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Bundespräsident beim UN-Menschenrechtsrat

Gauck: Auch Homo-Rechte sind universell


Bundespräsident Joachim Gauck betont, dass Menschenrechtsverletzungen angeprangert werden müssen - Mut macht ihm unter anderem die Debatte um Homo-Rechte. (Bild: UNHCR/Presse- und Informationsamt der Bundesregierung)

Vor dem UN-Menschenrechtsrat betont der deutsche Bundespräsident, dass die Menschenrechte unabhängig von Landesgrenzen anerkannt werden sollten. Er erwähnt dabei auch Homo-Rechte.

Es gebe immer wieder Versuche, Menschenrechtsverletzungen "mit dem Verweis auf 'kulturelle Konventionen' oder 'traditionelle Werte' zu rechtfertigen", beklagte Joachim Gauck (parteilos) am Montag bei der ersten Rede eines deutschen Bundespräsidenten vor dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in Genf. Der 73-Jährige betonte dabei, dass Menschenrechte universell und unteilbar seien, auch wenn sie in Teilen der Welt umstritten sind. Der Kampf um Frauen- und Homo-Rechte sei ein gutes Zeichen: "Mut machen mir die gesellschaftlichen Debatten, die die Rechte der Frau erweitern, die derzeit in Indien und Ägypten und anderen Staaten geführt werden, oder die Debatten über die Gleichberechtigung Homosexueller in immer mehr Ländern weltweit".

Auch Deutschland habe "für diese Debatten und Entwicklungen Zeit benötigt", so Gauck. "Aber unsere Gesellschaft war bereit, überkommene Konventionen im Licht der universellen Menschenrechte zu verändern. Dazu wollen wir auch andere ermutigen". Er riet Staaten, Bürgern mehr Teilhabe zu gewähren, da dies den Respekt vor Menschenrechten fördern würde.

Menschenrechtsverletzungen "ohne falsche Rücksichten" ansprechen

Gauck nannte mehrere weitere Punkte, die für im Lichte der universellen Menschenrechte nicht mehr hinnehmbar seien. Dazu gehörten Folter, Pressezensur, Einschränkungen der Meinungsfreiheit sowie Praktiken wie Zwangsheirat oder weibliche Genitalverstümmelung. Er rief dazu auf, bei Menschenrechtsverstößen nicht allzu diplomatisch vorzugehen: "Ich bitte Sie: Sprechen Sie Menschenrechtsverletzungen offen und ohne falsche Rücksichten an, auch wenn das manchmal bedeutet, Nachbarn und Freunde zu kritisieren – unabhängig von der Größe und dem Gewicht eines Landes."

Im UN-Menschenrechtsrat gibt es seit Jahren beim Thema Homo-Rechte Streit: Vertreter westlicher und südamerikanischer Länder befürworten die Gleichbehandlung von sexuellen Minderheiten, während islamische und afrikanische Länder darauf beharren, dass "abnormales sexuelles Verhalten" kein Menschenrecht sei. Im vergangenen Jahr kam es zum Eklat, als Vertreter aus Afrika und des islamischen Blocks eine Debatte verließen, weil die Diskriminierung und Gewalt aufgrund von sexueller Orientierung und Gender-Identität diskutiert wurde (queer.de berichtete).

In Kürze könnte sich der Menschenrechtsrat zur Diskriminierung von Homosexuellen in Russland äußern. Dazu wurde kürzlich unter anderem der Moskauer CSD-Organisator Nikolai Aleksejew gehört. (dk)



#1 goddamn liberalAnonym
#2 LorenProfil
  • 25.02.2013, 15:12hGreifswald
  • Dass der Bundespräsident die Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen als Menschenrechtsfrage thematisiert, begrüße ich sehr. Das sollte er beim nächsten Treffen mit der Bundeskanzlerin gleich nochmal tun. Auch wäre es wünschenswert, würde er Gesetze zur Gleichstellung nur noch dann unterschreiben, wenn sie nach gründlicher Prüfung nicht im Widerspruch zum Grundgesetz stehen.
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#3 FeministerAnonym
#4 teardownthewallAnonym
#5 weltweitAnonym
#6 MinkAnonym
#7 WinkAnonym
#8 PredigtdatenbankAnonym
  • 25.02.2013, 16:55h
  • Antwort auf #7 von Wink
  • Es sind genau diese zivilisatorischen Früchte, die wir so genießen.

    Glaube bedeutet, dass da ein Kern in dir ist, der an deinem Herzen hängt. Dass du nicht so ängstlich bist. Was kann denn passieren? Du wirst in die Hände Gottes fallen.

    Wie wurden doch noch frühe Christen verfolgt, wenn sie einfache Wahrheiten aussprachen!

    www.youtube.com/watch?v=krb2OdQksMc
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#9 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 25.02.2013, 17:01h
  • Endlich hat sich Bundespapi durch seine Rede auch einmal zu den Homorechten geäußert! Weil dieses Dokument ja auch im Internet abrufbar ist, bin ich dafür, daß jeder homophobe CSU-Abgeordnete sie hundertmal abschreibt, wenn er oder sie sich noch einmal gegen die Homoehe ausspricht!
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#10 HomoehenAnonym
  • 25.02.2013, 17:06h

  • Die jetzige Kanzlerin oder auch ein Präsident sollen sich für Homoehenöffnung in Deutschland einsetzen, wie in Frankreich, USA, England. Nicht nur für West- und Ostberlin für die BRD Ossi und Wessi. Kleines Recht mehr ist sehr wenig. Neben dem Adoption- und Steuerrecht für Homos auch sich stark für Homoehenöffnung machen. Das ist auch Wahlkampf.
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