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  • 23.02.2013           7      Teilen:   |

Gay-Fantasy-Roman "Schlangenfluch"

Schuppenschwanz unterm Schottenrock

Artikelbild
Von seinem Vater Mhorag, dem sagenumwobenen Seeungeheuer des Loch Morar, hat Samuel eine Schlangenhaut bekommen

In S. B. Sasoris Roman "Schlangenfluch" verliebt sich Samuel, halbmenschlicher Sohn eines sagenumwobenen Seeungeheuers, in den verklemmten Laurens. Wird er ihn bekommen?

Von Frank Hebenstreit

Mit "Schlangenfluch – Samuels Versuchung" von S. B. Sasori hat es wieder einmal ein Buch aus dem Dead Soft Verlag auf meinen Tisch geschafft. Sollte ich an dieser Stelle bestreiten, dass ich nach dem letzten "Lesevergnügen" durchaus mit kleinen Vorurteilen belastet an den Roman heranging? Nein, das zu bestreiten, hieße ja nur sich selbst zu belügen. Also lassen wir das und frisch ans Werk!

Hochwertig gestaltet legt sich auch dieses broschierte Buch in meine Hand. Gut, die Titelgestaltung sieht auch hier ein bisschen nach Computer-Gespiele aus, liefert aber ein stimmiges Gesamtkonzept ab. Dunkel und in Grün- sowie einigen Blautönen gehalten bietet sich das Cover dar. Die Hand eines Mannes streicht über eine mit Schuppen (tätowierte?) belegte Körperseite und bietet eine nicht nur unterschwellige Erotik, der man sich gern hingeben könnte. Bekennende Schlangenphobiker seien jedoch gewarnt, das Tattoo könnte sich als echt erweisen. Zumindest ist es im Buch keines…

Wir lernen zügig die Brüder Raven und Samuel Mac Laman kennen. Zwei Schotten mit Stammsitz am Loch Morar. Eigentlich leben dort nur ihre Mutter Mia und der Stiefvater David. Deren gemeinsamer Sohn Ian, Halbbruder von Raven und Samuel, studiert inzwischen in London. Raven und Samuel, eineiige Zwillinge und doch extrem unterschiedlich, stammen vermutlich aus einer innigen Liebesbeziehung ihrer Mutter mit Mhorag, dem sagenumwobenen Seeungeheuer des Loch Morar. Ein Mensch war der Vater sicher nicht. Beide Kinder haben von ihm einige Merkmale in das menschliche Genmaterial mitbekommen. Raven verfügt über Giftzähne und Schlangenaugen, Samuel über Schlangenhaut. Seine komplette linke Seite ist damit überzogen. Und noch einige exquisite Besonderheiten… Aber lassen wir das Entdecken den Lesern.

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Samuel und Laurens sind füreinander bestimmt

Hinter S.B. Sasori steckt die Autorin Swantje Berndt. Das Pseudonym nutzt sie nur für die Romane, "in denen sich der Held nicht in die Prinzessin, sondern in den Prinzen verliebt" - Quelle: privat
Hinter S.B. Sasori steckt die Autorin Swantje Berndt. Das Pseudonym nutzt sie nur für die Romane, "in denen sich der Held nicht in die Prinzessin, sondern in den Prinzen verliebt" (Bild: privat)

In der Londoner Umgebung des jungen Ian findet sich neben einigen typischen Studentinnen und Studenten auch Tom, ein abgeblitzter Verehrer von Samuel, noch wichtiger jedoch Laurens. Den lernt man am Morgen nach einer durchaus so gerade eben geklappten Nummer mit einer Frau kennen. Die recht anschauliche – oder sollte ich sagen: geruchsklare – Beschreibung dessen, was für ein süßlich-klebriger Geruch am Morgen danach unter der Bettdecke entströmt, hat mir dann auch einen kurzen Moment den Atem genommen.

