dass er bisexuell sei und derzeit in einer monogamen Beziehung mit einem Mann lebe. Der 80-Jährige gab an, er habe "in der Ära von Studio 54" erkannt, dass er auch auf Männer stehe. Nach einer alkoholisierten Party-Nacht habe er sich für die "sexuellen Avancen" eines Mannes offen gezeigt. Die Nacht sei eine "angenehme Erleichterung" gewesen.

Seine Bisexualität habe er sich schließlich Mitte der 1980er Jahre nach seiner zweiten "fehlgeschlagenen Ehe" eingestanden. Nach einer "Zeit der Selbstfindung" habe er bemerkt, "dass ich mich in einer Beziehung mit einem Mann genauso wohl fühlen würde wie mit einer Frau", so Davis.

Er fühle sich aber nach wie vor von Frauen angezogen: "Man muss nicht auf nur ein Merkmal achten. Für mich geht es um den Menschen", sagte Davis in der US-Talkshow "Katie", in der er sein Buch vorstellte. Er erklärte ferner, dass er von 1990 bis 2004 mit einem Arzt zusammengelebt habe, dessen Identität aber nicht öffentlich gemacht wurde. Jetzt habe er einen anderen Lebenspartner, der ebenfalls nicht im Show-Business arbeite, so Davis. Gegenüber seiner Familie habe sich der vierfache Vater bereits vor Jahren geoutet.

Bisexualität wird "falsch verstanden"

Davis erklärte auch, dass Bisexualität in der Gesellschaft immer noch "falsch verstanden" werde: "Es wird immer wieder behauptet, dass man lügt, wenn man sich nicht klar als hetero ober schwul bezeichnet. Aber das ist nicht meine Erfahrung. Mich etwas anderes als bisexuell zu nennen, wäre einfach falsch."

In den USA hat es in den letzten Jahren kontroverse Debatten über Bisexualität gegeben. Eine im Januar veröffentlichte Studie der Columbia-Universität besagt, dass Bisexuelle ihre sexuelle Orientierung eher als Homosexuelle verheimlichen und mehr unter dem Versteckspiel leiden müssten (queer.de berichtete). Die bekannte bisexuelle Schauspielerin Cynthia Nixon ("Sex and the City") beklagte sich bereits vor einem Jahr, dass Bisexuelle nicht ernst genommen werden würden (queer.de berichtete).

Der 1932 geborene Davis ist mit fünf Grammy-Awards ausgezeichnet worden und ist Mitglied der "Rock and Roll Hall of Fame". Er produzierte unter anderem Aretha Franklin, Alicia Keys, Christina Aguilera, Kelly Clarkson, Leona Lewis, Jennifer Hudson Rod Stewart, Barry Manilow und Carlos Santana. (dk)