Von Anbeginn des Buches weiß es der Leser, Raven ebenfalls, da steuern zwei klar aufeinander zu, sind für einander bestimmt. Nur Laurens will es nicht wahrhaben (juhu, endlich mal wieder ein Coming-out!) und auch Samuel verweigert sich dem. Den Hintergrund seiner Verweigerung hat sein Stiefvater David ebenfalls ziemlich am Anfang des Buches durchaus körperbetont und nachvollziehbar an Samuel bewiesen.

Mit weiteren Charakteren nimmt das Ganze dann richtig Fahrt auf. Es entspannt die Angelegenheiten zwischen den beiden Männern nicht gerade, dass Laurens Vater Henrik, ein Krypto-Zoologe, genau am Loch Morar nach Mhorag forscht und mit dem nächtlich beobachteten Samuel meint, ihn gefunden zu haben. Noch weniger entspannt bringt sich Toms Onkel James ein, der als Jäger verbotener Trophäen Samuel bereits präpariert an seiner Wand hängen sieht. Dass Raven auch noch einen Geliebten (?) mit seinem Gift in einen Rausch und dann schließlich in den Tod führt, vereinfacht es auch nicht. Immer wieder scheint das Paar zueinander zu finden, um dann doch den entscheidenden Schritt nicht zu tun.

Unnötiges Coming-out und ein jungfräulicher Arsch

Der Roman "Schlangenfluch" ist der Beginn einer Trilogie, Band zwei ist bereits in Arbeit
Der Roman "Schlangenfluch" ist der Beginn einer Trilogie, Band zwei ist bereits in Arbeit

Frau Sasori hat hier viele Charaktere geschaffen und einen großen Strauß an Verwicklungen. Diese hätten durchaus für mehr als nur 220 Seiten gereicht. Wie man der Autorenseite des Verlages entnehmen kann, hat sie ihren Figuren weitere Abenteuer zugedacht, da es eine Trilogie werden soll. Inwieweit die Ausgangsgeschichte in den kommenden Büchern trägt, bleibt abzuwarten. Das zentrale Merkmal des Suchens und Findens von Laurens und Samuel scheint fürderhin abgegrast.

Kritik verdient das nicht wirklich notwendige Coming-out von Laurens, das auch nicht nachvollziehbar war. Mit diesem Aspekt wird hier eine in sich schon tragende Geschichte eher überfrachtet als mit einem weiteren tragenden Fundament versehen. Zumindest bleibt hier der Ruch, dass mit diesem Coming-out einfach nur ein weiterer Leserbereich auf Biegen oder Brechen erschlossen werden sollte. Auch für die Neckereien gegen Ende der Geschichte, ob Laurens' Arsch denn nun Jungfrau bleibt oder nicht, hätte es dieser Wendung nicht bedurft. Schließlich sollen in der schwulen Welt mehr als nur einige Tops existieren, deren Arsch noch nie einer inneren Erkundung unterzogen wurde.

Trotz dieser einzelnen Kritikpunkte bleibt am Ende ein wirklich positiver Eindruck. Der Dead Soft Verlag hat mit "Schlangenfluch – Samuels Versuchung" seinem Verlagsmotto "Gay-Storys mit Stil" durchaus entsprochen, aber es gibt auch noch Luft nach oben. Ich habe mich beim Lesen nie gelangweilt und mich schlussendlich selbst dabei ertappt, dass ich Samuel oder auch Laurens an der einen oder anderen Stelle gern selbst einen Schubs gegeben hätte.

Durch Sasoris unverschlüsselte Schreibe kommt man schnell in die Geschichte rein, egal wann und an welcher Stelle man sie weg gelegt hat. Mit 13,95 Euro ist dieses Buch seinen Preis durchaus wert. Es hält das unkomplizierte Lesevergnügen, das es verspricht, und macht auch am Ende noch Lust auf mehr. Wie es mit Laurens und Samuel weitergeht? Auch ich würde es gern erfahren.

  Infos zum Buch
S. B. Sasori: Schlangenfluch – Samuels Versuchung. Roman. 220 Seiten. Broschiert. Dead Soft Verlag. Mettingen 2012. 13,95 €. ISBN 978-3943678376
Links zum Thema:
» Mehr Infos zum Buch und Bestellmöglichkeit bei Amazon
» Homepage der Autorin
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Tags: s. b. sasori, dead soft, gay fantasy, swantje berndt
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Reaktionen zu "Schuppenschwanz unterm Schottenrock"


 7 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
23.02.2013
11:17:58


(-2, 2 Votes)

Von MichaelTh
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Mal ungeachtet der doch eher positiven Rezension des Buches: Ich mag schwule Geschichten nicht, die von einer Frau geschrieben sind, noch dazu von einer, die sich bei ihren schwulen Geschichten hinter einem Pseudonym versteckt.


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#2
23.02.2013
11:47:02


(-1, 3 Votes)

Von tuxedo


Hat die Queer.de-Redaktion endlich ihre Blockade v. schwulen Büchern/Ebooks v. Kleinverlagen neben den üblichen Verdächtigen wie dem Männerschwarm-Verlag etc. aufgegeben?

Dann sollten aber auch alle anderen Veröffentlichungen v. Dead Soft Verlag (neben Schlangenfluch), Fantasy Welt Zone Verlag etc. ebenfalls vorgestellt werden.


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#3
23.02.2013
11:51:32


(0, 2 Votes)

Von tuxedo


Da gibt es aber so einige, wie eingangs geschrieben, nie auf Queer.de vorgestellte Geheimtipps v. Autorinnen wie bspw. Sandra Gernt, Chris P. Rolls Inka Loreen Minden u. She Seya Rutan, die dann wohl entgehen werden. ;-)


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#4
18.03.2013
20:34:44


(+1, 1 Vote)

Von Sandra Gernt
Antwort zu Kommentar #1 von MichaelTh


Lieber MichaelTh,

ich bin eine Heterofrau, die schwule Geschichten schreibt. Und das nicht, weil ich schwule Jungs so "niedlich" finde.
Es gibt sehr viele Gründe, die hier den Rahmen sprengen würden, deshalb sei nur der wichtigste genannt:
Homosexualität birgt ein gewaltiges Konfliktpontential auf allen Ebenen. Politisch, gesellschaftlich, innerhalb der Beziehung selbst. Es ist mir ein Anliegen, über Konflikte zu schreiben. Dass könnte Atomkraft sein, oder Kriege in Nahost, oder das Sterben des Regenwaldes. Alles Themen, die sehr wichtig sind, sich aber schlecht in meine Zentralthemen einfügen.
"Zentralthema" ist das, was einen Autor innerlich umtreibt und sich, ob gewollt oder nicht, in jeder seiner Geschichten widerspiegelt.
Meine Zentralthemen sind Familie - es gibt nichts, was Eltern einem Kind nicht antun bzw. mit auf dem Weg geben können - und innerliche Befreiuung.
Nun könnte ich auch über lesbische Liebe schreiben, als Frau weiß ich ja, wie das anatomisch so am besten funktioniert. Hier tickt allerdings meine eigene Heterosexualität ein, die Sex und Liebe mit "Mann" verbindet. Darum fällt es mir leichter, über Männerbeziehungen zu schreiben.

Nun zum Pseudonymthema:
Würde ich allein leben, ja, dann hätte ich kein Pseudonym nötig. Ich würde mir zur Not auch auf ein T-Shirt drucken lassen: Schaut her, ich bin die Frau, die über poppende Männer schreibt!
Dann wäre mal wenigstens was los hier in der erzkathlischen Provinz, in dem hübschen Dörfchen, das nur knapp zu groß ist, als das jeder jeden kennen kann.
Ich bin allerdings auch verheiratet und habe Kinder. Für meinen Mann wäre es beruflicher Selbstmord, würden seine Kollegen wissen, welches "Hobby" sein Frauchen hat. Meine Kinder wären fortan Mobbingmopfer Nr. 1 an ihren Schulen, wo "Schwules A..." ein gängiges Schimpfwort ist und "boah is' dat schwul!" in jedem 3. Satz fällt. Darum, und ausschließlich darum, brauche ich mein Pseudonym.
Weniger als die Hälfte meiner Freunde wissen, was ich tue, innerhalb der Familie lediglich meine Eltern und mein Bruder. Wobei letzterer mit der Sache ein gewisses Akzeptanzproblem hat. Darunter leide ich sehr, aber es ist mir wichtiger, über das zu schreiben, was mir am Herzen liegt, als mich um solche Nebensächlichkeiten zu scheren.

Davon abgesehen ist es natürlich gleichgültig, welche Literatur Sie mögen. Ich hoffe lediglich, Sie verstehen jetzt zumindest ein wenig meine Beweggründe? Für die Motive meiner Kolleginnen kann ich nicht sprechen, ich persönlich kenne allerdings lediglich eine Autorin, die Schwulsein so "niedlich" findet und deshalb darüber schreibt.

Es grüßt herzlich
Sandra Gernt


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#5
18.03.2013
21:29:29


(+1, 1 Vote)

Von Danke
Antwort zu Kommentar #4 von Sandra Gernt


für dieses offene, klare und sensible Statement.

"Für meinen Mann wäre es beruflicher Selbstmord, würden seine Kollegen wissen, welches "Hobby" sein Frauchen hat. Meine Kinder wären fortan Mobbingmopfer Nr. 1 an ihren Schulen, wo "Schwules A..." ein gängiges Schimpfwort ist und "boah is' dat schwul!" in jedem 3. Satz fällt."

Da scheint jemand näher an der gesellschaftlichen Wirklichkeit dran zu sein, als viele Schwule, die das alles gar nicht mehr wahrnehmen. Siehe Themenauswahl auch hier bei queer.de


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#6
18.03.2013
22:27:21


(0, 0 Vote)

Von Lars
Antwort zu Kommentar #1 von MichaelTh


Geht mir auch so.
Meistens erkennt man auch bei Pseudonymen an der Art des Schreibens ob Bücher von einer Frau oder einem Mann geschrieben wurden. Bisher lag ich immer richtig und schwule Autoren geben schwules Leben authentischer und besser wieder.
Weibliche Autoren schreiben als würden sie Frauenbücher schreiben, nur eben mit zwei männlichen Protagonisten und mit überzogenen Klischeevorstellungen von Männlichkeit.


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#7
27.03.2013
04:28:18


(0, 0 Vote)

Von Swantje Berndt


Hallo liebe queer.de Redaktion!

Eines vorweg: Ich habe mich total gefreut, dass meine Geschichte von Frank Hebenstreit rezensiert worden ist. Auch wenn ich mir immer noch nicht sicher bin, ob es seine Rezension gut oder schlecht mit der Geschichte meint. Ich habe nicht damit gerechnet, dass Schlangenfluch überhaupt bei euch auftaucht. (Bis jetzt wurde die Geschichte vor allem von Frauen rezensiert und wahrscheinlich auch gelesen. Ist wohl mit Gay-Romance ähnlich wie bei Yaois. Frauen schreiben dieses Genre oft für Frauen.)

Allerdings haben mich die Kommentare überrascht. Warum wird es negativ bewertet, dass eine Frau über zwei Männer schreibt? Das ist in etwa so, als ob ein Mann nicht über Frauen schreiben dürfte. Leuchtet mir nicht wirklich ein. Als mir die Geschichte in den Kopf kam, habe ich mir überhaupt keine Gedanken darüber gemacht. Das Paar bestand aus zwei Männern und damit gut.

So, das wars auch schon. Wollte nur mal laut geben. Mein Pseudonym ist übrigens ganz bewusst ein offenes, was heißt, dass ich mich nicht dahinter verstecke, sondern nur den Lesern die Möglichkeit gebe, meine Geschichten für sich zu sortieren. Googelt man S.B. Sasori erscheint auch Swantje Berndt und umgekehrt. Ich liebe meine Geschichten viel zu sehr, um nicht dazu zu stehen.

Bitte richtet Herrn Hebenstreit liebe Grüße von mir aus. Der Titel seiner Rezension ist klasse! "Schuppenschwanz unterm Schottenrock". Ich muss jetzt noch grinsen.

Euch allen einen schönen Abend und liebe Grüße,

Swantje Berndt aka S.B. Sasori


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